Cozroh-Codex Regesten fol. 266v - 397
Erschließung der Handschrift HL Freising 3a - Digitale Edition
von Adelheid Krah
Institut für Österreichische Geschichtsforschung
Universität Wien
| f. 266v-270 | Rechts- und Streitfälle. |
| f. 267-268 | (Hitto nr. 133) Sendgericht Hittos in Vierkirchen. Reginhelm, der Neffe des verstorbenen Kaganhart, der dessen Erbbesitz in Fischen verwaltet, übergibt ihn an Hitto „per wadia in manus episcopi“, der wiederum diesen Besitz in Form einer Prästarie gegen Jahreszins von 6 Denaren für seinen Schutz dem Kind („infantulum“) des Kaganhart zukommen lässt; 820 IV 15 (TF 435a). – Lit.: zu Vierkirchen (Gde., Lkr. Dachau) Reitzenstein 287. Fischen wohl am Ammersee. |
| f. 268 | (Hitto nr. 133) Ebenfalls in Vierkirchen (Gde., Lkr. Dachau) übergeben der Priester Frumolt und sein Neffe Liutolt Besitz in Ober- und Unterweilbach (Gde. Hebertshausen, Lkr. Dachau) und behalten die Nutzungsrechte auf Lebenszeit; 820 IV 15 (TF 435b). |
| f. 268-268v | (Hitto Nr. 133) Drei Tage zuvor gelang im benachbarten Ottershausen (Gde. Haimhausen, Lkr. Dachau) eine Einigung mit dem Kleriker Hadupertus, der seinen Besitz als Prästarie zu Lehen erhielt; 820 IV 13 (TF 435c), vgl. zu Hadupertus/„Hadaperht clericus“ auch f. 384 (TF 630). |
| f. 270v-271 | (Hitto nr. 138) Tenil schenkte im Beisein seiner Verwandten („turma parentorum“) und auf Rat seines Bruders Egolt – wie zuvor vertraglich mit Hitto vereinbart – seinen Anteil an der Kirche in Pfettrach (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising) an Freising mit weiterem Erbbesitz. Dadurch löste er seine „amica“ Meripurc, eine „famula“ der Freisinger Bischofskirche, aus der Unfreiheit und erhält sie und ihren gemeinsamen Sohn Hagano von Bf. Hitto zu Frau und Kind; 821 VII 26 (TF 450); Notitia des Vertrages; vgl. die Übertragung der Nutzrechte an diesem Besitz an Tenil und die Seinen in der feierlichen Charta vom 19. 4. 823, f. 291-292 (Hitto 178, TF 489). Vermutlich gehörte Meripurc zur Gruppe der „mancipia“, die Aso v. Mammendorf (Gde., Lkr. Fürstenfeldbruck) 807 an Freising schenkte; vgl. die Randnotiz auf f. 156v-157 (Atto nr. 172, TF 264 und TF 503) sowie f. 307-307v (Hitto nr. 205, TF 502). |
| f. 277v | (Hitto nr. 155) „Isangrim de Hiruzpah“, 821 IV 28 (TF 447). Commemoratio. Person: Isangrim, „parens“ Bf. Hittos; Sohn der Liutpurc (f. 67v, TF 149) Geschäftspartner und Prozessgegner Bf. Attos (f. 123, TF 148 u. f. 88 TF 277). Orte: Nörting (Gde. Kirchdorf a.d. Amper, Lkr. Freising), Hirschbach (Gde. Kirchdorf a.d. Amper, Lkr. Freising) 2,5 km von Nörting entfernt. Quelle zum Begräbnis eines Adeligen „extra ecclesiam“. – Lit.: Störmer, Früher Adel 369f. |
| f. 278v | (Zeile 10) „Incipit“ der Urkunden aus dem 9. Kaiserjahr Ludwigs d. Fr. „Traditio vel Redditio Reginuuarti ad Pohscorrin“, 822 III 10 (TF 461). Person: Reginuuart, Gefolgsmann des Gf. Liutpald (vgl. bei f. 115v, "Conuenientia Attonis cum uiris qui uocantur Mohingara", TF 235). |
| f. 279v-280v | (Hitto nr. 158) „Cotescalch et Ermanlind“, 822 IV 5 (TF 464a). Kopie der Zweitausfertigung dieser Schenkungsnotitia durch „Cozroh diaconus“ (vgl. f. 280v), mit welcher Cotescalch Erbbesitz zu Berg (Gde., Lkr. Starnberg) am Starnberger See gegen Benefizialrechte an der dortigen Kirche schenkte und seine Frau Ermanlind 30 Morgen in Gauting (Gde., Lkr. Starnberg). – Vgl. die Kopie der Erstausfertigung auf f. 299v-300v (Hitto nr. 191, TF 464b). |
| f. 280v-281 | (Hitto nr. 159) „Oadalpald et Minigo presbiteri“, 822 IX 16 (TF 477). – Der Priester Minigo bestätigte öffentlich auf einer Synode zu Freising die Zugehörigkeit seiner Eigenkirche in Ecknach (Gde. Aichach, Lkr. Aichach-Friedberg) zum Besitz des Hochstifts. Zugleich wurde ein Lehensvertrag über diese Kirche zugunsten seines gleichnamigen Neffen geschlossen. Die Eigenkirche Minigos hatte einst Bf. Atto mit Zustimmung Bf. Sindberts von Augsburg geweiht wie auch die seines Bruders, des Priesters Oadalpald, am gleichen Ort. Anhand dieser Urkunde wird die Überschneidung der entstehenden Diözesen Augsburg und Freising deutlich. |
| f. 282-282v | (Hitto nr. 161) Mahtheri schenkt dem Kloster Innichen (PB Bozen, I) seinen ganzen Besitz zu Trixen (Truhsna) und Griffen (Crinina) und behält die Nutzungsrechte auf Lebenszeit; 822 VII 10 (TF 472) Charta. Lit.: Zahn, Fontes 31, 12, nr. 10. |
| f. 283v-284 | (Hitto nr. 164) Die Schenkung der Eigenkirche in Strogn (Ober- und Unterstrogn, Gde. Bockhorn, Lkr. Erding) durch den Priester Deotpald und seinen Bruder Erchanpald dient der Ausstattung ihres Neffen, des Klerikers Nordpert. Die Rechtsgeschäfte sind als Notitien überliefert; sie wurden in der Freisinger Außenstelle im Kloster Isen (Gde., Lkr. Erding) in Anwesenheit Bischof Hittos vorgenommen; 822 VIII 19 (TF 474). – Lit.: Störmer, Adelsgruppen 129; vgl. auch f. 249. |
| f. 284-284v | (Hitto Nr. 165) Notitia über die Bestimmung des jährlichen Zinses von 2 Solidi zu Martini, welchen Puro und Cundpert für ein nicht näher bestimmtes Freisinger Lehen entrichten sollten; 822 (TF 482). |
| f. 284v-285 | (Hitto nr. 166) Hitto verteidigt vor dem kaiserlichen Sendgericht in Ergolding (Gde., Lkr. Landshut) erfolgreich die Eigentumsrechte des Bistums Freising an der Kirche zu Föhring (Ober-, und Unterföhring, Stadtteil v. München); 822 IV 3 (TF 463). – Lit.: Brown, Unjust seizure 146f.; vgl. auch f. 176v-177v (Atto nr. 214, TF 466) und f. 9 („Traditio Tassilonis ducis de Erchinga“, TF 5) – Initienblatt. |
| f. 285v-286 | (Hitto nr. 168) Der Priester Salomon erneuert für sich und seinen älteren Bruder Meginperht ihre im Jünglingsalter getätigte Schenkung des künftigen Erbbesitzes (ohne Ortsangaben), wobei der Zuletztsterbende von beiden sich für die Zahlung eines umfänglichen Jahreszinses durch Kleidungsstücke für Kanoniker und Naturalien verbürgt; 822 V 11 (TF 469). – Lit.: Sturm, Preysing 90, der das Brüderpaar der Sippe des Priesters Arperht zuordnet. |
| f. 286-286v | (Hitto nr. 170) Priestertraditionen vom 7. Mai 822; 1) Testamentarische Verfügung des Priesters Uuolfdeo über seinen Erbbesitz in Degerndorf (entweder Degerndorf, Gde. Münsing, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen oder Degerndorf am Inn, Gde. Brannenburg, Lkr. Rosenheim) zugunsten des Hochstifts Freising (TF 467). Die gleiche Zeugenreihe in Hitto nr. 174; im Original ausgefertigt von Cozroh, noch „diaconus et monachus“. |
| f. 286v-287 | (Hitto nr. 171) Kurze Notitia der Übergabe eines Hains am Galen/Galgenberg durch die adelige Dame Regina und ihren Advokat Dolleo „in manus Hittoni episcopi“; actum Schweinsbach (Ortsteil v. Landshut), 822 XII 11 (TF 481). |
| f. 287v-288 | (Hitto nr. 173) „Sigifrid de Merunessteti“. Sigifrid übergibt seinen ihm am Schenkungstag gehörenden Besitz am genannten Ort als zukünftige Memorialstiftung; ferner soll der vierte Teil seiner künftigen dortigen Erwerbungen bei seinem Tod an Freising fallen; 822 IX 12 (TF 476). Ort ungeklärt; feierliche Charta, das Original schrieb „Pirchtilo subdiaconus“. |
| f. 288-288v | (Hitto nr. 174) Priestertraditionen vom 7. Mai 822; 2) Schenkung von Erbbesitz des Priesters Deotolf in Oberndorf mit Übertragung der Nutzungsrechte für ihn auf Lebenszeit (TF 468). Zeugenreihe wie in Hitto nr. 170 etwas verkürzt (vgl. f. 286). Schreiber der „cartula“ war Cozroh damals noch „diaconus et monachus“. |
| f. 288v-289 | (Hitto nr. 175) Protokoll der Weihe der Eigenkirche des Priesters Erchanperht durch Hitto zu „Ratinuuege“ / Erdweg (Gde., Lkr. Dachau) mit Übertragung der Eigentumsrechte im Beisein einer bedeutenden Adelsgruppe, „plerique nobiles“, angeführt vom „iudex Ellanperht“; 822 IX 5 (TF 470). |
| f. 289-289v | „Iterum“, 822 VII 3 (TF 471). Die beiden kurzen Notitien überliefern eine Renovatio sowie eine Traditio von Hörigen. |
| f. 289v-290v | (Hitto nr. 176) Bischof Francho von Vicenza schenkt Erbbesitz in der Schwindau (Gde. Schwindegg, Lkr. Mühldorf a. Inn) an Freising und erhält den dortigen Schenkungsbesitz seines Amtsvorgängers als Lehen, 823 VI 3 (TF 492). – Lit.: Sturm, Preysing 92f.; vgl. f. 237 (Hitto nr. 88, TF 400 a, b, c). |
| f. 290v-291 | (Hitto nr. 177) In Anwesenheit von fünf Grafen schenkte der Bischof Noto seinen von 13 namentlich angeführten „mancipia“ bestens erschlossenen und bewirtschafteten Besitz in Kögning (Gde. Steinkirchen, Lkr. Erding) als zukünftige Memorialstiftung; 823 I 16 (TF 483), feierliche Charta. – Lit.: Noto, wohl Bf. von Augsburg, so Sturm, Preysing 185, 188, 207. |
| f. 291-292 | (Hitto nr. 178) Tenil übergibt die Hälfte seines Besitzes am Fischbach sowie seinen Anteil an der Kirche an der Pfettrach als Memorialstiftung, behält jedoch für sich, Frau und Sohn die Nutzungsrechte auf Lebenszeit; 823 IV 19 (TF 489); feierliche Charta. – Lit.: Zu Tenil – Tenileschirihhun – Tölzkirchen (Gde. Nandlstadt, Lkr. Freising), nächst dem Fischbach vgl. Sturm, Preysing 85f., 86 A. 141; vgl. f. 270v-271 (Hitto nr. 138, TF 450). |
| f. 292 | (Hitto nr. 179) Testamentarische Schenkung des gemeinsamen Besitzes und Zugewinns des Ehepaares Pernolf und Perhtni in Erphinprunno / Helfenbrunn (Gde. Kirchdorf a.d. Amper, Lkr. Freising) zu ihrem Seelenheil – „ut quicquid inde rectores domui ipsius agere uoluerint liberam potestatem post obitum nostrorum in omnibus habeant agendi“; 823 XII 27 (TF 496), Charta. |
| f. 292v | (Hitto nr. 180) „Fritilo presbiter renovavit traditionem de Prisinga“, 823 V 12 (TF 491). Vgl. f. 222v (Hitto nr. 60, TF 359). – Lit.: Sturm, Preysing 179-181. |
| f. 293-293v | (Hitto nr. 181) Auf der Synode zu Eching (Gde., Lkr. Freising), welche Bf. Hitto gemeinsam mit dem „iudex Ellanperht“ und Gf. Oadalscalh abhielt, wurde der Rechtsstreit eines Epucho mit Hittos Vogt Irminfrid um den Erbbesitz des Priesters Uuichari in Oberalting (Gde. Seefeld, Lkr. Starnberg) zugunsten Hittos beendet; 827 V 23 (TF 543); Gerichtsprotokoll und Traditionsnotita. |
| f. 294 | (Hitto nr. 182) Für ein zinspflichtiges Lehen in Bockhorn tradierte Reginuuart seinen und seines Bruders Erbbesitz zwischen Amper und Pasenbach (bei Ampermoching), behielt sich hier aber eine vertraglich geregelte Nutzung der Mühle gegen Jahrezins vor. Kurze Charta; 823 V 6 (TF 490). |
| f. 294-295 | (Hitto nr. 183) Auf der Synode zu Eching (Gde., Lkr. Freising) schenkt Adalker umfangreichen Erbbesitz in Isanpertesdorf / Eiselsdorf (Gde. Geisenhausen, Lkr. Landshut) als Memorialstiftung für seine Familie; ausführliche Notitia, deren Zeugenreihe den auf der Synode anwesenden Adel spiegelt, beginnend mit dem „iudex Ellanperht“ und dem „comes Odalscalh“; 827 V 23 (TF 544). |
| f. 295-295v | (Hitto nr. 184) Memorialstiftung des Freaso vom 20. 10. 823 für Keparoh und Erchanrata durch Schenkung einer „cliva“ an der oberen Straße im östlichen Teil von Buch, „Poh“ (TF 495). Da Keparoh und Freso/Freaso die Zeugenliste des wichtigen Prozessprotokolls vom 2. 6. 820 (f. 255-255v, Hitto nr. 112, TF 438) anführen, könnte es sich um Vater und Sohn handeln und um eine Stiftung des Sohnes für seine wohl vor kurzem verstorbenen Eltern. – Traditionsnotitien im Kontext der Schenkungen an das Kloster Isen (Gde., Lkr. Erding) lassen einen Freaso als Br. eines Erchanpald um 809 aufscheinen (f. 167v, Atto nr. 201, TF 289). – Charta; Lit.: Störmer, Früher Adel 342-344. |
| f. 297-297v | (Hitto nr. 188) Hroadheri bindet Besitz an die von ihm und seinem Sohn Uualdker erbaute Eigenkirche in Aiterndorf (Gde. Grafing b. München, Lkr. Ebersberg) im Sundergau, welche Bf. Hitto geweiht und mit Reliquien ausgestattet hat, und unterstellt sie dem Bistum der hl. Maria zu Freising. Zugleich behält er für sich, seine Söhne und die Nachkommen seines Sohnes Fater die Nutzungsrechte und die Verfügungsgewalt; 823 IX 7 (TF 494). – Vgl. zu Aiterndorf Mayr, Ebersberg 50, in der Matrikel von 1315 nicht mehr existent 53, heute zur Stadt Grafing gehörend 386. |
| f. 297v-298v | (Hitto nr. 189) Die Schwestern Liutsuuind und Ellansuuind übertragen den von ihrem verstorbenen Bruder, dem Priester Otlant, ererbten Besitz zu Percheim / Bergham, sichern sich aber die Nutzungsrechte auf Lebenszeit; 827 V 19 (TF 542). |
| f. 298v | Randnotiz im Kontext zu Hitto nr. 189: Renovatio der Besitzübertragung am 31. VII. 846 nach dem Tod der Liutsuuint durch ihre Schwester Ellansuuind und deren Mann Rudolf (TF 683). |
| f. 298v | Schenkung des Priesters Otlant und seiner Schwestern „ad Percheim“ von 827. Die Renovatio von 846 mit dem Verzeichnis der „mancipia“ am Blattrand ist eine der wenigen Benutzerspuren im Codex. |
| f. 298v-299 | (Hitto nr. 190) Der Diakon Engilman tradiert seinen halben Erbbesitz zu Pahharra / Bachern (entweder Bachern, Gde. Inning a.Ammersee, Lkr. Starnberg oder Bachern am Wörthsee, Gde. Friedberg, Lkr. Aichach-Friedberg) dem Domstift zu Freising. Feierliche, ausführlich Charta im Stil der karolingischen Herrscherdiplomatik; im „actum“ begegnet Bf. Hitto als Funktionsträger der Bistumsheiligen – „Hitto episcopus qui ipsam traditionem manibus suis sanctis accepit“; 823 VI 11 (TF 493). |
| f. 299v-300v | (Hitto nr. 191) Cotescalch et Ermanlind, 822 IV 5 (TF 464b). Cotescalch schenkt Erbbesitz in Berg gegen das Lehen der dortigen Kirche mit fünf Hörigen, seine Frau Ermanlind 30 Morgen in Gauting. Kopie der Erstausfertigung durch Pirhtilo mit Subskriptionsvermerk (f. 300v). – Vgl. die Zweitausfertigung durch „Cozroh diaconus“ f. 279v-280v (Hitto nr. 158, TF 464a). |
| f. 301v-302 | (Hitto nr. 195) Kurze Notitia der Schenkung Denchilos „in vico quod dicitur Dornaginpah“ / Dörnbach (Gde. Hohenkammer, Lkr. Freising) auf der Synode zu Eching (Gde., Lkr. Freising); 827 V 23 (TF 545). |
| f. 303v-304 | (Hitto nr. 198) Der Priester Unno schenkt die Hälfte der Besitzungen seines Neffen Uualho zu Hohenthann und bekräftigt seine frühere Schenkung dortigen Erbbesitzes zu ihrer beider Seelenheil. Der offenbar auf Lebenszeit von ihm genutzte Erbbesitz soll bei seinem Tod komplett an Freising fallen; 824 II 6 (TF 499 a, b). Das ausführliche Protokoll mit Investiturvermerk wurde im Original von Cozroh, „indignus presbiter“, geschrieben. |
| f. 304-304v | (Hitto nr. 199) Der Priester Engilfrid schenkt väterlichen Erbbesitz zu „Reginperhteshusun“ nahe des Würmsees (heute: Starnberger See) und erhält dafür die Schenkungsgüter des Priesters Alpuni gegen Jahreszins von zwei Schillingen in Gold zu Lehen, Isen (Gde., Lkr. Erding) 824 VI 21 (TF 508). |
| f. 305v | (Hitto nr. 201) Der Kleriker Mahali schenkt seinen väterlichen Erbbesitz in Steinhöring (Gde., Lkr. Ebersberg), den er mit seinem Bruder geteilt hatte, für die Ausstattung der Ortskirche mit Anbindung an das Bistum – „in potestate et tuitione sanctae Mariae et defensoris eius“; 824 IV 9 (TF 500); Investitur und Verortung fanden im benachbarten Neuhausen (Gde., Lkr. Ebersberg) statt. – Lit.: Mayr, Ebersberg, zu Neuhausen, 12, 38, 381, zu Steinhöring 52-56, 66, 77, 135 zur Hauptmannschaft Steinhöring um 1554, 385 zur Gemeinde 1813-1978. |
| f. 306v-307 | (Hitto nr. 204) Cundheri schenkt eine „colonia“ in Hlaginpach / Langenbach (Gde., Lkr. Freising), welche ein unfreies Paar bewirtschaftet, zu seinem und seines Sohnes Kartheri Seelenheil. Die Übergabe am Altar der Bischofskirche leitet der „centenarius“ Deothart; 824 II 4 (TF 498). Die Originalcharta schrieb Cozroh, der kurz zuvor – vielleicht an Weihnachten 823 – zum Priester geweiht worden war: „Ego quidem Cozroh indignus presbiter hanc cartulam scribsi“. |
| f. 307-307v | (Hitto nr. 205) „Renovatio Asoni de Mammindorf quam iam olim perfecit“, 824 IV 21 (TF 502), eine Erweiterung der Schenkung und Renovatio dieses Besitzes durch Aso aus den Jahren 807 und 808 (vgl. f. 156v, Atto nr. 172, TF 264 und TF 503). Neben Graf Engilhard und dem Freisinger Vogt Haholf als Rechtsinstanzen agiert Spulit als „legitimus missus“ bei der Übertragung der Besitzrechte an Freising. – Mammendorf (Gde., Lkr. Fürstenfeldbruck); Lit.: Vgl. Störmer, Gerichtsprozesse 263. |
| f. 309 | (Hitto nr. 210) Notiz der Schenkung von zwei unfreien Arbeitskräften durch die „femina Marina“, Eching (Gde., Lkr. Freising) 824 I 29. |
| f. 310v-311v | (Hitto nr. 213) Zwei Besitztraditionen des Klerikers Pirthilo, allein in Weiher (Gde. Isen, Lkr. Erding) und mit seiner Verwandten Uualtheid in Lappach (Lappach, Gde. Dorfen, Lkr. Erding oder Lappach, Gde. St. Wolfgang, Lkr. Erding), erfolgten als gemeinsamer Rechtsakt in Isen (Gde., Lkr. Erding) am 26. 3. 825 (TF 516). Die Investitur nahm Liutprand vor, der (wohl langobardische) Vogt Hittos. Lit.: Mayr, Ebersberg 89. |
| f. 312v-313 | (Hitto nr. 216) „Traditio Cozhilta ad Feohtkyricha“. – Die begüterte Cozhilt erneuert im Beisein ihres Advokaten Asolt, ihrer Verwandten und Bf. Hittos in der Salvatorkirche in Vierkirchen (Gde., Lkr. Dachau) ihre frühere Schenkung an diese; 823 II 16 (TF 484). – Zu „Feohtkyricha“/Vierkirchen Reitzenstein 287; vgl. ferner f. 267-268 (Hitto nr. 133, TF 435a) zum Sendgericht Hittos in Vierkirchen am 15. 4. 820. |
| f. 313-314 | (Hitto nr. 217) „Traditio Kerolti diaconi ad Ahaloch uel ad Uuilpach“, 824 IV 6 (TF 519). Der Diakon Kerolt tradiert sich selbst und von seinen Eltern ererbten Familienbesitz zu Allach (Stadtteil v. München) und Oberweilbach (Gde. Hebertshausen, Lkr. Dachau) an Freising. – Vgl. zu den Besitztraditionen des Ehepaares Toti und Galilea an den gleichen Orten unter Mitwirkung des Diakons Hitto f. 110v, (Atto nr. 80, TF 190). |
| f. 314-315 | (Hitto nr. 218) Der „vir nobilis“ Frumolt und sein Sohn Uuaninc schenken die Hälfte ihres Erbbesitzes zu „Hringolfinchofa“ / Ringkofen (Gde. Plattling, Lkr. Deggendorf) und erhalten diesen und was der Priester Hero einst dort besaß, auf Lebenszeit zu Lehen; 824 IV 9 (TF 501a). Die Investitur vor Ort nahmen der „praepositus Oadalpald“ und der Freisinger Vogt Samuel im Beisein von Uuaninc und einer namentlich festgehaltenen Adelsgruppe vor – „cum nobilibus multis“. |
| f. 315-315v | (Hitto nr. 219) Gerichtsprotokoll des „placitum ad Lauppach“ / Lappach (Lappach, Gde. Dorfen, Lkr. Erding oder Lappach, Gde. St. Wolfgang, Lkr. Erding) vom 20. 2 825 (TF 514): Der unfreie Priester Salomon in dem Freising zugehörenden Zenokloster in Isen (Gde., Lkr. Erding) bleibt unfrei, da seine Eltern diesem Stand angehörten. Dies wurde in Anwesenheit Bischof Hittos, des Grafen Heimo und einiger adeliger Personen sowie zahlreicher geistlicher und weltlicher Zeugen durch Schöffen entschieden. |
| f. 317-317v | (Hitto nr. 222) Kurze Charta der Schenkung des Priesters Frumolt von Erbbesitz zu „Pezinpach“ / Amperpettenbach (Gde. Haimhausen, Lkr. Dachau) als Memorialstiftung für sich, seinen Vater und seine Brüder; 825 (TF 526); Frumolt dürfte mit dem gleichnamigen Kleriker der Stiftergemeinschaft der Kirche von Frauenvils (Gde. Taufkirchen, Lkr. Erding) identisch sein, vgl. f. 220-221 (Hitto nr. 56, TF 358), f. 268 (TF 435b). |
| f. 322v-324 | (Hitto nr. 231) „Hitto episcopus tradidit ad Azzilingas et Anzingas et ad Holze et censum Erchanberti conplacitauit”, 825 IV 30 (TF 522). Schenkung Hittos unter Vorbehalt zugunsten seines Neffen Erchanbert, im Original von Cozroh am 30. 4. 825 ausgefertigt mit dem Vermerk „et in ipso die iter capere coepimus ad Aquis palacio in Franciam“. Hier zeigt sich, dass Hitto den Neffen als seinen Nachfolger aufbaute. Orte: Aßling (Gde., Lkr. Ebersberg), Anzing (Gde., Lkr. Ebersberg), Holzen (Gde. Aßling, Lkr. Ebersberg), Lit.: Krah, Cozroh 413 [pdf], Störmer, Früher Adel II, 332. |
| f. 328 | (Hitto nr. 239) „Redditio Hittoni episcopo ad Pahharun“, 824 V 24. Gerichtstag zu Ergolding (Gde., Lkr. Landshut) in Anwesenheit der Bischöfe Hitto von Freising und Baturich von Regensburg sowie der Grafen Hatto, Kisalhart, Liutpald, Ellanperht, Orendil. Verzicht auf Eigentumsrechte an der Kirche zu Bachern (Bacher am Wörthsee, Gde. Inning a. Ammersee, Lkr. Starnberg oder Bachern, Gde. Friedberg, Lkr. Aichach-Friedberg) durch Hroadolt und Engilman (TF 507). Vgl. Störmer, Adelsgruppen 117, A. 27. |
| f. 342 | (Hitto nr. 266) Urkunde des Gerichtstages zu Emmering, 829 I 10. „Wie Alprih (Besitz) zu Alling zurückerstattete“ (TF 579). Lit.: Störmer, Gerichtsprozesse 263-268 zur exklusiven Zeugenreihe und Sachlage. Ort: Emmering (Gde., Lkr. Fürstenfeldbruck) am Amperübergang, Alling (Gde., Lkr. Fürstenfeldbruck). Der Begriff „legodoctores“ – Rechtskundige – erscheint hier einmalig für das frühmittelalterliche Bayern. |
| f. 343 | (Hitto nr. 260) „Traditio Heriolti ad Uuiniharessteti”, 830 II 17 (TF 590); Ort: Winnastött (Gde. Irschenberg, Lkr. Miesbach). |
| f. 345-345v | (Hitto nr. 272) Ilprand schenkt gemeinsam mit seiner Frau Kersuind und ihrer Tochter Ilpurc Besitz in Gallenbach (Gde. Aichach, Lkr. Aichach-Friedberg), welchen sie gegen zwei Denare Jahreszins zu Martini bis zum Tod des Letztversterbenden als Freisinger Lehen bewirtschaften können; 823 IV 18 (TF 488). |
| f. 348v | (Hitto nr. 281) „Traditio et Renovatio ante actae traditionis Ruboni archipresbiteri“, 830 IV 6 (TF 591). Beginn der Urkunden aus den Krisenjahren Kaiser Ludwigs d. Fr. (831-833). |
| f. 348v | 1. Urkundentext der Bischofszeit Erchanberts (836-854). |
| f. 350v | „Quomodo Pezzi et Managolt silvam tradiderunt“, 830 IV (TF 592). Tausch eines Waldes gegen ein Pferd. Lit.: Krah, Cozroh 428 [pdf]. |
| f. 355 | „Traditio Sigifunsi ad Puppiningas“, 830 X 11 (TF 630). Priestertradition auf der Synode in Freising in Anwesenheit von Pfalzgraf Timo. Schreiber des Originals war Cozroh. Ort: Puppling (Gde. Egling, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen); zu Pfalzgraf Timo s. Störmer, Gerichtsprozesse 261; Krah, Tiere 45f. |
| f. 357 | Randkreuz. Es sollte den Beginn der Traditionen aus der Amtszeit Bf. Erchanberts markieren. |
| f. 364-364v | Der „vir nobilis“ Uuisurich schenkt Eigenbesitz in Ecknach (Gde. Aichach, Lkr. Aichach-Friedberg) für sein Seelenheil und das seiner namentlich aufgeführten, weiblichen Verwandten, wodurch auch der Lebensunterhalt des Freisinger Priesters Reginhard gesichert werden sollte; 843 I 4 (TF 655a). Der Ort Ecknach (an der Ecknach) gehörte vormals zur Diözese Augsburg (vgl. f. 280v-281, Hitto nr. 159, TF 477). – Anschließend folgt im Text ein kurzer Hinweis auf eine frühere Schenkung von Besitz zu Ecknach, vermutlich vom 17. IX. 842 (TF 655b). Uuisurih scheint ein Agilolfinger/Karolingerverwandter gewesen zu sein, da unter den genannten weiblichen Verwandten eine „Suuanahilta“ begegnet, unter den Zeugen ein Crifo. – Lit.: Jahn, DB 280. |
| f. 369v | Tironisches „Amen“. Zunächst vorgesehenes Ende des Kopialbuches. |
| f. 394-395 | Von Cozroh geschrieben. |
| f. 397 | Ende des Kopialbuches mit runischer Subskription: „Amen. Erchanbertus ebs. Valeas vigeasve felix“. Lit.: Bischoff, Die süddeutschen Schreibschulen 1, 113. |
(Stand: 11.09.2008)
Zuletzt aktualisiert: 07. Juli 2009
