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Bayerische Staatsbibliothek München: Clm 15708 - Clm 15712

Zum Digitalisat.Clm 15710, fol. 60v: Der Baum des Lebens.

Missale quinque tomis constans, qui omnes multis (plus centum) et nitidissimis picturis ornati sunt.
Salzburger Missale

 

Zum Digitalisat. Clm 15708 (Band 1)

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Das in den Jahren 1478 bis 1489 entstandene Salzburger Missale ist sicherlich das bedeutendste Werk Berthold Furtmeyrs. Die auf fünf Bände angelegte und  zunächst  für Fürsterzbischof Bernhard von Rohr (1421-1487) angefertigte Handschrift umfasst als Vollmissale 22 Messetexte, die dem Festkalender des Bistums Salzburg folgen. Insgesamt zählt das mehrbändige Werk 680 Pergamentblätter (ca. 38 x 27 cm). Der Schriftspiegel ist einspaltig. Die Miniaturen und Vollbilder sind in Deckfarbenmalerei mit Blattgold, an manchen Stellen auch mit Silberauflage ausgeführt. Zu Beginn der Messe und zu Beginn des Hochgebetes befindet sich  eine ganzseitige Miniatur (Vollbild).

Der erste Band (nach 1482) enthält 3 Messformulare mit 8 Vollbildern, davon zwei Wappenbilder (fol. 2v, fol. 93r) des Salzburger Fürsterzbischofs Johann III. Beckenschlager, (um 1439-1489) und 13 Miniaturen.

Der zweite Band (nach 1482) enthält 4 Messformulare mit 12 Vollbildern, davon ein Wappenbild Johann III. Beckenschlagers (fol. 2v), und 24 Miniaturen.

Der dritte Band, anno 1478 von Ulrich Schreier (um 1430-um 1490) in Salzburg begonnen und von Berthold Furtmeyr 1489 vollendet, enthält 5 Messformulare mit 9 Vollbildern, davon ein Wappenbild des Salzburger Fürsterzbischofs Graf Friedrich V. von Schaunberg (gestorben 1494, fol. 2v), und 19 Miniaturen. Von diesem Bildbestand können 13 Miniaturen Ulrich Schreier zugeschrieben werden.

Der vierte Band (nach 1481) enthält 5 Messformulare mit 11 Vollbildern, davon ein Wappenbild Johann III. Beckenschlagers (fol. 2v), und 17 Miniaturen.

Der fünfte Band (nach 1478 bis 1481) enthält 3 Messformulare mit 6 Vollbildern, davon ein Wappenbild Johann III. Beckenschlagers (fol. 2v) und ein Wappenbild Bernhard von Rohrs (fol. 89r), und 11 Miniaturen. Ebenfalls auf fol. 89r ist die Handschrift mit dem Vermerk des Illuminierers versehen.

Neben der reichen Bebilderung der Handschrift sticht dem Betrachter die Üppigkeit der Rankenmotive, die sich zwischen naturalistischer Darstellung und einer phantastischen Annäherung an das Surreale auszeichnen, ins Auge.

Die Handschrift war bis 1801 Teil der Erzbischöflichen Bibliothek in Salzburg. Das Missale dürfte während der französischen Besatzung Salzburgs zum beschlagnahmten Bestand an Büchern gehört haben, der in die Bibliothéque Nationale in Paris gelangten. Jeder Band trägt den roten Stempel der französischen Nationalbibliothek. Nachdem Salzburg im Jahr 1810 zu Bayern kam, bemühte sich die bayerische Regierung 1814 um die Handschrift. Diese wurde am 29. September 1815 übergeben. Die Handschrift blieb auch nach dem Übergang Salzburgs zu Österreich in München.

Das Missale, das einen hohen Grad an Repräsentation und Betonung des Selbstverständnisses der Erzbischöfe von Salzburg als „Primas Germaniae“ aufweist, wurde bei der Feier der Pontifikalmessen verwendet. Veränderungen oder Ergänzungen des Ritus wurden auf kleinen eingeklebten Zetteln vermerkt. Ein Gebrauch des Messbuches über einen längeren  Zeitraum, wahrscheinlich bis ins 17. Jahrhundert, ist anzunehmen.

Wolfgang Neiser, Regensburg

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