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Bayerische Staatsbibliothek München: Cgm 9470

Aus Cgm 9470, fol. 58r: Königin Hildegard (758-783)Aus Cgm 9470, fol. 58r:
Königin Hildegard (758-783)

Kalendarium, medizinische und astronomisch/astrologische Texte

Johannes Birk (?): 'Stiftung des gotzhaus Kempten' ("Karlschronik")

Baumzucht


Schwaben (Kempten?), 1499/um 1500

 

Auktionshaus Christie’s
Papier 147 Bl. 30 x 20,5

Unbefristete Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung

 

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Vorläufige Beschreibung

erstellt von © Dr. Elisabeth Wunderle 01/07/2011

aus: München, Bayerische Staatsbibliothek, Katalog der deutschen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek München. Die mittelalterlichen Handschriften aus Cgm 5255 ff. (Catalogus codicum manu scriptorum Bibliothecae Monacensis Tomus V, pars IX).

 

Inhalt

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Formalia Herkunft

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Ausstattung Schreibsprache

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Einband Weitere Literatur

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1. Kalender, Medizinische und astronomisch/astrologische Texte

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a  Kalendarium mit Monatsregeln

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b  Eigenschaften des Menschen

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c  Berechnung des Laufs der Planeten

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d  Regeln für Aderlass und Medikation entsprechend der Komplexion eines Menschen

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e  Aderlasstafel

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f  Aderlass- und Gesundheitsregeln, zugeordnet den einzelnen Sternzeichen

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g  Blutschau

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h  Tafel für die Berechnung der Wochen zwischen Weihnachten und Anfang der Fasten

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i  Mondphasenschema mit Erläuterungen

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k  Wetterregeln

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l  Temperamentenlehre

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2. Johannes Birk (?)
'Stiftung des gotzhaus Kempten' ('Karlschronik')
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3. Baumzucht

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Formalia

Neuzeitliche Bleistiftfoliierung, diese gültig; außerdem Foliierung in schwarzer Tinte, wohl 16. Jh.: Bl. 1-21 mit den Buchstaben A-W bezeichnet, wobei D und E fehlen (ursprüngliches Doppelblatt in der Mitte der Lage); Bl. 24-92 Foliierung in arabischen Ziffern (1-70), wobei Bl. 16 zwischen jetzigem Bl. 38 und 39 fehlt (Textverlust und vermutlich Verlust einer Zeichnung). Wasserzeichen: (Bl. 3-123) 2 verschiedene Ochsenköpfe Piccard-online 60585 Pfeil(Innsbruck 1501; dieses Wasserzeichen auch Bl. 133) und Piccard-online 60713 Pfeil(Schwäbisch Hall 1499); Bl. 2 und Bl. 124-147 (außer Bl. 133) 2 Ochsenköpfe, identisch und ähnlich Piccard-online 63285 Pfeil (Innsbruck 1503).
Lagen: (aufgrund der Beschädigung nicht mehr sicher feststellbar, aufgrund der Lage der Wasserzeichen und der Lagenheftung ist folgende Lagenzusammensetzung wahrscheinlich): I2 + (V-3)9 + 2 VI33 + (V-1)42 + 3 VI78 + V88 + (VI-1)99 + 3 VI135 + (V-2)143 + 4147; nur 88v Wortreklamant. Blattverlust mit Textverlust verbunden (zw. Bl. 5 und 6 fehlt ein Doppelblatt; vor Bl. 39 fehlt ein Bl.; zw. Bl. 144 und 145 4 Bl. herausgetrennt?). Leer: Bl. 21v-22v; Bl. 92v-146r. Schriftraum (3r-12v) 20-20,5 x 16,5, (13r-21r) 20,-21 x 14,5-16, (24r-92r) 20,5-21,5 x 13-14, (146v-147r) 20-21 x 15; (3r-12v) Kalender, ein Monat jeweils auf zwei Seiten verteilt, mit anschließenden Monatsversen, 22 Linien vorgezeichnet; (13r-21r) 13-27 Zeilen, (24r-92r) 25-29 Zeilen, (146v-147r) 25-26 Zeilen.
Einspaltig, Text von wohl zwei Händen: H1 3r-21v, Buchkursive mit Elementen der Rotunda, wohl Augsburger Stil (vgl. Carl Wehmer, Ne italo cedere videamur. Augsburger Buchdrucker und Schreiber um 1500, in: Augusta 955-1955, hrsg. von Hermann Rinn. Augsburg 1955, S. 145-172 Pfeil BVB; Ders., Augsburger Schreiber aus der Frühzeit des Buchdrucks. Teil II Heinrich Molitor, in: Beiträge zur Inkunabelkunde, N.F. 2, 1938, S. 108-127 Pfeil BVB; H2 (24r-92r) Bastarda von der Hand des Peter Brack (s.u. 92r), 146v/147r Bastarda mit stärker kursiven Zügen, wohl identisch mit H2; im Bereich (24r-92r) Notavermerk von zeitgenössischer Hand (28r); auf den ersten Seiten der Chronik am Blattrand im Text genannte Jahreszahlen von späterer Hand (16. Jh.?) nochmals vermerkt; vereinzelt Lemmata von Händen des späteren 16. Jh. und des 17./18. Jh; von einer dieser Hände 86r-87v interlinear neuhochdeutsche Form der mittelalterlichen bzw. schwäbischen Wörter notiert (z.B. mehr über me, bauren über puren); von dieser Hand 87r am Rande auch das Initium des Textes in neuhochdeutscher Form: Hie ist zů merken von einem löblichen, ehrwürdigen, ernstlichen und festen Ritter, Herr Heinrich von Kempten genannt. Personennamen und lateinische Ausdrücke meist rot unterstrichen.

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Ausstattung

Rubriziert (außer 146v/147r); (3r-21r) 1-3zeilige rote oder schwarze (als Initiale bei roten Überschriften) Lombarden; astronomisch/astrologische Schemata (14r, 19r), rot und braun, 19v auch gelb laviert, Aderlasstafel (15r) und Intervalltafel (18r/v); (24r-92r) 2-3zeilige rote Lombarden, z.T. mit Punktung u.ä.; 59 erhaltene, den Text illustrierende Federzeichnungen, koloriert und laviert; Farben: grün, gelb, braun, rot, selten blau (mehr deckend; wohl Lapislazuli); nach Vergleich mit Cgm 9280 ist sehr wahrscheinlich auf dem zwischen Bl. 38 und 39 verlorenen Blatt eine Zeichnung gewesen (zu Kapitel: Die burger von Rom):

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24r An den Beginn der Chronik ist Maria, die Patronin des Klosters, gestellt. Sie steht, ihr Kind im Arm haltend und von einer Mandorla umgeben, neben dem Gotteshaus.

 

 

 

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24v Hildegard und Karl der Große halten das Modell der Abtei Kempten.

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26r Hildegard als Kind steht zwischen ihrem Vater Herzog Hildebrand von Schwaben und ihrer Mutter Regarda.

 

 

 

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27v Hildegard überwacht den Bau des Gotteshauses Kempten. Zu sehen sind Arbeiter und verschiedene Gerätschaften.

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29r Die Riesen Sancimon und Celebrant, die beim Bau des Klosters helfen, tragen einen großen Stein.

 

 

 

 

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30r Das Schloss Hylomont oder Burghalde.

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32r Papst Hadrian I. vollzieht die Weihe des Gotteshauses in Kempten. Neben ihm stehen ein Kardinal, Karl der Große und Hildegard.

 

 

 

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33v Ein Mönch und der erste Abt Audegar stehen vor Karl dem Großen, der dem Kloster eine mit Siegeln ausgestattete Urkunde überreicht.

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34v Audegar und zwei Mönche.

 

 

 

 

 

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36r Vier Reliquienschreine der Abtei auf einem hölzernen Tragebrett.

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39v Der heilige Epimach und der heilige Gordian, Patrone des Klosters Kempten, stehen links und rechts neben Maria. Gordian hält ein Wappen, auf dem ein Bracke (Hund) abgebildet ist, vermutlich eine Anspielung auf die Hunde, die der Legende nach den Leichnam Gordians bewacht haben, vielleicht aber auch eine Anspielung auf den Schreiber Peter Brack
(vgl. Wappen des Hans Brak (Brackh), Stadtamman zu Kempten 1456-1459 (Eduard Zimmermann, Friedrich Zollhoefer, Kempter Wappen und Zeichen ... Kempten 1963 (Allgäuer Heimatbücher 60), S. 32 und Nr. 964; s.a. S. 31 und Nr. 981 Pfeil BVB).

 

 

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44r Der hl. Epimach mit seinem Marterinstrument, einem Backofen.

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45v Marina, die Frau des hl. Gordian.

 

 

 

 

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47v Papst Hadrian I. übergibt dem Abt von Kempten den Indulgenzbrief.

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49r Am Anfang des Berichtes über die Ablässe, die in der dortigen Kapelle gewonnen werden können, ist die Burg Burghalde dargestellt.

 

 

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51r Regundus, Sohn des Kaisers von Griechenland, mit Wappenschild. Er ist einer der zwölf vornehmen Herren, die Hildegard auf ihrem Weg von Rom nach Kempten begleitet haben.

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51v Herzog Excelsus mit Wappenschild.

 

 

 

 

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52r Marsilus, König von Spanien, mit Wappenschild.

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52v Ferinus von Orleans mit Wappenschild.

 

 

 

 

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53r Rugaberchtus, der Fürst der Nabatäer, mit Wappenschild.

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53v König Rosso von Afrika mit Wappenschild.

 

 

 

 

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54r Erphonus, König oder Gouverneur von Persien mit Wappenschild.

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54v Delsmotus von Ägypten mit Wappenschild.

 

 

 

 

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55r Herzog Leonarius aus dem Land der Chaldäer mit Wappenschild.

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55v Dolganus, König von Frankreich, mit Wappenschild.

 

 

 

 

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56r Herzog Bero von Madion mit Wappenschild.

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56v Graf Decretarius von Äthiopien mit Wappenschild.

 

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57v In der Mitte das Wappen des Fürststifts Kempten mit dem Bildnis Hildegards, umgeben von den Wappen der vier Schirmherren des Klosters: des Herzogs von Bayern, des Kurfürsten von Sachsen, des Grafen von Montfort und des Grafen von Nellenburg.

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58r Hildegard mit Krone.

 

 

 

 

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62r Hildegard und ihr Sohn Ludwig der Fromme, auf die die Hand Gottes zeigt.

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63r Altar und Grab Hildegards; neben ihr liegt wohl ihr Sohn, Ludwig der Fromme, der nach den Berichten der Chronik neben seiner Mutter begraben ist.

 

 

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63v Ein Kind, das zum Altar der Hildegard gebracht wurde, wird zum Leben erweckt; Hildegard und Ludwig der Fromme stehen daneben; darüber die Hand Gottes.

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64v Ein Schüler, der in die Iller gefallen und ertrunken ist, wird wieder zum Leben erweckt; Hildegard und Ludwig der Fromme knien am Ufer. Aus den Wolken streckt sich die Hand Gottes.

 

 

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65r Ein Aussätziger, Martin Zinser von Haldenwang, mit seiner Rassel. Er wird geheilt. Hildegard und Ludwig der Fromme stehen daneben.

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66r Ein Krüppel wird geheilt; Hildegard und Ludwig der Fromme stehen daneben; darüber die Hand Gottes.

 

 

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66v Ein Schwindsüchtiger wird geheilt; Hildegard und Ludwig der Fromme stehen am Fuße des Bettes; darüber die Hand Gottes.

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67v Böse Geister, dargestellt als schwarze Vögel, werden aus einer alten Frau ausgetrieben; Hildegard und Ludwig der Fromme stehen daneben; darüber die Hand Gottes.

 

 

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68v Der Schmied Konrad Yelin aus Kempten, dem die Arme verkrüppelt sind, weil er am Karfreitag gearbeitet hat, wird auf Fürsprache Hildegards geheilt.

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69r Zwei zum Tode verurteilte Frauen, die im Fußblock angekettet sind, werden befreit.

 

 

 

 

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70r Eine Frau wird von ihrer Wassersucht geheilt; darüber die Hand Gottes.

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70v Konrad von Füssen, ein junger Mann, der gelähmt ist, wird geheilt; darüber die Hand Gottes.

 

 

 

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71r Ein blinder Konverse aus dem Kloster Raitenbuch (wohl Rottenbuch) bekommt sein Augenlicht zurück; darüber die Hand Gottes.

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72r Eine taube Frau aus Gerisried kann wieder hören; darüber die Hand Gottes.

 

 

 

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72v Eine lahme Frau mit Namen Hyltgart Felberin von Ostrach (bei Sigmaringen) wird geheilt; darüber die Hand Gottes.

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73r Sabina Lesslarius aus Echingen (Ehingen bei Ulm?), die an Blutfluss leidet, wird geheilt; darüber die Hand Gottes.

 

 

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73v Wernher Lindberger wird von den bösen Geistern, die ihn quälen, befreit. Er kniet betend vor Hildegard und Ludwig dem Frommen; darüber die Hand Gottes.

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74v Peter Birk von St. Gallen, der übersät ist mit Beulen, wird geheilt; darüber die Hand Gottes.

 

 

 

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75r Eine edle Frau von Staufen wird von der Gelbsucht geheilt; darüber die Hand Gottes.

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75v Ein junger Mann mit Namen Heinrich von Aichelberg, der todkrank ist, wird geheilt; darüber die Hand Gottes.

 

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76r Ein junger stummer Mann mit Namen Berchtold Kramer aus Echingen (Ehingen bei Ulm?) wird geheilt; darüber die Hand Gottes.

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77r Eine junge Frau mit Namen Margaretha Stentnerin aus Krugzell (bei Altusried) wird vom Veitstanz geheilt; darüber die Hand Gottes.

 

 

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77v Eine junge Frau mit Namen Gůtta Schnyderin von Kempten ist von ihrer schweren Augenkrankheit geheilt worden; darüber die Hand Gottes.

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78r Zwei Leute graben, um die Begräbnisstätte Hildegards und ihres Sohnes Ludwig des Frommen zu suchen.

 

 

 

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79v Die Mönche öffnen das Grab Hildegards. Hildegard ist an der Bügelkrone kenntlich.

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81r Ein Engel bringt Kaiser Karl Stiefel mit Sporen, Schwert und einen 'Apfel mit Kreuzlein' (Reichsapfel).

 

 

 

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87r Der Ritter Heinrich von Kempten in Rüstung.

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88v Der Ritter Heinrich von Kempten mit Schwert und Keule.

 

 

 

 

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89r Der Ritter Heinrich von Kempten mit Schwert und Lanze.

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89v Der Ritter Heinrich von Kempten mit Schwert und Hellebarde.


 

Die Zeichnungen sind stilistisch dem Augsburger und seeschwäbischen Bereich zuzuordnen (Ausführliche Beschreibung und kunsthistorische Einordnung von Ulrike Bodeman in: Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters. Begonnen von Hella Frühmorgen-Voss + und Norbert H. Ott. Band 3, Lieferung 5. Herausgegeben von Ulrike Bodemann, Peter Schmidt und Christine Stöllinger-Löser. München 2011 (Veröffentlichungen der Kommission für Deutsche Literatur des Mittelalters der Bayerischen Akademie der Wissenschaften), Stoffgruppe 26A.36, Nr. 26A.36.2 Pfeil BVB.

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Einband

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(VD) Hs. wahrscheinlich 1507 oder kurz danach gebunden: Der Eintrag auf Bl. 11v vom Jahre 1507 (s.u. Herkunft) ist leicht beschnitten. Holzdeckel, ursprünglich mit hellem Leder überzogen;

vgl. die Beschreibung durch Menhardt (Hermann Menhardt, Handschriftenverzeichnis der Kärtner Bibliotheken Bd. I, Wien 1927, S. 262 Pfeil BVB), wo die Hs. noch gänzlich den alten Einband aufweist, der Rücken allerdings gebrochen war; die Blätter 1-9, 37-39, 55, 72-73 waren laut Menhardt, a.a.O., S. 262, lose. Hs. später neu gebunden und geheftet; neuer, dunkelbrauner Lederbezug; auf dem Vorderdeckel Reste des alten Leders: Streicheisenlinien und Einzelstempel aus der Werkstatt Heiliger Sebastian I (EBDB w003793 Pfeil), nachgewiesen Süddeutschland 1476-1495: u.a. hl. Sebastian s030220 Pfeil; Rhombus s030222 Pfeil, Lilie s030223 Pfeil, Rosette s030230 Pfeil, Schriftband Maria (?) s030225 Pfeil. Schließenbefestigung auf dem Vorderdeckel erhalten, florales Muster eingeprägt. Aus dieser Werkstatt stammt u.a. der Einband der Hs. Fulda, Hessische LB Aa 102, Missale Constantiense, geschrieben 1484 von dem Kemptener Notar Johannes Kräler, der 1506 eine Abschrift der deutschsprachigen 'Kemptener Chroniken' verfertigte (Cgm 9280). Diese Hs. wurde in Augsburg illuminiert.

Beide Spiegel Papier, wohl neu; auf dem Spiegel hinten Rest eines Stempels [D]enkm[ala]mt; auf dem vorderen Spiegel Papierreste angeklebt, wohl aufgrund des Feuchtigkeitsschadens, der nach der Neubindung im 20. Jh. aufgetreten ist. Dieser führte auch dazu, dass das Papier im Anfangsteil der Hs. brüchig ist.

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Herkunft

Die Herkunft des Schreibers, der Einband der Hs. und die Thematik sprechen für eine Entstehung in Kempten oder der näheren Umgebung. Hierbei ist noch auf den Schluss der Geschichte des Ritters Heinrich von Kempten (92r) zu verweisen, wo um den Segen Gottes für die Leute in Kempten und die Leute, die zum Stift Kempten gehören, gebeten wird, während in der Parallelhandschrift Cgm 9280 das Stift an dieser Stelle ausgespart ist. Zur Herkunft aus Kempten passt auch die Schreibsprache. Der Text 24r-92r und wohl auch die Rezepte 146v-147r stammen von der Hand des Petrus Brack aus Minderdorf (bei Kempten), der das Werk am 31. Januar 1499 vollendet hat, vgl. 92r: Disß biechlin ist volendet vnd geschriben am dornstag vor vnser lieben frowen tag irer rainigung zů liechtmesß (2. Februar) anno domini M° CCCC° LXXXXVIIIIno per me Petrum Brack von Minderdorff.

Der Anfangsteil (3r-21r) steht in engem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem Folgenden: Die Tafel für die Berechnung der Zeit zwischen Weihnachten und Beginn der Fastenzeit (18r-v) beginnt mit dem Jahr 1500. Außerdem finden sich in diesem Teil dieselben Wasserzeichen wie in dem Teil, der die Kemptener Chronik enthält. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Handschrift zunächst im Besitz der Familie Brack befand: Im Kalender ist am 22. November (11v) vermerkt: Vff den tag ist mein lieber vater gestoben (!), gat gnad der sel, anno septimo (1507?) mitt name Peter Back (!) zů Oberminderdorf jn Sultzbergen pfor. Übersetzung: An diesem Tag ist mein lieber Vater gestorben, Gott gnade der Seele, im siebten Jahr (d.i. 1507) mit Namen Peter Brack zu Oberminderdorf in der Pfarrei Sulzberg. Der Eintrag kann unterschiedlich interpretiert werden: Es kann sein, dass der Sohn des Schreibers Peter Brack den Todestag seines Vaters vermerkte; es ist aber auch möglich, dass der Schreiber Peter Brack selbst den Todestag seines Vaters, der ebenfalls den Vornamen Peter trug, vermerkt hat. Ein Schriftvergleich bringt kein sicheres Ergebnis: Es zeigen sich zwar Unterschiede in der Form des g und k (im Randeintrag hat das g eine weitere rundere Schleife; Hand des Peter Brack: enger, länger gestreckt mit einem 'Knick' ungefähr in der Mitte der Schlaufe; Die Oberschlaufe bei k ist anders geformt), aber der gesamte Schriftduktus wirkt sehr ähnlich. Über die weitere Geschichte der Hs. gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Als Hinweis auf einen Bezug zum Benediktinerstift Kempten könnte gesehen werden, dass am 26. März des hl. Castulus gedacht wird, eines Heiligen der ansonsten in Kalendern des Bistums Augsburg und Konstanz nicht erscheint. Im Reliquienverzeichnis (37v) ist er zusammen mit den Kemptener Klosterpatronen Epimachus und Gordian aufgeführt, wobei die drei Namen als einzige im Reliquienverzeichnis rot unterstrichen sind. Vgl. auch den Beginn der Hildegardsvita: "Joannes dictus de Werdenau, Dei gratia Abbas monasterii Sanctissimae semper Virginis Mariae et SS. Martyrum Gordiani et Epimachi et Castoli in Campidonia" (AASS April III, S. 793 Pfeil Volltext Pfeil BVB). Der Eintrag von einer Hand des 17. Jh. auf Bl. 2v , der, da er keinen Namen nennt, voraussetzt, dass man weiß, von welchem Kloster die Rede ist, lässt vermuten, dass sich die Hs. zu diesem Zeitpunkt im Benediktinerstift Kempten oder zumindest in Kempten befunden hat: Notae. Jn dißer Chronica ist ordo et Catalogus Abbatum nit vorhanden, sonsten schreibet Sye originem et fundationem Monasterij sicuti etiam miracula S. Hildegardis et alia cum pictis figuris. Registrum particularium. 1.mo Calendarium. 2. de Origine et vita S. Hildegardis et alia weitläuff[ig] cum pictis figuris. de fundatione et Dedicatione Monasterij eiusdem, confirmatione per Carolum Magnum Imperatorem. 3. de Reliquiis, de Romanis cum imperatore profectis, de S. Patronis, de Familiis variorum Regum et Ducum cum sacris Reliquiis Campidonam allatis, de Miraculis S. Hildegardis, annales Particularium ab a° 1477 vsque ad annum 72 (!), de Equite Henrico Campidunensi dicto.

Hinzu kommt, dass der Schreiber dieses Eintrages offensichtlich Kenntnis von einer weiteren Klosterchronik, in der ein Katalog der Äbte enthalten ist, gehabt hat. Dass sich zumindest ein Exemplar einer solchen Chronik, nämlich Cgm 5819, im Kloster Kempten befand, ist gesichert. Ein Verbleib der Hs. im Kloster bis zur Säkularisation wäre dann anzunehmen (zum Zustand der Bibliothek in der Zeit der Säkularisation vgl. Joseph Rottenkolber, Die Schicksale Allgäuer Klosterbibliotheken in der Zeit der Säkularisation, in: Zentralblatt für Bibliothekswesen 49 (1932), S. 431-438 Pfeil BVB Pfeil Digitale Fassung (DigiZeitschriften); Rita Osterried, Hildegard-Bildnisse als stiftkemptische Supralibros des 18. Jahrhunderts, in: Allgäuer Geschichtsfreund 83/84 (1984), S. 97-105 Pfeil BVB; Kellner/Spethmann, S. 252-255 Pfeil Digitale Fassung). Der nächste sichere Anhaltspunkt ist, dass sich die Hs. im Besitz des Ernst Urbas in Klagenfurt befand, wo sie 1924 von Hermann Menhardt für das Handschriftenarchiv beschrieben wurde (s.u.). Menhardt gibt in seiner Beschreibung Herkunft aus dem Stift Kempten an. 1991 wurde die Hs. auf der Auktion bei Sotheby’s in London angeboten (vgl. Auktionskatalog: Western Manuscripts and Miniatures, London Tuesday 18th June 1991, Nr. 116, S. 165-170 Pfeil BVB). 1998 wurde die Hs. als Leihgabe aus Privatbesitz in der Ausstellung "Bürgerfleiß und Fürstenglanz". Reichsstadt und Fürstabtei Kempten gezeigt (vgl. Klaus Schreiner, in: "Bürgerfleiß und Fürstenglanz". Reichsstadt und Fürstabtei Kempten. Katalog zur Ausstellung in der Kemptener Residenz 16. Juni bis 8. November 1998, hrsg. von Wolfgang Jahn u.a. (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 38, hrsg. von Haus der Bayerischen Geschichte), Augsburg 1998, S. 132-140 Pfeil BVB). 2010 auf der Auktion bei Christie’s in London erworben; Dauerleihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung an die Bayerische Staatsbibliothek.

2r neuzeitlicher Bleistifteintrag, nicht mehr lesbar außer 62b 5.

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Schreibsprache

Beide Schreiber Schwäbisch/alemannisch. H1 zeigt in der Grundtendenz eher schwäbische Merkmale; es finden sich Formen mit "schwäbischer Diphthongierung" von langem a zu au. Eher alemannische Merkmale: Die nhd. Diphthongierung ist nicht immer durchgeführt, mhd. ou nur z.T. zu au geworden ist, öfter bleibt ou. Auch H2 (Petrus Brack) ist in der Grundtendenz schwäbisch, aber die alemannischen Einflüsse sind deutlicher: Diphthongierte und nicht diphthongierte Formen stehen nebeneinander, wobei insbesondere mhd. langes i überwiegend nicht diphthongiert wurde. Mhd. ou erscheint vorwiegend als ou oder ow, selten au. Schwäbische Diphthongierung a zu au. Dieselben Merkmale finden sich auch im Bereich 146v-147r, was die Annahme, dass auch dieser Teil von Petrus Brack geschrieben wurde, bestärkt. Die Merkmale der Schreibsprache lassen sich gut mit einer Entstehung in der Gegend von Kempten vereinbaren (Vgl. Franz Ludwig Baumann, Schwaben und Alamannen, ihre Herkunft und Identität, in: Ders., Forschungen zur Schwäbischen Geschichte, bes. S. 566-585 Pfeil Digitale Fassung; Ludwig Dorn, Die drei ältesten Kalendarien der Pfarrkirche St. Mang in Kempten, in: Allgäuer Geschichtsfreund 82 (1982), S. 56 Pfeil BVB).

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Weitere Literatur

Beschreibung von Hermann Menhardt im Handschriftenarchiv, datiert: April 1924 Pfeil Online-Version; Klaus Schreiner, Katalogbeschreibung, in: Bürgerfleiß und Fürstenglanz: Reichsstadt und Fürstabtei Kempten; Katalog zur Ausstellung in der Kemptener Residenz 16. Juni bis 8. November 1998 hrsg. von Wolfgang Jahn u.a., Augsburg 1998 (Veröffentlichungen zur bayerischen Geschichte und Kultur 38), S. 134-140 Pfeil BVB.

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Zum Digitalisat. 1r-v leer; 2r Bleistifteintrag und 2v Notae (s.o.).

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1. 3r-21r
Kalender, Medizinische und astronomisch/astrologische Texte

a3r-12v
Kalendarium mit Monatsregeln

Aufgrund des Verlustes eines Doppelblattes in der Mitte der Lage (zwischen Bl. 5 und 6) fehlen die Monate April und Mai, in denen die Feste der im Stift Kempten besonders verehrten Heiligen Hildegard (30. April) und Gordian und Epimachus (10. Mai) gefeiert würden, so dass eine Zuweisung des Kalenders an das Stift Kempten und eine Entstehung dort durch den Kalender nicht bestätigt werden können. Hinzu kommt, dass im Kalender das Fest des hl. Benedikt am 21. März nicht erwähnt ist; erwähnt ist dagegen am 11. Juli die Erhebung (Elevatio) Benedictj; bei Benedikt wird normalerweise an diesem Tag außer bei den Benediktinern die Translatio gefeiert; diese begehen an diesem Tag die Commemoratio Benedicti (vgl. Grotefend I, S. 49 Pfeil BVB und II, S. 70 Pfeil BVB). Der Kalender vereinigt, was die aufgeführten Heiligen und die besonders gefeierten Feste betrifft, Eigenheiten der Diözese Konstanz und der Diözese Augsburg, den beiden Diözesen, in deren Grenzgebiet Kempten liegt (vgl. dazu: Heinrich Büttner, Die Entstehung der Konstanzer Diözesangrenzen, in: Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte 48 (1954), bes. S. 265-268 Pfeil Digitale Fassung (e-lib.ch); Hansmartin Schwarzmaier, Zur Frühgeschichte des Klosters Kempten, in: Nomen et fraternitas. Festschrift für Dieter Geuenich, Berlin u. New York 2008, bes. S. 317-340, bes. S. 317 Pfeil BVB). Eigenheiten der Diözese Konstanz (nach Grotefend, Bd. II s. die einzelnen Heiligen und Kalender der Diözesen Augsburg, S. 4-7 und Konstanz, S. 86-90 Pfeil BVB):

Adrian am 4. März; Heinrich, allerdings am 12. Juli statt am 13., Christina am 24. Juli (Diözese Augsburg 19. Juli), Hilaria am 12. August kein Hochfest wie in der Diözese Augsburg, 28. August Hochfest für Augustinus und Pelagius.

Eigenheiten der Diözese Augsburg:

Margarethe am 13. Juli, Afra am 7. August Hochfest, Magnus am 6. September Hochfest, Narzissus am 29. Oktober Hochfest.

Auffälligkeiten:

Castulus am 26. März (im Reliquienverzeichnis 37v neben Epimachus und Gordian, wobei die drei Namen unterstrichen sind; s. auch oben Herkunft).

Achatius am 22. Juni

Eulogius, wohl Translatio Eligii, am 25. Juni und Eligius am 1. Dezember

Am Ende eines jedes Monats Monatsregeln, am Schluss jeweils mit gereimten Zeilen:

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(3v) Item: Im Jenner soltu gútten wein trincken vnnd zu dem hopt lassen, ob es nott tůt ... Aristoteles der haydnnsch maister spricht: Im Jenner dein blůt lauß an samen. Tůt es dir nott, so lausß auff dem damen. ...

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(12v) Item: Jm Cristin monat ist alles ding erlaubt zú essen vnnd trincken. Du magst ouch baden ... Mesue der maister spricht: Im Crist Monatt lassen ist nit erlaubt. Tůt es nott, so schroppff dyr zu den fuessen oder zum hopt.

Vgl. Ortrun Riha, Ortolfus pseudepigraphus, in: "ein teutsch puech machen". Untersuchungen zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens. Ortolf-Studien 1, hrsg. von Gundolf Keil, Wiesbaden 1993 (Wissensliteratur im Mittelalter 11), bes. S. 77-86 Pfeil BVB.

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b 13r
Eigenschaften des Menschen

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(13r) >Hie nach volget vnnd ist ze mercken dye aygenschafft aines yedlichen menschen< Item: Dye verstenúß dem menschen ligt jm jnn der styeren. Item: Die gedächtnuß ligt dem mensche jnn dem hyeren ... Item: Das marck ligt dem menschen jnn dem gebain.

Vgl. München UB, 2° Cod. ms. 595, 19v.

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c 13v-14r
Berechnung des Laufs der Planeten

(Erklärung eines Berechnungsschemas in Kreisform mit Rädchen, letzteres verloren)

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(13v) Erläuterungen:

Item: Der nach volget zirckel oder rädel. Gehört zu den stunnden der planeten vnd darjnne findt man tag vnnd nacht jren lauff allen. Item: Dye rott zall jm vmbgennden radlin bezaichnet dye stunnden des tags der planeten von aynem an zäfachen nach mitternacht auff zwelffe zum mittern tag vnnd die schwartze zall den tag nach mittag gar vol hin ausß.- Item: Der tag nach rechter rechnung facht an nach der zwelfften stunnden vmb ayns nach mittag vnnd gautt ausß bysß wyder auff zwelffe zu mitter nacht.-

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(14r) Zirkel

Kreis, geteilt in sieben Segmente; drei Rubriken (von innen nach außen: Planet, zugeordneter Wochentag, Beurteilung nach gut, mittel und böse).- Darunter: Sonn den magen, Monn das hobt, Saturnus das milcz, Iupiter vnnd Mars dye leber, Venus vnnd Mercurius dye nyeren.

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d 14v
Regeln für Aderlass und Medikation entsprechend der Komplexion eines Menschen

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(14v) Item: Es ist ze mercken inn was zaichen eynem yeglichen menschen zu lassen zymbt nach seyner complexion vnnd jnn welhem zaichen gút sey erczney nemen vnnd ouch zu welchen glydern man nit lassen sol in eynem yeglichen zaichen. Item: So der man ist jm wider vnnd schutzen ist gůtt lassen den menschen dye flegmaticj sein ... – jm visch mitel on dye fuesß.

Parallelüberlieferung: Initium übereinstimmend mit Augsburg UB, III. 1. 2° 42, 4va; dort Burkhard von Horneck zugeschrieben (vgl. Schneider, Augsburg, S. 230; s.a. Peter Assion, in: 2VL 1, Sp. 1137-1139 Pfeil BVB).

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e 14v-15r
Aderlasstafel

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(14v) >Nun nachuolget hernach dye lasßtafel vnnd wertt alwegen<

(15r) Lasstafel: >Das ist dye lasßtafel< Schema.

Vgl. z.B.: Vom Einfluss der Gestirne auf die Gesundheit und den Charakter des Menschen. Faksimile des Manuskriptes C 54 der Zentralbibliothek Zürich, hrsg. von Gundolf Keil, Friedrich Lenhardt und Christoph Weisser, Bd. II (Kommentar), Luzern 1983, S. 19 und S. 149f. Pfeil BVB - S.a. Aderlasstafel in der Inkunabel Hain 10874 = GW M21490 = BSB-Ink V-228.

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f 15v-17v
Aderlass- und Gesundheitsregeln, zugeordnet den einzelnen Sternzeichen

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(15v) >Item hie nun nach volget wann es gút oder böß zu der aderlassen sey vnnd des ersten ist ze mercken dye aygenschafft der zwelff zaichen vnnd ouch dye glyder des menschen leychnams dye da geaynent zu sein den selben zwelff zaychen vnnd zu ersten<

>Der wider ist das erst zaichen< Der wider ist ain zaychen hayß vnnd ouch dürr, fures natur vnnd dem ist an dem menschen zu geaygnet das hopt ...

(17r) >Dye visch das zwelfft zaychen< Der visch ist ain zaychen kallt vnnd feúcht vnnd wassers natur ... – (17v) vnnd der vnnder tayl der füesß.

Druck (nach Cgm 700, 86v-87r): Karl Sudhoff, Beiträge zur Geschichte der Chirurgie im Mittelalter 1 (=Studien zur Geschichte der Medizin 10), Leipzig 1914, S. 214f. (ähnl.). Pfeil BVB - Vgl. Johannes G. Mayer/Gundolf Keil, in: 2VL 9, Sp. 923-933 Pfeil BVB (zuzuordnen Zinner Nr. 8037-8042 Pfeil BVB; vgl. Zinner 8042/Cgm 738).

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g 17v-18r
Blutschau

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(17v) Nun merck wie man das blůt beschawen sol nach dem vnnd man zw der ader hat gelassen. Item: Am ersten so secz das blůtt an eynen statt, do es weder ze kallt oder auch zu warm‾ sey ... – vnnd sol gott darumb danncken vnnd von gannczem hertzen loben.

Im großen und ganzen übereinstimmend mit der Blutschau in der 'Ordnung der Gesundheit' für Rudolf von Hohenberg (Ed.: Christa Hagenmeyer (Hrsg.), Die 'Ordnung der Gesundheit' für Rudolf von Hohenberg. Diss. Heidelberg 1972, S. 326f. Pfeil BVB; s.a. Gundolf Keil, Acht Parallelen zu den Blutschau-Texten des Bremer Arzneibuchs. Untersuchungen zur spätmittelalterlichen Hämatoskopie, in: Niederdeutsche Mitteilungen 25 (1969), bes. S. 122f. Pfeil BVB; Text des Abschnittes aus der 'Ordnung der Gesundheit' nach der Inkunabel Ulm 1482); Friedrich Lenhardt, Blutschau, Untersuchungen zur Entwicklung der Hämatoskopie (Würzburger medizinhistorische Forschungen 22), bes. S. 123-126 (Blutschaukatalog A) Pfeil BVB.

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h 18r-v
Tafel für die Berechnung der Wochen zwischen Weihnachten und Anfang der Fasten (Sonntag 'Esto mihi') mit Erläuterungen:

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(18r) Item: Jnn dyser nachgeschriben tafel findt man dye wochen, wie vil zwischen weyennachten vnnd der fasstnacht sein. Item: Des ersten sůch dye jar zall von Cristus geburde ... (von 1500 bis 1557) ...; Spalten: Jahreszahl, Goldene Zahl, Schaltjahr, Sonntag, Wochen Tage.

Vgl. z.B. Keil, Lenhardt, Weisser, a.a.O., S. 150f. Pfeil BVB.

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i 19r
Mondphasenschema mit Erläuterungen

(Rota, äußerster Ring mit den Zahlen 1-30 von Neumond zu Neumond)

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(19r) Item: Jnn dysem ring findest du, wie lanng der monn auff das erdrich schinet jnn dem ussrosten des monns allter nach dem tag vnnd er new ist ... – das sein dye minutt. Der tun sechczig ayn stunnd.

Vgl. Darmstadt Hs. 266, 24vab.

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k 19v-20r
Wetterregeln

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(19v) Item: Es ist ze wissen, ob es jn eynem yedlichen zaichen schon oder regnen werde vnnd besunderlich jn eynem yedlichen monat so wart in welher stunnd ein newer monn wirt vnnd welher planet zu der selben stunnd regnier. So wirt der selbe mann heyß vnnd dürr nach den viel taylen des jars oder kallt oder feúcht nach den vier zeytten des jars. Sonn. Item: Wirt das new jnn dem planeten der sunne, so wird das monatt heyß vnnd dürr... – (20r) Saturnus: Item: Wirt das new jnn dem Saturno, so wirt das monat heyß oder kallt nach den fier taylen des jars halb regenn wann sein fierer ist der wyder vnnd scorpp, der wyder als feúr, der scorpp als das wasser.

Ed. Klaus Schönfeldt, Die Temperamentenlehre in deutschsprachigen Handschriften des 15. Jahrhunderts, Diss. Heidelberg 1962, S. 162f. Pfeil BVB (var.; Reihenfolge abweichend, Zuordnung der Tierkreiszeichen zu den Planeten abweichend).

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l 20r-21r
Temperamentenlehre

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(20r) Hie nun nach volget vnnd vindt man die aygenschafft der menschen. >Sangwineus< Item: Ist ain mensch beschaffen von vier feúchtigkeit der element, der des lufftes mer hatt denn der annderen vnnd ist dye edlest (20v) warem vnnd feúcht ... – (21r) >Flegmaticus< Item: Ist ain mensch beschaffen vonn vier elementen der des wassers mer hatt dann der anndern, der mensch ist kallt vnnd feúcht als wynnter, weyß farb vnnd vil flaisch, klain gebain, nit zornig, isst vil vnnd trinckt wenig. Er ist traug, schlaufft vil, waych harr. Er sol sich hyetten vor kallter vnnd feúchter speyß.

Vgl. Augsburg UB, III. 1. 2° 42, 16ra-18va.- S.a. Johannes G. Mayer, Friedrich Lenhardt, Gundolf Keil, in: 2VL 9, Sp. 682-689 Pfeil BVB.

Ein Teil der Texte findet sich auch in der Textzusammenstellung, die als 'Iatromathematisches Hausbuch' bezeichnet wird. Solche Textverbünde waren am ehesten für den "astromedizinisch interessierten Hausvater" gedacht (Friedrich Lenhardt und Gundolf Keil, in: 2VL 4, Sp. 347 Pfeil BVB; zum 'Iatromathematischen Hausbuch' s. ebd., Sp. 347-351).

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21v-23v leer.

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2. 24r-92r
Johannes Birk (?): 'Stiftung des gotzhaus Kempten' ('Karlschronik')

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Inhaltsübersicht:

(24r) >Stifftung des gotzhaus Kempten vnd sant Hyltgarten leben< In gottes namen Amen. Hie jn disem gegenwirtigen biechlin ist zemercken, wie herkomen sy daz loblich gestifft des gotzhauß Kempten mitsampt seiner graufschafft vnd darby wie hoch es gewirdigt vnd gefryt sy worden von dem hailigen baupst Adriano vnd von dem grossen vnd hailigen kayser Karolo. Nach dem vnd die sälig kaiserin hyltgart jn der alten latin von den lerern vnd poeten allweg hailig genant ist vnd das vorbestimpt gotzhauß hat gestifft mit gunst vnd willen irs elichen gemachels kayser Karlis vorgenant. Darnach sol man mercken die grosse zaichen die got der allmächtig durch die hailigen vorgenanten Hyltgarten sein dienerin mit sampt irem sun, dem säligen vnd hailigen milten kayser Ludwig (24v) gethan hat in mängerlay wyß wunderbärlich. Desglychen von den patronen oder hayltum was da sy in dem vor bestimpten gotzhauß vnd wie uil mitsampt dem applas daselbst vnd daz nun alles ordenlich volbracht werd. Ist in denen dingen allen voran zemercken daz geschlecht kayser Karlis vnd seiner elichen haussfrowen sant hyltgarten, so daz geschriben wirt kument auß die rechten für nemung des biechlis mit vil andern einfälligen stucken so dann jn vil jaren mit vben alter ding vnd bücher jm lesen vnd erfaren zůsamen gebracht sind worden vmm mer er vnd lob zů erbietttung got dem allmächtigen vnd seiner lieben můtter junckfrow Maria mitsampt allem himelschen her.

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(24v) Das Geschlecht Kaiser Karls und seiner Frau Hildegard:

>Nun merck auf daz geschlächt des grossen kaysers Karlin vnd sant Hyltgarten wie hernach volget< (25r) Es ist ain hailiger fürst zu Franckrich gewesen mit namen Arnolfus. Der hat gehept ainen sun mit namen Angisus, von dem selben ist komen Pipinus, den man nempt den eltern. Hat aber der selb Pipinus ainen sun gehept mit namen Karolus der elter. Der selb Karolus hat auch gehept ainen sun mit namen Pipinus ...

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(26r) Herkunft Hildegards:

>Nun merck von sant Hyltgarten herkomen< (26v) Hie ist ernstlich zů wissen, daz vil Hiltgarten vnd vil Ludwigen sind gesin ...

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(27v) Bau des Gotteshauses in Kempten:

>Wie daz gotzhauß Kempten buwen sy worden< Nvn merck hie daz die sälig kayserin Hyltgart mit gunst vnd willen irs gemachels kayser Karliß hat in dem iar Christi so man zalt sibenhundert iar vnd dru vnd sibentzig iar angefangen daz erwirdig gotzhauß Kempten ze bawen jn der er vnser lieben frowen vnd aller hailigen ...

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(28v) Die Riesen Sancimon und Celebrant:

>Die hand stain tragen zů dem baw des gotzhauß Kempten< (29r) Man list zů der zyt so sant Hyltgart das closter hat angefangen bawen zů Kempten, daz sy zwen fast groß man hab gehept, die da stain habend getragen zů dem minster mit namen Sanccimon vnd Celebrant. Die hielt yederman do zemal durch irer grössin willen für rysen ...

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(29v) Die Grafschaft Kempten:

>Wie her komen sy die grauffschafft Kempten, Hylomont oder Burghald< Merck also ist herkomen Kempten nach dem vnd man jn lattein vindet jn der Kronigk kayser Ludwigs des milten, daz vor vil iaren vor der gepurt Jhesu Christi mti vngeloubigen menschen ist gesein ain statt, die hat dry namen gehept durch verwandlung grosser wunderlicher dingen, die das geschechen sind von den senaten oder gubernierern vnd sind daz die namen Vermeta cretica vnd vertica. Der erst nam tůt ain statt, darin vnd vmm vil würm sind gesein ...

Textverlust vor Bl. 39.

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(62r) Wundertaten am Grab Hildegards und Ludwigs des Frommen:

>Was got der allmächtig zaichen getan hab durch sant Hyltgarten vnd Ludwicum< In dem namen gottes vatters des suns vnd des hailigen gaistes amen. Nach dem vnd die loblichen lerer all vnß schribend vnd vorauß der naturlich maister Aristoteles: Ye mer ain gůts ding außgerůfft vnd getailt wirt an vil end, ye besser es ist vnd wirt ...

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(80v) Kaiser Karl und Hildegard:

>Von kayser Karlin ettliche kurtze stuck dem got der allmächtig von himel her ab ain kron schwert sporn ainen apffel vnd ain krützlin geschickt hat< (82r) Merck daz kayser Karlin mitt seiner elichen haußfrowen Hyltgarten gen Rom ist zogen durch erwerbung des hailtums willen ... – wann er hat ain aygne cronic, die tailt ist jn vier biecher von jm vnd seinem wesen.

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(82v) Annalistische Aufzeichnungen bis zum Jahre 1494:

>Nun merck etliche seltsane stuck vnd geschicht mit jren zyten, so sy geschechen sind wenn ettlich menschen von natur gern hörend sagen von alten geschichten, dero ich auch ains hie bin< (Autor!)
(83r) >1377< Do geschach der stryt vor Rütlingen. >1422< Do ward Hochenzorn gewunnen >1388< Do geschach der stryt vor weil >1441< Do ward Mayenfels gewunnen ...  (86r) >1494< Do waz kůng Maximilianus vnd sein gemachel die kůnigin Maria Blangkta an dem Auffertag vnd auch an dem Pfingstag jn dem gotzhuß Kempten ... –  (87r) >IIIc jar< Dozemal oder nach darby ward Constancia Costentz gebawen vnd hat den namen von kayser Constantino her. Der selb pot zům ersten daz man Jhesum Christum eren sölt jn aller welt vnd jn an betten fůr den waren lebendigen got. Item zů Rom sind gesein tausent vierhundert vnd fůnff kirchen als dann der hailig Siluester schribt. Aber yetzot seit man nun von etlichen.

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(87r) Geschichte des Ritters Heinrich von Kempten:

>Zů dem letsten des biechlins merck ain klain hystory von dem loblichen vnd vesten ritter Hainrichen von Kempten< Hie ist ze mercken von ainem loblichen erwirdigen ernstlichen vnd vesten ritter, her Hainrichen von Kempten genant, der vor alten zyten vnd vil jaren vorauß zů der zyt do der kayser mit dem roten bart waz ...
(92r) vnd belypt doch die sach ains jn irem wesen nit me denn got sy mit vnß allen hie zů Kempten zů dem wirdigen stifft gehörende vnd an allen stetten nun vnd ymmer ewigklichen. Amen.

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(92r) Schreiberkolophon (s.o. Herkunft).

Druck der Geschichte des "Heinrich von Kempten" nach Ablichtungen von Cgm 9280: André Schnyder, Konrad von Würzburg, Kaiser Otto und Heinrich von Kempten, S. 27-32 (Unterschiede: Überschriften; Schluss) Pfeil BVB.

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Zum Gesamttext

Textfassung: Franz Ludwig Baumann, Die Kemptener Chroniken des ausgehenden 15. Jahrhunderts, in: Ders., Forschungen zur Schwäbischen Geschichte, Kempten 1899, S. 1-30 Pfeil Digitale Fassung, zählt sechs Werke auf, die sich mit der Geschichte Kemptens und insbesondere des Klosters Kempten befassen, davon drei in deutscher Sprache (bei Baumann, a.a.O., unter Nr. 3, 4 und 6). Bei der vorliegende Handschrift handelt es sich um die von Baumann (a.a.O., S. 5-12) unter Nr. 3 aufgeführte deutschsprachige Chronik, der er den Namen "Chronik Kaiser Karls des Großen"  oder 'Karlchronik' gegeben hat; unter dem Namen 'Karlschronik' auch bei Peter Johanek, in: 2VL 1, Sp. 870-875, bes. Sp. 872f. Pfeil BVB
In der in dieser Hs. vorliegenden Form der 'Karlschronik', die man besser mit dem Titel 'Stiftung des gotzhaus Kempten' versieht, werden an einigen Stellen lateinische Verse zitiert, die sich schon in Cgm 5819, aber auch in dem wohl ebenfalls von Birk verfassten 'Tractatus de monasterio Campidonensi et eius multiplicibus privilegiis' finden, vgl. z.B. 27r: Vno annis completis qudragintaque octingentis / Pius Ludwicus Campidone fuit sepultus / suam erga matrem pie memorie Hiltigardem (vgl. Collectio scriptorum rerum historico-monastico-ecclesiasticarum, hrsg. von Michael Kuen, Bd. 2, Ulm 1756, S. 184f., Kap. XLV
Pfeil BVB). Stellenweise stehen der lateinische Text des 'Tractatus' und die deutsche Chronik in engem Bezug zueinander, z.B. 25r/v und Kap. II des 'Tractatus' (Kuen, a.a.O., S. 169f. Pfeil BVB).
Eine genauere Untersuchung des Verhältnisses der sechs bei Baumann aufgeführten und
Johannes Birk zugeschriebenen deutschen und lateinischen Werke vor allem unter Einbeziehung der Fassung in Cgm 5819 und der Hs. Würzburg UB, M. ch. f. 97 steht noch aus (vgl. auch Schreiner (1992), a.a.O., S. 44 und Anm. 31 Pfeil BVB; Johanek, a.a.O., Sp. 873 Pfeil BVB). Auch die von Baumann vorgenommene Zuweisung der Verfasserschaft aller Texte an Johannes Birk aus Biberach (Baumann, a.a.O., S. 24-29; zur Zuweisung der Karlschronik an Birk s.a. Johanek, a.a.O., Sp. 873f. Pfeil BVB), der vom Ende der 60er Jahre des 15. Jh. bis 1502 Leiter der Stiftsschule in Kempten war (vgl. in: Norbert Hörberg, Geistige Entwicklung in Stift und Stadt, in: Geschichte der Stadt Kempten, hrsg. von Volker Dotterweich u.a., Kempten 1989, S. 143-145 Pfeil BVB), bedarf einer Überprüfung. Dabei ist zu überlegen, ob und in welchem Umfang der Schreiber Peter Brack Anteil an der Zusammenstellung der vorliegenden Chronik hatte (Klaus Schreiner, in: "Bürgerfleiß und Fürstenglanz". Reichsstadt und Fürstabtei Kempten. Katalog zur Ausstellung in der Kemptener Residenz 16. Juni bis 8. November 1998, hrsg. von Wolfgang Jahn u.a., Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 1998 (Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 38/39), S. 140 (Nr. 68) Pfeil BVB). Das gleiche gilt auch für die Funktion, die Conradus Widerlin, der Schreiber der Kemptener Klosterchronik in Cgm 5819, hatte.

 

Parallelüberlieferung: Cgm 9280, 2r-57r; Augsburg SStB 2° Cod. 249, 1r-63r. - Druck einzelner Passagen nach Cgm 9280 bei Baumann, a.a.O.: S. 6-9 (Cgm 9470, 30r-31v) und S. 9 (Cgm 9470, 49r-v).

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146v-147r Baumzucht

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(146v) Item: wilt du jung bovm ziehen, so mach ainen garten X schůch wyt vnd brait. Den versorg, daz dhain fich darynn z...e. Vnd jn den garten solt du jung bovm setzen, die am stammen als ain garn stock grosß syen. Die selben bovm soltu ympten jm mayen am IIII, V, VI oder VII tag des núwen mons vnd die zwyglin vorhin brechen an der fasnacht vom bovm gegenn mittentag auch am IIII, V, VI oder VII tag des núwen möns.

Item also soltu ympten: So du die zwyglin vfgesetzt hast, so nim bech ab den thannen vnd so uil wachs vnd vnschlit yedes glych vil vnd zerlauß vnder ainandern so wirt es hert ...

Item: Darnoch so du das bech darzů gebrucht hast, so nim rinden ab dem pfyffenholtz oder ander rinden vnd bind die zwyglin ...

Item: Wann du jung bovm wilt setzen, so thů es in der fasten an sant Ambrosius tag ...

Item: Auch an sant Vrbans tag VIII tag vor oder nach, so ist gůt jung bovm oder alt schnaitten.

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(147r) Item: Wiltu wonder sechen, so thů ains an sant
V°lrichs aubend am tag oder den nächsten darnach vnd zúch dem stammen die rinden gantz vnd gar ab vnd rysß mit ainem messer durch nider vnd besich daz du daz holtz vnder der rinden nit letzest oder zerryssest. So ist es jn IIII wochen widerum Pberzogen mit rinden
.

Item: So die dachsel an die bovm kompt, so soltu es VIII tag vor oder nach sant V°lrichs tag jn der selben zyt vß schaben ...

Item: Wiltu daz der stamm bald groß werd, so nim ain messer vnd rysß ain ritz ...

Item: Wenn du jung bovm setzen wilt vnd yetz gesetzt hast, so nim haber vnd säy jn vff die wurtzen ...

Item: So die núwen schoß wachsen an den bovmen, so schnyd sy auß an sant V°lrichs tag VIII tag vor oder nach oder thů daz an aller hailigen schwyn (wohl gemeint: schneiden).

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