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Aufführungsbücher des Regensburger Domchores

bsb00074531_40 Programm aus dem Jahre  1910

Die sogenannten Aufführungsbücher des Regensburger Dom-Chores reichen bis in das Jahr 1892 zurück. Sie beginnen mit dem Hinweis, welche Messe und welches Offertorium der Regensburger Domchor an Neujahr 1892 im Regensburger Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Franz Xaver Engelhart (* 04.03.1861, + 14.07.1924, Domkapellmeister von 1891 - 1924) gesungen hat. Dieser erste Band umfasst den Zeitraum vom Januar 1892 bis Juli 1897. Die frühen Aufzeichnungen enthalten zunächst nur Hinweise auf die Chorwerke der Liturgie im Dom St. Peter und werden erst im Laufe der Zeit immer ausführlicher und umfangreicher. Hinzu kommen die Programme geistlicher und weltlicher Feierstunden, von Festveranstaltungen und Konzerten bis hin zur Aufführung von Oratorien. Da der Regensburger Domchor traditionell jeden Sonntag im Regensburger Dom die Liturgie gestaltet und zudem bei zahlreichen weiteren Gottesdiensten an Werk-und Feiertagen eines Jahres tätig ist, ergibt sich aus den Aufzeichnungen ein umfassendes und interessantes Bild sowohl der Tätigkeit der Sängerknaben als auch des Repertoires, das gepflegt wurde.

 

Der Regensburger Domchor

Der Regensburger Domchor - allgemein bekannt unter der Bezeichnung "Regensburger Domspatzen" - führt seine Entstehung auf das Jahr 975 zurück. Bischof Wolfgang (* um 924, + 31.10.994)  gründete im Jahr 975 eine eigene Domschule, die neben dem allgemein bildenden Unterricht besonderen Wert auf die musikalische Ausbildung legte. Den Schülern war der liturgische Gesang in der Bischofskirche übertragen. Mitte des 19. Jahrhunderts leitete Domkapellmeister Joseph Schrems (* 05.10.1815, + 25.10.1872, Domkapellmeister von 1839 - 1871) eine neue Blütezeit ein. Doch erst Dr. Theobald Schrems (17.02.1893, + 15.11.1963, Domkapellmeister von 1924 - 1963) machte die Regensburger Domspatzen seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts weltberühmt. In seiner knapp 40-jährigen Tätigkeit als Domkapellmeister von 1924 bis 1963 baute Schrems die Konzerttätigkeit des Chores, der ausschließlich aus Knaben und jungen Männern besteht, zielstrebig aus, ohne den liturgischen Dienst im Dom St. Peter zu vernachlässigen. Das Musikgymnasium und Internat der Regensburger Domspatzen und eine Tages- und Internatsgrundschule für Grundschulklassen vor den Toren der Stadt sind sein Lebenswerk.

Von 1964 - 1994 leitete dann Georg Ratzinger (* 15.01.1924) diesen "ältesten Knabenchor der Welt". Er unternahm mit dem Chor jedes Jahr eine ausgedehnte Tournee durch ganz Deutschland. Die großen Auslandsreisen führten die Domspatzen 1984 und 1987 in die USA, sowie 1988 nach Ungarn und Japan. 1991 und 1994 wurden die Verbindungen mit Ostasien weiter ausgebaut. Der Chor war Gast in Japan, Taiwan, Hongkong und Korea. Es folgten Auslandsreisen nach Ungarn, Tschechien und Polen. Zahlreiche Schallplatten- und CD-Aufnahmen entstanden unter seiner Einstudierung und Leitung.

Seit dem 1. September 1994 steht Roland Büchner, geboren 16.2.1954 in Karlstadt/Main, an der Spitze der Institution mit den Bereichen Chor, Musikgymnasium, Tagesstätte und Internat und leitet diese als Domkapellmeister und Stiftungsvorstandsvorsitzender. Diese Stiftung "Regensburger Domspatzen" wird getragen vom Domkapitel Regensburg und dem Verein "Freunde des Regensburger Domchors" e.V.

Die originalen Aufführungsbücher befinden sich im Archiv des Vereins "Freunde des Regensburger Domchors" e.V.

Bernhard Lübbers, Regensburg

 

Hinweise zur Benutzung

Alle Handschriften liegen als digitalisierte Blätterversionen vor, die durch ausführliche Inhaltsverzeichnisse erschlossen sind.

 

Angaben zum Projekt

Die Digitalisierung und Bereitstellung der Aufführungsbücher des Regensburger Domchores von 1892-1968 sind ein Projekt der Staatlichen Bibliothek Regensburg mit dem  Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen und dem Verein Freunde des Regensburger Domchors e.V. Die digitale Präsentation erfolgt im Rahmen der Bayerischen Landesbibliothek Online, des zentralen kulturwissenschaftlichen Informationsportals zu Bayern.

Die Digitalisierung und Erschließung der Aufführungsbücher wurde von der Staatlichen Bibliothek Regensburg durchgeführt, die Bereitstellung der Bilddateien und die Langzeitarchivierung erfolgt über das Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) der Bayerischen Staatsbibliothek München.

Die Bereitstellung im Rahmen der Bayerischen Landesbibliothek Online erfolgt seit März 2013.

Staatliche Bibliothek Regensburg.