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Bayerische Staatsbibliothek München: Cgm 9280

Cgm 9280, fol. 2rCgm 9280, fol. 2r

Johannes Birk (?): Kemptener Chroniken
"Krälersche Handschrift"

Kempten, 1506

 

Antiquariat Jörn Günther
Papier 124 Bl. 31,5 x 21,5

 

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Vorläufige Beschreibung

erstellt von © Dr. Elisabeth Wunderle 01/07/2011

aus: München, Bayerische Staatsbibliothek, Katalog der deutschen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München. Die mittelalterlichen Handschriften aus Cgm 5255 ff. (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis Tomus V, pars IX).

 

Inhalt

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Formalia Herkunft

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Ausstattung Schreibsprache

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Einband Weiterführende Literatur

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Formalia

Foliierung 16. Jh., ergänzt durch neue Bleistiftfoliierung. Wasserzeichen (wegen Tintenfraß keine durchgehende Abzeichnung möglich): Waage Piccard VI, 156 Pfeil BVB bzw. Piccard-online 117218 Pfeil (Kempten 1506; aber: ohne Gegenzeichen); (ab Bl. 116) Krone Typ Piccard XII,37: 1500-1506 Pfeil BVB; vgl. Piccard-online 53059 Pfeil (Dorpat 1514).
Lagen: I (Spiegel und Bl. 1=Vorsatz) + (VI-3)12 (Zählung: 7, 9, 10, 12; Textverlust am Beginn und nach Bl. 10) + 5 VI70 (Zählung: 29, 30a, 30b ... 43, 44a, 44b) + V80 + 2 VI104 + (VI-1)115 + (VI-6)121 +(V-6)124 und Spiegel; Wortreklamanten am Lagenende. Schriftraum (Bl. 2r-58v) 23-23,5 x 15; (59r-112v) 22,5-23 x 14,5-15; (114r-120r) 23,5 x 15,5; (Bl. 2r-58v) 29 Zeilen, (59r-112v) 28 Zeilen, (114r-120r) 29-31 Zeilen.
Einspaltig, nur 14r-15r (z.T.) 2spaltig, 16v (z.T.) 3spaltig; Haupttext: Buchschrift auf der Grundlage der Bastarda von der Hand des Johannes Kräler (s.u. Herkunft); 1v und 12v Einträge und Ergänzungen von einer ca. gleichzeitigen Hand; ganz vereinzelt Angabe der Jahreszahlen und Notavermerke von neuzeitlicher Hand und Lemma von Hand des späten 16./17. Jh.; 40v am unteren Blattrand Textergänzung von der Hand Krälers.- Im zweiten Teil der Hs. (Blattränder Bl. 68v-98r, Bl. 98v-99v und 114r-120r) Nachträge von einer späteren Hand (nach 1551); außerdem weitere Hand (zwischen 1523 und 1535), die bei den freigelassen Stellen für die Illumination Hinweise auf die Wappen der genannten Äbte gibt; diese Hand hat 98r die Abtnamen bis einschließlich Sebastian von Breitenstein (1523-1535) nachgetragen; 98r von weiteren späteren Händen Abtnamen bis einschließlich Johann Adam Renner von Allmendingen (1594-1607) nachgetragen.

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Ausstattung

Rubriziert (außer Nachträge); 2-4zeilige rote Lombarden z.T. mit Perlung u.ä. am Kapitelbeginn, Textweiterführung in größeren schwarzen Buchstaben; zur Textuntergliederung einzeilige rote Lombarden; lateinische Zitate rot geschrieben; durchgehend vor dem Beginn der Kapitel Platz für Miniaturen freigelassen; (2r-58v): Höhe 7 bis 11 cm; außer bei Heinrich von Kempten (54r-57r) immer die gesamte Blattbreite freigelassen; die Einfügungsstellen für die Bilder entsprechen in großen Teilen denen in Cgm 9470; (59r-112v) 8-15 x 7,5-15, gelegentlich auch gesamte Blattbreite freigelassen; im Bereich der Nachtragshand (114v, 115r, 115v) Schemata (vgl. Beschreibung von Ulrike Bodeman in: Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters. Begonnen von Hella Frühmorgen-Voss + und Norbert H. Ott. Band 3, Lieferung 5. Herausgegeben von Ulrike Bodemann, Peter Schmidt und Christine Stöllinger-Löser. München 2011 (Veröffentlichungen der Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters der Bayerischen Akademie der Wissenschaften), Stoffgruppe 26A.36, Nr. 26A.36.1. Pfeil BVB).

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Einband

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(VD) Zeitgenössischer Einband:

Holzdeckel mit hellem Leder überzogen; Einband beschädigt: Vorderdeckel lose; 2 Metallbefestigungen für Schließen auf dem Vorderdeckel erhalten.

Buchrücken oben Papierschild entfernt; darunter Papierschild mit der Aufschrift, 17. Jh. (?): Kräler 1506;

Buchrücken unten Papierschild mit Titelaufschrift, 17. Jh. (?): Chronik von Kempten 1506.

Spiegel vorne Papier; neuzeitlicher Bleistifteintrag (Verweis auf Gordian und Epimachus Bl. 17-22); Klebespuren; Abdruck von Buchstaben, wie Makulatur vor Bl. 2 (12. Jh., lat.; wegen geringen Umfangs keine Angaben zum Text möglich).

Vorsatz (= Bl. 1) Papier; 1r leer,

1v und 12v ungefähr gleichzeitige Hand: Liste der Konventualen unter dem ersten Abt Audegar; 12v die im Text gegebene Liste ergänzt.

Spiegel hinten Papier; nach Bl. 124 noch Rest eines Blattes, leer.

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Herkunft

Laut Kolophon sind beide Kemptener Chroniken von Johannes Kräler, Notar in Kempten, geschrieben und am St. Ulrichsabend (3.7.) 1506 vollendet worden. Die Nachträge im Bereich der zweiten Chronik (s.u. 59r-112v) müssen in der Zeit nach 1551 entstanden sein: Das Werk des Kaspar Bruschius, dessen Text hier wiedergegeben wird, ist 1551 erschienen. Aus der Zeit zwischen 1523 und 1535 müssen die Einträge einer Hand stammen, die vor allem Anmerkungen zu den abzubildenden Wappen der Äbte macht. Dabei wird auf ein Wappenbuch (vgl. 68r, 82r) und ein Schultbuch (vgl. 77v) verwiesen. Die nachgetragenen Namen der Äbte auf Bl. 98r, die bis 1607 reichen, machen wahrscheinlich, dass die Hs. bis zu diesem Zeitpunkt im Kloster Kempten oder zumindest in der Stadt Kempten war. Spätestens 1854 befand sich die Hs. im Besitz des Kemptener Magistratsrates Fuchs (vgl. Hans Ferdinand Massmann (Hrsg.), Der keiser und der kunige buoch oder die sogenannte Kaiserchronik, Bd. 3, Quedlinburg und Leipzig 1854, S. 1075 (Bibliothek der gesammten deutschen National-Literatur IV,3) Pfeil BVB). Spätestens 1880 war die Hs. im Besitz der Kemptener Familie Leichte (vgl. Baumann, a.a.O., S. 11f. und S. 30 Pfeil Digitale Fassung. Im 20. Jahrhundert gelangte die Hs. in den Antiquariatshandel und wurde 2001 von der Bayerischen Staatsbibliothek vom Antiquariat Jörn Günther gekauft.

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Schreibsprache

schwäbisch-alemannisch.

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Weiterführende Literatur

Franz Ludwig Baumann, Die Kemptener Chroniken des ausgehenden 15. Jahrhunderts, in: Ders., Forschungen zur Schwäbischen Geschichte, Kempten 1899, bes. S. 12-13 Pfeil Digitale Fassung; Peter Johanek, in: 2VL 1, Sp. 870-875, bes. Sp. 872f. (Hs. im Register 2VL 12, S. 239 fälschlich unter der Signatur Cgm 9120) Pfeil BVB; Ralf Heimrath, Die Harburger Handschrift III. 2. 4° 1 als Zeugnis einer bisher unbeachteten Passionstraktats "Pone me ut signaculum" in: Allgäuer Geschichtsfreund 87 (1987), S. 16-27, bes. S. 17f. Pfeil BVB.

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1v Konventualen bei der Gründung des Klosters

Nun merck auff die ersten conuentherren ...– Item die all hand den ersten anfang thavn vnd sind ettlich fürsten gewesen, ettlich graufen, ettlich rytters kind etc.

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1. 2r-57r
Johannes Birk (?): 'Stiftung des gotzhaus Kempten' ('Karlschronik')

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(2r) //zů frowen gehept also genamt Berchtam vnd Lutburgam ... (3r) >Nun merck von sandt Hyltgarten her komen< Hye ist kurtzlich ze wyssen das vil Hyltgarten vnd vil Ludwigen gewesen sind ...

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(36v) Wunderberichte

>Sant Hyltgarten grab vnd altar< (37r) Item hye nach so merckent die wunderzaichen die da by dem grab vnd hailtum beschechen sind durch sy vnd jren sun. Darjnn findt man das got der herr durch sy wunder zaichen gethavn hat ...

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(51r) Zusätzliches Wunderzeichen und Bericht über die liturgischen Feiern im Kloster Kempten am Abend vor Christi Himmelfahrt (wohl Bericht Krälers)

>Von ainem gaistlichen man dem an seinen gemächten geholffen ist worden< Item wir söllen nit mit schwigen für gavn wenn weytter ouch das zaichen geschechen ist in dem jar Cristi vierzechen hundert vnd acht vnd achtzig jar, also das ain gaistlicher herr sant Benedicten orden mit namen her Peter von Ettenhaim minster Straußburger bystumbs havtt ain grossen vnd sorgklichen schaden gehebt ...

(51v) Sollichs hand mir schreiber die leút selbert personlich gesagt als ainem notari semlich zaichen auch ze mercken in der geschrifft an dem auffertag abent jn dem jar Cristi tuset vierhundert vnd newntzig (19. Mai; Baumann: 22. Mai). So denn alle jar vff den selben tag ob sybtzig crütz kommen in das gotzhauß Kempten ... – (52r) zů ere vnd loblicher gedächtnüs der weychin vnd ander ding

(vgl. dazu Baumann, a.a.O., S. 11 Pfeil Digitale Fassung).

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(52r) Kaiser Karl der Große:

>Von kaiser Carlin etliche klaine stuck. Dem schickt got vom hymel her ab ain kron, schwert, sporen, apffel vnd ain crützlin< Merck das kaiser Carlin mit seiner eelichen haußfrowen Hyltigardis gen Rom ist zogen ... – dar jinn man findt von jm vnd seinem wesen.

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(53r) Heinrich von Kempten:

>Nun hye merck ain klaine hystory von dem loblichen rytter Hainrich von Kempten< Nach dem allem ist hye zů mercken von ainem strengen edlen loblichen ernstlichen vnd vestenklichen rytter Hainrich von Kempten genant, der vor alten zytten vnd vil jaren vor auß zů der zytt do der kayser mit dem rotten bart was ... (57r) vnd belibt doch die sach ains in jrem wesen nit mer denn got sy mit vnß allen hye zů Kempten vnd an allen stetten. Amen.

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(57r) Schreiberkolophon

>Geschriben von mir Johannes Kräler von Kempten an sant Volrichs aubent nach der geburt Cristi XVc. VI. jar<.

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Zur Textfassung

Anfang fehlt aufgrund des Verlustes von zwei Blättern; Textverlust auch vor Bl. 12; Bl. 57v-58v leer.

Bei diesem Text handelt es sich um die von Baumann (a.a.O., S. 5-12) unter Nr. 3 aufgeführte deutschsprachige Chronik, der er den Namen "Chronik Kaiser Karls des Großen" gegeben hat; unter dem Namen 'Karlschronik' auch bei Peter Johanek, in: 2VL 1, Sp. 870-875, bes. Sp. 872f. Pfeil BVB.

Parallelüberlieferung. Cgm 9470, 24r-92r; Augsburg, SStB 2° Cod. 249, 1r-63r.- Druck einzelner Passagen nach der vorliegenden Hs. bei Baumann, a.a.O. S. 6-9 Pfeil Digitale Fassung; Geschichte des Ritters Heinrich von Kempten nach dieser Hs. gedruckt bei Massmann, a.a.O., S. 1075-1078 Pfeil BVB; nach Ablichtungen dieser Hs. gedruckt bei: André Schnyder, Konrad von Würzburg, Kaiser Otto und Heinrich von Kempten, S. 27-32 Pfeil BVB (s.a. Cgm 9470, 87r-92r) .- S.a. Johanek, a.a.O., bes. Sp. 872f. Pfeil BVB.

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2. 59r-112v
Johannes Birk (?): Erste Kemptener Klosterchronik (C 1)

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(59r) >Hye hept sich an ain andren cronic des loblichen gotzhuß Kempten vnd ouch von sant Hyltgarten leben mit ander sachen<

 

Leben Hildegards, Karls des Großen und Ludwigs des Frommen:

>In dem namen gottes hebt sich an hye die cronic des wirdigen gotzhus vnd styfft Kempten vnd sant Hyltgarten leben, ouch die regiment der hochwirdigen fürsten vnd herren von Kempten, abbte des obgenamten closters< Carolus der grösser, von gottes verhencknüs der vier vnd sybentzigost kaiser jn der zal der andren, ist gewesen ain sun Pypini ...

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(67v) Katalog der Äbte:

>Von allen äbbten des gotzhuß zů Kempten< Nun ist fürbas hye zů mercken die hochwirdigen herren vnd fürsten von Kempten, der äbbte des gotzhuß Kempten da selbs mit iren regimenten ... (68r) Audegar: >Der erst abt zu Kempten< Nun merck vff den ersten des gotzhuß Kempten, der havtt gehaissen Audegarius Grundfest ... – (97v) Johannes von Wernau: >Von Johannes von Werdnow ain herr vnd abbt< Johannes von Werdnow, der abbt, ain edel man, ward erwelt, do man zalt von Cristus geburt vierzehenhun (98r) dert vnd LXIII jar ... – (98r) ze kriegent vnd ze rechtend vor dem kayser vnd ouch vor den stetten.

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(99v) Geschichte Kemptens:

>Von Hylomont yetz genamt Burghad (!) vnd zum ersten wie Seuinus die alten stat gebuen hab zů Kempten, genamt Cretica, die zerstört ist< Nun ist ze mercken kurtzlich von dem herkomen des schloß Hylomont ... – (104r) als man havtt in den fryhaitten des gotzhuß Kempten.

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(104r) Notiz über den ersten Bürgermeister von Kempten:

>1479< Item Hainrich Schulthaiß ist der erst burgermaister gewesen zů Kempten ... – als zů Ymmenstatt.-

(104v) leer.

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(105r) Zusammenstellung merkwürdiger Ereignisse und historischer Begebenheiten von der Zeit Alexanders des Großen bis zur Zeit des Abtes Johann von Wernau:

>Item hye ist ze merck (!), was vor zytten sey geschechen, so man die cometen oder pfauenschwäntz an dem firmament havt gesechen, der denn allweg etwas besunders tütten ist, das nit gůt ist ... nach der erschinung der cometen oder pfawenschwäntzen< Item zů der zyt des grossen Alexander was ain cometa ... – wider die veind des cristenlichen gloubens.

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(108v) >Hye merck etlichen seltzan stuck, die geschechen sind ausserhalb den cometen ynd pfawenschwantz, ist gewesen noch erschinen (!) vnd etliche stuck, die geschechen sind< Da man zalt nach der geburt Cristi Jhesu des herren syben hundert vnd drew vnd sibenzig jar, havt Růlandus, kaiser Carlins des grossen brůder, den ersten stain gelegt, do sant Hyltgart das gotzhauß Kempten havt gebuwen, darby sind gewesen vil edel lütt ...– (112v) Nun merck den beschluß ditz biechlins, do man zalt tuset zwayhundert (!), do havtt der hertzot (!) Ernst von Schwaben das wirdig vnd loblich gotzhauß vnser lieben frowen vnd sant Hyltgarten zu Kempten, das gantz abkomen was, wider vmb renoviert.

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(112v) Schreiberkolophon

>Geschriben an sant Volrichs aubent 1506 (3.7.1506). Johannes Kräler von Kempten<.-

(113r/v) leer.

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Zur Textfassung

Bei diesem Text handelt es sich um die 'Erste Kemptener Klosterchronik' (C 1), bei Baumann, a.a.O., S. 12f. unter Nr. 4 verzeichnet. Vergleicht man den Text der vorliegenden Hs. mit dem in den Parallelhandschriften zur 'Ersten Kemptner Klosterchronik' fällt auf, dass der Bericht über die Wundertaten am Grab der Königin Hildegard und ihres Sohnes, Ludwigs des Frommen, der sich in der Fassung in Cgm 5819 und der Hs. Würzburg, UB, M. ch. f. 97, 131r-176r findet, hier fehlt. Das Fehlen dieser Wundertaten in der Hs. Cgm 9280 wird dadurch erklärt, dass über diese schon vorher, d.h. in der vorausgehenden 'Karlschronik' (2r-57v), berichtet worden ist, vgl. 67r (vgl. Baumann, a.a.O., S. 42): Vnd wie wol der wunder zaichen vil sind, die wil ich yetz zemavl loussen fallen, wann sy in der vorgeschribne cronic aigenlich begriffen sind und geschriben gnůgsamlich. Dies kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass beim Zusammenstellen des Überlieferungsverbundes 'Karlschronik' (s.o. 2r-57v; Baumann Nr. 3) und 'Erste Kemptener Klosterchronik' (s.o. 59r-112v; C 1; Baumann, Nr. 4), vielleicht durch den Schreiber Johannes Kräler, die beiden Texte aufeinander abgestimmt wurden und dazu auch Veränderungen vorgenommen worden sind. Zu diesen Veränderungen zählt wahrscheinlich auch die erste Überschrift zur Klosterchronik auf Bl. 55r, in der explizit darauf hingewiesen wird, dass eine weitere Chronik des Gotteshauses Kempten und Hildegards, aber mit anderem Inhalt folgt. Sie findet sich in der Parallelüberlieferung ebenfalls nicht.

Als Verfasser beider Chroniken gilt Johannes Birk aus Biberach. Er hat in Wien und Heidelberg studiert und war vom Ende der 60er Jahre des 15. Jahrhunderts mindestens bis zum Jahre 1494, vielleicht bis 1502 Leiter der Stiftsschule in Kempten (vgl. Johanek, a.a.O., Sp. 870f. Pfeil BVB; Norbert Hörberg, Geistige Entwicklung in Stift und Stadt, in: Volker Dotterweich u.a. (Hrsg.), Geschichte der Stadt Kempten, Kempten 1989, S. 139-149, bes. S. 144-145 (Birk) Pfeil BVB.

Parallelüberlieferung (var.): Cgm 5819; Würzburg, UB, M. ch. f. 97, 131r-176r.- Druck (nach dieser Hs.): Baumann, a.a.O., S. 31-94 Pfeil Digitale Fassung; Abschnitt über den Abt Heinrich von Mittelberg, in dem Heinrich von Kempten erwähnt wird (93v), abgedruckt bei Schnyder, a.a.O., S. 35f. Pfeil BVB.- Vgl. Baumann, a.a.O., S. 12f.; Johanek, in: 2VL 1, Sp. 870-875, bes. Sp. 872f. Pfeil BVB.

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3. 68v-98r, 98v-99r, 114r-120r
Caspar Bruschius: Monasteriorum Germaniae praecipuorum ac maxime illustrium centuria prima

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(68v-98r) Ergänzend zu den deutschsprachigen Ausführungen zu den einzelnen Äbten, angefangen vom ersten Abt Audegarius bis Johannes von Wernau (1460-1481) werden am oberen und unteren Blattrand die lateinischen Ausführungen des Caspar Bruschius zu den einzelnen Äbten wiedergegeben:

Caspar Bruschius, Monasteriorum Germaniae praecipuorum ac maxime illustrium centuria prima ... Ingolstadt 1551, 28v-33v Pfeil BVB.

Ausgelassen sind, entsprechend dem deutschen Text, die Ausführungen zu Conradus Neobrunnerus (Konrad Neubrunner; Bruschius, a.a.O., Nr. 21, 30v):

Andegarius Grundefestus de Brunswiga, Rolandi filius eorum generis qui postea successu temporis duces creati, Brunsuicenses duces dicti sunt ... (97v) Ioannes nobilis am Werdnow eligitur anno Christi 1460 ... – (98r) ducentos aureos Rhenenses.

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(98v-99r) Fortsetzung des Kataloges des Äbte (Bruschius, a.a.O., Nr. 52 und 53, 33r) bis Johann Rudolf von Raitnau (1507-1523) und Anhang einer Liste von Personen, die nicht in den eigentlichen Abtkatalog aufgenommen worden sind (Bruschius, a.a.O., 33v Pfeil BVB):

(98v) >Successio aliquot abbatum ac principum Campidonensium ex chronologia Gasparis Bruschij< Ioannes a Rietheim bonae ac nobilis prosapiae vir ... Ioannes Rudolphus a Reytnow eximie doctus ... (99r) Extant vero et aliorum quorundam eiusdem coenobij abbatum nomina ... – insignem etiam villam.

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(114r-120r) Ausführungen über die Gründung des Klosters Kempten; Herkunft Hildegards und Karls des Großen (mit schematischen Stammbäumen); Erzählung über Hildegard und Talandus; Epitaphien Hildegards, ihres Sohnes Ludwig des Frommen und ihrer Töchter Adelheid und Hildegard, die Bruschius in St. Arnulf in Metz gesehen haben will. -

Druck: Bruschius, a.a.O., 25r-28v Pfeil BVB.

>Genealogiae quaedam et fundatricis D. Hildegardis es Sueuiae omnium uetustissimis ducibus natae et fundatoris Caroli Magni es quibus antiqua etiam ciuitastis Campidonensis origo et quod Sueuiae potius quam Thaetiae illa annumeranda sit lucide patebit< Saevenus uel Saevvs tyrannus quidam praepotens ... (116r) Talandusgeschichte: >Occasio ratioque conditi monasterij Campidonensis ...< Carolo Magno frater fuit es nouerca Leuthburga Talandus nomine ...

(vgl. dazu Klaus Schreiner, Hildegard – Schwabens heilige Königin, in: Allgäuer Geschichtsfreund 74 (1974), S. 67-71 Pfeil BVB).

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(119r) Epitaphien; die Epitaphien Hildegards und ihrer Töchter stammen von Paulus Diaconus; sie sind hier mit einigen Varianten wiedergegeben (vgl. Klaus Schreiner, "Hildegardis regina". Wirklichkeit und Legende einer karolingischen Herrscherin, in: Archiv für Kulturgeschichte 57 (1975), S. S. 4f. und Anm. 13 Pfeil BVB Pfeil Digitale Fassung (DigiZeitschriften); s.a. Ernst Dümmler, Poetae latini aevi Carolini Bd. 1, Berlin 1881 (MGH Poetarum latinorum medii aevi 1), S. 33; Ed.: S. 58-60, Nr. 22-24) Pfeil Digitale Fassung (dMGH);

Hildegard:
>Hildegardis reginae tumulus< Aurea quae fuluis ...
(Schaller/Könsgen, Nr. 1456 Pfeil Digitale Fassung);

(119v) Ludwig
>Ludovici regis et imperatoris tumulus< Imperij fulmen Francorum nobile culmen ...
(Schaller/Könsgen, Nr. 7789 Pfeil Digitale Fassung; Walther, Initia carminum, Nr. 8784 Pfeil BVB);

(120r) Adelheid:
>Adelheidis filiolae Caroli Magni< Hoc tumulata iacet pusilla puellula busto ...
(Schaller/Könsgen; Nr. 7139 Pfeil Digitale Fassung);

(120r) Hildegard:
>Hildegardis Caroli Magni filiolae< Hildegard rapuit subito te funus acerbum ... – tu nimium foelix gaudia longa petis ...
(Schaller/Könsgen, Nr. 6818 Pfeil Digitale Fassung).

120v-124v leer.

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