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Dokumente zur Bayerischen Landesbauernkammer 1920-1933

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Landesbauernkammer Landesbauernkammer

Die Bayerische Landesbauernkammer bestand von 1920 bis 1933. Sie war ein Selbstverwaltungsorgan der bayerischen Landwirtschaft. Die Landesbauernkammer wurde von den Zeitgenossen als "Bauernparlament" bezeichnet. In ihren Debatten fanden alle Fragen der Agrarpolitik in den Jahren der Weimarer Republik ihren Niederschlag.

 

Die Bayerische Landesbauernkammer (1920-1933) war das erste und bisher einzige Selbstverwaltungsorgan der bayerischen Landwirtschaft. Als solches war sie Körperschaft des öffentlichen Rechts und wurde durch Gesetz vom 20. März 1920 errichtet. Zum ersten Präsidenten wählte das konstituierende Plenum den bekannten "Bauerndoktor" Georg Heim (1865-1938), geschäftsführender Direktor war bis zur Gleichschaltung der Bauernkammer durch die Nationalsozialisten Michael Horlacher (1888-1957).

Die Bayerische Landesbauernkammer erreichte nie die Kompetenzfülle anderer deutscher Landwirtschaftskammern. Aufgrund des späten Gründungszeitpunktes der Kammer erfüllte in Bayern nämlich die staatliche Landwirtschaftsverwaltung typische Kammeraufgaben wie Beratungs- und Fortbildungswesen. Trotzdem spiegelt sich in den Verhandlungen der Bayerischen Landesbauernkammer das gesamte Spektrum der Agrarpolitik wider.

Von ihren Mitgliedern wurde die Landesbauernkammer als "Bauernparlament" bezeichnet. Als solches tagte das Plenum in der Regel öffentlich. Tatsächlich bildeten die verschiedenen miteinander konkurrierenden wirtschaftspolitischen Interessenvertretungen der bayerischen Landwirte im Plenum der Landesbauernkammer fraktionsähnliche Gruppen.

Aufgrund des Selbstverständnisses der Landesbauernkammer als "Bauernparlament" kopieren deren Stenographische Berichte in ihrem äußeren Erscheinungsbild die Stenographischen Berichte der Verhandlungen des Bayerischen Landtags. In drei Wahlperioden fanden 40 Plenarsitzungen statt. Die Stenographischen Berichte befinden sich in Privatbesitz und stellen das einzige bekannte vollständige Exemplar dar. Lediglich die Stenographischen Berichte der zweiten Sitzung am 31. August 1920 weisen eine Lücke von acht Seiten auf. Eine wichtige Ergänzung zu den Stenographischen Berichten liegt in den Tätigkeitsberichten der Landesbauernkammer ebenfalls digitalisiert vor.

Johann Kirchinger, Mallersdorf-Pfaffenberg

Literatur:

 

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Hinweise zur Benutzung

Die Bände stehen als Blätterversion zur Verfügung und sind durch ein Inhaltsverzeichnis erschlossen.

Zum Projekt

Die Stenographischen Berichte der Bayerischen Landesbauernkammern sind in öffentlichen Bibliotheken nicht vollständig vorhanden. Sie wurde 2006 zusammen von einem Privatmann der Bayerischen Landesbibliothek Online zum Zwecke der Digitalisierung zur Verfügung gestellt. Das Angebot ist seit Juli 2006 online.