Bayerische Landesbibliothek Online
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Ausgewählte Schätze der Bayerischen Staatsbibliothek

Cod. icon. 414, fol. 1r: Arche Noah. Cod. icon. 414, fol. 1r: Arche Noah.

 

Die Bayerische Staatsbibliothek hütet einen umfangreichen Bestand kostbarster und einzigartiger Handschriften und Druckwerke, die in der Regel nur selten im Rahmen von Ausstellungen gezeigt werden und dem Benutzer ansonsten nicht ohne weiteres zugänglich sind. Für die Präsentation in der BLO wurden 23 dieser herausragenden Werke der Buchkunst ausgewählt. Ihr Inhalt und/oder ihre Provenienz machen sie zu bedeutenden Teilen des schriftlichen Kulturerbes Bayerns.

 

 

Inhalt

 

 

Cgm 34

Das Nibelungenlied und die Klage (Leithandschrift A).
UNESCO-Weltdokumentenerbe.
[S.l.], vor 1280

Das Nibelungenlied ist wahrscheinlich das berühmteste Heldenlied in mittelhochdeutscher Sprache, das auf uns gekommen ist. Es handelt vom Leben des Drachentöters Siegfried von den Tagen seiner Kindheit und seiner Heirat mit der Burgundenprinzessin Kriemhild bis zu seiner Ermordung durch Hagen; darauf folgt der Bericht von der Rache Kriemhilds, an deren Ende der Untergang der Burgunden oder Nibelungen am Hof des Hunnenkönigs Etzel steht. Auf Basis einer älteren mündlichen Überlieferung wurde das Epos um 1200 schriftlich fixiert, wahrscheinlich am Hof von Wolfger von Erla, der von 1191 bis 1204 Bischof von Passau war.

Die Leithandschrift A, die in der Bayerischen Staatsbibliothek verwahrt wird, wurde 2009 gemeinsam mit zwei weiteren Leithandschriften (B und C) in das Verzeichnis des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.

 

Aus Cgm 34: das Nibelungenlied und die Klage (Leithandschrift A)

Cgm 34
Das Nibelungenlied und die Klage (Leithandschrift A).

UNESCO-Weltdokumentenerbe.

 

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Weiterführende Informationen
BLO-Projektseite
Handschriftenkurzbeschreibung nach Schmeller, 1866
Handschriftenbeschreibung von Petzet, 1920
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cgm 1952

Hofkleiderbuch (Abbildung und Beschreibung der Hof-Livreen) des Herzogs Wilhelm IV. und Albrecht V. 1508-1551. Wappen mit Reimsprüchen des Holland. Abbildungen bayerischer Regenten.
München, 16. Jh.

Die Handschrift - ursprünglich als Wappenbuch in der Bayerischen Landschaftskanzlei in Gebrauch - enthält in seinem ersten Teil eine unvollständige Fassung des sog. Hofkleiderbuches der bayerischen Herzöge Wilhelm IV. (1493 - 1550) und Albrecht V. (1528 - 1579), das Trachten, Livreen und Kriegsfahnen der Jahre 1508 - 1551 überliefert. Es folgt eine Zusammenstellung verschiedener Adels-, Städte- und Fantasiewappen nach Vorbilderm wie dem Wappenbuch des Konrad Grünenberg (1442 - 1494); einem Teil dieser Wappen sind die für die innere Konstituierung des bayerischen Turnieradels wichtigen Reime des Herolds Johann Holland (geb. ca. 1390) zugeordnet. Ebenfalls eingeschoben ist eine Kopie der Wittelsbachichschen Ahnenreihe, die ehedem als Wandmalerei im sog. Alten Hof in München angebracht war.

 

Aus Cgm 1952 - Hofkleiderbuch der Herzöge Wilhelm IV. und Albrecht V.

Cgm 1952
Hofkleiderbuch (Abbildung und Beschreibung der Hof-Livreen) des Herzogs Wilhelm IV. und Albrecht V. 1508-1551. Wappen mit Reimsprüchen des Holland. Abbildungen bayerischer Regenten.

 

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Weiterführende Informationen
Textedition des Hofkleiderbuchs, 1888
Handschriftenkurzbeschreibung nach Schmeller, 1866
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cgm 9460

Das geheime Ehrenbuch der Fugger.
Augsburg, ca. 1545 - 1548 mit Nachträgen aus späterer Zeit.

Das von Johann Jakob Fugger (1516 - 1575) in Auftrag gegebene Familienbuch wurde vom Augsburger Ratsdiener Clemens Jäger (ca. 1500 - 1561) zusammengestellt und in der Werkstatt Jörg Breus d. J. reich mit Porträts, Wappen und Rahmenwerk verziert. Es zählt zu den bedeutendsten Werken seiner Art.

Die Handschrift, die sich seit ihrer Entstehung kontinuierlich in Familienbesitz befand, konnte gemeinsam mit der altkolorierten Ausgabe der Fuggerorum et Fuggerarum... imagines 2009 mit Unterstützung zahlreicher Partner für die Bayerische Staatsbibliothek von Fürst Hubertus von Fugger-Babenhausen angekauft werden.

 

Aus Cgm 9460: Das Ehrenbuch der Fugger.

Cgm 9460
Das geheime Ehrenbuch der Fugger

 

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Weiterführende Informationen
BLO-Projektseite

BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cgm 9470

Kalendarium, medizinische und astronomisch/astrologische Texte
Johannes Birk (?): 'Stiftung des gotzhaus Kempten' ("Karlschronik")
Baumzucht
Schwaben (Kempten
?), 1499/um 1500

Unbefristete Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung

Die Johannes Birk aus Biberach zugeschriebenen verschiedenen deutschsprachigen Texte der sog. "Kemptener Klosterchroniken" sind wichtige Zeugnisse des Selbstverständnisses des Fürststifts Kempten in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Von den sechs bekannten spätmittelalterlichen Handschriften verwahrt die Bayerischen Staatsbibliothek München drei, darunter mit der 2010 von der Ernst von Siemens Kunststiftung erworbenen Handschrift Cgm 9470 den einzigen illuminierten Text.

Diese drei Handschriften standen im Zentrum der Ausstellung "Stiftungen bewirken Wunder. Königin Hildegard und das Kloster Kempten", die vom 11. - 31. 07. 2011 in der Schatzkammer der Bayerischen Staatsbibliothek zu sehen war.

 

Aus Cgm 9470: Beginn der Chronik auf Folio 24r

Cgm 9470

  • Kalendarium, medizinische und astronomisch/astrologische Texte
  • Johannes Birk (?): 'Stiftung des gotzhaus Kempten' ("Karlschronik")
  • Baumzucht

 

Unbefristete Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung

 

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Weiterführende Informationen
BLO-Projektseite

BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Clm 175

Beda Venerabilis, Lucius Annaeus Seneca: De natura rerum liber. Naturales quaestiones libri VII.
Münchener Corvine im UNESCO-Weltdokumentenerbe.
Buda, um 1490

Unter dem Einfluß seines büchersammelnden Lehrers, Erzbischof János Vitéz (1408 - 1472), und des italienischen Humanismus entwickelte König Matthias Corvinus von Ungarn (1443-1490, König ab 1458) eine tiefe Leidenschaft für Bücher; er gab sich ihr, über Jahrzehnte hinweg, in einem derart hohen Maße hin, dass man seine Sammlung schon zu seinen Lebzeiten für eine der großartigsten ihrer Zeit hielt. Bald nach seinem Tod aber wurde seine Bibliothek in alle Welt verstreut. 2005 wurden die "Corvinen" in das Verzeichnis des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.

Acht dieser Handschriften werden inzwischen von der Bayerischen Staatsbibliothek verwahrt, darunter dieser Codex. Er enthält die kurze Abhandlung De natura rerum, die der angelsächsische Mönch und Gelehrte Beda Venerabilis (ca. 672 - 735) zu Beginn des achten Jahrhunderts verfaßte. Gemeinsam mit diesem Text, der hier in einer Abschrift aus der letzten Dekade des 15. Jahrhunderts überliefert ist, findet sich in der Handschrift ein weiterer Text mit ähnlichen Inhalt, den Naturales quastiones des römischen Staatsmannes und Philosophen Lucius Annaeus Seneca (+ 65). Der Text in humanistischer Minuskel ist reich mit Initialen und weiteren Schmuck verziert, darunter die Wappen von Corvinus und seines Nachfolgers, Wladislaw II (1456 - 1516).

 

Aus Clm 175: Beda Venerabilis, Lucius Annaeus Seneca: De natura rerum liber. Naturales quaestiones libri VII

Clm 175
Beda Venerabilis, Lucius Annaeus Seneca: De natura rerum liber. Naturales quaestiones libri VII.

Münchener Corvine im UNESCO-Weltdokumentenerbe.

 

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Weiterführende Informationen
MDZ-Projektseite

Handschriftenkurzbeschreibung von Halm/Laubmann/Meyer, 1892
Handschriftenkurzbeschreibung von Leidinger, 1912
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Clm 835

Lateinischer Psalter aus England.
Goldener Münchener Psalter.
[Gloucester?], Erstes Viertel 13. Jahrhundert

Der Psalter, die eigenständig in einer Handschrift zusammengefasste Sammlung der 150 Psalmen des Alten Testaments, ist das zentrale Gebetbuch der jüdischen wie der christlichen Religion. Einen Höhepunkt in Verbreitung und künstlerischer Ausgestaltung fanden diese Handschriften im 13. Jahrhundert.

Mit 91 ganzseitigen Miniaturen vor Goldgrund und umfangreichen weiterem Buchschmuck gehört Clm 835 - der Goldene Münchener Psalter - zu den prächtigsten Psalterhandschriften überhaupt. Er ist das Werk dreier englischer Buchmaler aus Oxford. Nach Nigel Morgan (Kommentarband zum Faksimile, 2011) wurde die Handschrift wahrscheinlich 1201 anlässlich der Vermählung von Walter II. de Lacy (gest. 1241) und Margaret de Briouze in Auftrag gegeben, die beide aus einflussreichen Adelsgeschlechtern in den walisischen Marken stammten. Der Weg der Handschrift von England nach München ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Nach dem Ausweis späterer Zusätze im Kalender dürfte sich Handschrift bereits im 14. Jahrhundert auf dem Kontinent befunden haben. Dynastische Verbindungen zwischen England und dem bayerischen Teilherzogtum Straubing-Holland im 14. und 15. Jahrhundert könnten ihren Weg nach Bayern erklären. Zwei Exlibris Kurfürst Maximilians I. (1573 - 1651) weist es als zum Kernbestand der Münchener Hofbibliothek gehörig aus.

Die Digitalisierung der Handschrift erfolgte in den Räumen des Münchener Digitalisierungszentrums (MDZ); sie wurde durch den Quaternio Verlag Luzern und die Frölich & Kaufmann Verlag und Versand GmbH Berlin finanziert.

Sowohl die Originalhandschrift des Münchener Psalters als auch die dreidimensionale digitale Version wurden vom 23.03. bis zum 26.06.2011 in der Sonderausstellung "Gemalt mit lebendiger Farbe. Illuminierte Prachtpsalterien vom 11. bis zum 16. Jahrhundert" der Bayerischen Staatsbibliothek präsentiert. Für die digitale Präsentation kam dabei das gestengesteuerte Präsentationssystem zum Einsatz.

 

Literatur:
Der Goldene Münchener Psalter: Der reichste Bilderzyklus aus Englands Mittelalter (2 Bde., Faksimile mit Kommentarband, Quaternio-Verlag, Luzern 2011).
Gemalt mit lebendiger Farbe: Illuminierte Prachtpsalterien der Bayerischen Staatsbibliothek vom 11. bis zum 16. Jahrhundert (Ausstellungskatalog, München 2011), Nr. 1.

 

Clm 835, fol. 13r: Jakobs Traum mit Himmelsleiter, Jakobs Kampf mit dem Engel.

Clm 835
Lateinischer Psalter aus England.
Goldener Münchener Psalter.

 

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Weiterführende Informationen
Handschriftenkurzbeschreibung von Halm/Laubmann/Meyer, 1892
Handschriftenkurzbeschreibung von Leidinger, 1912
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Clm 4452

Perikopenbuch Kaiser Heinrichs II, ehemals Dom zu Bamberg.
Reichenau, ca. 1007-1012.

Das Perikopenbuch ist eine der wertvollsten und bedeutendsten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek. 2003 fand es Aufnahme in das UNESCO-Weltdokumentenerbe. Das überaus prachtvoll ausgestattete Werk ist im Kloster Reichenau entstanden und gilt als eine der wichtigsten Schöpfungen der Ottonischen Buchmalerei. Kaiser Heinrich II. (1002-1024) schenkte es dem Bamberger Dom zu dessen Weihe. 1803 kam das Perikopenbuch im Zuge der Säkularisation nach München.

 

Perikopenbuch Heinrichs II.: Vorderdeckel

Bayerische Staatsbibliothek, Clm 4452
Ehemals Dom zu Bamberg.

Reichenau, vermutlich zwischen 1007 und 1012.

 

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Weiterführende Informationen:

BLO-Projektseite

Handschriftenbeschreibung von Halm, 1894

Beschreibung auf der Homepage der Bayerischen Staatsbibliothek

BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Clm 4454

Evangeliar aus dem Bamberger Dom.
Reichenau, Anfang 11. Jh.

Dieses Evangeliar gehört zu den herausragendsten Meisterwerken der Buchmalerei, die auf der Klosterinsel Reichenau zwischen 970 und 1010/1020 hergestellt wurden - allesamt reich verzierte Handschriften außergewöhnlicher Qualität, die, in den meisten Fällen, im Auftrag hochgestellter Persönlichkeiten gefertigt wurden. Sie alle wurden 2003 in das Verzeichnis des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.
Die Handschrift Clm 4454, die als Geschenk Kaiser Heinrichs II. (1002 - 1024) an die Kathedrale von Bamberg kam, verfügt über einen der schönsten ottonischen Goldeinbände: das Hauptthema mittelalterlicher Buchdeckel - die Verherrlichung Christi - wird hier symbolisch durch Goldschmiedearbeit von außergewöhnlicher Kunstfertigkeit dargestellt. Ein Triumphkreuz, mit einem großen ovalen Achat in seinem Zentrum, dominiert die Komposition. Das Einleitungsbild zeigt Christus als Sieger und Ursprung des Lebens, wie er innerhalb des Baumes der Erkenntnis steht, umgeben von den Paradiesflüssen und den Symbolen der Evangelisten. In den Lünetten der Evangelistenportraits (für Matthäus, Markus, Lukas und Johannes) werden deren jeweiligen Symbole mit einem der zentralen Ereignisse der Heilsgeschichte verknüpft. Die Ikonographie dieser Handschrift mit ihrem Reichtum an Anspielungen bleibt einzigartig innerhalb der Reichenauer Buchmalerei.

 

Aus Clm 4454: Evangeliar aus dem Bamberger Dom.

Clm 4454
Evangeliar aus dem Bamberger Dom.

UNESCO-Weltdokumentenerbe
Reichenauer Buchmalerei.

 

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Weiterführende Informationen
MDZ-Projektseite

Handschriftenkurzbeschreibung von Halm/Laubmann/Meyer, 1894
Handschriftenkurzbeschreibung von Leidinger, 1912
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Clm 4660

Carmina Burana, ehemals Kloster Benediktbeuern, Kärnten/Steiermark oder Südtirol, um 1230 bis 14. Jahrhundert.

Die Anthologie der Carmina Burana ist eine der berühmtesten und wertvollsten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek. Sie gilt als die bedeutendste Sammlung weltlicher mittellateinischer Dichtung. Gleichzeitig überliefert sie herausragende Zeugnisse mittelhochdeutscher Lyrik des frühen 13. Jahrhunderts. Im Zuge der Säkularisation kam die Handschrift 1803 aus dem Kloster Benediktbeuern in die heutige Bayerische Staatsbibliothek. Auf der BLO-Projektseite werden neben den eigentlichen Carmina Burana noch einige 1880 aufgefundene Fragmente präsentiert.

 

carminaburana1

Bayerische Staatsbibliothek, Clm 4660
Ehemals Kloster Benediktbeuern.

Kärnten/Steiermark oder Südtirol, um 1230 bis 14. Jahrhundert.

 

Zum Digitalisat

 

Weiterführende Informationen:

Handschriftenbeschreibung von Glauche, 1994

Johann Andreas Schmeller, Carmina Burana. Lateinische und deutsche Lieder und Gedichte einer Handschrift des 13. Jahrhunderts aus Benedictbeuern, Stuttgart 1847

 

 

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Cod.icon. 27(1

Wilhelm Dilich: Historische Beschreibung der Kindtauf des Fräuleins Elisabeth zu Hessen ...
Kassel bzw. Deutschland, 1598 - 1606.

Der erste, 1598 fertiggestellte Band des von Wilhelm Dillich (1571-1650) geschaffenen zweibändigen Stichwerks beschreibt in Text und Bilddarstellungen die Feierlichkeiten, die Landgraf Moritz von Hessen (1572 - 1632) in Kassel zwischen dem 24. und 28. August 1596 anläßlich der Taufe seiner Tochter, der Landgräfin Elisabeth von Hessen-Kassel (1596 - 1625), gegeben hatte. Der Hauptaugenmerk der größtenteils doppelseitigen Illustrationen liegt dabei weniger auf den eigentlichen Belustigungen (Ringelrennen, Roßturnier und Feuerwerk), als auf den Festaufzügen mit historischen, mythologischen und allegorischen Figuren und Turnierreitern.

Das vorliegende Exemplar gelangte 1803 aus der Mannheimer Hofbibliothek nach München; es zeichnet sich neben einer qualitätvollen Kolorierung der Abbildungen vor allem durch die genau nachgebildeten Blumendarstellungen aus, die sämtliche Papiergründe, d.h. die freien Flächen um Schriftspiegel und Bildrahmen und unbedruckte Seiten, überzieht.

 

Aus Cod. icon. 27(1 - Dilich: Historische Beschreibung der Kindtauf des Fräuleins Elisabeth zu Hessen.

Cod.icon. 27(1
Wilhelm Dilich: Historische Beschreibung der Kindtauf des Fräuleins Elisabeth zu Hessen ...

 

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Weiterführende Informationen
Handschriftenkurzbeschreibung von Schmeller, 1835ff.
Handschriftenbeschreibung BSB-CodIcon Online
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cod.icon. 308 u

Ortenburger Wappenbuch.
[S.l.] Bayern, 1466 - 1473.

Das Wappenbuch versammelt etwa 570 heraldische Darstellungen, vor allem aus dem bayerischen und südwestdeutschen Bereich. Es finden sich hier vor allem Wappen fürstlicher und (hoch)adeliger Familien; in hoher Zahl finden sich neben Wappen im Zusammenhang mit der Familie der Ortenburger vor allem Wappen hoher geistlicher Würdenträger.

Die Handschrift, die sich spätestens seit dem 1. Drittel des 16. Jahrhunderts im Besitz der Grafen von Ortenburg befand, wurde 1953 von der Bayerischen Staatsbibliothek erworben.

 

Aus Cod. icon. 308 u - Ortenburger Wappenbuch.

Cod.icon. 308 u
Ortenburger Wappenbuch

 

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Weiterführende Informationen
Handschriftenkurzbeschreibung (Nachtrag zu Schmeller 1835ff.)
Handschriftenbeschreibung BSB-CodIcon Online
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cod.icon. 361

Kostüme und Sittenbilder des 16. Jahrhunderts aus West- und Osteuropa, Orient, der Neuen Welt und Afrika.
Augsburg?, 1560 - 1570.

Das vielleicht in Augsburg entstandene Kostümbuch präsentiert systematisch Trachten, Sitten und Menschentypen vor allem aus Europas und dem Vorderen Orient, aber auch aus Asien, Amerika und Afrika.

Die Handschrift wurde 1979 aus dem Handel für die Bayerische Staatsbibliothek erworben.

 

Aus Cod. icon. 361 - Kostüme und Sittenbilder des 16. Jahrhunderts.

Cod.icon. 361
Kostüme und Sittenbilder des 16. Jahrhunderts aus West- und Osteuropa, Orient, der Neuen Welt und Afrika

 

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Weiterführende Informationen
Handschriftenkurzbeschreibung (Nachtrag zu Schmeller 1835ff.)
Handschriftenbeschreibung BSB-CodIcon Online
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cod.icon. 380

Fuggerorum et Fuggerarum... imagines.
Augsburg, 1618.

Die wahrscheinlich von Philipp Eduard (1546 - 1618), Octavian Secundus (1549 - 1600) und Anton Fugger d. J. (1563 - 1616) 1593 in Auftrag gegebene Porträtfolge von Mitgliedern der Familie Fugger greift den Gedanken des Geheimen Ehrenbuchs auf und führt ihn in zeitgemäßer Form weiter. Die Kupferstichfolge, zunächst von Dominicus Custos (1559/60 - 1615) geschaffen, nach dessen Tod von seinen Stiefsöhnen Lukas (1579 - 1637) und Wolfgang Kilian (1581 - 1662) erweitert, konstituieren eine Form der Familiendarstellung, die es in dieser Form vorher noch nicht gegeben hatte.

Das vorliegende Exemplar konnte 2009 gemeinsam mit dem Geheimen Ehrenbuch der Fugger mit Unterstützung zahlreicher Partner für die Bayerische Staatsbibliothek von Fürst Hubertus von Fugger-Babenhausen angekauft werden. Es vereint 138 Porträtstiche der Auflagen von 1593 und 1618 nebst zwei Nachträgen von 1620. Von besonderem Rang ist dabei die einzigartige Altkolorierung der Porträts.

 

Aus Cod. icon. 380 - Custos: Fuggerorum et Fuggerarum imagines.

Cod.icon. 380
Fuggerorum et Fuggerarum... imagines

 

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Weiterführende Informationen
BLO-Projektseite
Handschriftenbeschreibung BSB-CodIcon Online
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cod.icon. 414

Sibyllae et prophetae de Christo Salvatore vaticinantes.
Tours, 1490 - 1500.

Die Handschrift, vielleicht eine Arbeit aus der Werkstatt des Miniaturenmalers Jean Poyer (ca. 1445 - 1504), besteht aus 25 großformatigen Illuminationen. Einem Auftaktbild mit der Arche Noah folgen zwölf Doppelseiten: links je eine der zwölf christlichen Sybillen mit ihren Prophezeiungen, rechts im oberen Bereich die zugehörigen Szenen aus der Heilsgeschichte, im unteren Bereich je einen Propheten und Evangelisten.

Wahrscheinlich erwarb Kurfürst Maximilian I. die Handschrift, die zunächst in der "Kammergalerie" des Münchener Hofes verwahrt wurde; sie gelangte erst 1785 in die Bestände der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek.

 

Aus Cod. icon. 414: Sibyllae et prophetae de Christo Salvatore vaticinantes.

Cod.icon. 414
Sibyllae et prophetae de Christo Salvatore vaticinantes

 

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Weiterführende Informationen
Handschriftenkurzbeschreibung von Schmeller, 1835ff.
Handschriftenkurzbeschreibung von Leidinger, 1912
Handschriftenbeschreibung BSB-CodIcon Online
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cod.icon. 429

Hans Mielich: Kleinodienbuch (Herzog Albrechts V. von Bayern und seiner Gemahlin Anna von Österreich)
München?, 1552 - 1555.

Im Auftrag von Herzog Albrecht V. (1528 - 1579) fertigte Hans Mielich (1516 - 1573) dieses Bildinventar. Es enthält, neben einer Wappendarstellung und eines Porträts des Herzogspaars beim Schachspiel, in Originalgröße und kostbarster Ausführung Abbildungen von 71 Schmuckstücken (wie Agraffen, Anhänger, Aufnähschmuck, Ketten, Kehlbänder, aber auch einen gefassten Bezoar, ein Gürteltäschchen und einen Bouquethalter) aus dem Besitz von Herzogin Anna von Österreich (1528 - 1590) und Albrechts V., aber auch Erbstücke von Herzog Wilhelm IV. (1493-1550) und dessen Gemahlin Jakobaea von Baden (1507-1580). In der Regel sind alle Preziosen mit Vorder- und Rückansicht wiedergegeben.

Die Handschrift befand sich zunächst in der herzoglichen Kunstkammer, später in der kurfürstlichen Kammergalerie; sie gelangte erst 1843 als Schenkung König Ludwigs I. (1786 - 1868) in die Bestände der heutigen Bayerische Staatsbibliothek.

 

Aus Cod. icon. 429: Aufnähschmuck.

Cod.icon. 429
Hans Mielich: Kleinodienbuch (Herzog Albrechts V. von Bayern und seiner Gemahlin Anna von Österreich)

 

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Weiterführende Informationen
Handschriftenkurzbeschreibung von Schmeller, 1835ff.
Handschriftenkurzbeschreibung von Leidinger, 1912
Handschriftenbeschreibung BSB-CodIcon Online
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Mus.ms. 21233

Max Reger
Der Einsiedler (Eichendorff) op. 144a für Bariton, Chor und Orchester
Eigenhändige Stichvorlage
Jena, 1915

Der Einsiedler op. 144a bildet die Krönung von Max Regers (1873 - 1916) lebenslanger Beschäftigung mit dem Dichter Joseph von Eichendorff (1788 - 1857), dessen Gedicht bei ihm einen Nerv getroffen haben muss, hebt er doch die beiden Facetten der Einsamkeit - der glaubensgewissen eines Eremiten und der ausgesetzten eines Isolierten - hervor und berührt damit existentielle Fragen von Todessehnsucht und Todesfurcht, um die seine Gedanken kreisten. Leben ist für Reger gleichbedeutend mit Künstler-Existenz; untrennbar verknüpft ist daher die Todesfurcht mit der Angst, als Komponist vergessen zu werden, woraus sich die hektischen Konzertreisen ebenso wie sein sonstiges unmenschliches Arbeitspensum erklären.

Die dreidimensionale digitale Version des Manuskripts wurde vom 21.01. - 06.03.2011 in der Sonderausstellung "Max Reger - Accordarbeiter" der Bayerischen Staatsbibliothek mit dem gestengesteuerten Präsentationssystem präsentiert.

 

Aus Mus.ms. 21233: Max Reger, Der Einsiedler op. 144a.

Mus.ms. 21233
Der Einsiedler (Eichendorff) op. 144a für Bariton, Chor und Orchester.
Eigenhändige Stichvorlage.

 

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Weiterführende Informationen
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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P.o.lat. 1673 m

Elegia in obitum illustrissimi viri Jacobi Puteani S. Salvatoris abbatis, Regique Christianissimo a consiliis et bibliothecis effusa: ac ... viro Jacobo Augusto Thuano ... nuncupata.
Paris, 1657.

Ein Jahr nach dem Tod des bedeutenden französischen Späthumanisten, Bibliothekars und Kartäuserpriors Jacques Dupuy (1591 - 1656) erschien der folgende Gedenkband. Die Zusammenstellung erfolgte durch den Regensburger Gelehrten und Ratsherren Johann Albrecht Portner (1628 - 1687); er enthält neben einer Widmung Portners an den gleichnamigen Sohn von Jacques-Auguste de Thou (1553 - 1617; für diesen war Dupuy u.a. als Bibliothekar tätig gewesen), zwei Briefe des Theologen Jean de Launoy (1603 - 1678) sowie des Theologen, Mathematikers und Astronomen Ismael Boulliau (1605 - 1694). Es folgen im Hauptteil zwei Gedichte auf Dupuy von Portner und dem ebenfalls aus Regensburg stammenden Dichter und Politiker Johann Ludwig Prasch (1637 - 1690) sowie ein literarisches Epitaphium des Verstorbenen.

 

Aus P.o.lat. 1673 m - Elegia in obitum illustrissimi viri Jacobi Puteani S. Salvatoris abbatis.

P.o.lat. 1673 m
Elegia in obitum illustrissimi viri Jacobi Puteani S. Salvatoris abbatis, Regique Christianissimo a consiliis et bibliothecis effusa: ac ... viro Jacobo Augusto Thuano ... nuncupata

 

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2° Inc.s.a. 197

Gutenberg-Bibel
Mainz, 1454/55, nicht nach 1456.08.24. bzw. 08.15.
BSB-Inkunabelkatalog B-408
Gesamtkatalog der Wiegendrucke GW 4201

Das Hauptwerk von Johannes Gutenberg (ca. 1400 - 1468), die 42-zeilige Bibel von 1454/55, enthält den vollständigen lateinischen Text der Vulgata. Die aufwändige Drucktype mit ihren 290 unterschiedlichen Formen, der komplexe typographische Aufbau, die Aufteilung des Texts während des Setzverfahrens, die Anzahl und Herkunft des verwendeten Papiers und die Druckauflage - alle diese Fragen wurden auf Grundlage der mehr oder weniger vollständig erhaltenen Exemplare (12 auf Pergament, 37 auf Papier) von der Forschung in einer Genauigkeit untersucht, wie sie kaum je von einem anderen Buch erreicht worden ist. Trotzdem gibt es noch ungeklärte Fragen: das Datum der Vollendung des Drucks fußt weiterhin allein auf die Notiz eines Rubrikators in einem Pariser Exemplar; die Gesamtauflage (180) wird allein in einem Brief von Enea Silvio Piccolomini (1405 - 1464) erwähnt.

Da früh vom ursprünglichen Plan abgekommen worden war, die Überschriften der Bibel separat in mit roter Tinte einzudrucken, wurde der Bibel eine extra gedruckte Tabelle aller Rubriken beigelegt, die als Vorlage für den händischen Nachtrag diente. Neben dem Wiener Exemplar hat sich diese Aufstellung allein in der Ausgabe der Bayerischen Staatsbibliothek erhalten.

Im Jahre 2001 wurde das Exemplar der Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen in das Verzeichnis des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufegenommen.

 

Aus 2° Inc.s.a. 197-1: Gutenberg-Bibel Band 1: Genesis

2° Inc.s.a. 197
Gutenberg-Bibel

 

Band 1: Genesis-Psalmi

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Band 2: Proverbia-Apocalypsis

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Tabula Rubricarum

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Weiterführende Informationen
Beschreibung im BSB-Inkunabelkatalog
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cod.arab. 464

Zakarīyā Ibn Muhammad al-Qazwīnī: ‘Ajā’ib al-makhlūqāt wa-gharā’ib al-mawjūdāt (Kosmographie)

Irak, Wasit, 1280

Zakarīyā Ibn Muhammad al-Qazwīnī (1203-1283) übte während der Regierungszeit des letzten Abbasidenkalifen Musta‘Òim (1240-1258) ein hohes Richteramt in Wasit und Hilla aus. Sein Werk Die Wunder der erschaffenen und die Merkwürdigkeiten der existenten Dinge (‘Ajā’ib al-makhlūqāt wa-gharā’ib al-mawjūdāt) ist vermutlich in den 60er Jahren des 13. Jahrhunderts im Südirak entstanden und gilt als die berühmteste islamische Kosmographie. Sie war über Jahrhunderte hinweg eines der am meisten gelesenen Bücher in der islamischen Welt. Davon zeugen zahlreiche illustrierte Handschriften in arabischer, türkischer, persischer und indischer Version.

Der erste Teil der Kosmographie behandelt die überirdische Welt: die Planeten, die Sternbilder und die Engel. Der zweite Teil beschreibt die irdische Welt mit Bergen, Flüssen, Seen, Meeren, Tieren, Pflanzen und seltsamen Wesen. Qazwīnī’s Werk ist geprägt von der Lehre der Einheit Gottes und der Einheit des gesamten Kosmos als seiner Schöpfung.

Die vorliegende Handschrift, die 1280 drei Jahre vor dem Tod des Autors in Wasit entstand, ist die älteste bekannte Handschrift der Kosmographie des Qazwīnī. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Darstellung der Engel, die ungewöhnlich beweglich und lebendig erscheinen. Die einzigartige Farbgebung in dieser Handschrift lässt die Engel als lichte, durchsichtige Gestalten erscheinen. Die Handschrift gehört außerdem zu den ersten arabischen Bilderhandschriften, in denen die Illustrationen gerahmt sind.

 

Aus Cod.arab. 464: Die Kosmologie des al-Qazwīnī

Cod.arab. 464
Zakarīyā Ibn Muhammad al-Qazwīnī
‘Ajā’ib al-makhlūqāt wa-gharā’ib al-mawjūdāt (Kosmographie)

 

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Weiterführende Informationen
Handschriftenkurzbeschreibung von Aumer, 1866
Handschriftenkurzbeschreibung von Leidinger, 1912
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Cod.pers. 10

Abūl-Qāsim Mansūr Firdawsī: Shāhnāma (Königsbuch)
Qazvin oder Mashhad, ca. 1560-1750

Einer der umfangreichsten Bildzyklen, die es zum Schahname gibt, ist in dieser Handschrift mit ihren 215 Illustrationen enthalten. Diese sind jedoch nicht einheitlich, sondern lassen sich in vier Gruppen einteilen. Die zwei ältesten stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die bedeutendste hat figurenreiche, großformatige Kompositionen in minutiöser Ausführung mit brillanter Farbigkeit; sie kann der Hofmalerei in Qazvin zugeordnet werden. Die zweite Gruppe von Bildern mit geringerer Farbigkeit und bescheidenerem Niveau bezüglich Komposition und Figurenzeichnung dürft wohl etwa gleichzeitig entstanden sein. Im frühen 17. Jahrhundert wurden zwei ganzseitige Miniaturen im Stil der Hofmalerei von Isfahan hinzugefügt. Die Illustrationen der vierten Gruppe schließlich weisen Züge auf, die schwerlich in die iranische Buchmalerei einzuordnen sind; wahrscheinlich stammen sie aus Indien. Alle Blätter sind später - vermutlich im 18. Jahrhundert - mit einem lachsfarbenen Rand versehen worden. Möglicherweise sind einige der besten Miniaturen dieser Handschrift schon vor 1565 am Hof Ibrāhīm Mīrzās in Meschhed gemalt worden.

 

Aus Cod.pers. 10: Abūl-Qāsim Mansūr Firdawsī: Shāhnāma (Königsbuch)

Cod.pers. 10
Abūl-Qāsim Mansūr Firdawsī
Shāhnāma (Königsbuch)

 

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Weiterführende Informationen
Handschriftenkurzbeschreibung von Aumer, 1866
Handschriftenkurzbeschreibung von Leidinger, 1912
BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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Xylogr. 2

Der Antichrist und die fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht [Blockbuch]
Nürnberg: Hans Briefmaler [d.i. Hans Sporer], 147?

Die ursprünglich separaten Traktate über das Leben und Wirken des Antichrist und über die fünfzehn Zeichen vor dem Weltgericht sind nach dem Vorbild einiger Handschriften in den Drucken des 15. Jahrhunderts zu einem Werk verbunden worden. Das Auftreten des Antichrist  wurde dabei als weiteres Zeichen für den unmittelbar bevorstehenden Jüngsten Tag aufgefasst. Grundlage für die Texte ist die Vorstellung eines Kampfes zwischen Gott und einer gegnerischen Kraft am Beginn der Weltschöpfung und vor dem Weltende, weshalb der Antichrist auch als Endchrist bezeichnet wird.

Der deutsche Bildertext, den die Blockbücher enthalten, stammt von einem unbekannten bayerischen Verfasser und entstand wohl um 1440–50. Drei Blockbuchausgaben sind erhalten. In der hier präsentierten Ausgabe nennt sich der Drucker 'Hans Briefmaler' und gibt als Ort seiner Tätigkeit Nürnberg an; im Münchener Exemplar sind jedoch Teile des Impressums und die letzte Ziffer des Druckjahrs entfernt, so dass das Blockbuch nur ungefähr auf die Zeit zwischen 1473 und 1479 datiert werden kann.

 

Xylogr. 2
Der Antichrist und die fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht [Blockbuch]

 

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Weiterführende Informationen
Xylogr. 2 im Projekt Blockbücher aus bayerischen
Sammlungen

BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

 

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Xylogr. 23

Biblia pauperum [Blockbuch]
Nördlingen, Friedrich Walther
und Hans Hurning, 1470

Die Bezeichnung 'Armenbibel' darf nicht dazu verleiten, das Werk als vereinfachten Bibelersatz für Arme oder weniger Gebildete zu begreifen. Vielmehr sind in der 'Biblia pauperum' Ereignisse aus dem Alten und aus dem Neuen Testament gegenübergestellt; gemäß der Auslegungstradition der Typologie wurde so die Erfüllung von Verheißungen und Ankündigungen veranschaulicht. Auf diese Weise konnte biblisches Wissen einprägsam vermittelt werden.

Das Werk entstand vermutlich im 13. Jahrhundert im südostdeutschen oder österreichischen Raum und war in zahlreichen Handschriften und nach der Mitte des 15. Jahrhunderts auch in xylographischen und typographischen Drucken verbreitet. Elf Blockbuchausgaben der lateinischen 'Biblia pauperum' sind erhalten.

 

Xylogr. 23
Biblia pauperum [Blockbuch]

 

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Weiterführende Informationen
Xylogr. 23 im Projekt Blockbücher aus bayerischen
Sammlungen

BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

 

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Xylogr. 39

Totentanz [Blockbuch]
[Süddeutschland?] [ca. 1455-1465?]

Der 'Totentanz', von dem erst seit dem 15. Jahrhundert Bild- und Textzeugen überliefert sind, liegt in zwei voneinander unabhängigen Blockbuchausgaben vor, die nur in jeweils einem Exemplar in Heidelberg und München erhalten geblieben sind. Die Bilder zeigen 24 Personen, von denen jede – in hierarchisch absteigender Rangfolge vom Papst bis zum neugeborenen Kind – einen Stand der mittelalterlichen Gesellschaft repräsentiert. Die Menschen werden vom tanzenden Tod, der oft ein Musikinstrument trägt, aus dem Leben gerissen. In Wechselreden mit dem Tod reflektieren die Sterbenden über ihr Leben und beklagen ihr Schicksal.

Ursprünglich enthielt jede Seite des Münchener Blockbuchs ein Bild, unter dem der Text in zwei Spalten angeordnet war. Noch im 15. Jahrhundert schnitt man aber die Bildtafeln aus und klebte jeweils zwei Bilder untereinander auf ein Papierblatt; der deutsche Text wurde auf der gegenüberstehenden Seite in vierzeiligen Strophen handschriftlich eingetragen.

 

Xylogr. 39
Totentanz [Blockbuch]
[Süddeutschland?] [ca. 1455-1465?]

 

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Weiterführende Informationen
Xylogr. 39 im Projekt Blockbücher aus bayerischen
Sammlungen

BSB-Forschungsdokumentation Handschriften

 

 

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BA/4 Art. 528 n-5 und BA/4 Art. 528 n-12

Collection Hanfstaengl München: Pigment-Drucke der kgl. Schlösser
München, um 1890

Wenige Wochen nach dem tragischen Tod des bayerischen Königs Ludwig II. (1845-1886) wurden am1. August 1886 die vorher nicht allgemein zugänglichen Schlösser Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee und Berg am Starnberger See zur Besichtigung freigegeben.Die prächtigen Bauten, die der König ganz nach seinen eigenen Vorstellungen für sich hatte errichten lassen, zogen nahezu sofort zahlreiche Besucher aus Bayern und Deutschland, bald aber auch aus dem übrigen europäisch-amerikanischen Ausland an.

Für (wohlhabendere) Reisende, aber auch allgemein für Dekorateure und Kunstliebhaber erfreuten sich Außen- und Innenaufnahmen der Schlösser großer Beliebtheit. Waren es zunächst Aufnahmen aus dem Studio des Münchener Fotografen Joseph Albert (1825-1886), die hier nahezu eine Monopol innehatten - Albert hatte bereits zu Lebzeiten im Auftrag Ludwigs Fotografien der königlichen Schlösser erstellt, die nun, nach dem Tode des Königs frei vertrieben werden durften - so drängten nach 1886 rasch zahlreiche größere und kleinere Fotografen auf diesen lukrativen Markt.

Die von Franz Seraph Hanfstaengl (1804-1877) begründete Kunstverlag Hanfstaengl in München bot dabei im Pigmentdruckverfahren besonders aufwändig hergestellte Reproduktionen an, die man auch in Sammelbänden wie den hier präsentierten erwerben konnte.

 

bsb00056088_33

BA/4 Art. 528 n-5
Collection Hanfstaengl München
Pigment-Drucke der kgl. Schlösser zu Neuschwanstein, Hohenschwangau

 

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Weiterführende Informationen
BLO-Projektseite

bsb00056085_3

BA/4 Art. 528 n-12
Collection Hanfstaengl München
Pigment-Drucke der königl. Schlösser zu Chiemsee, Linderhof

 

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Weiterführende Informationen
BLO-Projektseite

 

 

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Angaben zum Projekt

Die Koordination und Durchführung der technischen Realisierung des Projekts liegt beim Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) der Bayerischen Staatsbibliothek. Im ScanZentrum des Referats wurden die hochauflösenden Bilder aller hier vorgestellten Objekte in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke und dem Institut für Buch- und Handschriftenrestaurierung (IBR) der Bayerischen Staatsbibliothek angefertigt. Eine Erweiterung des Angebots um weitere Handschriften und Drucke ist geplant.