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Marius-Portal

simon_marius

Simon Mayr (1573–1624), genannt Simon Marius, war Hofmathematiker und -Astronom in Ansbach.

Gefördert von Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach konnte er 1601 zu Tycho Brahe nach Prag reisen und Medizin in Padua studieren. Dort lernte er den berühmten Galilei persönlich kennen.

Simon Marius entdeckte 1609 zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde. Da er seine Ergebnisse aber erst 1614 publizierte – vier Jahre nach Galileis Schrift Sidereus Nuncius –, bezichtigte ihn dieser des Plagiats. Dadurch nahm Marius` Ruf nachhaltig Schaden. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde nachgewiesen, dass beide tatsächlich zeitgleich von der Erfindung des Fernrohrs profitiert und unabhängig voneinander dasselbe Himmelsphänomen beobachtet hatten. Simon Marius‘ Beschreibungen der Jupitermonde sind dazu detaillierter als die Galileis.

Schon zu Lebzeiten war aber unbestritten, dass der markgräfliche Hofmatematicus aus Gunzenhausen als erster Europäer den Andromedanebel beschrieben hat. Bekannt war er für seine astronomischen Jahreskalender Prognosticon astrologicum, die in Auflagen von bis zu 10.000 Stück gedruckt wurden.

 

Angaben zum Projekt

Das Simon-Marius-Portal entstand zum Jubiläumsjahr 2014 – 400 Jahre nach der Erstpublikation von Marius` Entdeckungen im Mundus Iovialis 1614. Es führt alle elektronisch verfügbaren Quellen, Sekundärliteratur, Vorträge und Nachrichten zu Simon Marius zusammen. Ein Blog und Veranstaltungskalender laden dazu ein, die Seite als zentrales mehrsprachiges Portal für Simon Marius zu nutzen und zu erweitern.

Das Internetangebot wurde von der Simon Marius Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft, dem Cauchy-Forum Nürnberg und Kooperationspartnern wie der Bayerischen Staatsbibliothek München sowie den Staatlichen Archiven Bayerns erstellt.