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Cozroh-Codex Regesten fol. 173v - 266v

Cozroh-Codex: Beginn der Urkunden Bischof Hittos auf fol. 187. Cozroh-Codex: Beginn der Urkunden Bischof Hittos auf fol. 187.

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Erschließung der Handschrift HL Freising 3a - Digitale Edition

 

von Adelheid Krah
Institut für Österreichische Geschichtsforschung
Universität Wien

 

 

 

 

 

f. 173v-178 Ursprünglich unbeschrieben; Nachträge von Gerichtsentscheidungen der Amtszeit Bischof Hittos aus den Jahren 818, 822, 828. Mehrere Texte sind von Cozrohs Hand kopiert.
f. 173v-175 (Atto nr. 212) Nachtrag zu Hitto. Gerichtsurkunde des kaiserlichen Sendgerichts zu Allershausen (Gde., Lkr. Freising), 822 VIII 31 (TF 475). Im Streit um die Rechte an der Kirche zu Kienberg unterliegt Bischof Nidker/Nitker von Augsburg gegen Hitto. Lit.: Diepolder, Aribonen 107, zu Anthugi, dem „defensor“ Nidkers.
f. 175-176v (Atto nr. 213) Gerichtstag Hittos an der Pfettrach und in Allershausen (Gde., Lkr. Freising), 818 IX 15 (TF 401a, b, c). – Lit.: Störmer, Gerichtsprozesse 261.
f. 176v-177v (Atto nr. 214) Nachtrag einer Gerichtsentscheidung der Amtszeit Hittos. Placitum in Föhring (Oberföhring, Teil des 13. Stadtbezirks v. München) der Bischöfe Hitto von Freising und Baturich von Regensburg sowie der „missi dominici“ Hatto und Kisalhard. Adaluni verliert den Prozess um die Kirche zu (Hinter)Holzhausen; 822 IV 14 (TF 466). – Lit.: Brown, Unjust seizure 147f.
f. 179-184v Verzeichnis der Traditionen der Bischofszeit Hittos.
f. 187-193v Urkundenkonvolut, datiert nach den Kaiserjahren 812-814 Karls d. Gr.
f. 187 (Hitto nr. 1) „Traditio Deotcozi ad Richareshusum et Folmoti fratris sui”, 812 VI 12 (TF 303); Initienblatt. Beginn der Traditionen der Bischofszeit Hittos, Schenkung und Präkarienvertrag. Lit.: Krah, Cozroh 421, 424 [pdf]. Reichertshausen (Gde., Lkr. Pfaffenhofen a.d. Ilm). Vgl. auch TF 96, HL Freising 3c, f. 14: Die „femina religiosa Toza“ schenkt ihr Bethaus zu Reichertshausen, 779 VI 16 (Arbeo nr. 63) verlorene Lage VIII von HL Freising 3a. – Lit.: Störmer, Adelsgruppen 155f.
f. 187v (Hitto nr. 2) „Traditio Cundharti presbiteri ad Pleoningas et Liuthrammi”, 813 I 19 (TF 305). Cundhart und sein Neffe Liutram verschenken ihre Eigenkirche in Pliening (Gde., Lkr. Ebersberg). – Lit.: Krah, Cozroh 423 [pdf].
f. 188 (Hitto nr. 3) „Traditione Purcsona“, 812 V 7 (TF 302). Kurze Aufzeichnung der Schenkung von Eigenbesitz in Kleinviecht (Kirchdorf, Gde. Langenbach, Lkr. Freising) durch Purcson, die sich ein lebenslanges Nutzungsrecht vorbehält; Schreiber: Tagobert, Diakon.
f. 188v (Hitto nr. 4) Paldachar und seine Frau schenken gemeinsam Erbbesitz in Ismaning (Gde., Lkr. München), 814 II 5 (TF 314), Memorialstiftung.
f. 189-190 (Hitto nr. 5) „Traditio Suuidharti diaconi“, 812 IV 23 (TF 300). Kopiale Schenkungsurkunde über das Rechtsgeschäft des betagten Diakons Suuidhart, der im Beisein zahlreicher Zeugen am Altar der hl. Maria und an der „archa“ des hl. Corbinian seinen umfänglichen mütterlichen Erbbesitz in Anzing (Gde., Lkr. Ebersberg oder Gde. Dorfen, Lkr. Erding) übereignet, vorbehaltlich eines lebenslangen Nutzungsrechtes für seinen Neffen Atto; Schreiber: Tagobert, Diakon.
f. 190 (Hitto nr. 6) Cundhart schenkt seinen „ad Perke“ erworbenen Eigenbesitz, sein Neffe Liuthram den dort von seinen Brüdern ererbten zu ihrer beider Seelenheil; 812 IV 23 (TF 301); Ort wohl Berg am Laim, heute Stadtteil von München.
f. 190-190v (Hitto nr. 7) „Traditio Podalunc et Reginhart ad Mahsminreine“, 813 IX 28 (TF 309). Kurze Aufzeichnungen von zwei Schenkungen zunächst durch Podalunc und Reginhart in Maxlrain (Kirchdorf, Gde., Tuntenhausen, Lkr. Rosenheim) und Högling (Kirchdorf, Gde. Bruckmühl, Lkr. Rosenheim), dann auf f. 190v durch Hrodmunt „ad Ehsingas“ mit gleichen Zeugen; Schreiber: Tagobert, Diakon.
f. 190v-191 (Hitto nr. 8) Notitia zur Ausstattung und Eigenkirchgründung Hahmunts „ad Perge“ zur Zeit Bf. Attos; Renovatio und weitere Ausstattung durch ihn und seine Mutter Ellanpirc bei der Kirchweihe durch Hitto im Beisein zahlreicher Zeugen; 813 I 20 (TF 306); wohl Kirchgründung von Berg am Laim, heute Stadtteil von München; Lit.: Mayr, Ebersberg 77.
f. 191-191v (Hitto nr. 9) „Traditio Starcholfi presbiteri et Hattoni“, 814 I 8 (TF 311). Kurze Aufzeichnung des Rechtsgeschäfts der Geistlichen Starcholf und Hatto mit Bf. Hitto in Anwesenheit illustrer Zeugen, angeführt von Graf Uuago und seinem Sohn Uuerinher. Sie übergeben ihren Besitz an vier Orten - ausgenommen sechs Äcker und zwei Weideflächen - in die Hand des Bischofs, um ihn als geistliches Lehen zurück zu erhalten; Schreiber: Tagobert, Diakon.
f. 191v (Hitto nr. 10) „Traditio Orendil comitis ad Scamaha”, 814 I 15 (TF 313). Schenkung Gf. Orendils an Freising. Er erhofft die Nachfolge eines seiner Söhne im Grafenamt und sichert diesem vertraglich den genannten Schenkungsbesitz als Benefizium. Ort v. Störmer als Schammach (Lkr. Ebersberg) identifiziert. – Lit.: Jahn, DB 322; Störmer, Früher Adel II 458, 562.
f. 192-192v (Hitto nr. 11) „Traditio Piettonis ad Uuelamotesâhu“. Protokoll in Urkundenform über den Verlauf der Seelgerätstiftung des Pietto betreffend ein Drittel seines Erbbesitzes. Freising,  „in basilica beatae Mariae“ 814 VII 1 (TF 319); Schreiber: Tagobert, Diakon.
f. 192v-193 (Hitto nr. 12) Kurze Notitia über die in Hohenkammer (Gde., Lkr. Freising) erfolgte Schenkung der dort gelegenen Allodialbesitzungen Leidrats, 813 XII 3 (TF 310). Lit.: Vgl. Semmler, Zu den bayrisch-westfränkischen Beziehungen 402ff. – Der Spitzenzeuge Paldachar begegnet als Schenker im Jahr 814 im Kontext dieses Aktenkonvoluts (vgl. Hitto nr. 4).
f. 193
(Hitto nr. 13) Cartula über das Vermächtnis des Erbbesitzes der Priesterbrüder Deotbald und Deotpato zu Holzhausen (unbestimmt, vielleicht Holzhausen, Kirchdorf, Gde. Alling, Lkr. Fürstenfeldbruck oder Holzhausen am Starnberger See, Gde. Münsing, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen), 814 IV 2 (TF 316); Schreiber: Tagobert, Diakon.
f. 193-193v
(Hitto nr. 14) Cartula über das Vermächtnis des Priesters Andreas. Nach seinem Tod sowie dem Tod seines Neffen Arnolt soll sein Erbbesitz an Freising fallen. Freising, „in basilica beatae Mariae“ 814 I 10 (TF 312); Schreiber: Tagobert, Diakon.
f. 193v-194v (Hitto nr. 15) „Traditio Eioni presbiteri ad Holze“, 814 IX 18 (TF 323). Kopiale Urkunde über die Erneuerung der Anbindung der Eigenkirche des Poapo in Holzen an der Attel (südlich Erding) durch seine Söhne, den Priester Eio und dessen Bruder Alphart; Schreiber: Tagobert, Diakon; illustre Zeugen, angeführt von Graf Liutpald.
f. 194v
(Hitto nr. 16) „Traditio Kerhohi ad Pettinpah“. Kurze kopiale Urkunde über die Schenkung von Erbbesitz in Langenpettenbach (Pfarrdorf, Gde. Markt Indersdorf, Lkr. Dachau) und Ried durch Kerhoh. Freising, „in domo sanctae Mariae“, 814 VI 22 (TF 318a); Schreiber: Tagobert, Diakon, auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 195 Notiz über die Begleichung des Wergeldes durch Hleopehrt für den Priester Hroadolf an Kernand in Form von Grundbesitz in Allershausen (Pfarrdorf, Gde., Lkr. Freising) in Anwesenheit von Graf Mezzi, dem Centenarius Deothart u.a.; Schreiber: Tagobert. (TF 318b).
f. 195-195v
(Hitto nr. 17) „Traditio Sigipaldi“, 814 X 7 (TF 328). Notitia über das Rechtsgeschäft des Sigipald zu Puchschlagen (Kirchdorf, Gde. Schwabhausen, Lkr. Dachau), der sein dort errichtetes Bethaus mit Erbbesitz (von Mutter und Vater) ausstattete, von Bf. Hitto weihen und mit Reliquien versehen ließ, wobei das Bethaus nach Sigipalds Tod dem „monasterium sancti Marie in castro sito Frigisinensis“ zufallen soll.
f. 195v-196
(Hitto nr. 18) „Traditio Uuilliperhti“, 814 VIII 25 (TF 320). Der Diakon Willibert erhält im Beisein illustrer Zeugen seinen Eigenbesitz als Lehen auf Lebenszeit von Bf. Hitto. Komm.: Gelehrte Ausfertigung der Urkunde durch den Empfänger; die Zeugenreihe führen Graf Liutpald und der „missus dominicus“ Engilpoto an.
f. 196 (Hitto nr. 19) „Traditio Rihpaldi clerici ad Crazun”, 814 XI 12 (TF 329). Priestertradition; vgl. f. 277v (Hitto nr. 155, TF 447).
f. 196v Schreiber: Cozroh, im Mittelteil ein weiterer Schreiber (Z. 8-17).
f. 197-197v
(Hitto nr. 20) „Traditio Oadalscalchi ad Tegardorf presbiteri“, 814 VI 9 (TF 317). Kopiale Beurkundung des Rechtsgeschäfts über die Kirche zu Degerndorf (Kirchdorf, Gde. Münsing, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen), welche vom Stifter, dem Priester Odalscalch, Bf. Hitto übereignet wurde unter dem Vorbehalt der Nutzungsrechte für sich und seinen Neffen Cundhar, der die Kirche ebenfalls mit Erbbesitz bestiftete. Schreiber: Tagobert, Diakon.
f. 197v-198v
(Hitto nr. 21) „Traditio Freidoni presbiteri ad Ominpach, 814 IX 18 (TF 324). Kopie der Beurkundung über die Vollstreckung des Testaments des Priesters Freido, der seine Kirche zu Oberumbach (Gde. Pfaffenhofen a.d. Glonn, Lkr. Dachau) durch seinen Rechtsbeistand Hadolt der hl. Maria in Freising vermachte; der Rechtsakt fand „in concilium Engilhardi comitis“ in Anwesenheit Bf. Hittos statt. Schreiber: Tagobert, Diakon. Komm.: Vgl. f. 199v-200v (Hitto nr. 25).
f. 198v-199
(Hitto nr. 22) Osuni übergibt für seine Seelenheil und das seines Neffen Alprih seinen Erbbesitz an der Moosach zu „Prochintal“ an Bf. Hitto und das Kloster des hl. Corbinian zu Freising („in vestra [possessio] vel ipsius monasterii sancti Corbiniani tradimus“); 814 IX 8 (TF 322).
f. 199-199v
(Hitto nr. 23) Die Nonne Soanpurc („deo consecrata ancilla“) übergibt ihren Erbbesitz zu „Tisinhusir“ mit Hilfe ihres Rechtsbeistands („cum advocato meo“) Hato dem Gotteshaus der hl. Maria in Freising, ausgenommen acht Tagwerk und einen Ort mit eineinhalb „mancipia“. Sie errichtet damit für sich, ihren Sohn Alprih und ihren [verstorbenen] Mann Haduni eine Memoria. 814 IX 18 (TF 325); Schreiber: Tagobert auf Anweisung Bf. Hittos.
f.199v
(Hitto nr. 24) Notiz über die Schenkung des „territorium quod vulgo dicitur einan hluz“ - also durch Los erworbenes Land - durch Rihher in Zell („de Cella“). 814 IX 23 (TF 326); Schreiber: Tagobert, Diakon, auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 199v-200v
(Hitto nr. 25) „Evindicatio de causa Freidoni presbiteri“, 814 X 2 (TF 327). Urkunde des Gerichtstages Bf. Hittos und Graf Engilhards zu Bergkirchen (Gde., Lkr. Dachau), auf welchem die Ansprüche Dritter auf die an Freising zur Zeit Bf. Attos vom Priester Freido geschenkte Kirche zu Odelzhausen (Gde., Lkr. Dachau) durch Zeugenbeweis entkräftigt wurden.
f. 200v-201
(Hitto nr. 26) „Beneficium Coteperhti seu traditio eius“, 814 III 31 (TF 315). Protokoll über das Rechtsgeschäft Bf. Hittos mit seinem früheren Dienstmann Cotabert, welchen Hitto in seiner Funktion als Pate von dessen Sohn Oadalker mit einem Lehen in Oberottmarshausen („Otmareshard“ Pfarrdorf, Gde., Lkr. Augsburg) ausgestattet hatte. Seinen kärglichen Allodialbesitz von einem kleineren Wirtschaftshof mit zwei unfreien Arbeitskräften tradiert Coteperht nun, bedingt sich aber die Nutzungsrechte aus, ebenso für seinen Sohn. Schreiber: Tagobert, Diakon, auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 201-201v
(Hitto nr. 27) „Traditio Seliperhti“, 814 XI 17 (TF 330). Das von Seliperht auf seinem Hof am Ort „Husir“ erbaute, von ihm mit 30 Tagwerk, fünf unfreien Arbeitskräften und Wiesen im Ertrag von zwölf Fuder Heu und weiteren Gebäuden im Eigenbesitz ausgestattete, sodann von Bf. Hitto geweihte und mit Reliquien versehene Bethaus übereignet Seliperht im Beisein zahlreicher Zeugen an Hitto und das Gotteshaus der hl. Maria in Freising mittels Übergabe des Altartuchs; er behält jedoch für sich und seinen Sohn Job die Nutzungsrechte.
f. 201v-202v
(Hitto nr. 28) Kopiale Überlieferung der Schenkungsurkunde der Brüder Mezzi und Pirtilo, mit welcher sie umfangreichen Besitz zu Forstinning („in pago et loco Undeoingas“, Pfarrdorf, Gde., Lkr. Ebersberg) zur Sicherung ihres Seelenheils im Beisein illustrer Zeugen an  und Bf. Hitto übergeben, sich jedoch auf Lebenszeit die Nutzungsrechte vorbehalten; 814 VIII 29 (TF 321). - Komm.: Die Namen der Tradenten sind in der geistlichen Empfängerausfertigung zusätzlich am Ende der illustren Zeugenreihe verzeichnet, die Graf Job anführt; ausführliche Pertinenzformel.
f. 202v-203v (Hitto nr. 29) „Donatio Hittonis episcopi”, 815 XI 5 (TF 352). Gemeinsame Schenkung Bf. Hittos und seiner Schwester Cotesdiu; Datierung nach dem 2. Kaiserjahr Ludwigs d. Fr. und dem 1. Jahr der Königsherrschaft Lothars in Bayern. – Lit.: Krah, Cozroh 425f. [pdf].
f. 203v-204v (Hitto nr. 30) „Traditio Uuagoni capellani et Totoni laici“, 815 III 13 und 815 IV 20 (TF 333a, b). Rechtsgeschäft des Kaplan Uuago zu Pfettrach (Gde. Wang, Lkr. Freising) an zwei Terminen: Zunächst erwirb Uuago eine Kolonie am Nandlbach zu Pfettrach von seinem Oheim Toto, wobei im Kaufvertrag die spätere Schenkung an Freising festgehalten wurde. Im zweiten Schritt wird in Freising in Anwesenheit des Domkapitels eine testamentarische Schenkungsurkunde für den Zeitpunkt ihres Ablebens erstellt, welche die Erweiterung der bereits in Pfettrach bestehenden Familienstiftung durch die Kolonie des Toto festhält. Schreiber: Tagobert [jetzt] „presbiter et monachus“ auf Anweisung Bf. Hittos. - Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern („anno primo Hlotharii regis in Baioaria“).
f. 203v-210v Priestertraditionen.
f. 204v-205v (Hitto nr. 31) „Traditio Zeizoni presbiteri ad Rota flumine“, 815 VIII 6 (TF 344). Der „bibelfeste“ und im kanonischen Recht kundige Priester Zeizo schenkt seinen gesamten Besitz im Rottgau am Ort Rott („in pago et in loco Rota“) dem Kloster der hl. Maria auf dem Burgberg in Freising („in vestra vel ipsius monasterii sanctae Mariae tradimus in castro sito Frigisinensis“), welchem Bf. Hitto vorstehe. Schreiber: Pirhtilo auf Anweisung Bf. Hittos. - Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern.
f. 206-206v
(Hitto nr. 33) „Traditio Cundhart comitis ad Mosaha“, 815 X 2 (TF 349). Die von Graf Cundhart auf Eigenbesitz am Ort Moosach erbaute, von seiner Frau Adalfrit mit Eigenbesitz ausgestattete und von Bf. Atto einst geweihte Kirche wird nach dem Tod Cundharts von Adalfrit im Beisein ihres Bruders Hiltolf und ihrer Verwandten auf einer öffenlichen Synode zu Freising vor Bf. Hitto, den Erzpriestern Heribert und Johannes u.a. unter Schenkung weiteren Erbbesitzes mit Zugewinn erneuert. Schreiber: Tagobert, Priester, auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 205v-206 (Hitto nr. 32) „Traditio Spulit ad Uuinimunteshusir”, 815 X 2 (TF 348). Ausführliche Notitia der Schenkung von Erbbesitz in Wiedenzhausen (Gde. Sulzemoos, Lkr. Dachau) durch Spulit mit anschließendem Nutzungsvertrag auf Lebzeiten. Spulit begegnet auch als Vogt der Freisinger Bischofskirche. Lit.: Störmer, Gerichtsprozesse 263. – Vgl. auch f. 342 (Hitto nr. 266, TF 579)
f. 206-206v (Hitto nr. 33) „Traditio Cundhart comitis ad Mosaha“, 815 X 2 (TF 349). Die von Graf Cundhart auf Eigenbesitz am Ort Moosach erbaute, von seiner Frau Adalfrit mit Eigenbesitz ausgestattete und von Bf. Atto einst geweihte Kirche wird nach dem Tod Cundharts von Adalfrit im Beisein ihres Bruders Hiltolf und ihrer Verwandten auf einer öffenlichen Synode zu Freising vor Bf. Hitto, den Erzpriestern Heribert und Johannes u.a. unter Schenkung weiteren Erbbesitzes mit Zugewinn erneuert. Schreiber: Tagobert, Priester, auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 206v-207v (Hitto nr. 34) Die beiden Priester Othelm und Oadalhart übergeben gemeinsam die von ihnen gegründete und mit Erbbesitz ausgestattete Kirche zu Purfing („Purolfinga“, Kirchdorf, Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg) komplett dem Gotteshaus der hl. Maria und des hl. Bekenners Corbinian zu Freising, „ubi sedis episcopi sanctae Mariae ab omnibus catholicis honorifice celebratur“. 815 VI 23 (TF 341); Schreiber: Tagobert, Priester.
f. 207v (Hitto nr. 35) „Traditio Uualdberti“, 815 X 2 (TF 350). Lit.: Krah, Cozroh 422, A. 31 [pdf].
f. 208 (Hitto nr. 36) „Traditio Remeio monachi e(t) Sonperht diaconi“, 815 III 15 (TF 334). Der Mönch Remeio (Remigius/Remedius) und sein Sohn „Sonperht diaconus“ verschenken ihre Eigenkirche zu Gremertshausen (Gde. Kranzberg, Lkr. Freising), westlich von Freising. Lit.: Störmer, Romanen und Slawen als Grundherren in der karolingischen Diözese Freising, in: Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg 52, Würzburg 1998, 1-13; Heitmeier, Inntal 260. – Unter den Zeugen/Grenznachbarn der Notitia finden sich ein Poapo und ein Simon Sclauus.
f. 208v-209
(Hitto nr. 37) „Beneficium Jacob abbatis ad Uuelamotesaha“, 815 V 10 (TF 338). Urkunde Bf. Hittos, mit welcher er den fränkischen Abt Jacob (vielleicht Abt von Ilmmünster) mit dem Besitz Freisings in Wolnzach (Gde., Lkr. Pfaffenhofen a.d.Ilm) belehnt  („ad suum opus vel ad vitam eius hoc teneat“). Sollte der Abt sein [weiteres] Lehen - „beneficium in Francia“ - verlieren, so soll sich der Jahreszins von 10 fränkischen Solidi auf drei verringern. Schreiber: Tagobert, Priester. - Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern.
f. 209-209v
(Hitto nr. 38) „Traditio Heripaldi et Adalhardi presbiter“, (s.d.), (TF 434c). Abschließende Notiz über die Besitztradition der Priester Heripald und Adalhart auf der Versammlung in Ottershausen (Gde. Haimhausen, Lkr. Dachau) vor Bf. Hitto und den Grafen Engilhart, Liutpald, Orendil und Ellanperht im April 820. - Komm.: Vgl. die Vorurkunde f. 266v-267 (Hitto nr. 132).
f. 209v-210
(Hitto nr. 39) Heinrich erneuert und erweitert die Schenkung seines Vaters Magrih am Ort Laber („Lapara“), die dieser einst mit Zustimmung Herzog Tassilos dem Bf. Aribo und Freising vermacht hatte, 815 V 6 (TF 337). Schreiber: Tagobert, Priester, auf Anweisung Bf. Hittos. - Überlieferung des Rituals der Inbesitznahme über drei Nächte durch Bf. Aribo. Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern.
f. 210-210v (Hitto nr. 40) „Traditio Helmberti et Mezzi“, 815 VI 24 (TF 343). Gerichtsnotitia zur Sicherung der Schenkung des verstorbenen Helmperht durch Präkarienvertrag zugunsten seines Bruders Mezzi unter Ausschluss des erbberechtigten, nicht namentlich genannten Sohnes. Vgl. die Namenlücken im Text auch zu Ort und „mancipia“. Spitzenzeuge ist „Ellanperht iudex“.
f. 210v-211v (Hitto nr. 41) „De eclesia (sic!) Sancti Johannis ad Feringa“, 815 X 2 (TF 351). Synodale Gerichtsentscheidung bezüglich der Eigentumsrechte von Freising an der Johanneskirche in Oberföhring (Stadtteil v. München); diese restituiert der Diakon Huuezzi und empfängt sie anschließend als Benefizium gegen jährlichen Naturalzins. Datierung nach dem 2. Kaiserjahr Ludwigs d. Fr. und dem 1. Jahr der Königsherrschaft Lothars I. in Bayern. – Lit.: Brown, Unjust seizure 145f.
f. 211v-212
(Hitto nr. 42) „Traditio Folchrati ad Perge iuxta [fluvium Clana]“, 815 IX 24 (TF 347a, b).  Protokollartige Aufzeichnung der Schenkung zu Glonnbercha (Kirchdorf, Gde. Petershausen, Lkr. Dachau) durch den Adeligen Folcrat auf der Versammlung Bf. Hittos und des Grafen Ellanpert und zu Pliening („in pago qui dicitur Pleoninga“, Kirchdorf, Gde., Lkr. Ebersberg) sowie spätere Erneuerung der Schenkung durch Folrat auf einer Synode in Freising; Schreiber: Pirhtilo. - Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern.
f. 212v
(Hitto nr. 43) Kurze Notiz über die Besitzbestätigung der Kirche in „Poapincella“ (Zell bei Aßling, Gde., Lkr. Ebersberg) nach dem Tode Rihkers durch gemeinsame Inspektion seines Sohnes Chraft und der Rechtsbeistände Bf. Hittos, Sindeo und Einhard. 815 II 19 (TF 331); vgl. (Hitto nr. 24), (TF 326).
f. 212v (Hitto nr. 44) „Traditio Lanfridi seu venditio“, 815 II 19 (TF 332). Notitia eines Kauf/Tauschgeschäftes: Lantfrid verkaufte vier Parzellen Wald in Poapincella ebendort an den Freisinger Vogt Sindeo, der im Auftrag von Bf. Hitto den Wald gegen ein Pferd erwarb.
f. 213
(Hitto nr. 45) Der Priester Oadalpald, welcher zur Zeit Hz. Tassilos seinen Erbbesitz in Adelzhausen (Pfarrdorf, Gde., Lkr. Aichach-Friedberg) der hl. Maria in Freising in die Hand Bf. Aribos geschenkt und diese Schenkung auch seinem Nachfolger Bf. Atto bestätigt hatte, erneuert sie für Bf. Hitto ein weiteres Mal. 815 IV 13 (TF 335); Schreiber: Tagobert, Priester.
f. 213v-214
(Hitto nr. 46) Der Priester Cozolt zu Hohenschäftlarn (Pfarrdorf, Gde. Schäftlarn, Lkr. München) tradiert seine mit Familienbesitz ausgestattete Kirche, behält sich jedoch drei unfreie Arbeitskräfte zurück. 815 VI 23 (TF 342); Schreiber: Tagobert, Priester. - Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern.
f. 214-214v
(Hitto nr. 47) Kopial erhaltene Schenkungsurkunde des Bethauses zu Fröttmaning (Stadtteil von München) im gleichnamigen Gau durch Situli an das „monasterium Frigisinensis, ubi sanctus Corbinianus in corpore requiescit“. Die Ausstattung des Bethauses - „oratorium hereditare“ - mit Besitz wird im Einzelnen „contra filios et uxorem“ vor der Weihe durch Bf. Hitto geregelt; 815 IV 19 (TF 336).
f. 215-216
(Hitto nr. 48) Die Priester Jacob und Symon begeben sich auf der Synode Bf. Hittos und seines Rechtsbeistands Sigiperht im Beisein des Grafen Job zu Grüntegernbach (Gde. Dorfen, Lkr. Erding) in die Gefolgschaft Bf. Hittos („commendaverunt se in manus Hittonis episcopi ad servitium“), um das Lehen ihres Oheims, des Priesters Arperht, zu erhalten - eine „redditio“ des Besitzes an die Neffen. 815 (TF 345); Schreiber: Pirhtilo. - Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern.
f. 216-216v
(Hitto nr. 49) „De ecclesia Uuaningi presbiteri“, 815 IX 18 (TF 346). Kurze Aufzeichnung der „Renovatio“ der Schenkung der Kirche zu Oberstrogn (Gde. Bockhorn, Lkr. Erding) durch den Ortspriester Uuaning im Beisein von Graf Job und weiteren illustren Zeugen, wobei vereinbart wurde, dass sein Bruder Deotpald als künftiger Ortspriester diese Kirche als Lehen erhalten soll. - Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern.
f. 216v
(Hitto nr. 50) Auf Mahnung Bf. Hittos erneuert der offenbar dem Domkapitel angehörende Priester Uuafanheri seine zur Zeit Bf. Attos getätigte Schenkung zu Frauenvils (Gde. Taufkirchen, Lkr. Erding) auch hinsichtlich der weiteren Besitzerwerbungen von ihm an diesem Ort, ausgenommen ist eine unfreie Arbeitskraft („mancipium“); 815 VI 14 (TF 340).
f. 216v-217v
(Hitto nr. 51) Auf der Synode Bf. Hittos in Eching (Gde., Lkr. Freising) tradiert Lantperht Erbbesitz des Grafen Liutpald zu Huppenberg („Huckinperg“, heute Filialkirche St. Margareta Huppenberg, Gde. Wackersberg, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen) entlang der Rottach als Memoria. 815 V 15 (TF 339); Schreiber: Pirhtilo. - Datierung auch nach dem ersten Königsjahr Lothars in Bayern. - Zu den Freisinger Provinzialsynoden vgl. W. Hartmann, Die Synoden der Karolingerzeit im Frankenreich und in Italien, Paderborn u.a. 1989, S. 147ff, allerdings begrenzt auf die Zeit Arns von Salzburg und mit Fokus auf Salzburg.
f. 217v-218
(Hitto nr. 52) Vom Schreiber Pirhtilo in der zu Freising gehörenden Kirche zu Schwindkirchen (Gde. Dorfen, Lkr. Erding) ausgefertigte Urkunde, mit welcher die Entscheidung Bf. Hittos über das vom Priester Haguno zurückgegebene Lehen zu Rimbach („Hrindpah“ vermutlich der zur Gde. Schwindegg gehörende Weiler, Lkr. Mühldorf a.Inn; vgl. auch Die Urpositionsblätter der Landvermessung in Bayern, Dorfen und Umgebung im Jahre 1878) zugunsten seine Neffen Sindperht festgehalten wurde; 816 I 17 (TF 353). Die Narratio der Urkunde nimmt auf eine Predigt- und Visitationsreise Bf. Hittos durch seine Diözese Bezug.
f. 218-219
(Hitto nr. 53) Der Priester Liutperht schenkt in Freising vor Bf. Hitto und der Versammlung der gesamten Kongregation dem Gotteshaus der hl. Maria und dem Kloster zu Freising, wo der hl. Corbinian im Körper ruht, den von seinen Eltern und seinem Bruder ererbten Besitz in Altham (Kirchdorf, Gde. und Lkr. Erding) - „in loco nominato Altheim“, ausgenommen sind zwei unfreie Arbeitskräfte, um Vergebung für seine Verfehlungen zu erlangen, weil er sich auf Romfahrt zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus begibt. 816 IV 29 (TF 360). -Datierung auch nach dem zweiten Königsjahr Lothars in Bayern. Schreiber: Pirhtilo auf Anweisung Bf. Hittos. Komm. zur Handschrift: Schöne C-Initiale am Textbeginn.
f. 219-219v
(Hitto nr. 54) Vergleich zwischen Bf. Hitto und Graf Oadalscalh betreffend die Besitzungen des Bistums in Berbling (Gde. Bad Aibling, Lkr. Rosenheim), welche die Herzogin Liutpirc einst entfremdet und Abt Hephilo in Herrenchiemsee (Insel, Gde. Chiemsee, Lkr. Rosenheim) übereignet hatte und welche in den Besitz des Grafen Oadalscalh gekommen waren; 816 XII 20 (TF 368). Die Narratio der Urkunde weist auf das Unterfangen Hittos hin und auf die Befragung von Schöffen. Datierung auch nach dem zweiten Königsjahr Lothars in Bayern (!). Schreiber: Tagobert auf Anweisung Bf. Hittos. - Lit.: vgl. MGH DD K.d.Gr. 162 (Regensburg 788 X 25), die kopial aus dem 13. Jh. überlieferte Schenkung des Männerklosters Chiemsee durch Karl d. Gr. an das Erzbistum Metz, wo allerdings nur von den „malignos homines Odilonem et Tassilonem“ die Rede ist; zu Liutpirc vgl. F. Unterkircher, Die Glossen des Psalters von Mondsee, 1974, S. 42, ferner in: Germania Benedictina, Die Männer- und Frauenklöster der Benediktiner in Bayern Neuauflage, St. Ottilien 2014.
f. 219v-220
(Hitto nr. 55) Vertrag des Liutto mit Bf. Hitto, mit welchem jener - erkrankt, Priester und Mönch geworden - durch seinen Bruder und Rechtsbevollmächtigten Cotabert der Bischofskirche seinen Besitz von zwei Wirtschaftshöfen mit Arbeitskräften, Pferden und Vieh in Grünbach (Kirchdorf, Gde. Bockhorn, Lkr. Erding) übereignet. Die Zeugenreihe lässt erkennen, dass Liutto in die Gruppe der Geistlichen aufgenommen wurde, welchen der Status „presbiter et monachus“ zukam. 816 IX 10 (TF 366); Datierung auch nach dem ersten (sic!) Regierungsjahr König Lothars in Bayern. Schreiber: Tagobert, Priester, auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 220-221 Priestertraditionen im Kontext:
f. 220-221 (Hitto nr. 56) Protokoll einer Gerichtsentscheidung in Freising über die Zugehörigkeit und Ausstattung der Kirche in Frauenvils. Schenkung von Erbbesitz durch den Kleriker Frumolt und seinen Bruders Cozolt, welchen Frumolt dann mit der Kirche als Lehen gegen Jahreszins erhält; 816 IV 13 (TF 358). – Frauenvils (Gde. Taufkirchen/Vils, Lkr. Erding) wurde demnach von einer Stifter- und Erbengemeinschaft gegründet, so auf f. 221v: „sicut alii vicini vel heredes illorum qui hanc ecclesiam construxerunt“.
f. 221 (Hitto nr. 57) „Traditio Leidrati et Sigifridi presbiterorum ad Seuun“, 816 XII 20 (TF 369). Zwei kurze Urkunden in Form der Charta, durch welche Besitz in Seuun/Soyen an Freising tradiert wurde, von Leidrat ererbter Familienbesitz, während der sächsische Priester Sigifrid – „de genere Saxonum“ – sein von Karl d. Gr. erhaltenes Benefizium übergab.
f. 221v-222
(Hitto nr. 58) „Traditio Utoni ad Eodungesdorf“, 816 X 21 (TF 367).  Schenkung eines Platzes zur Errichtung einer Kirche mit Wirtschaftsgebäuden in „Eodungesdorf“ an die zu Freising gehörende Kirche des hl. Johannes Baptista zu Eching. Zu den geistlichen Zeugen zählt ein „Sigimot abbas“. Schreiber: Tagobert auf Anweisung Bf. Hittos. - Vgl. die Bemerkung Bitteraufs zur Urkunde (TF 367).
f. 222-222v
(Hitto nr. 59) Memorandum über die auf einer Versammlung in Dorfen (Gde., Lkr. Erding) in Anwesenheit von Bf. Hitto und Graf Job erfolgte Erneuerung der Schenkung von Erbbesitz durch Uuisunt in Vorderegglburg (Gde. und Lkr. Ebersberg) an den Schrein der hl. Maria und „in manus Hittonis episcopi“; 816 V 12 (TF 361).
f. 222v-223v Priestertraditionen im Kontext:
f. 222v-223 (Hitto nr. 60) Der Priester Fritilo erneuert anlässlich seiner Rompilgerfahrt seine zur Zeit Bischof Attos getätigte Schenkung von Besitz in Langenpreising (Gde., Lkr. Erding) inklusive der Nutzungsrechte im Todesfall; 816 IV 13 (TF 359). Lit.: Sturm, Preysing 178ff.; er vermutet, dass Fritilo mit Ausnahme der hier bezeugten Rompilgerschaft ständig in Preising lebte. Vgl. auch eine weitere Renovatio dieser Schenkung durch Fritilo nach seiner Rückkehr, datiert auf 823 V 12, auf f. 292v (Hitto nr. 180, TF 491).
f. 223-223v (Hitto nr. 61) Der Priester Sigo schenkt ererbte und erworbene Güter zu Oberaudorf, Pang und Raubling anlässlich seiner Pilgerfahrt nach Rom; anschließend werden diese seinen Neffen Sigo und Deotfrid von Bischof Hitto als Lehen zugeteilt; 816 VI 2 (TF 363). Orte alle im Lkr. Rosenheim; zur hier überlieferten Einholung der bischöflichen Lizenz für die Pilgerfahrt vgl. Sturm, Preysing 180.
f. 223v-224 (Hitto nr. 62) Der Priester Hrodolf schenkt den von seinen Eltern und Geschwistern ererbten Besitz in Miltach (Grandlmiltach, Gde. Kranzberg, Lkr. Freising) an das Hochstift; 816 IV 7 (TF 356).
f. 224-224v
(Hitto nr. 63) „Traditio Kerhohi Neritinga“, 816 V 16 (TF 362). Auf der Versammlung in Zolling (Gde., Lkr. Freising) restituiert Kerhoh nach gründlicher Belehrung über die Rechtslage die Dotation seines verstorbenen Bruders Crimheri an die zur Bischofskirche von Freising gehörende Martinskirche zu Nörting (Gde. Kirchdorf a.d. Amper, Lkr. Freising), welcher er sich zuvor bemächtigt hatte.
f. 224v-225
(Hitto nr. 64) „Traditio Engilhardi comitis Ahaloh“, 816 IX 8 (TF 365). Verkürzter kopialer Urkundentext über die Freisinger Prästarie aus dem Besitz von Graf Engilhart und seiner Frau Ermansuuind in Allach (Stadtteil von München), die nach deren Tod mit Zugewinn ganz an Freising fallen soll.
f. 225-225v
(Hitto nr. 65) Kopial überlieferte Schenkung der Geschwister Memmo und Liupdrud zu Neufarn (Gde. Vaterstetten, Lkr. Ebersberg), welche Isanhart, Sohn Memmos, auf Lebenszeit als Lehen erhält mit der Auflage, in den Dienst des Gotteshauses der hl. Maria zu treten. 816 II 2 (TF 354); Schreiber: Tagobert, Priester. - Datierung nur nach dem zweiten Regierungsjahr König Lothars in Bayern.
f. 226
(Hitto nr. 66) Kurze Notiz über die Schenkung durch Rihpert von 30 Morgen zu 50 Fuder Heu in „Ekkiperhtesdorf“ sowie von weiterem ererbten Besitz zu Winhöring (Gde., Lkr. Altötting) an Freising. 816 II 13 (TF 355).
f. 225v-226
(Hitto nr. 67) „Census Nidharti ad Pirhtilindorf“, 816 VI 12 (TF 364). Auf der Versammlung Bf. Hittos zu Eching (Gde., Lkr. Freising) in Anwesenheit Graf Orendils erhalten Nidhart und sein Bruder die Ausstattung der von ihrem Vater gestifteten Kirche „ad Pirhtilinsdorf“ gegen hohen Zins auf Lebenszeit als Lehen; illustre Zeugen; Datierung auch nach dem zweiten Regierungsjahr König Lothars in Bayern.
f. 226-226v (Hitto nr. 68) „Traditio Meginolti et filii eius Hahfrid”, 816 IV 11 (TF 357). Hitto erneuert den Nutzungsvertrag des Klerikers Hahfrid am väterlichen Lehen, den einst Bischof Atto mit Meginolt zugunsten Hahfrids geschlossen hatte. Da der Rechtsakt in Moching (Ampermoching, Gde. Hebershausen, Lkr. Dachau) stattfand, dürften Meginolt und Hahfrid zu den „viris qui vocantur Mohingara“ gehört haben (vgl. f. 115v, Atto nr. 92, TF 235).
f. 226v-227 (Hitto nr. 69) Feierliche Traditio des Erzpriesters Heriperht und seines Neffen Sigahart in der Freisinger Bischofskirche: vor illustren Zeugen, so Graf Liutpald, übergeben sie u.a. Besitz in „Poasinpurron in alpacouue“; 817 IX 8 (TF 381). Schreiber: Tagobert auf Anweisung Bf. Hittos. Komm.: Textbeginn auf f. 226v mit schöner N-Initiale.
f. 227-228 (Hitto nr. 70) Nach der Übernahme der Leitung des Klosters Schliersee (Gde.; Lkr. Miesbach) erneuert der Priester Sindihho im Beisein des Konvents des Klosters - des Magisters Johannes, des Erzpriesters Heribert und Brüdern des Klosters Schliersee - die Schenkung seines Bruders und verstorbenen Amtsvorgängers Uuarmunt und erhält ihren Erbbesitz als Lehen, ausgenommen ist Besitz am Rhein „uno loco ultra Renum flumine“; 817 VII 19 (TF 376). Schreiber: Tagobert, Priester, auf Anweisung Bf. Hittos. - Lit.: Kloster Schliersee, in: Germania Benedictina, Die Männer- und Frauenklöster der Benediktiner in Bayern, Neuauflage, St. Ottilien 2014).
f. 228-228v
(Hitto nr. 71) Übereinkunft zwischen dem Priester Oadalpald und dem Diakon Reginhart mit Bf. Hitto auf einer Synode in Freising in Anwesenheit der weltlichen Verwandtschaft, indem beide Erbbesitz „in loco Echinaha“ (Ecknach, Pfarrdorf, Gde. Aichach, Lkr. Aichach-Friedberg) und Adelzhausen (Gde., Lkr. Aichach-Friedberg) tradieren, welchen Reginhart als zinspflichtiges Lehen zu sechs Denaren Zins auf Lebenszeit erhält; 817 X 21 (TF 384). Schreiber: Tagobert, Priester. - Zu den Freisinger Provinzialsynoden vgl. W. Hartmann, Die Synoden der Karolingerzeit im Frankenreich, 1989, S. 147ff, allerdings begrenzt auf die Zeit Arns von Salzburg und mit Fokus auf Salzburg.
f. 228v-229
(Hitto nr. 72). Zwei kurze Traditionen im Kontext; 817 VIII 18 (TF 379a, b). Schreiber: Tagobert, Priester.
f. 229-230
(Hitto nr. 73) Tradition im Kontext zu den vorausgehenden Notizen (Hitto nr. 72). Die Brüder Engilperht, Priester, und Heriperht aus dem Dorf Altheim im Steingau tradieren ihren gemeinsamen Erbbesitz im Steingau der Gottesmutter und dem hl. Bekenner Corbinian, weil sie keinen Nachkommen haben („quod ipsi iam dicti non habuerunt naturalem heredem“). Freising 817 VIII 18 (TF 380). Schreiber: Tagobert, Priester, auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 230-230v
(Hitto nr. 74) Der Adelige Mezzi bekräftigt in Freising die Schenkung seines Besitzes zu Forstinning (Gde., Lkr. Ebersberg), welche er im Kloster Tegernbach (Gde. Dorfen, Lkr. Erding) Bischof Hitto und Freising vermacht hatte; 817 IV 10 (TF 374).
f. 230v-231
(Hitto nr. 75) Kurze urkundliche Aufzeichnung über die Ausstattung und Tradition der Kirche zu Pfettrach (Gde. Wang, Lkr. Freising) durch den Priester Hrodheri;  817 X 6 (TF 383). Schreiber: Tagobert.
f. 231
(Hitto nr. 76) Cotaperht erneuert die Schenkung seines Erbbesitzes zu Assenhausen (Gde. Berg, Lkr. Starnberg) durch Hinzufügung von Zugewinn „et quicquid eum incontra filios suos in portionem contingit“; dem schließt sich sein im Freisinger Dienst stehender Sohn Haduperht durch Schenkung mütterlichen und väterlichen Erbbesitzes an, der sich die Nutzungsrechte seines tradierten Besitzes vorbehält; zusätzlich vereinbart Cotaperht den Unterhalt seiner Tochter, wenn sie dessen bedarf; 817 IX 30 (TF 382).
f. 231-231v
(Hitto nr. 77). Auf der Synode in Freising übergibt der Priester Sindperht seinen ererbten und erworbenen Besitz zu Höhenrain (Gde. Berg, Lkr. Starnberg) zur Gänze dem Gotteshaus der hl. Maria; 817 X 21 (TF 385). Schreiber: Tagobert, Priester, auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 232-232v
(Hitto nr. 78). Coteperht gibt ein Lehen zu Ottmarshausen (Gde. Altomünster, Lkr. Dachau) an Hitto zurück und tradiert seinen Erbbesitz väterlicher- und mütterlicherseits. Anschließend erhält er beides als Lehen auf Lebenszeit für sich und seinen Sohn; 818 I 15 (TF 390). Schreiber: Pirhtilo.
f. 231v
(Hitto nr. 79) „Redditio Arpionis clericis Dahauua“, 817 II 28 (TF 370). Der Kleriker Arpio gibt das von ihm und seiner Schwester Erchana verwaltete Lehen mit erwirtschaftetem Zugewinn am Ort Dachau (Gde., Lkr.) an Bf. Hitto in Freising vor Graf Orendil u.a. illustren Zeugen zurück.
f. 232v-233
(Hitto nr. 80) Der Adelige Emilo tradiert auf der Versammlung zu Puch (Ortsteil von Fürstenfeldbruck) seinen rechtmäßigen Besitz zu Malching (Pfarrdorf, Gde. Maisach, Lkr. Fürstenfeldbruck), ausgenommen was dem Unterhalt genannter Familienangehöriger dient; 817 IV 20 (TF 375).
f. 233-233v
(Hitto nr. 81) Kurze Notiz über die Tradition von erworbenem Eigenbesitz durch den Laien Antonius „ad Ollinga“- Olching (Gde., Lkr. Fürstenfeldbruck); 817 XII 15 (TF 387).
f. 233v-234
(Hitto nr. 82) Der Priesters Ascrih übergibt seinen Besitz in Ober-(Nieder-) Geislbach („ad Kysalpah“, Gde. Lengdorf, Lkr. Erding) unter Vorbehalt des Eigennutzes auf Lebenszeit für sich und seine Mutter Christina; 817 II 22 (TF 371).
f. 234-234v
(Hitto nr. 83) Zwei Texte: 1) Kopial überlieferte Traditionsurkunde der Brüder Cotescalch und Deotpald ihren Besitz in Obermenzing (Stadtteil von München) betreffend, einschließlich des von ihrem Bruder usurpierten Eigenbesitzes. 2) Notiz über die Tradition der Kirche zu Niederthann (Pfarrdorf, Gde. Schweitenkirchen, Lkr. Pfaffenhofen a.d.Ilm) und Bindung der Eigentümer an Freising; 817 XI 6 (TF 386a, b). Beide Fälle wurden auf der zum genannten Datum in Freising tagenden Synode verhandelt und entschieden.
f. 234v-235
(Hitto nr. 84) Jannulus tradiert ein Waldstück im Haller Holz für sein Seelenheil unter Einbindung seines Neffen Deotmar; 817 VIII 16 (TF 378). Komm. zur Handschrift: f. 234v am unteren Blattrand Bezeichnung von Lage VI.
f. 235-235v
(Hitto nr. 85) Tetti tradiert dem Gotteshaus zu Schäftlarn (Gde., Lkr. München) „iuxta fluvium Isure“ (Isar, Fluss) Besitz „ad Arfrideshusun“ für sein Seelenheil; (s.d.), (TF 388). Komm.: Urkunde („carta“) nach klassischem Aufbau; nach der Zeugenreihe folgt der Zusatz „Et ego Tetti me ipsum trado et ipse testis existo“.
f. 235v-236
(Hitto nr. 86) Auf dem Konzil in Freising erneuert der Priester Otker seine Schenkung von Besitz zu „Hohinprugka“ an der Sempt (Nebenfluss der Isar), den er ererbt oder zur Zeit Herzog Tassilos erworben hat; 817 (TF 389). - Datierung auch nach dem zweiten Regierungsjahr Lothars in Bayern; illustrer geistlicher und weltlicher Zeugenkreis darunter die Äbte Meginhart und Uuarmunt.
f. 236-237
(Hitto nr. 87) „Traditio Agoni laici et traditio Rihpaldi presbiteri“. Zwei kopiale Traditionen vom gleichen Tag: 1) f. 236-236v - Aogo und sein Sohn Engilperht tradieren ein Drittel ihres Besitzes „in pago nuncupante ad Uuanom“ (Wang, Siedlungskammer, heute Gde., Lkr. Freising) und erhalten diesen sowie Besitz des Priesters Uuatilo zu Thulbach (Gde. Wang, Lkr. Freising) als Lehen (TF 373a) - 2) f. 236v-237 - Notiz zur Tradition von Besitz in Walterskirchen (Gde. Paunzhausen, Lkr. Freising) im Kontext der Ausstattung der „Uualdkeri ecclesia“; 817 III 27 (TF 373b).
f. 237 (Hitto nr. 88) „Donatio Andreae episcopi in locis nominatis ad suuindaha et asc“ (TF 400 a, b, c). Textkonvolut zur Schenkung (mit Investitur und Renovatio) von Erbbesitz in der Schwindau (Gde. Schwindegg, Lkr. Mühldorf a. Inn) durch Bischof Andreas von Vicenza an Freising, 818 VIII-819 VIII 12. Schenkung und Investitur/Bestätigung sind im Stil der bischöflichen Kanzlei Oberitaliens verfasst. – Lit.: Sturm, Preysing 92; vgl. f. 289v-290v (Hitto nr. 176, TF 492): Präkarienvertrag dieser Besitzungen von 823 VI 3 für Bf. Francho von Vicenza, den Nachfolger. Dieser tradierte damals gleichzeitig seinen Erbbesitz an Freising, ebenfalls in der Siedlungskammer Schwindau (Schwindegg) gelegen.
f. 239v-241
(Hitto nr. 89) „Qualiter Pernuuin tradidit rem propriam ad Perge“, Freising 819 X 19 (TF 426). Ausführliche Traditionsurkunde zur Übertragung des Erbbesitzes des Priesters Pernuuin am Ort Berg („in pago Uparacho in loco nuncupante Pêrc“) auf einer Synode in Freising („ad Frigisinga ubi magnus et universalis synodus habebatur“) unter dem Vorbehalt der Nutzung für sich und nach seinem Tod für seine Nichte gegen Zinszahlung; illustrer geistlicher Zeugenkreis, darunter die Äbte Sigimot, Hahart und Sabulo. - Zu den Freisinger Provinzialsynoden vgl. W. Hartmann, Die Synoden der Karolingerzeit im Frankenreich, 1989, S. 147ff, allerdings begrenzt auf die Zeit Arns von Salzburg und mit Fokus auf Salzburg.
f. 241-241v
(Hitto nr. 90) Traditionsnotiz über die Schenkung von zwölf Tagwerk durch Cotafrid an die Kirche zu Straßlach (Kirchdorf, Gde. Straßlach-Dingharting, Lkr. München); der Schenker handelt öffentlich am Altar der Bischofskirche zu Freising und dabei auch im Namen seines Bruders Sigifrid. 819 I 25 (TF 406); Schreiber: Tagobert, Priester.
f. 241v-243 (Hitto nr. 91) „Traditio quam fecit Engilpoto de Francis“, 818 IV 18 (818 IV 26) (TF 397). „Engilpoto laicus“ schenkt Besitz zu Kinzlbach (Gde. Bockhorn, Lkr. Erding). Renovatio im Kloster Isen (Gde., Lkr. Erding), Bestätigung durch einen fränkischen Adeligen und seine Mutter Keyla zu Jahresende in Aachen. Die Dokumente zeigen den Aufstieg Engilpotos, „servus“ der Keyla, den sie freigelassen und Freising kommendiert hatte ebenso wie den engen Kontakt Freisings zum Kaiserhof in Aachen. Sie bezeugen die Anwesenheit berühmter fränkischer Magnaten in Isen, so des „Egilolf pedagogus Hloduuici iuvenis“ Erzieher Ludwigs d. Dt., oder des Brüderpaares Hardnid und Nidhart, Enkel Karls d. Gr. – Lit.: Störmer, Früher Adel 76. Zu Keyla, Witwe Audulfs s. Sturm, Preysing 205, zu Nithard Krah, Potestas regia 168-186 u. H.-W. Goetz, Nithard, LMA VI, 1993, Sp. 1201.
f. 243-244 (Hitto nr. 92) „Traditio Ellanmari laici“, 818 I 26 (TF 391). Der Adelige Ellanmar übergibt im Beisein zahlreicher Adeliger das von ihm auf seinem Hof erbaute Bethauses zu Velden an der Vils („Felda iuxta fluvium qui dicitur Filusa“, Gde., Lkr. Landshut) an Freising anlässlich der Weihe durch Bischof Hitto unter dem Vorbehalt lebenslanger Nutzungsrechte für sich, seine Frau und seinen zukünftigen Sohn; illustrer adeliger Zeugenkreis darunter ein Abt Sigo und der Erzpriester Johannes.
f. 244-244v
(Hitto nr. 93) Der Priester Landperht schenkt Allodialbesitz mit namentlich genannten, unfreien Arbeitskräften zu seinem und seiner Vorfahren Seelenheil an Freising unter Vorbehalt der Nutzungsrechte für sich und seinen Neffen David. 818 III 25 (TF 395); Schreiber: Tagobert, Priester auf Anweisung Bf. Hittos.
f. 244v-245 (Hitto nr. 94) Zwei Rechtsgeschäfte des Priesters Ascrih: „Traditio Ascrih presbiteri ad Holze seu negotium eius quicquid ad Scrote et ad Chadalo comparavit cum pretio“. 1. Die Traditio: Ascrih schenkt „suam propriam conparationem seu lucrationem…ad Holze“ zum eigenen Seelenheil; 818 V 21 (TF 399a). – 2. Der Tauschvertrag: Mit Hilfe seines Bruders Engilhart ertauschte Ascrih von Scrot und Chadol Land und Wald in der Schwindau gegen zwei Pferde und die Unfreie Suester; 813 IV 8 (TF 399b), datiert nach dem 13. Kaiserjahr Karls d. Gr. – Schwindau, Siedlungskammer (Gde. Schwindegg, Lkr. Mühldorf a. Inn). – Chadol/Chadalo begegnet als Zeuge in der kurzen Gerichtsnotitia von 818 über die Restitution des von Chunibert entfremdeten Kirchenguts an Bf. Hitto (Nachtrag auf f. 176, Atto nr. 213, TF 401b), in der Schenkung Tenils von 821 (f. 270v-271, Hitto nr. 138, TF 450), im Lehensvertrag Reginuuarts 822 (f. 279, TF 461) und dessen Erweiterung durch veränderte Zinsleistung 823 (f. 294, TF 490), der Schenkung Cundpalds von 826, die auch Chunibert bezeugt (f. 329, TF 529); ferner nimmt er bei der Schenkung des Priesters Uualdperht von Besitz in Chadalesdorf/Kollersdorf (Gde. Nandlstadt, Lkr. Freising), einer offensichtlich nach diesem Chadol benannten Siedlung, im Jahr 830 die Investitur vor (f. 352, TF 597).
f. 245v
(Hitto nr. 95) Perahart übergibt die Hälfte seines Besitzes in Marzling (Gde., Lkr. Freising) an Freising für Nahrung und Kleidung. 818 XII (TF 404); Schreiber: Tagobert. Komm.: Datierung erfolgt nach dem 5. Regierungsjahr Ludwigs d. Fr. und dem 2. Lothars in Bayern; letzteres veranlasste Bitterauf zur Datierung auf das Jahr 817.
f. 245v-246v
(Hitto nr. 96) „Traditio Liutfridi presbiteri ad Feldmoching“, 820 IV 15 (TF 372). Der vom Priester Liutfrid einst tradierte Eigenbesitz „in vico publico“ Feldmoching erhält nach seinem letzten Wunsch sein Neffe Anno als geistliches Lehen. Testamentsvollstrecker ist sein Bruder Anno am Ort Feldmoching im Beisein von Bischof Hitto. Schreiber: Tagobert auf Anweisung Hittos.
f. 246v-247v Frauenschenkungen im Kontext:
f. 246v (Hitto nr. 97) „Traditio Isanharti clerici et Tunna mater eius”, 818 X 18 (TF 403). Mit Hilfe seiner Mutter Tunna gelingt es Isanhart, seinen väterlichen Erbbesitz von den älteren Brüdern zu erhalten und sich damit in den Dienst der hl. Maria und den bischöflichen Schutz Hittos zu begeben.
f. 247-247v (Hitto nr. 98) Notitia der Schenkung von Eigenbesitz durch die Witwe Imma und der ihr hierfür übertragenen Nutzungsrechte auf Lebenszeit gegen einen Jahreszins von einem Denar; 818 I 29 (TF 392).
f. 247v
(Hitto nr. 99) Der Erzpriester Johannes bestätigt Bf. Hitto für immer die Schenkung seines Erbbesitzes und der von ihm erworbenen Besitzungen zu Hammerlbach („Hamariginpah“, Gde. Kirchberg, Lkr. Erding). 818 I 29 (TF 393), illustrer Zeugenkreis zu „Cozoltesdorf“.
f. 248-249 (Hitto nr. 100) „Beneficium Ermansuinda filia Sigiharii de Hasalpah seu traditio illius“, 818 IX 17 (TF 402). – Die „ingenua“ Ermansuind, verheiratet mit Uualdperht, dessen Status als „seruus“ der Freisinger Domkirche soeben festgelegt worden war, übereignet ihren väterlichen Erbbesitz und erhält ihn als Freisinger Lehen zur Bewirtschaftung auf Lebenszeit zurück, zusammen mit weiterem, von ihrem Vater Sigihard zur Amtszeit Bischof Attos an Freising tradierten Erbbesitz. – Der Text spielt auf das Placitum zu Allershausen (Gde., Lkr. Freising) vom 15. 09. 818 an, auf welchem Uualdperht in die Schicht der unfreien Dienstleute der Freisinger Domkirche eingegliedert wurde; vgl. f. 176 (Atto nr. 213, TF 401c). Die Rechtsentscheidungen vom 15. und 17. 09. 818 (Atto nr. 213 und Hitto nr. 100) basieren auf einer damals erfolgten Sichtung des Freisinger Urkundenbestandes „in armaria sanctae Mariae“ (vgl. f. 248v).
f. 249-250 Priestertraditionen im Kontext:
f. 249-249v (Hitto nr. 101) Die beiden Priester Ermperht und Erchanfrid (Neffe und Onkel) schenken ihren Eigenbesitz an der Strogen, 819 IV 13 (TF 408) – Memorialstiftung der Schenker in Form einer Notitia. – Vgl. auch den Ort Ober- und Unterstrogn (Gde. Bockhorn, Lkr. Erding), der offensichtlich im Besitz der Stiftergemeinschaft von Isen und ihrer Nachkommen war, so Störmer, Adelsgruppen 129.
f. 249v-250 (Hitto nr. 102) Der Priester Uuichuas schenkt Eigenbesitz zu Wang, 817 VII 22 (TF 377). Charta einer Memorialstiftung.
f. 250-250v
(Hitto nr. 103) Der „vassus dominicus“ Meginhart gibt Bf. Hitto ein Reliquienbehältnis zurück und erneuert seine Schenkung. „In Pannonia“ 819 VII 04 (TF 419).
f. 250v (Hitto nr. 104) Memorialstiftung der Tompurc in Finning, 818 III 29 (TF 396). Schenkungsurkunde, in welcher die „mulier Tompurc“ als Mitglied der Oberschicht eigenständig handelnd ohne Rechtsvormund auftritt. Finning (Gde., Lkr. Landsberg a.Lech).
f. 251-251v (Hitto nr. 105) Erneuerung der Schenkung des Priesters Cozolt sowie Nutzungsvertrag für ihn und seinen Neffen Liuthram gegen jährlichen Naturalzins, 819 I 13 (TF 405). Der Rechtsakt basierte auf der Schenkung von Erbbesitz in Neufahrn (Gde., Lkr. Freising) oder Neufarn (Gde. Vaterstetten, Lkr. München) durch Cozolt während der Amtszeit von Bischof Arbeo sowie einer Renovatio unter Atto. Er fand in Eching (Gde., Lkr. Freising) vermutlich auf einem Placitum statt und diente der Prävention eines künftigen Erbstreites. – Vgl. zur seelsorgerischen Tätigkeit des Priesters Cozolt die auf f. 247 (Hitto nr. 98) genannte „Cozolti ecclesia“, wo Bischof Hitto im Januar 818 eine Messe feierte. Vgl. ferner zum Streit Cozolts und seines Bruders Frumolt um die Kirche zu Frauenvils f. 220 (Hitto nr. 56).
f. 251v-252v (Hitto nr. 106) Der Priester Imihho schenkt sein Eigenkirchlein zu Holzhausen am Würmsee (am Starnberger See, Gde. Münsing, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen), 818 III 14 (TF 394). Die Urkunde dokumentiert die Kirchweihe durch Hitto sowie die Ausstattung der Holzhausener Kirche mit Erbbesitz, die Traditio Imihhos an Freising, ebenso die ihm übertragenen Nutzungsrechte auf Lebenszeit.
f. 252v-253
(Hitto nr. 107) Graf Job tradiert seinen väterlichen Erbbesitz in Eching (unklar welches Eching gemeint ist) und Berg an Freising unter Vorbehalt der Nutzungsrechte für seinen Bruder Hamming, ebenso den ihm übertragenen Eigenbesitz der Brüder Samuel und Scacco, Priester. 819 V 08 (TF 414), illustrer Zeugenkreis. Komm. zur Handschrift: Am Textbeginn auf f. 252v eine schöne Bandinitiale.
f. 253-253v
(Hitto nr. 108) Ilprant übergibt den gesamten von ihm „in loco ad Scalhodorf“ erworbenen Besitz der hl. Maria in Freising, behält sich aber lebenslange Nutzung vor. 819 XII (TF 431); Schreiber: Tagobert. Komm. zur Handschrift: Randnotiz auf f. 253v am oberen Blattrand.
f. 253v-254
(Hitto nr. 109) Pepo tradiert ein Drittel seines Erbbesitzes zu Möschenfeld („Meskilinfeld“, heute Wallfahrtskirche, Gde. Grasbrunn, Lkr. München) der hl. Maria in Freising für sein eigenes Seelenheil sowie das seiner Mutter Perhuita und seines Bruders Tuto. 819 VIII 19 (TF 420).
f. 254 (Hitto nr. 110) „Ratkis tradidit ad Mohhinga”, 819 IV 18 (TF 410). Kurzes Gedächtnisprotokoll der Schenkung einer Mühle in der Siedlungskammer Feldmoching (heute Stadtteil v. München), welche Ratkis vor seiner Pilgerfahrt nach Rom in Freising vornahm.
f. 254v-255
(Hitto nr. 111) Der Kleriker Maiol tradiert auf einer Synode in Freising im Beisein seiner Verwandten und Freunde seinen künftigen Erbbesitz in Frauenvils (Gde. Taufkirchen, Lkr. Erding) und erhält im Gegenzug hierfür den Schenkungsbesitz seines Onkels, des Priesters Hartpald, am gleichen Ort als Lehen. 819 V 10 (TF 417); Schreiber: Tagobert.
f. 255-255v (Hitto nr. 112) „Qualiter Cozpald laicus reddit beneficium ad Sulzamose“. Gerichtsprotokoll vom 20. 6. 820 des Streites um die Eigentumsrechte der von Pisum an Freising geschenkten und von seinem Neffen Cozpald bisher bewirtschafteten Güter in Sulzemoos. Nach Verzicht auf jegliche Eigentumsrechte wird Cozpald wiederbelehnt (TF 438). Ort: Sulzemoos (Gde., Lkr. Dachau).
f. 255v-257
(Hitto nr. 113) Der Kleriker Isanhart erneuert im Beisein seines Bruders Otloh die Schenkung ihres blinden, altersschwachen Onkels, des Priesters Hrodher, in Pfettrach (Gde. Wang, Lkr. Freising), und tradiert zugleich seinen zukünftigen Erbbesitz ebenda, um beides als Lehen von Bf. Hitto zurück zu erhalten. 820 V 22 (TF 436); Schreiber: Tagobert.
f. 257-257v
(Hitto nr. 114) Der Mönch Ramuuolf erneuert die Schenkung seines Erbbesitzes zu Deinhofen („Timinhofa“, Gde. Moosach, Lkr. Ebersberg), den sein Neffe, der Priester Erchanfrid, als Lehen von Bf. Hitto nun erhält und ebenso seinen zugleich an Freising tradierten, zukünftigen Erbbesitz. 819 IX 22 (TF 422); Schreiber: Tagobert.
f. 257v-258v
(Hitto nr. 115) Patto und Tetti retournieren die von Bf. Atto wegen Verlust von Besitz erhaltene Schenkung der Güter des Priesters Hrodhoh um ihres Seelenheiles willen nunmehr an Bf. Hitto. 819 IX 22 (TF 423); Schreiber: Tagobert.
f. 258v
(Hitto nr. 116) Der Kleriker Uualdperht tradiert im Kloster Isen (Gde., Lkr. Erding) seinen Eigenbesitz in Steinhart (Gde. Pfaffing, Lkr. Rosenheim) in die Hände Bf. Hittos; (s.d.) VIII 09 „luna VIII“ (TF 307).
f. 258v-259
(Hitto nr. 117) Vor seiner Teilnahme an einem Feldzug überträgt Úo an Bf. Hitto seinen Anteil sowie den seiner Frau Hiltipirc an der früheren Schenkung Adalperhts am Ort Seeon. Sollte er auf dieser Fahrt sterben, soll der Besitz bei Freising bleiben, im Falle seiner Rückkehr jedoch in seiner Gewalt. 819 V 08 (TF 415); vgl. zum Kontext (Hitto nr. 103) und (TF 419).
f. 259
(Hitto nr. 118) Der Priester Ekkihard erneuert seine frühere Schenkung von Besitz „ad Vualde“. 819 V 22 (TF 418b); Text stark gekürzt und lückenhaft; vgl. zum Kontext f. 159´, (Atto nr. 179) sowie (TF 126).
f. 259-259v
(Hitto nr. 119) Der Priester Sigiuuolf tradiert seine auf Erbbesitz errichtete und ausgestattete Kirche zu Frauenvils (Gde. Taufkirchen, Lkr. Erding) in die Hand Bf. Hittos. 819 IV 19 (TF 411); Schreiber: Tagobert.
f. 259v-260
(Hitto nr. 120) Cundpald übergibt in Gesseltshausen („Cozhiltahusun“ Kirchdorf, Gde. Fahrenzhausen, Lkr. Freising) seinen hier ererbten und erworbenen Besitz an das Gotteshaus der hl. Maria zu Freising. [819] IX 25 (TF 425).
f. 260
(Hitto nr. 121) Der Priester Berno schenkt seinen Erbteil in Germerswang (Kirchdorf, Gde. Maisach, Lkr. Fürstenfeldbruck) zur Gänze an das Gotteshaus der hl. Maria in Freising. 819 V 07 (TF 413); Schreiber: Tagobert. Komm.: Der Text der kurzen Notiz spielt auf eine vorher gegangene Erbauseinandersetzung zwischen Berno und seinen Brüdern an.
f. 260-261
(Hitto nr. 122) Abt Salomon des Klosters Isen (Gde., Lkr. Erding) errichtet auf Erbbesitz ein Bethaus am Ort „Sindpaldeshusir“, das er nach der Weihe durch Bf. Hitto gemeinsam mit seiner Schwester Engilsuind mit Besitz ausstattet und dem Gotteshaus der hl. Maria in Freising übergibt. 819 XI 07 (TF 427); Schreiber: Pirtilo im Auftrag Bf. Hittos. Komm.: Der im Text genannte Einhart ist Gesandter Bf. Hittos.
f. 261-261v
(Hitto nr. 123) Memorandum über die Erneuerung der Schenkung des Priesters Sigifuns in Puppling („Puppininga“ Dorf, Gde. Egling, Lkr. Bad Tölz-Wolfratshausen) mit Hilfe des Priesters Hrodolf, welcher ein „wadium“ hierfür nach Freising bringt. 819 V 06 (TF 412); vgl. ferner f. 355- 355v, 830 X 11, (TF 603) zur wiederholten Renovatio und Ausweitung der Schenkung. Lit.: Niermeyer, Mediae Latinitatis Lexicon minus (1984) „wadium“ S. 1120-1125.
f. 261v
(Hitto nr. 124) Die Brüder Alprih und Ootlant verkaufen ihren Erbbesitz am „Fogoluelda“ östlich der Isar an Bischof Hitto und schenken die Differenz des Besitzes zum erhaltenen Geldbetrag. (s.d.) (TF 432).
f. 261v-262v
(Hitto nr. 125) Der Priester Erlapald tradiert im Auftrag des Laien Erlolf  den nach dem Tode seines Bruders und Freisinger Diakons Amalfrid angefallenen Erbteil ihres gemeinsamen Besitzes in Rehbach (Weiler, Gde. Gammelsdorf, Lkr. Freising). Zugleich („eadem hora“) tradiert der Freisinger Priester Erchanpald größeren Erbbesitz zu Reichertshausen; 819 XI 21 (TF 429). Schreiber: Tagobert; vgl. f. 285 (Hitto nr. 167) und (Hitto Nr. 95) zu Reichertshausen und Rehbach.
f. 262v-263 (Hitto nr. 126) Rückübertragung der Nutzungsrechte seines an Freising verschenkten Besitzes in Holzhausen durch den Priester Deotpald anlässlich seiner Romfahrt; 819 IV 14 (TF 409).
f. 263-263v
(Hitto nr. 127) Erchanhart und sein todkranker Bruder Kartfrid erneuern mit Erlaubnis des „magister centenarius“ Deothart ihre unter Hz. Tassilo erfolgte Schenkung von Land am Freisinger Berg. 819 XII 25 (TF 430); Schreiber: Tagobert.
f. 263v-264v (Hitto nr. 128) Erfolgreiche Rückforderung Hittos der an den Diakon Sundarheri ausgegebenen Lehen in Isen (Gde., Lkr. Erding) und Albaching (Gde., Lkr. Rosenheim), welche zum ehemaligen Besitz der Stifterfamilie des Klosters Isen gehörten, 818 V 4 (TF 398). Vgl. f. 30 (Arbeo nr. 6). – Lit.: Störmer, Sundarheri scriptor 23. Teil dieser Auseinandersetzung ist die anschließende Schenkung des Familienbesitzes in (Moos / Forst) Inning (Forstinning, Gde., Lkr. Ebersberg) am Rande des Ebersberger Forstes durch Cunzo, den Bruder Sundarheris; Mayr, Ebersberg 88-90, „Die Gruppe von Forstinnig“.
f. 264v-265
(Hitto nr. 129) Auf einer von Bf. Hitto abgehaltenen Synode erneuert der Priester Alpolt die Schenkung seines Besitzes zu Lindach (vielleicht Gde., Lkr. Fürstenfeldbruck). 819 IX 24 (TF 424), illustrer Zeugenkreis.
f. 265-265v
(Hitto nr. 130) Die Witwe Hroossuuind schenkt den von ihrem Vater ererbten Wald zu Großarreshausen („Anshareshusir“, Dorf, Gde. Schweitenkirchen; Lkr. Pfaffenhofen a.d. Ilm) zum Seelenheil ihres Mannes Reginpert. 821 III 10 (TF 446).
f. 265v-266v
(Hitto nr. 131) Der Priester Rihpald tradiert das von ihm erbaute und von Hitto geweihte Bethaus zu „Kenperc“ und erhält es als zinspflichtiges Lehen. 819 IX 15 (TF 421).
f. 266v (Hitto nr. 132) „Incipiunt traditiones de anno septimo inprimis traditio Heripaldi presbiteri”, 820 IV 19 (TF 434). Urkunden, die aus dem siebten Kaiserjahr Ludwigs d. Fr. datieren; mehrfarbige P-Initiale markiert den Beginn. – Lit.: Krah, Cozroh 426f. [pdf].
(Stand: 11.09.2008)
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