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Baumann, Franz Ludwig: Geschichte des Allgäus und weitere Werke

Baumann: Geschichte des Allgäus, Bd. 1, Abb. 299, Stift Kempten nach einem Kupferstich vom Jahre 1576 Allgäu, Bd. 1, Abb. 299: Stift Kempten

Franz Ludwig Baumann (1846-1915) war Archivar und Historiker. Neben wichtigen Quelleneditionen im Rahmen der Monumenta Germaniae Historica stammen von ihm mehrere Grundlagenwerke zur Geschichte Bayerisch-Schwabens, darunter die monumentale „Geschichte des Allgäus“.

 

Franz Ludwig Baumann (1846-1915) stammte aus Leutkirch und studierte in München Geschichte. Von 1872 bis 1895 wirkte er als Fürstlich-Fürstenbergischer Archivar in Donaueschingen und wechselte dann in das damalige Reichsarchiv in München, dessen Direktor er von 1903 bis zu seinem Tode 1915 war. Eine Karriere an der Universität München scheiterte mehrfach aus politischen Gründen, da Baumann dem oppositionellen politischen Katholizismus nahestand. 1908 wurde er in den persönlichen Adelsstand erhoben.

Geschichte des Allgäus

Digitalisierte Titel:

Baumanns Geschichte des Allgäus erschien in drei Bänden von 1881 bis 1890. Sie deckte die Zeit von der Frühgeschichte bis um 1800 ab. Band 1 behandelt die Geschichte bis ins 13. Jahrhundert. Im zweiten Band folgt das Spätmittelalter, im dritten die Frühe Neuzeit. Einen vierten Band über das 19. Jahrhundert veröffentlichte 1938 Josef Rottenkolber (1890-1970).

Die Geschichte des Allgäus, auch wenn mittlerweile veraltet, ist dennoch bis heute das unentbehrliche ältere Standardwerk für das Allgäu. Baumann behandelt über den ereignisgeschichtlichen Rahmen hinausgehend auch rechts-, sozial-, wirtschafts-, kirchen- und kunstgeschichtliche Fragen, also ein inhaltlich bemerkenswert breites Spektrum. Besonders hinzuweisen ist auf die zahlreichen Illustrationen und Skizzen.

Forschungen zur schwäbischen Geschichte

Digitalisierter Titel:

1899 erschien von Baumann ein Sammelband unter dem Titel „Forschungen zur schwäbischen Geschichte“, der eine Reihe wichtiger Aufsätze vereint.

Weitere Werke

Digitalisierter Titel:


Baumann ist bis heute als Herausgeber zahlreicher mittelalterlicher Quellen und Verfasser hilfswissenschaftlicher Abhandlungen bekannt. 1912 veröffentlichte er eine Abhandlung über die Urkunden des Kloster Benediktbeuern bis 1270. Ferner edierte Baumann im Rahmen der MGH die mittelalterlichen Nekrologe aus den Bistümern Augsburg, Konstanz, Chur, Brixen, Freising und Regensburg.

zur Online-Ausgabe der MGH mit den Nekrolog-Editionen Baumanns

Literatur:

  • Bernhard Löffler / Franz Ludwig von Baumann / Georg von Jochner / Georg von Hertling, Anmerkungen zur Politik- und Wissenschaftsgeschichte Bayerns im Kaiserreich, in: Historisches Jahrbuch 116 (1996), 72-101 (mit weiteren Literaturhinweisen).
  • Georg Tumbült, Franz Ludwig Baumann. Ein Nachruf, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 70 (1916), 116-129 (mit Werkverzeichnis).

Florian Sepp

 

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Hinweise zur Benutzung

Die Angebote stehen als Blätterversion zur Verfügung. Überschriften und Abbildungen können direkt angesteuert werden.

Angaben zum Projekt

Die Werke Baumanns stammen aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek und wurden aufgrund von Benutzerbestellung digitalisiert. Wegen ihrer herausragenden Bedeutung stellt sie die BLO bereit.

Das Projekt ist online seit März 2009.