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Quellen und Darstellungen zu Kurt Eisner

Kurt Eisner (Fotoarchiv Hofmann) Kurt Eisner (Fotoarchiv Hofmann)

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Mit Kurt Eisner (1867-1919) erhielt Bayern am 7./8. November 1918 einen Ministerpräsidenten, der ein größeres literarisches und publizistisches Oeuvre hinterlassen hat. Seit 1892 war Eisner Mitarbeiter verschiedener, vor allem sozialdemokratischer Zeitungen, darunter des „Vorwärts“, der „Fränkischen Tagespost“ und zuletzt der „Münchner Tagespost“. Im Rahmen dieser Tätigkeit entstand eine Reihe größerer und kleinerer Publikationen mit einem breiten inhaltlichen Spektrum: Philosophische Abhandlungen, politische Kampfschriften, literarische Werke und geschichtliche Darstellungen.

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Werke Kurt Eisners

Im Rahmen des BLO-Projekts „Revolution, Rätegremien und Räterepublik in Bayern, 1918/19“ wurden vor allem die Schriften digitalisiert, die mit Eisners politischem Wirken in Bayern zusammenhängen. Ein Gesamtverzeichnis von Eisners Schriften findet sich bei: Bernhard Grau, Kurt Eisner. 1867-1919. Eine Biographie, München 2001, S. 611-612.

Folgende Schriften Kurt Eisners wurden nicht digitalisiert:

  • Psychopathia spiritualis. Friedrich Nietzsche und die Apostel der Zukunft, Leipzig 1892.
  • Eine Junkerrevolte. Drei Wochen preußischer Politik, Berlin 1899.
  • Wilhelm Liebknecht. Sein Leben und Wirken. Unter Benutzung ungedruckter Briefe und Aufzeichnungen, Berlin 1900.
  • Taggeist, Berlin 1901. (Essays 1889-1898)
  • Der Geheimbund des Zaren. Der Königsberger Prozeß wegen Geheimbündelei, Hochverrat gegen Russland und Zarenbeleidigung vom 12. bis 25. Juli 1904, Berlin 1904.
  • Der Zukunftsstaat der Junker. Manteuffeleien gegen die Sozialdemokratie im preußischen Herrenhaus am 11. und 13. Mai 1904, Berlin 1904.
  • Feste der Festlosen. Ein Hausbuch weltlicher Predigtschwänke, Dresden 1906 (Essays 1900-1905).
  • Der Sultan des Weltkriegs. Ein marokkanisches Sittenbild deutscher Diplomaten-Politik, Dresden 1906.
  • Das Ende des Reiches. Deutschland und Preußen im Zeitalter der großen Revolution, Berlin 2. Auflage 1907. (Geschichte 1789-1815)
  • Goethe. Faust I. Einführung (Die Volksbühne 13), Berlin 1909.
  • Kleine Schriften aus der Kriegszeit, München 1918.

Suche nach Literatur von Kurt Eisner im Online-Katalog des Bibliotheksverbunds Bayern

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Eisner: Gesammelte Schriften

Digitalisierte Titel:

Kurt Eisners gesammelte Schriften erschienen 1919 bei Paul Cassirer in Berlin. Sie enthalten Eisners publizistisches Schaffen der Jahre 1893 bis Oktober 1918. Eisner bereitete die Ausgabe während seiner Haft 1918 vor. Sie sollte ursprünglich unter dem Titel „Die Träume des Propheten“ erscheinen. Verschiedentlich verfasste er zu den älteren Texten aktuelle Anmerkungen.

Die gesammelten Schriften dokumentieren somit Eisners geistige Entwicklung bis zur Revolution von 1918. Sie enthalten allerdings nicht das gesamte bis dahin entstandene Oeuvre, sondern nur die kleineren Schriften.

Die Ausgabe gliedert sich in vier, thematisch definierte Teile, innerhalb derer die einzelnen Veröffentlichungen in chronologischer Reihenfolge erscheinen:

  • Band I/Teil 1 „Wir Toten auf Urlaub“ fasst Eisners Schriften über den Ersten Weltkrieg zusammen.
  • Band I/Teil 2 „Die Heerstraße zum Abgrund“ enthält Schriften zu tagespolitischen Themen von 1893 bis 1914. Dort ist auch die wichtige Auseinandersetzung Eisners mit Karl Kautsky (1854-1938) dokumentiert.
  • Band II/Teil 3 „Befreiung“ versammelt grundsätzliche Abhandlungen Eisners zu weltanschaulichen Fragen, vor allem zum Sozialismus.
  • Band II/Teil 4 „Geister“ dokumentiert die Auseinandersetzung Eisners mit Schriftstellern und Philosophen. Die Theaterkritiken gehen teilweise auf seine Tätigkeit als Theaterkritiker bei der Münchner Post (1910-1917) zurück.

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Eisner: Treibende Kräfte

Digitalisierter Titel:

Kurt Eisner glaubte zunächst bei Kriegsausbruch 1914 an einen deutschen Verteidigungskrieg gegen Russland und befürwortete daher auch die Kriegskredite. Relativ rasch kam er jedoch zur Überzeugung, dass Deutschland die wesentliche Verantwortung am Kriegsausbruch trage.In diesen Kontext gehört auch der Artikel „Treibende Kräfte“, den Kurt Eisner am 23. April 1915 in der sozialdemokratischen Wochenschrift „Neue Zeit“ publizierte. Der Bund „Neues Vaterland“, eine im November 1914 gegründete pazifistische Vereinigung, druckte in seinen Flugschriften diesen Beitrag nach. Eisner setzte sich in dem Artikel mit dem „Alldeutschen Verband“ und seiner Kriegszielpolitik auseinander. Er versuchte dabei nachzuweisen, dass die von der Öffentlichkeit unterschätzten Alldeutschen erheblichen Einfluss auf die Politik ausübten. Eisner wies auf die klaren Kriegsziele der Alldeutschen hin und forderte im Gegenzug, dass auch die Sozialdemokratie dem ein klares außenpolitisches Ziel entgegensetzen müsse.

Literatur:

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Eisner: Unterdrücktes aus dem Ersten Weltkrieg

Digitalisierter Titel:

Ende 1916 versuchte Kurt Eisner, über die Kriegsschuldfrage eine öffentliche Debatte zu entfachen. In der in Chemnitz erscheinenden „Volksstimme“ sowie in der „Frankfurter Zeitung“ versuchte er zu diesem Zweck Artikel bzw. Artikelserien zu veröffentlichen, wurde daran aber von der Zensur gehindert. Erst 1919 publizierte er die Beiträge, zum Teil mit Anmerkungen versehen, im Rahmen seiner Bemühungen um ein deutsches Kriegsschuldgeständnis.

Die Artikelserie „Die Mobilmachung als Kriegsursache und Anderes“ sollte im November 1916 in der „Volksstimme“ veröffentlicht werden. Nach dem Erscheinen des ersten Artikels verbot die Zensur jede weitere Veröffentlichung. Das Stellvertretende Generalkommando des I. Bayerischen Armeekorps untersagte Eisner einige Monate später nochmals, den Beitrag ganz oder teilweise zu publizieren. Gegen dieses Verbot setzte sich Eisner mit einem Schreiben vom 14. Januar 1917 (im Buch irrig: Februar) vergeblich zu Wehr. Überhaupt nicht zur Veröffentlichung gelangte Eisners für die Frankfurter Zeitung bestimmter Artikel „Die Historien des Reichstagsabgeordneten David“. Eisner versuchte darin, die Ausführungen des SPD-Reichstagsabgeordneten Eduard David (1863-1930) zu widerlegen.

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Eisner: Die Götterprüfung

Digitalisierter Titel:

Kurt Eisner nützte die Zeit seiner Inhaftierung in München-Neudeck 1918, um das bereits 1898 in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee begonnene Drama „Die Götterprüfung“ zu vollenden. Das Werk erschien erst postum im Jahr 1920.

Obwohl Eisners Drama auf einer „Insel im Weltmeer“ in einer scheinbar fernen Zeit spielt, handelt es sich um ein hochpolitisches Stück, in dem Eisners politische und weltanschauliche Position klar zu Tage tritt: Eine in leeren Formeln erstarrte Monarchie wird gestützt durch eine in Formeln erstarrte Religion; der gutmütige und nur durchschnittlich begabte Herrscher missbraucht seine Macht und entwickelt sich zum Despoten; um das System zu stabilisieren, wird ein Krieg begonnen. Doch eine Revolution fegt das morsche System hinweg. Der Schlussappell des Befreiers Guldar (5. Akt, 5. Szene) liest sich wie Eisners politisch-pädagogisches Manifest.

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Eisner: Zur Kenntnisnahme

Digitalisierter Titel:

Mit der am 29. November 1918, nur wenige Wochen nach der erfolgreichen Revolution publizierten Notiz wehrte sich Kurt Eisner gegen verschiedene Gerüchte und Verleumdungen. Gleichzeitig griff der ehemalige Zeitungsredakteur massiv die Presse an.

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Eisner: Die neue Zeit (1918)

Digitalisierter Titel:

Unter dem Titel „Die neue Zeit“ publizierte Eisners Sekretär Benno Merkle (1872-1959) die wichtigsten Reden, die Eisner im November 1918 hielt, und damit das politische Programm des neuen Ministerpräsidenten. Daneben findet sich in dem Band auch Eisners populäres Revolutionsgedicht „Gesang der Völker“, das auf die Melodie des Chorals „Niederländisches Dankgebet“, eines Siegeshymnus’, gesungen wurde. Merkles Vorwort bringt eine kurze Biographie Eisners.

Das Büchlein enthält folgende Texte:

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Eisner: Schuld und Sühne

Digitalisierter Titel:

Auf dem Kongress der Sozialistischen Internationale, der vom 3. bis zum 10. Februar 1919 in Bern tagte, vertrat Kurt Eisner nochmals seine Thesen von der deutschen Kriegsschuld. Dabei griff er hart die anwesenden Vertreter der deutschen Mehrheitssozialdemokratie an, vor allem Otto Wels (1873-1939).

Eisners Aufsehen erregende Rede veröffentlichte postum der pazifistische Bund Neues Vaterland. Das Vorwort stammt vom preußischen USPD-Politiker und Pazifisten Heinrich Ströbel (1869-1944). Es datiert vom 28. Februar 1919, wenige Tage nach der Ermordung Kurt Eisners.

Literatur:

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Eisner: Der Sozialismus und die Jugend (1919)

Digitalisierter Titel:

Kurt Eisner hielt diesen Vortrag am 10. Februar 1919 in Basel, wenige Tage vor seinem für den 21. Februar geplanten Rücktritt, auf Einladung der Basler Studentenschaft. In der Schweiz befand er sich, da er vom 3. bis zum 10. Februar 1919 auf dem Kongress der Sozialistischen Internationalen in Bern teilgenommen hatte. Er formulierte in Basel nochmals seine politischen Hoffnungen und Ziele, seine Ansichten über den Sozialismus und seine Hoffnung auf die Jugend.

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Kurt Eisner zum Gedächtnis

Digitalisierter Titel:

Die bayerische Staatsbibliothek verwahrt im Bestand „Historiae universalis appendix“ (H.un.app.), einem Spezialfach, das Bücher über den Ersten Weltkrieg enthält, auch eine Sammlung unter dem Titel „Kurt Eisner zum Gedächtnis“. Diese enthält mehrere kleine Drucksachen – Postkarten, Extrablätter, Flugblätter, Einladungen, Zeitungsausschnitte –, die anlässlich von Eisners Tod und Beerdigung sowie der Eisner-Gedächtnisfeiern 1920 und 1921 entstanden.

Literatur:

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Fechenbach: Der Revolutionär Kurt Eisner

Digitaliserter Titel:

Felix Fechenbach (1894-1933) gehörte zum engsten Umfeld Kurt Eisners und der Münchner USPD. Nach der erfolgreichen Revolution machte Eisner ihn zu seinem Privatsekretär. Bis zu Eisners Ermordung, die Fechenbach als Augenzeuge miterlebte, blieb er enger Vertrauter des Ministerpräsidenten.1929 veröffentlichte Fechenbach unter dem Titel „Der Revolutionär Kurt Eisner“ einen persönlichen Erlebnisbericht, in dem er – nach einleitenden Kapiteln – detailliert die Ereignisse von den Januarstreiks 1918 bis zum Februar 1919 darstellt. Fechenbachs Erinnerungen sind gleichzeitig eine Rechtfertigungsschrift, in der er auch auf die lang anhaltenden Streitigkeiten um Eisner – u.a. wegen der Kriegsschuldfrage – einging.

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Hinweise zur Benutzung

Alle Angebote liegen als Blätterversion mit Bilddateien zur Verfügung. Sie sind jeweils durch Inhaltsverzeichnisse erschlossen.