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Die Geschichte der Staatsbibliothek

Herzog Albrecht V. Gravur um 1900 nach einem Gemälde von Hans Müelich (1515-1572)Herzog Albrecht V. Gravur um 1900  nach einem Gemälde von Hans Müelich (1515-1572)

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Steigenberger, Historisch-Literarischer Versuch (1784)

Digitalisierter Titel:

Gerhoh Steigenberger (1741-1787), ein Pollinger Augustiner-Chorherr, wurde 1781 Hofbibliothekar in München. Seine 1784 veröffentlichte Abhandlung, ein Vortrag anlässlich des Stiftungstages der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ist die erste Veröffentlichung über die Geschichte der späteren Bayerischen Staatsbibliothek.

Steigenberger sieht die Bibliothek als Gründung Albrechts V., in die drei Büchersammlungen – Schedel, Widmannstetter und Fugger – eingeflossen seien. Er zählt dann weitere Schenkungen und Erwerbungen auf, bis hin zur 1783 übernommenen Bibliothek des Florentiner Humanisten Pietro Vettori (1499-1585).

 

Leidinger, Die K. Hof und Staatsbibliothek zu München (1906)

Digitalisierter Titel:

Georg Leidinger (1870-1945), von 1903 bis 1936 Leiter der Handschriftenabteilung, ab 1922 auch stellvertretender Leiter der Staatsbibliothek, veröffentlichte 1906 diese kleine Geschichte der damaligen Königlichen Hof- und Staatsbibliothek. Er behandelt darin im Wesentlichen die Zeit von der Gründung der Bibliothek 1558 bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, verbunden mit einem kurzen Ausblick auf die Gegenwart.

 

Hartig, Die Gründung der Münchener Hofbibliothek (1917)

Digitalisierter Titel:

Otto Hartig (1876-1945) wirkte seit 1905 an der Staatsbibliothek und leitete dort unter anderem den Realkatalog und die Kartensammlung. 1935 wurde er aus politischen Gründen an die Staatliche Bibliothek in Bamberg versetzt.

Im dienstlichen Auftrag widmete sich Otto Hartig seit Beginn seiner bibliothekarischen Tätigkeit der bis dato weitgehend unbekannten Frühgeschichte der Staatsbibliothek. 1914 legte er seine Ergebnisse in einer umfangreichen Veröffentlichung vor. Die Studie behandelt zunächst die Gründungsgeschichte der Bibliothek, inklusive der Tätigkeit des ersten Bibliothekars Ägidius Oertel (+ 1619). Daran schließt sich eine detaillierte Untersuchung der in der Bibliothek aufgegangenen Büchersammlungen an. Abdrucke wichtiger Quellen runden die bis heute grundlegende Arbeit ab. Hartig stellte unter anderem fest, dass die Schedelsche Bibliothek nicht – wie bereits von Steigenberger angenommen – durch Albrecht V. erworben wurde, sondern den Umweg über die Fuggersche Bibliothek nahm.

 

Schnorr von Carolsfeld, Deutsche Nationalbibliothek, Königliche Bibliothek und Königliche Hof- und Staatsbibliothek München (1913)

Digitalisierter Titel:

Hans Schnorr von Carolsfeld (1862-1933) war seit 1885 an der Hof- und Staatsbibliothek tätig, die er von 1909 bis 1929 als Direktor (ab 1920 mit dem Titel Generaldirektor) leitete. Schnorr von Carolsfeld sorgte in seiner Amtszeit für die Modernisierung der Bibliothek (Öffnung für größeres Publikum, Gründung einer Erwerbsabteilung).

Der hier digitalisierte knappe Beitrag Schnorr von Carolsfelds im Zentralblatt für das Bibliothekswesen von 1913 ist eine Replik auf die von Adolf von Harnack (1851-1930) herausgegebe Broschüre „Die Benutzung der Königlichen Bibliothek und die deutsche Nationalbibliothek“ (Berlin 1912). Adolf von Harnack, Generaldirektor der königlich-preußischen Bibliothek, beanspruchte darin für seine Berliner Bibliothek den Rang einer deutschen Nationalbibliothek. Dank höheren Erwerbungsetats hatte die königlich-preußische Bibliothek einige Jahre zuvor die Münchner Hof- und Staatsbibliothek an Größe übertroffen.

Gegen diese Zentralisierungstendenzen verwies Schnorr von Carolsfeld auf die Bedeutung der Königlichen Hof- und Staatsbibliothek München. Den Begriff „Nationalbibliothek“ sah er wegen der dezentralen Struktur des deutschen Bibliothekswesens kritisch.

 

Die Bayerische Staatsbibliothek in den letzten hundert Jahren (1932)

Digitalisierter Titel:

Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Grundsteinlegung des heutigen Gebäudes der Staatsbibliothek gab die Direktion der Bayerischen Staatsbibliothek eine größere, reich bebilderte Festschrift heraus, die zuerst auch in der wichtigen Heimatzeitschrift „Das Bayerland“ erschienen war.

Die in der Festschrift vereinigten Beiträge bieten ein aufschlussreiches Bild über den Zustand und das Selbstverständnis der Bibliothek Anfang der 1930er Jahre.

  • Hans Schnorr von Carolsfeld, Die Staatsbibliothek und ihre Bedeutung für die Wissenschaft (1-2)
  • Georg Reismüller, Zur Vorgeschichte des Neubaus der Bayerischen Staatsbibliothek (3-8)
  • Otto Hartig, Die Erschließung der Münchener Handschriftensammlung (9-18)
  • Ernst Freys, Die Inkunabelnsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek (19-21)
  • Franz Schuster, Zur Geschichte der Musiksammlung der Bayer. Staatsbibliothek (22-24)
  • Georg Reismüller, Hundert Jahre Bayerische Staatsbibliothek im Dienste der Wissenschaft vom Orient (25-30)
  • Paul Ruf, Die Staatsbibliothek und die Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert (30-32)

 

Halm, Die Schicksale der Bayerischen Staatsbibliothek während des zweiten Weltkrieges (1949)

Digitalisierter Titel:

In der Nacht vom 9. auf den 10. März 1943 wurde die Bayerische Staatsbibliothek durch Brandbomben stark zerstört. Weitere Angriffe trafen das Haus am 3./4. Oktober 1943, am Morgen des 25. April 1944 und am 7./8. Januar 1945. Eine kurze Beschreibung der Ereignisse, verbunden mit Fotos, die das Ausmaß der Zerstörung dokumentieren, veröffentlichte im Januar 1949 Hans Halm (1898-1965). Halm war seit 1926 an der Bayerischen Staatsbibliothek tätig und leitete seit 1938 die dortige Musiksammlung. Während des Zweiten Weltkriegs war er der Luftschutzbeauftragte der Bibliothek.

Literatur:

  • Fridolin Dressler, Bomben auf die Bayerische Staatsbibliothek. Eine Dokumentation und kritische Betrachtung der Ereignisse vor 50 Jahren, in: Bibliotheksforum Bayern 21 (1993), 223-249.

 

Hippe, Chronik der EDV-gestützten Zeitschriftenkatalogisierung an der BSB (2016)

Digitalisierter Titel:

1969 beschloss die Generaldirektion der Staatlichen Bayerischen Bibliotheken, an der Bayerischen Staatsbibliothek die Zeitschriftenkatalogisierung auf EDV umzustellen. Damit begann an der Bayerischen Staatsbibliothek der Siegeszug des Computers, der Bibliothek und Wissenschaft binnen weniger Jahrzehnte dramatisch verändern sollte. Die Chronik entstand erstmalig 2009, 40 Jahre nach dem Beschluss, erstmalig EDV an der Bayerischen Staatsbibliothek zu verwenden. Im Dezember 2008 war die vollständige EDV-Erfassung der Zeitschriften abgeschlossen worden. Die aktuelle Fassung der Chronik wurde im April 2016 erstellt.

 

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