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August Liebmann Mayer

Der Münchener Kunsthistoriker August Liebmann Mayer (1885-1944), ein renommierter Spezialist für spanische Altmeistermalerei, war seit 1909 an der Alten Pinakothek in München beschäftigt, zudem war er seit 1920 Professor an der Münchener Universität. 1931 musste er wegen einer antisemitisch gefärbten Kampagne im Zusammenhang mit seiner Gutachtertätigkeit für den Kunsthandel seine Stellung aufgeben. Nach einer mehrmonatigen Inhaftierung 1933 emigrierte Liebmann Mayer Ende 1935 mit seiner Familie nach Paris, später nach  Südfrankreich. 1944 wurde Mayer verhaftet und  nach Auschwitz deportiert, wo er höchstwahrscheinlich direkt nach seiner Ankunft ermordet wurde.

Die in der BSB gefundenen drei Bücher August Liebmann Mayers stammen vermutlich aus einer Beschlagnahmung der Gestapoleitstelle München von 1939. Es ist davon auszugehen, dass ursprünglich eine größere Anzahl Bücher aus seiner Bibliothek in das Haus gekommen ist; diese dürften jedoch beim Bibliotheksbrand 1943 vernichtet worden sein.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts hatte das Zentralinstitut für Kunstgeschichte ebenfalls Werke aus dem Besitz Liebmann Mayers in seiner Bibliothek ausfindig gemacht. Am 30. November 2016 wurden diese 27 Bände, zusammen mit den dreien aus der Bayerischen Staatsbibliothek, an die rechtmäßige Erbin Angelika B. Mayer (geb. 1930) restituiert. Stellvertretend für sie nahm ihr Rechtsanwalt Markus H. Stötzel die Bände entgegen. Sie verbleiben jedoch in den jeweiligen Einrichtungen, da sie Frau Mayer dankenswerterweise als Schenkung überlassen hat.

Die drei Titel sind im OPAC der Staatsbibliothek mit einer Bemerkung zur Provenienz versehen und können mit der Eingabe "BSB-Provenienz: August Liebmann Mayer" über die Einfache Suche recherchiert werden. Außerdem gibt ein typographisches Exlibris in den Büchern Auskunft über die Provenienz und das Schicksal seines Besitzers.