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Carmina Burana

Die Anthologie der Carmina Burana ist eine der berühmtesten und wertvollsten Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek. Sie gilt als die bedeutendste Sammlung weltlicher mittellateinischer Dichtung (sog. Vagantenlyrik). Gleichzeitig überliefert sie herausragende Zeugnisse mittelhochdeutscher Lyrik des frühen 13. Jahrhunderts. Ihren Titel erhielt sie von dem Sprachforscher Johann Andreas Schmeller (1785-1852), der 1847 die erste Gesamtausgabe besorgte. Einer breiten Öffentlichkeit wurden die Carmina Burana im 20. Jahrhundert durch die Vertonung Carl Orffs (1895-1982) bekannt.

Die Handschrift stammt aus dem Kloster Benediktbeuern, ist allerdings nicht dort entstanden. Wahrscheinlich wurde sie um 1230 im östlichen Alpenbereich Kärntens oder der Steiermark gefertigt, möglicherweise in Friesach (Kärnten). Auch Südtirol kommt als Entstehungsregion in Betracht. Wie die Carmina Burana nach Benediktbeuern kamen, ist unbekannt. Im Zuge der Säkularisation wurden sie 1803 nach München verbracht.

Von der Handschrift existiert nur das eine Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek. Es enthält 318 Texte, wovon drei Fünftel sonst nirgends überliefert sind. Am Anfang des Werks finden sich moralisch-satirische Dichtungen; die darauf folgenden Liebeslieder bilden den größten inhaltlichen Block. Zusätzlich sind Trink- und Spielerlieder sowie geistliche Spiele enthalten. Einige der anonym überlieferten Texte konnten bedeutenden Autoren wie z.B. Otto von Botenlauben (gest. 1254), Walther von der Vogelweide (gest. 1230), Reinmar (gest. vor 1210) oder Neidhart (gest. um 1240) zugeordnet werden.

Von höchstem Rang ist auch die Ausstattung der Handschrift. Meist sind Liederhandschriften überhaupt nicht illustriert worden. Die Carmina Burana weisen indes kunstvoll gestaltete Miniaturen auf, die auf den Inhalt der Werke abgestimmt sind. Auch einige ganzseitige Bilder sind enthalten.

Hier wird zunächst das Volldigitalisat der Carmina Burana mit der Signatur Clm 4660 präsentiert. Zusätzlich können sieben Fragmente gezeigt werden, die 1880 in der Bayerischen Staatsbibliothek aufgefunden wurden (Fragmenta Burana, Signatur Clm 4660a).

Matthias Bader

Literatur

  • Günter Glauche, Katalog der lateinischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München: Die Pergamenthandschriften aus Benediktbeuern: Clm 4501-4663 (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis; T. 3, Ser.nov. Ps. 1), Wiesbaden 1994 (Digitalisierte Fassung bei Manuscripa Medievalia).

 

Clm 4660

carminaburana3

Bayerische Staatsbibliothek, Clm 4660
Ehemals Kloster Benediktbeuern.

Kärnten/Steiermark oder Südtirol, um 1230 bis 14. Jahrhundert.

 

Zum Digitalisat

 

Weiterführende Informationen:
Handschriftenbeschreibung von Glauche, 1994

Johann Andreas Schmeller, Carmina Burana. Lateinische und deutsche Lieder und Gedichte einer Handschrift des 13. Jahrhunderts aus Benedictbeuern, Stuttgart 1847

 

 

Clm 4660a

carminaburana2_fragmenta

Bayerische Staatsbibliothek, Clm 4660a
Ehemals Kloster Benediktbeuern.

Kärnten/Steiermark oder Südtirol, um 1230 bis 14. Jahrhundert.

 

Zum Digitalisat

 

Weiterführende Informationen:
Handschriftenbeschreibung von Glauche, 1994

 

 

Hinweise zur Benutzung

Die Handschriften liegen als Blätterversionen vor. Sie sind durch Inhaltsverzeichnisse erschlossen.

 

Angaben zum Projekt

Die Digitalisierung der Handschriften erfolgte durch das Münchener Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek.

Bayerische Staatsbibliothek München (BSB) - Information in erster Linie.
Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)