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Die bayerischen Rätegremien

Vollzugsausschuß der Arbeiter- und Soldatenräte (Fotoarchiv Hoffmann hoff-5151) Vollzugsausschuss der Arbeiter- und Soldatenräte

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Zwischen der Revolution vom 7. November 1918 und der Niederschlagung der Räterepublik Anfang Mai 1919 existierten in Bayern verschiedene zentrale Rätegremien, deren Verhandlungen teilweise in gedruckten Protokollen dokumentiert sind. Sie dokumentieren nicht nur die Suche nach einer neuen politischen Ordnung, sondern auch die zahlreichen Alltagsprobleme im Übergang vom Krieg zum Frieden.

Literatur:

 

 

Inhaltsverzeichnis

Vorläufige Verordnung für die Soldatenräte

Digitalisierter Titel:

Die Vorläufige Verordnung für die Soldatenräte vom 26. November 1918 regelte kurz nach der erfolgreichen Revolution, in deren Verlauf zahlreiche Soldatenräte entstanden waren, Bildung, Aufgaben und Organisation von Soldatenräten in ganz Bayern. Eine endgültige Regelung erfolgte, bedingt durch die sich überstürzenden Ereignisse und des Scheiterns der Rätebewegung, nicht mehr. Verantwortlich für den Erlass zeichneten der Minister für militärische Angelegenheiten im Kabinett Eisner, Albert Roßhaupter (1878-1949), und der Vorsitzendes des Münchner Soldatenrates und spätere Vorsitzende des Landessoldatenrates, Fritz Sauber (1884-1949).

Literatur:

  • Georg Köglmeier, Die Zentralen Rätegremien in Bayern 1918/19. Legitimation - Organisation - Funktion (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte 135), München 2001.

Verhandlungen des provisorischen Nationalrates des Volksstaates Bayern im Jahre 1918/1919

Digitalisierte Titel:

Die Verhandlungen des Provisorischen Nationalrats gab 1919 das Archivariat des bayerischen Landtags zusammen mit den Verhandlungen des bayerischen Landtags heraus. Der Beilagenband enthält neben der Geschäftsordnung (Beilage 4) und den Anträgen (Beilagen 5-100) vor allem die Protokolle dreier weiter Rätegremien, die im Vorfeld der Neubildung des provisorischen Nationalrates Ende November/Anfang Dezember 1918 tagten:

  • Beilage 1: Sitzung des Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrates am 28. November 1918.
  • Beilage 2: Stenographischer Bericht über die Verhandlungen der bayerischen Soldatenräte, 30. November bis 3. Dezember 1918.
  • Beilage 3: Stenographischer Bericht über die Verhandlungen der bayerischen Arbeiterräte am 9. und 10. Dezember 1918.

Literatur:

Nachrichtenblatt des Zentral-Rats

Digitalisierter Titel

Nach der Ermordung Kurt Eisners (1867-1919) am 21. Februar 1919 bildete sich ein Zentralrat, der sich in den Wirren nach dem Attentat und der gesprengten Eröffnungssitzung des Landtages als Übergangsregierung Bayerns verstand. Das vom Zentralrat herausgegebenen Nachrichtenblatt erschien jedoch nur am 22. Februar 1919 und trat an die Stelle der Münchner Neuesten Nachrichten, der Münchner Zeitung, der "München-Augsburger Abendzeitung" und des "Bayerischen Kuriers". Das Nachrichtenblatt berichtet vornehmlich über die Ereignisse des Vortags im Landtag und die Bildung des Zentralrats und brachte auch einen Nachruf auf Kurt Eisner.

Literatur:

Stenographischer Bericht über die Verhandlungen des Congresses der Arbeiter-Bauern- und Soldatenräte

Digitalisierter Titel:

Der am 21. Februar 1919 gebildete Zentralrat berief einen Kongress der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte ein, der vom 25. Februar bis 8. März 1919 in München tagte. Vorsitzende des Kongresses waren Ernst Niekisch (1889-1967) und Ernst Toller (1893-1939). Die stürmischen Verhandlungen prägten teilweise radikale Kräfte, wie Gustav Landauer (1870-1919), Erich Mühsam (1878-1934) und Max Levien (1885-1938).

Am 28. Februar 1919 lehnte der Kongress jedoch mit der großen Mehrheit von 234 gegen 70 Stimmen die Ausrufung einer Räterepublik ab (S. 74) und einigte sich auf den Fortbestand des Landtags, der weiterhin vertagt blieb. Am 1. März 1919 verabschiedete er eine Ministerliste, die als "Kabinett Segitz" bekannt geworden ist (S. 88 ff.). Die Bildung dieser Regierung scheiterte aber. Am 8. März 1919 stimmte der Rätekongress einer Vereinbarung zu, die einen kurzen Zusammentritt des Landtags sowie die Bildung einer sozialistischen Regierung vorsah (S. 194ff.). Tatsächlich trat der Landtag am 17. und 18. März 1919 zu zwei kurzen Sitzungen zusammen. Er wählte Johannes Hoffmann (1867-1930) zum Ministerpräsidenten und bestätigte das von Hoffmann gebildete Kabinett.

Literatur:

Mitteilungen des Vollzugsrats der Betriebs- und Soldatenräte

Digitalisierter Titel:

Mit dem Palmsonntagsputsch am 13. April 1919 endete die erste, von Literaten getragene Räterepublik vom 6./7. April 1919. An ihre Stelle trat die zweite, von Kommunisten beherrschte Räterepublik. Sie stützte sich auf die täglichen Versammlungen der Betriebs- und Soldatenräte im Münchener Hofbräuhaus. Zur Durchsetzung ihrer Beschlüsse bildete die Versammlung einen Vollzugsrat.

Die vom Vollzugsrat täglich herausgegeben Mitteilungen sind eine wichtige Quelle für die Entwicklung der zweiten Münchner Räterepublik. Sie erschienen vom 15. April bis zum 29. April 1919. Neben den Bekanntmachungen vor allem des Vollzugsrats, der Volksbeauftragten, der Betriebsräte und der Stadtkommandantur publizierte das Blatt auch Nachrichten mit einem Fokus auf die Entwicklung der Rätebewegung in Deutschland, Ungarn und Russland.

Literatur:

 

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Hinweise zur Benutzung

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Zum Projekt

Das Projekt wurde schrittweise zwischen 2007 und 2009 online geschaltet.