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Bibliotheksalltag um 1900

Katalogisierungs-Ordnung Katalogisierungs-Ordnung, 1905-1906

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In den Jahren nach 1900 wandelte sich die K. Hof- und Staatsbibliothek, maßgeblich unter dem 1909-1929 amtierenden Direktor Hans Schnorr von Carolsfeld (1862-1933) von einer exklusiven Gelehrtenbibliothek in eine weiteren Kreisen offen stehende Forschungsbibliothek.

 

Katalogisierungs-Ordnung (1905-1906)

Digitalisierter Titel:

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden erstmals die in der Hof- und Staatsbibliothek verwendeten Hausregeln für die alphabetische Katalogisierung schriftlich gefasst. Dabei wurden die Münchner Regelungen teilweise den weitverbreiteten „Preußischen Instruktionen“ (PI) von 1899 angeglichen.

Eine erste Fassung in Manuskriptform wurde 1905/06 von Ernst Freys (1863-1956) angefertigt; das hier digitalisierte Exemplar stammt von dem Bibliothekar und späteren Leiter der Erwerbungsabteilung Emil Gratzl (1877-1957) . Überarbeitete Fassungen erschienen 1911 und 1922 im Druck.

 

Dienstes-Instruktion für die Diener der K. Hof- und Staatsbibliothek (1906)

Digitalisierter Titel:

Die 1906 erlassene Instruktion regelte in 29 Paragraphen Pflichten und Aufgaben der Diener der Bibliothek, also des einfachen Personals, das für Aufsicht, Bücherbereitstellung, Garderobe, Benutzung des elektrischen Aufzugs oder Hausöffnung zuständig war.

 

Benutzungsordnung (1907)

Digitalisierter Titel:

Die 1907 erlassene Benützungsordnung legte den Zweck der Benutzung fest – schon damals stellte die Fehlnutzung der Bibliothek ein Problem dar –, regelte die Öffnungszeiten, die Nutzung des großen Lesesaals, des Zeitschriftensaals, der Musikabteilung und des Handschriftenzimmers, die Bestellung, die Fernleihe und auch die Fotographie zu Reproduktionszwecken. Bereits 1912 wurde die Benützungsordnung erneuert.

 

Neuregelung der Gehaltsordnung (1908)

Digitalisierter Titel:

Am 19. Mai 1908 wandten sich die Kustoden, Sekretäre und Assistenten der K. Hof- und Staatsbibliothek mit einer Denkschrift an die beiden Kammern des Bayerischen Landtags und griffen damit in die Diskussion um die Neuregelung der Gehaltsordnung der Bibliothekare ein. Sie verglichen dabei die Besoldungsverhältnisse der Bibliothekare mit denen der Archivare und Gymnasialprofessoren, so dass die Denkschrift ein plastisches Bild von den Standesproblemen der wissenschaftlichen Beamten am Beginn des 20. Jahrhunderts vermittelt.

 

Alphabetisches Verzeichnis der laufenden Zeitschriften (1909)

Digitalisierter Titel:

Das 1909 veröffentlichte „alphabetische Verzeichnis der laufenden Zeitschriften“ war der erste Versuch eines bayernweiten Standortnachweises für wissenschaftliche Periodika. Die einzelnen Standorte sind durch Bibliothekssigel angegeben, in der Hof- und Staatsbibliothek gehaltene Periodika erscheinen mit der Abkürzung St. und der Signatur. Der Titel des Verzeichnisses ist insofern irreführend, als auch Schriftenreihen in ihm enthalten sind. Neben einem unveränderten Exemplar ist hier auch das Gebrauchsexemplar der Einbandstelle der Staatsbibliothek digitalisiert: Dieses enthält zahlreiche handschriftliche Eintragungen aus dem bibliothekarischen Alltag, so eine Liste der Buchbinder. Auf eingelegten Seiten sind jeweils neu angeschaffte Periodika vermerkt, so dass hier auch ein wichtiges Zeugnis des Bestandsaufbaus an der Staatsbibliothek vorliegt.

 

Realkatalog der K. B. Hof- und Staatsbibliothek. Bayern (1913)

Digitalisierter Titel:

Der heute als „Alter Realkatalog“ bekannte systematische Katalog der Bayerischen Staatsbibliothek geht in seinen Anfängen auf die Zeit um 1860 zurück. Er beschränkt sich auf die Erschließung der geographischen, historischen und kunstgeschichtlichen Bestände und wurde bis zum Erscheinungsjahr 1952 geführt. Seine Gestalt verdankt er im Wesentlichen dem späteren Münchner Ordinarius für Landesgeschichte Sigmund von Riezler (1843-1927).

Adolf Hilsenbeck (1873-1947), der seit 1911 für den Realkatalog zuständig war, verlegte dessen Standort 1913 in einen Saal des südlichen Querbaus der Bibliothek. Im selben Jahr veröffentlichte er die Übersicht der Systematik zu Bayern, die als Nachschlagewerk so beliebt war, dass sie 1919 eine Neuauflage erlebte.

 

Literatur:

  • Ingrid Rückert, Der Schrettinger-Katalog und der Alte Realkatalog. 200 Jahre Sacherschließung an der Bayerischen Staatsbibliothek, in: Bernd Lorenz (Hg.), Bibliothek und Philologie, Wiesbaden, 2005, 107-136.
  • Dies., Klassifikatorische Erschließung in der Bayerischen Staatsbibliothek, in: Kristina Knull-Schlomann (Hg.), New Perspectives on Subject Indexing and Classification. Essays in Honour of Magda Heiner-Freiling. Leipzig, 2008, S.53-62.

Hinweise zur Benutzung

Die digitalisierten Büchern stehen als Blätterversion zur Verfügung, die durch Inhaltsverzeichnisse erschlossen sind.

 

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