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Universitätsbibliothek Augsburg: Cod. I.3.2° III und Cod. I.3.2° IV

Zum Digitalisat.Cod. I.3.2° IV, fol. 1v: Stifterporträt mit nachträglich veränderten Wappen.

Deutsche Bibel (Altes Testament)
Cod. I.3.2° III - Band 1: Sibyllensprüche. Genesis bis Psalmen
Cod. I.3.2° IV - Band 2: Paralipomenon bis Maleachi, Vorreden
Augsburger Furtmeyr-Bibel

 

Zum Digitalisat. Cod. I.3.2° III (Band I) bei den digitalen Sammlungen der UB Augsburg

Zum Digitalisat. Cod. I.3.2° IV (Band 2) bei den digitalen Sammlungen der UB Augsburg

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Die zweibändige Furtmeyr-Bibel der Universitätsbibliothek Augsburg gilt als herausragendes Werk mittelalterlicher Buchmalerei aus der Zeit des Übergangs vom handgeschriebenen zum gedruckten Buch.

Die Handschriften - Luxusausgaben für vornehme Laien, die wohl mehr zur visuellen Erbauung  als zum tatsächlichen Lesen gedacht waren - wurden zwischen 1468 und 1472 in Regensburg gefertigt. Den deutschsprachigen Bibeltext schrieb der Kalligraph Georg Rorer (oder Rörer), der sich einer zeittypischen Bastarda bediente. Die Ausschmückung mit Miniaturen und Rankenwerk übernahm der bedeutende Buchmaler Berthold Furtmeyr. Von demselben Schreiber stammen auch die vergleichbaren  deutschsprachigen Bibelhandschriften Cgm 502 und 503 in der Bayerischen Staatsbibliothek München und Ms Egerton 1895 und 1896 in der British Library; die Miniaturen der Londoner Bibel  stammen dabei ebenfalls von Furtmeyr.

Auftraggeber des Werks waren der hohe bayerische Beamte Hans III. von Stauff zu Ehrenfels (gestorben 1478) und seine Frau Margarethe Schenk von Geyern. Der Stauffer, seit 1465 Reichsfreiherr, hatte eine hohe Position im Gefolge des bayerischen Herzogs inne.

Noch vor 1500 gelangten die beiden Bände in den Besitz des bayerischen Herzogpaars Albrecht IV. (1447-1508) und Kunigunde von Österreich (1465-1520); vielleicht  wurden sie im Zusammenhang mit dem sog. Löwlerkrieg von 1491/92 erworben, in dessen Verlauf Herzog Albrecht auch die Stammburg der Stauffer, Burg Ehrenfels bei Beratzhausen, erobert hatte. Wohl anläßlich der Übernahme der Handschriften wurden die Wappen des Stifterpaares mit denen Herzog Albrechts und seiner Frau übermalt (Cod. I.3.2.° IV, fol. 1v). Die Bildschöpfungen Furtmeyrs genossen augenscheinlich die besondere Wertschätzung der Herzogsgattin: Als die Habsburgerin nach dem Tod des Herzogs 1508 in das Münchner Püttrichkloster eintrat, nahm sie zusammen mit den beiden prachtvollen Bibel-Bänden noch eine Weltchronik des frühen 14. Jahrhunderts, deren Devotionsminiatur ebenfalls von Berthold Furtmeyr stammt, mit ins Kloster.

Alle drei Handschriften gelangten um 1800 gemeinsam in die Sammlung der Fürsten von Oettingen-Wallerstein. Während die Weltchronik bereits 1933 auf einer Auktion in München verkauft wurde und erst vor kurzem im Besitz des J. Paul Getty-Museums in Los Angeles wiederentdeckt werden konnte, (Ms. 33, olim Cod. I.3.2° I) ging die Fürstlich Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek - und mit ihr auch die Furtmeyr-Bibel - 1980 an die Universitätsbibliothek Augsburg über. Die beiden Bände zählen zu den wertvollsten Handschriften der Sammlung.

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