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Bibliographien zu Bayern - ein Überblick

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Für die Literaturrecherche nach Bavarica stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Wichtigstes und traditionsreichstes Unternehmen ist die Bayerische Bibliographie, deren Anfänge bis 1927 zurückreichen. Seit 1988 wird sie von der Bayerischen Staatsbibliothek sowie mehreren Universitäts- und Staatlichen Bibliotheken Bayerns gemeinschaftlich erstellt. Für die ältere Literatur sind der Alte Realkatalog der Bayerischen Staatsbibliothek und die gedruckte Fränkische Bibliographie einschlägig.


Folgende Angebote sind online verfügbar:

 

Der Alte Realkatalog der Bayerischen Staatsbibliothek

Bemühungen, die Literatur zu Bayern in einer gedruckten Bibliographie zu erfassen, datieren erst aus dem 20. Jahrhundert. Entscheidendes Hilfsmittel, um ältere Literatur zu Themen mit bayerischen Bezug zu ermitteln, ist der um 1870 begonnene Alte Realkatalog der Bayerischen Staatsbibliothek, der Schrifftum aus der Zeit zwischen 1501 und 1952 nachweist. Besonders intensiv ist dabei die Literatur mit Bayernbezug nachgewiesen; hier wurden in den Katalog auch Aufsätze aufgenommen. Der Alte Realkatalog ist ein konventioneller Zettelkatalog, der nur vor Ort in der Bayerischen Staatsbibliothek benutzbar ist. Das Register des Katalogs ist online zugänglich; die Digitalisierung des gesamten Katalogs bleibt ein Desiderat.

 

Geschichte und Entwicklung der Bayerischen Bibliographie

Die Anfänge der „Bayerischen Bibliographie“ reichen zurück bis in das Jahr 1927, dem Gründungsjahr der Kommission für Bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Anfänge bis 1958/61

Bereits 1927 beauftragte die Kommission den Historiker Wilhelm Krag (1887-1964) mit der jährlichen Zusammenstellung einer Übersicht der wichtigsten Neuerscheinungen zur bayerischen Geschichte. Die Kommission für Bayerische Landesgeschichte und die Gesellschaft für Fränkische Geschichte sorgten für die laufende Veröffentlichung dieser Bibliographie in der 1928 gegründeten „Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte“. In den Jahren 1928 bis 1941/42 erschienen die Berichtsjahre 1927 bis 1940/41 mit dem Titel „Literarische Jahresrundschau“. Infolge Personalmangels, spärlicher Papierzuteilung und zerstörter Maschinen stellte seit 1943 die „Literarische Jahresrundschau“ ihr Erscheinen vorerst ein.

Nach zehnjähriger Unterbrechung konnte Wilhelm Krag das inzwischen recht umfangreiche Titelmaterial wieder veröffentlichen. In der „Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte“ erschienen in den Jahrgängen 1951/52 bis 1961 das „Verzeichnis des Schrifttums zur bayerischen Geschichte der Jahre 1942-1949“ und die „Jahresbibliographie“ für die Berichtsjahre 1950 bis 1958.

Die Jahrgänge 1927-1958 der Bibliographie hatten kein Verfasserregister. 1988-1995 erarbeitete daher Renate Wiese in freiwilliger Arbeit außerhalb der Dienstzeit ein alphabetisches Register zu Krags Schrifttumsverzeichnissen.

Die Bayerische Bibliographie 1959/66 bis 1987/95

Als Fortsetzung der bisherigen Jahresbibliographie erschien ab 1966 die „Bayerische Bibliographie“. Diese verzeichnete nun das gesamte zu Bayern erschienene Schrifttum seit dem Berichtsjahr 1959, also nicht nur Veröffentlichungen zur Geschichte.

Die Bayerische Bibliographie erschien anfangs als Beiheft zu Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Herausgeber waren bis zum Berichtsjahr 1968/70 (erschienen 1977) die Kommission für bayerische Landesgeschichte und die Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Bibliotheken. Bearbeiter waren Michael Renner (Berichtsjahre 1959-1963), Franziska Stadler (1964-1967) und zuletzt Willy Albrecht (1968-1970).

Mit dem Berichtsjahr 1971 (erschienen 1978) übernahm die Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Bibliotheken alleinverantwortlich das Projekt. Bearbeiterin war Renate Wiese.

Umstellung auf die Online-Ausgabe 1996

Die bibliographische Erfassung auf konventionelle Art ohne EDV-Unterstützung hielt mit der wachsenden Zahl an Neuerscheinungen nicht mehr Schritt. Die Bände für die Berichtsjahre 1986 und 1987 erschienen daher mit zehn bzw. zwölf Jahren Verzug. Gleichzeitig existierten in den meisten bayerischen Regierungsbezirken regionale Bibliographien, die weitaus aktueller waren.

1996 erfolgte daher ein Neuanfang. Die Bayerische Bibliographie wurde zu einem Gemeinschaftsprojekt von Bayerischer Staatsbibliothek sowie mehrerer Universitäts- und staatlicher Bibliotheken. Die Berichtslücke für die Jahre 1988-1995 wurde übersprungen und die bibliographische Arbeit, nun online, neu begonnen. Die fehlenden Jahrgänge sind inzwischen fast nachgearbeitet.

Die Titel der Bayerischen Bibliographie stehen  im Gateway Bayern auf aktuellem Stand und zusätzlich im monatlich aktualisierten Bibliographie-OPAC online zu Verfügung. Die parallele Druckausgabe wurde mit dem Berichtsjahr 2000 eingestellt.

2013 wurden zusätzlich rund 190.000 bayernbezogene Titelaufnahmen aus dem Bavarica-Fach der Bayerischen Staatsbibliothek sowie den Franconica-Fächern Universitätsbibliotheken Würzburg und Erlangen in die Datenbank integriert.

Regionale Bibliographien

Bis zur Neuorganisation der Bayerischen Bibliographie gab es noch verschiedene regionale bibliographische Projekte. Bezugsrahmen war meistens ein Regierungsbezirk, wobei es für Oberbayern und Mittelfranken keine Regionalbibliographie gab. Erarbeitet wurden die Bibliographien an einer regionalen staatlichen oder Universitätsbibliothek. Seit 1996 werden die Bayerische Bibliographie und die Regionalbibliographien kooperativ bearbeitet. Einige Regionalbibliographien erscheinen weiterhin in gedruckter Form. Bis auf die Unterfränkische Bibliographie stehen diese wertvollen Hilfsmittel bislang nicht online zur Verfügung.

 

Oberpfalz

Die Oberpfalzbibliographie verzeichnet möglichst vollständig alle deutsch- und fremdsprachigen Publikationen über den Regierungsbezirk Oberpfalz.

Seit 1926 erschienen in den „Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg“ regelmäßig Berichte über „Neuerscheinungen zur Geschichte und Landeskunde der Oberpfalz“.
1963 übernahm die Staatliche Bibliothek Regensburg die Bearbeitung dieser „Oberpfalzbibliographie“. Mit dem Berichtsjahr 1990 ging die Aufgabe an die Universitätsbibliothek Regensburg über. Heute wird die Oberpfalzbibliographie kooperativ von der Staatlichen Bibliothek Regensburg und der Universitätsbibliothek Regenburg erstellt.

Seit 1996 ist das Titelmaterial der Oberpfalzbibliographie in der Bayerischen Bibliographie nachgewiesen. Die gedruckte Fassung der Oberpfalzbibliographie wurde nach dem Berichtsjahr 2003 eingestellt.

Weitere Informationen:

Im Jahr 2000 wurde für die Stadt Regensburg eine eigene Bibliographie erstellt. Das Titelmaterial der Regensburger Bibliographie ist in der Bayerischen Bibliographie nachgewiesen und wird im Rahmen der Arbeiten an der Bayerischen Bibliographie laufend ergänzt.

 

Niederbayern

Die vom Institut für Ostbairische Heimatforschung herausgegebenen Zeitschrift „Ostbairische Grenzmarken. Passauer Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Volkskunde“ (Seit 2005: „Passauer Jahrbuch. Beiträge zur Geschichte und Kultur Ostbaierns“) enthielt erstmals 1967 für das Berichtsjahr 1964/65 „Neuerscheinungen zur Geschichte und Landeskunde von Niederbayern“. Diese Jahresbibliographie wird bis heute unabhängig von der Bayerischen Bibliographie erarbeitet und erscheint nach wie vor nur in gedruckter Form.

 

Schwaben

Für den Regierungsbezirk Schwaben wurde seit 1950 eine Regionalbibliographie erarbeitet. Sie erschien anfangs in den „Schwäbischen Blätter für Heimatpflege und Volksbildung“, seit dem Berichtsjahr 1971 in der „Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben“. Die parallele Druckausgabe („Neues Schrifttum zur Landeskunde Bayerisch-Schabens“) wurde auch nach 1996 beibehalten. Bis 1974 verzeichnete die Bibliographie nur Monographien. Erst seitdem begannen die Bearbeiter, auch Zeitschriftenaufsätze und Beiträge in Sammelwerken zu erfassen.

Franken

Das einschlägige Schrifttum bis 1945 verzeichnet die „Fränkische Bibliographie. Schrifttumsnachweis zur historischen Landeskunde Frankens“, die 1965 bis 1978 in vier Bänden erschien. Jüngere Literatur ist teilweise über die regionalen Bibliographien der einzelnen Regierungsbezirke nachgewiesen.

Literatur:

Gerhard Pfeiffer u.a. (Bearb.), Fränkische Bibliographie. Schrifttumsnachweis zur historischen Landeskunde Frankens. 4 Bände (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. XI. Bibliographien und Hilfsmittel zur fränkischen Geschichte, 3,1-4), Würzburg/Neustadt a.d. Aisch 1965-1978.

 

Unterfranken

Die Unterfränkische Bibliographie erschien für die Berichtsjahre 1963-1997 jährlich im „Mainfränkischen Jahrbuch für Geschichte und Kunst“. Seit dem Berichtsjahr 1996 sind ihre Titelaufnahmen in der Bayerischen Bibliographie enthalten. Bearbeitet wird die Unterfränkische Bibliographie an der Universitätsbibliothek Würzburg.

Die Titelaufnahmen der Jahre 1962-1987 liegen mittlerweile in einer separaten Onlineausgabe vor. Die Titel der Berichtslücke von 1946 (Ende der Fränkischen Bibliographie) bis 1961 (Beginn der Unterfränkischen Bibliographie) sollen schrittweise in die Bayerische Bibliographie nachgetragen werden.

Oberfranken

In Oberfranken erstellte der Historische Verein Bamberg bis 1996 eine „Bibliographie zur Geschichte von Stadt und Hochstift Bamberg“. Diese erschien erstmals 1980 für die Berichtsjahre 1945-1975 und dann im Abstand von rund fünf Jahren für die Jahre 1981-1995. Neuerscheinungen seit 1996 sind in der Bayerischen Bibliographie online nachgewiesen.

Coburg

Im 1920 mit Bayern vereinigten Coburg begann 1976 die Landesbibliothek Coburg, die „Coburgensia“ systematisch in der „Coburger Bibliographie“ zu erfassen. Diese erschien für die Berichtsjahre 1976-2004 jährlich im „Jahrbuch der Coburger Landesstiftung“. Seit 1999 werden die Titel in die „Bayerische Bibliographie“ eingearbeitet.

 

 

Literatur und Quellen

  • Regionalbibliographien in der Bundesrepublik Deutschland. Bestandsaufnahme und Materialien, Berlin 1991.
  • Steffi von Malottki, Die Bayerische Bibliographie im Bibliotheksverbund Bayern, in: Ludger Syré/Heidrun Wiesenmüller (Hg.), Die Regionalbibliographie im digitalen Zeitalter. Deutschland und seine Nachbarländer, Frankfurt am Main 2006, 211-222.
  • Renate Wiese (Bearb.), Alphabetisches Register zu Wilhelm Krags Literarischer Jahresrundschau 1927-1940/41, Verzeichnis des Schrifttums zur bayerischen Geschichte der Jahre 1942-1949 und Jahresbibliographie 1950-1958. München 1996.

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