Schätze der Bayerischen Staatsbibliothek in 3D
Cod. icon. 414, fol. 1r: Arche Noah.
Die Bayerische Staatsbibliothek hütet einen umfangreichen Bestand kostbarster und einzigartiger Handschriften und Druckwerke, die in der Regel nur selten im Rahmen von Ausstellungen gezeigt werden und dem Benutzer ansonsten nicht ohne weiteres zugänglich sind. Konnten bisherige Verfahren als Standard lediglich eine Blätterversion - also eine Abfolge hochauflösender Scans - solcher Werke im Internet anbieten, erlauben es die in Kooperation zwischen dem Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ), der Bayerischen Staatsbibliothek und der Microbox GmbH entwickelten Softwarelösungen, hier neue Wege zu gehen. Neben den für die wissenschaftliche Beschäftigung unentbehrlichen zweidimensionalen Scans tritt dabei das frei im Raum bewegliche dreidimensionale Modell des Buches, das versucht, das physische Leseerlebnis virtuell nachzubilden.
Die hier präsentierten Werke sind allesamt herausragende Werke der Buchkunst. Ihr Inhalt und/oder ihre Provenienz machen sie zu bedeutenden Teilen des schriftlichen Kulturerbes Bayerns.
Inhalt
- Cgm 34 - Das Nibelungenlied und die Klage (Leithandschrift A).
- Cgm 1952 - Hofkleiderbuch der Herzöge Wilhelm IV. und Albrecht V.
- Cgm 2290(16 - Prey: Sammlung zur Genealogie des bayrischen Adels, Band 16.
- Cgm 9460: Das geheime Ehrenbuch der Fugger.
- Clm 175 - Beda Venerabilis, Lucius Annaeus Seneca: De natura rerum liber. Naturales quaestiones libri VII (Münchener Corvine).
- Clm 4454 - Evangeliar aus dem Bamberger Dom.
- Cod. icon. 27(1 - Dilich: Historische Beschreibung der Kindtauf des Fräuleins Elisabeth zu Hessen.
- Cod. icon. 308 u - Ortenburger Wappenbuch.
- Cod. icon. 361 - Kostüme und Sittenbilder des 16. Jahrhunderts.
- Cod. icon. 380 - Fuggerorum et Fuggerarum... imagines.
- Cod. icon. 414: Sibyllae et prophetae de Christo Salvatore vaticinantes.
- Cod. icon. 429: Mielich, Hans: Kleinodienbuch (Herzog Albrechts V. von Bayern und seiner Gemahlin Anna von Österreich)
- P.o.lat. 1673 m - Elegia in obitum illustrissimi viri Jacobi Puteani S. Salvatoris abbatis.
- 2° Inc. s. a.197 - Gutenberg-Bibel.
- Cod.arab. 464 - Zakariya Ibn-Muhammad al-Qazwini: Kitab °Aga·ib al-mahluqat wa-gara·ib al-maugudat (Kosmologie) [In Vorbereitung]
- Cod.pers. 10 - Abū 'l-Qāsim Firdausī: Schâhnâmeh (Das Buch der Könige) [In Vorbereitung]
Cgm 34
Das Nibelungenlied und die Klage (Leithandschrift A).
UNESCO-Weltdokumentenerbe.
[S.l.], vor 1280
Das Nibelungenlied ist wahrscheinlich das berühmteste Heldenlied in mittelhochdeutscher Sprache, das auf uns gekommen ist. Es handelt vom Leben des Drachentöters Siegfried von den Tagen seiner Kindheit und seiner Heirat mit der Burgundenprinzessin Kriemhild bis zu seiner Ermordung durch Hagen; darauf folgt der Bericht von der Rache Kriemhilds, an deren Ende der Untergang der Burgunden oder Nibelungen am Hof des Hunnenkönigs Etzel steht. Auf Basis einer älteren mündlichen Überlieferung wurde das Epos um 1200 schriftlich fixiert, wahrscheinlich am Hof von Wolfger von Erla, der von 1191 bis 1204 Bischof von Passau war.
Die Leithandschrift A, die in der Bayerischen Staatsbibliothek verwahrt wird, wurde 2009 gemeinsam mit zwei weiteren Leithandschriften (B und C) in das Verzeichnis des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.
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Cgm 34 UNESCO-Weltdokumentenerbe.
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Cgm 1952
Hofkleiderbuch (Abbildung und Beschreibung der Hof-Livreen) des Herzogs Wilhelm IV. und Albrecht V. 1508-1551. Wappen mit Reimsprüchen des Holland. Abbildungen bayerischer Regenten.
München, 16. Jh.
Die Handschrift - ursprünglich als Wappenbuch in der Bayerischen Landschaftskanzlei in Gebrauch - enthält in seinem ersten Teil eine unvollständige Fassung des sog. Hofkleiderbuches der bayerischen Herzöge Wilhelm IV. (1493 - 1550) und Albrecht V. (1528 - 1579), das Trachten, Livreen und Kriegsfahnen der Jahre 1508 - 1551 überliefert. Es folgt eine Zusammenstellung verschiedener Adels-, Städte- und Fantasiewappen nach Vorbilderm wie dem Wappenbuch des Konrad Grünenberg (1442 - 1494); einem Teil dieser Wappen sind die für die innere Konstituierung des bayerischen Turnieradels wichtigen Reime des Herolds Johann Holland (geb. ca. 1390) zugeordnet. Ebenfalls eingeschoben ist eine Kopie der Wittelsbachichschen Ahnenreihe, die ehedem als Wandmalerei im sog. Alten Hof in München angebracht war.
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Cgm 1952
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Cgm 2290(16
Des Johann Michael Wilhelm von Prey, freisingischen Hofcammer-Directors, Sammlung zur Genealogie des bayrischen Adels, in alphabetischer Ordnung. Band 16.
Freising: 1740.
Die in der überlieferten Form vom Freisinger Hofkammerdirektor Johann Michael Wilhelm von Prey zu Straßkirchen (1690-1747) in über dreißig Bänden zusammengestellte Reihe fußt auf der Sammeltätigkeit des Freisinger Fürstbischofs Johann Franz Eckher von Kapfing (1649-1727). Sie stellt die umfangreichste Sammlung ihrer Art zu Geschichte und Genealogie des altbayerischen Adels dar. Der hier präsentierte, für die Sammlung repräsentative Band enthält Familien von Kargl - Kützenhoven.
Gemeinsam mit den anderen Bänden der Genealogie gelangte auch Cgm 2290(16 im Zuge der Säkularisation des Hochstifts Freising 1803 an die heutige Bayerische Staatsbibliothek.
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Cgm 2290(16
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Cgm 9460
Das geheime Ehrenbuch der Fugger.
Augsburg, ca. 1545 - 1548 mit Nachträgen aus späterer Zeit.
Das von Johann Jakob Fugger (1516 - 1575) in Auftrag gegebene Familienbuch wurde vom Augsburger Ratsdiener Clemens Jäger (ca. 1500 - 1561) zusammengestellt und in der Werkstatt Jörg Breus d. J. reich mit Porträts, Wappen und Rahmenwerk verziert. Es zählt zu den bedeutendsten Werken seiner Art.
Die Handschrift, die sich seit ihrer Entstehung kontinuierlich in Familienbesitz befand, konnte gemeinsam mit der altkolorierten Ausgabe der Fuggerorum et Fuggerarum... imagines 2009 mit Unterstützung zahlreicher Partner für die Bayerische Staatsbibliothek von Fürst Hubertus von Fugger-Babenhausen angekauft werden.
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Cgm 9460
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Clm 175
Beda Venerabilis, Lucius Annaeus Seneca: De natura rerum liber. Naturales quaestiones libri VII.
Münchener Corvine im UNESCO-Weltdokumentenerbe.
Buda, um 1490
Unter dem Einfluß seines büchersammelnden Lehrers, Erzbischof János Vitéz (1408 - 1472), und des italienischen Humanismus entwickelte König Matthias Corvinus von Ungarn (1443-1490, König ab 1458) eine tiefe Leidenschaft für Bücher; er gab sich ihr, über Jahrzehnte hinweg, in einem derart hohen Maße hin, dass man seine Sammlung schon zu seinen Lebzeiten für eine der großartigsten ihrer Zeit hielt. Bald nach seinem Tod aber wurde seine Bibliothek in alle Welt verstreut. 2005 wurden die "Corvinen" in das Verzeichnis des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.
Acht dieser Handschriften werden inzwischen von der Bayerischen Staatsbibliothek verwahrt, darunter dieser Codex. Er enthält die kurze Abhandlung De natura rerum, die der angelsächsische Mönch und Gelehrte Beda Venerabilis (ca. 672 - 735) zu Beginn des achten Jahrhunderts verfaßte. Gemeinsam mit diesem Text, der hier in einer Abschrift aus der letzten Dekade des 15. Jahrhunderts überliefert ist, findet sich in der Handschrift ein weiterer Text mit ähnlichen Inhalt, den Naturales quastiones des römischen Staatsmannes und Philosophen Lucius Annaeus Seneca (+ 65). Der Text in humanistischer Minuskel ist reich mit Initialen und weiteren Schmuck verziert, darunter die Wappen von Corvinus und seines Nachfolgers, Wladislaw II (1456 - 1516).
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Clm 175 Münchener Corvine im UNESCO-Weltdokumentenerbe.
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Clm 4454
Evangeliar aus dem Bamberger Dom.
UNESCO-Weltdokumentenerbe Reichenauer Buchmalerei.
Reichenau, Anfang 11. Jh.
Dieses Evangeliar gehört zu den herausragendsten Meisterwerken der Buchmalerei, die auf der Klosterinsel Reichenau zwischen 970 und 1010/1020 hergestellt wurden - allesamt reich verzierte Handschriften außergewöhnlicher Qualität, die, in den meisten Fällen, im Auftrag hochgestellter Persönlichkeiten gefertigt wurden. Sie alle wurden 2004 in das Verzeichnis des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.
Die Handschrift Clm 4454, die als Geschenk Kaiser Heinrichs II. (1002 - 1024) an die Kathedrale von Bamberg kam, verfügt über einen der schönsten ottonischen Goldeinbände: das Hauptthema mittelalterlicher Buchdeckel - die Verherrlichung Christi - wird hier symbolisch durch Goldschmiedearbeit von außergewöhnlicher Kunstfertigkeit dargestellt. Ein Triumphkreuz, mit einem großen ovalen Achat in seinem Zentrum, dominiert die Komposition. Das Einleitungsbild zeigt Christus als Sieger und Ursprung des Lebens, wie er innerhalb des Baumes der Erkenntnis steht, umgeben von den Paradiesflüssen und den Symbolen der Evangelisten. In den Lünetten der Evangelistenportraits (für Matthäus, Markus, Lukas und Johannes) werden deren jeweiligen Symbole mit einem der zentralen Ereignisse der Heilsgeschichte verknüpft. Die Ikonographie dieser Handschrift mit ihrem Reichtum an Anspielungen bleibt einzigartig innerhalb der Reichenauer Buchmalerei.
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Clm 4454 UNESCO-Weltdokumentenerbe
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Cod.icon. 27(1
Wilhelm Dilich: Historische Beschreibung der Kindtauf des Fräuleins Elisabeth zu Hessen ...
Kassel bzw. Deutschland, 1598 - 1606.
Der erste, 1598 fertiggestellte Band des von Wilhelm Dillich (1571-1650) geschaffenen zweibändigen Stichwerks beschreibt in Text und Bilddarstellungen die Feierlichkeiten, die Landgraf Moritz von Hessen (1572 - 1632) in Kassel zwischen dem 24. und 28. August 1596 anläßlich der Taufe seiner Tochter, der Landgräfin Elisabeth von Hessen-Kassel (1596 - 1625), gegeben hatte. Der Hauptaugenmerk der größtenteils doppelseitigen Illustrationen liegt dabei weniger auf den eigentlichen Belustigungen (Ringelrennen, Roßturnier und Feuerwerk), als auf den Festaufzügen mit historischen, mythologischen und allegorischen Figuren und Turnierreitern.
Das vorliegende Exemplar gelangte 1803 aus der Mannheimer Hofbibliothek nach München; es zeichnet sich neben einer qualitätvollen Kolorierung der Abbildungen vor allem durch die genau nachgebildeten Blumendarstellungen aus, die sämtliche Papiergründe, d.h. die freien Flächen um Schriftspiegel und Bildrahmen und unbedruckte Seiten, überzieht.
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Cod.icon. 308 u
Ortenburger Wappenbuch.
[S.l.] Bayern, 1466 - 1473.
Das Wappenbuch versammelt etwa 570 heraldische Darstellungen, vor allem aus dem bayerischen und südwestdeutschen Bereich. Es finden sich hier vor allem Wappen fürstlicher und (hoch)adeliger Familien; in hoher Zahl finden sich neben Wappen im Zusammenhang mit der Familie der Ortenburger vor allem Wappen hoher geistlicher Würdenträger.
Die Handschrift, die sich spätestens seit dem 1. Drittel des 16. Jahrhunderts im Besitz der Grafen von Ortenburg befand, wurde 1953 von der Bayerischen Staatsbibliothek erworben.
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Cod.icon. 308 u
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Cod.icon. 361
Kostüme und Sittenbilder des 16. Jahrhunderts aus West- und Osteuropa, Orient, der Neuen Welt und Afrika.
Augsburg?, 1560 - 1570.
Das vielleicht in Augsburg entstandene Kostümbuch präsentiert systematisch Trachten, Sitten und Menschentypen vor allem aus Europas und dem Vorderen Orient, aber auch aus Asien, Amerika und Afrika.
Die Handschrift wurde 1979 aus dem Handel für die Bayerische Staatsbibliothek erworben.
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Cod.icon. 380
Fuggerorum et Fuggerarum... imagines.
Augsburg, 1618.
Die wahrscheinlich von Philipp Eduard (1546 - 1618), Octavian Secundus (1549 - 1600) und Anton Fugger d. J. (1563 - 1616) 1593 in Auftrag gegebene Porträtfolge von Mitgliedern der Familie Fugger greift den Gedanken des Geheimen Ehrenbuchs auf und führt ihn in zeitgemäßer Form weiter. Die Kupferstichfolge, zunächst von Dominicus Custos (1559/60 - 1615) geschaffen, nach dessen Tod von seinen Stiefsöhnen Lukas (1579 - 1637) und Wolfgang Kilian (1581 - 1662) erweitert, konstituieren eine Form der Familiendarstellung, die es in dieser Form vorher noch nicht gegeben hatte.
Das vorliegende Exemplar konnte 2009 gemeinsam mit dem Geheimen Ehrenbuch der Fugger mit Unterstützung zahlreicher Partner für die Bayerische Staatsbibliothek von Fürst Hubertus von Fugger-Babenhausen angekauft werden. Es vereint 138 Porträtstiche der Auflagen von 1593 und 1618 nebst zwei Nachträgen von 1620. Von besonderem Rang ist dabei die einzigartige Altkolorierung der Porträts.
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Cod.icon. 380 Weiterführende Informationen |
Cod.icon. 414
Sibyllae et prophetae de Christo Salvatore vaticinantes.
Tours, 1490 - 1500.
Die Handschrift, vielleicht eine Arbeit aus der Werkstatt des Miniaturenmalers Jean Poyer (ca. 1445 - 1504), besteht aus 25 großformatigen Illuminationen. Einem Auftaktbild mit der Arche Noah folgen zwölf Doppelseiten: links je eine der zwölf christlichen Sybillen mit ihren Prophezeiungen, rechts im oberen Bereich die zugehörigen Szenen aus der Heilsgeschichte, im unteren Bereich je einen Propheten und Evangelisten.
Wahrscheinlich erwarb Kurfürst Maximilian I. die Handschrift, die zunächst in der "Kammergalerie" verwahrt wurde; sie gelangte erst 1785 in die Bestände der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek.
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Cod.icon. 429
Hans Mielich: Kleinodienbuch (Herzog Albrechts V. von Bayern und seiner Gemahlin Anna von Österreich)
München?, 1552 - 1555.
Im Auftrag von Herzog Albrecht V. (1528 - 1579) fertigte Hans Mielich (1516 - 1573) dieses Bildinventar. Es enthält, neben einer Wappendarstellung und eines Porträts des Herzogspaars beim Schachspiel, in Originalgröße und kostbarster Ausführung Abbildungen von 71 Schmuckstücken (wie Agraffen, Anhänger, Aufnähschmuck, Ketten, Kehlbänder, aber auch einen gefaßten Bezoar, ein Gürteltäschchen und einen Bouquethalter) aus dem Besitz von Herzogin Anna von Österreich (1528 - 1590) und Albrechts V., aber auch Erbstücke von Herzog Wilhelm IV. (1493-1550) und dessenGemahlin Jakobaea von Baden (1507-1580). In der Regel sind alle Preziosen mit Vorder- und Rückansicht wiedergegeben.
Die Handschrift befand sich zunächst in der herzoglichen Kunstkammer, später in der kurfürstlichen Kammergalerie; sie gelangte erst 1843 als Schenkung König Ludwigs I. (1786 - 1868) in die Bestände der heutigen Bayerische Staatsbibliothek.
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Cod.icon. 429 Zur Handschriftenbeschreibung (CodIcon Online)
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P.o.lat. 1673 m
Elegia in obitum illustrissimi viri Jacobi Puteani S. Salvatoris abbatis, Regique Christianissimo a consiliis et bibliothecis effusa: ac ... viro Jacobo Augusto Thuano ... nuncupata.
Paris, 1657.
Ein Jahr nach dem Tod des bedeutenden französischen Späthumanisten, Bibliothekars und Kartäuserpriors Jacques Dupuy (1591 - 1656) erschien der folgende Gedenkband. Die Zusammenstellung erfolgte durch den Regensburger Gelehrten und Ratsherren Johann Albrecht Portner (1628 - 1687); er enthält neben einer Widmung Portners an den gleichnamigen Sohn von Jacques-Auguste de Thou (1553 - 1617; für diesen war Dupuy u.a. als Bibliothekar tätig gewesen), zwei Briefe des Theologen Jean de Launoy (1603 - 1678) sowie des Theologen, Mathematikers und Astronomen Ismael Boulliau (1605 - 1694). Es folgen im Hauptteil zwei Gedichte auf Dupuy von Portner und dem ebenfalls aus Regensburg stammenden Dichter und Politiker Johann Ludwig Prasch (1637 - 1690) sowie ein literarisches Epitaphium des Verstorbenen.
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P.o.lat. 1673 m
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2° Inc.s.a. 197
Gutenberg-Bibel
Mainz, 1454/55, nicht nach 1456.08.24. bzw. 08.15.
BSB-Inkunabelkatalog B-408
Gesamtkatalog der Wiegendrucke GW 4201
Das Hauptwerk von Johannes Gutenberg (ca. 1400 - 1468), die 42-zeilige Bibel von 1454/55, enthält den vollständigen lateinischen Text der Vulgata. Die aufwändige Drucktype mit ihren 290 unterschiedlichen Formen, der komplexe typographische Aufbau, die Aufteilung des Texts während des Setzverfahrens, die Anzahl und Herkunft des verwendeten Papiers und die Druckauflage - alle diese Fragen wurden auf Grundlage der mehr oder weniger vollständig erhaltenen Exemplare (12 auf Pergament, 37 auf Papier) von der Forschung in einer Genauigkeit untersucht, wie sie kaum je von einem anderen Buch erreicht worden ist. Trotzdem gibt es noch ungeklärte Fragen: das Datum der Vollendung des Drucks fußt weiterhin allein auf die Notiz eines Rubrikators in einem Pariser Exemplar; die Gesamtauflage (180) wird allein in einem Brief von Enea Silvio Piccolomini (1405 - 1464) erwähnt.
Da früh vom ursprünglichen Plan abgekommen worden war, die Überschriften der Bibel separat in mit roter Tinte einzudrucken, wurde der Bibel eine extra gedruckte Tabelle aller Rubriken beigelegt, die als Vorlage für den händischen Nachtrag diente. Neben dem Wiener Exemplar hat sich diese Aufstellung allein in der Ausgabe der Bayerischen Staatsbibliothek erhalten.
Im Jahre 2001 wurde das Exemplar der Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen in das Verzeichnis des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufegenommen.
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2° Inc.s.a. 197
Band 1: Genesis-Psalmi
Band 2: Proverbia-Apocalypsis
Tabula Rubricarum |
Hinweise zur Benutzung
Alle hier vorgestellten Handschriften und Drucke stehen sowohl in der normalen zweidimensionalen Standardansicht für digitalisierte Handschriften, als auch als dreidimensional animierte Bücher zur Verfügung. Die Blätterversionen der Standardansicht sind größtenteils durch Inhaltsverzeichnisse erschlossen. Zum Aufruf der 3D-Versionen wird die aktuelle Java-Version benötigt, die unter folgender Adresse heruntergeladen werden kann:
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Angaben zum Projekt
Die Koordination und Durchführung der technischen Realisierung des Projekts liegt beim Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) der Bayerischen Staatsbibliothek. Im ScanZentrum des Referats wurden die hochauflösenden Bilder aller hier vorgestellten Objekte in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke und dem Institut für Buch- und Handschriftenrestaurierung (IBR) der Bayerischen Staatsbibliothek angefertigt. Die Erstellung des 3D-Auftritts, der eine vollständige Ansicht der Objekte, so besonders auch der Bucheinbände erlaubt, erfolgt in einer Entwicklungspartnerschaft mit der Microbox GmbH, Bad Nauheim auf Grundlage der Software "book2net Virtual Reading Room". Diese Entwicklung ermöglicht es, völlig frei in den digitalisierten Werken zu blättern, zu drehen und zu zoomen. Die digitalen Bücher werden sowohl im Internet im Rahmen des Internetauftritts der Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO) als auch zum ersten Mal mit einem gestengesteuerten Präsentationssystem im Ausstellungsbereich der Bayerischen Bayerischen Staatsbibliothek präsentiert.
Hierbei kommt erstmals auch ein gestengesteuertes Präsentationssystem, das für die Präsentation von Handschriften entwickelt wurde, zum Einsatz. Das Gerät, der IPointer, des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik (Heinrich-Hertz-Institut Berlin) wurde in Zusammenarbeit mit dem MDZ für die Präsentation von Büchern angepasst und erlaubt eine vollständige Betrachtung, auch der Bucheinbände, über eine neue innovative Gestensteuerung [Video].
Eine Erweiterung des Angebots um weitere Handschriften und Drucke ist ebenso geplant wie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Präsentationstechnik.
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Zuletzt aktualisiert: 29. Juli 2010








