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Lori, Johann Georg von: Ausgewählte Werke

Johann Georg von Lori Johann Georg von Lori

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Der Staatsrechtler, Politiker und Historiker Johann Georg von Lori (1723-1787) war einer der führenden aufgeklärten Reformer in Kurbayern unter Kurfürst Max III. Joseph.

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Der 1723 in Gründl (Gde. Prem) geborene Lori - hinsichtlich des Geburtsdatums (16. Juni oder 17. Juli) widerspricht sich die Sekundärliteratur - besuchte die Schule des nahe gelegenen Prämonstratenserstifts Steingaden sowie das Jesuitengymnasium in Augsburg. Die Universitätsstudien absolvierte er in Dillingen, Würzburg und Ingolstadt. 1749 wurde Lori Professor für Rechtsgeschichte und Kriminalrecht an der Universität Ingolstadt. 1752 wechselte er in den bayerischen Staatsdienst nach München, wo er als Hofrat im Münz- und Bergkollegium tätig war.

Auf Initiative Loris entstand 1758/59 die Bayerische Akademie der Wissenschaften. Lori war bis 1760 Direktor der Historischen Klasse (nochmals 1771/72) und bis 1762 Sekretär der Akademie. Ab 1761 rückte Lori in den zentralen Führungszirkel der bayerischen Politik auf, wo er mit diplomatischen Aufgaben ebenso betraut war, wie mit Fragen der Kirchenpolitik. 1764 erhielt er die Leitung des kurfürstlichen Archivs übertragen. 1768 wurde Lori nobilitiert und zum Geheimen Rat und Referendar für auswärtige Angelegenheiten sernannt. Bei der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 leitete Lori die mit der Leitung der Aufhebung der bayerischen Niederlassungen des Ordens beschäftigt. Damit erhielt er gleichzeitig auch Einfluss auf die bayerische Schul- und Bildungspolitik. 1775 wurde er Condirektor der nun nicht mehr von den Jesuiten geleiteten Universität Ingolstadt, 1776 wurde er deren Direktor und Leiter der juristischen Fakultät.

Als einer der wichtigsten Vertreter der "Patrioten", die sich nach dem Aussterben der bayerischen Wittelsbacher 1777 gegen die Tauschprojekte Kurfürst Karl Theodors und Kaiser Josephs II. wendeten, fiel er unter dem neuen Herrscher in Ungnade und wurde 1778 aller Ämter enthoben und nach Neuburg a.d. Donau verbannt. Dort starb er am 23. März 1787.

Hauptwerke Johann Georg von Loris

Von Lori stammen mehrere bedeutende Quellensammlungen, die zum Teil bis heute unentbehrlich sind. Sie entstanden im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit im Münz- und Bergkollegium, als Archivar und als Kirchenpolitiker. Seine bayerische Geschichte schrieb er erst in der Zeit seiner Verbannung. Eine Reihe seiner Werke gelangten entweder nicht zur Vollendung oder blieben ungedruckt. Ein Verzeichnis der gedruckten Arbeiten bietet Baader, Lexikon verstorbener Baierischer Schriftsteller, S. 237.

De origine et progressu iuris boici civilis antiqui commentatio I., Ingolstadt 1748

"De origine et progressu iuris boici civilis antiqui" ist Loris Dissertation an der Universität Ingolstadt, eingereicht bei seinem akademischen Lehrer Johann Adam Ickstatt (1702-1776). Es handelt sich um eine rechtsgeschichtliche Arbeit über den Ursprung des bayerischen Zivilrechts von den Anfängen bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts. Das lateinische Werk ist bereits ein "Programmschrift des künftigen Reformers" (A. Kraus). Ziel war die Wiederherstellung der vermeintlichen früh- und hochmittelalterlichen staatlichen Kirchenhoheit. Die Arbeit erregte daher Widerspruch, u.a. vom Ingolstädter Historiker Heinrich Schütz SJ (1714-1768). Die in der Vorrede angekündigten Teile II und III erschienen nie. Das hier digitalisierte Exemplar schenkte Lori dem Hofbibliothekar Andreas Felix Oefele (1706-1780).

Sammlung des baierischen Kreisrechts, 1764

Loris "Sammlung des baierischen Kreisrechts" ist bis heute die einzige gedruckte Quellensammlung zum Bayerischen Reichskreis. Es enthält die Verhandlungen und Abschiede der bayerischen Kreistage zwischen 1531 und 1757. Im Zuge der Reichsreform entstanden in den ersten Jahrzehnten nach 1500 die Reichskreise als überterritoriale, regionale Organisation im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Der Raum des heutigen Freistaats Bayern hatte Anteil an drei Reichskreisen: dem Bayerischen, dem Fränkischen und dem Schwäbischen Reichskreis. Aufgaben der Kreise waren unter anderem: Aufstellung von Militärkontingenten, Regelung von Münzangelegenheiten, Sicherung des Landfriedens, Policey- und Wirtschaftsfragen. Dem Bayerischen Reichskreis gehörten als bedeutendste Mitglieder das Herzogtum/Kurfürstentum Bayern und Erzstift Salzburg an. Diese beiden Reichsfürstentümer bildeten das Direktorium des Kreises und waren für die Ausschreibung der regelmäßigen Kreistage zuständig. Weitere Mitglieder waren die Herzogtümer Pfalz-Neuburg und Pfalz-Sulzbach, die Landgrafschaft Leuchtenberg, die Grafschaften Haag, Ortenburg und Hohenwaldeck, ferner die Herrschaften Ehrenfels, Sulzbürg und Pyrbaum sowie zeitweise die Herrschaften der Degenberger im Bayerischen Wald. Später traten die Grafschaft Störnstein und die Herrschaften Breitenegg hinzu. Einzige Reichsstadt im Bayerischen Reichskreis war Regensburg. Geistliche Kreisstände waren neben Salzburg auch die Hochstifte Freising, Passau und Regensburg, die Fürstprostei Berchtesgaden sowie die in Regensburg gelegenen Reichsklöster St. Emmeram, Obermünster und Niedermünster.

Literatur:

  • Peter Claus Hartmann, Der Bayerische Reichskreis (1500 bis 1803). Strukturen, Geschichte und Bedeutung im Rahmen der Kreisverfassung und der allgemeinen institutionellen Entwicklung des Heiligen Römischen Reiches (Schriften zur Verfassungsgeschichte 52), Berlin 1997.
  • Wilhelm Volkert, Der Bayerische Reichskreis. I. Rechtsform und Aufgaben, in: Max Spindler (Begr.)/Andreas Kraus (Hg.), Handbuch der bayerischen Geschichte. Dritter Band, Dritter Teilband: Geschichte der Oberpfalz und des bayerischen Reichskreises bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, München 31995, 225-235.

Sammlung des baierischen Bergrechts, 1764

Loris Sammlung des baierschen Bergrechts geht unmittelbar auf seine Tätigkeit als Hofrat im Münz- und Bergkollegium zurück. Sie nimmt unter seinen Werken der 1760er Jahre eine Sonderstellung ein, da sie neben der umfangreichen Urkundensammlung auch einen darstellenden Einleitungstext enthält. Obwohl als Sammlung von Rechtstexten konzipiert, ist Loris Druck angesichts des landesherrlichen Bergregals gleichzeitig auch eine Fundgrube zur Wirtschaftsgeschichte Altbayerns. Abgedeckt werden nicht nur allein der Bergbau, sondern auch die Holzversorgung der Bergwerke und Salinen, der Salzhandel und die metallverarbeitenden Hammerwerke. Die 318 abgedruckten Quellen aus der Zeit zwischen 1285 und 1764 beziehen sich auf den Raum des Herzog- und Kurfürstentum Bayerns (inklusive der Oberpfalz), teilweise auch auf Tirol, das Erzstift Salzburg und die Fürstpropstei Berchtesgaden.

Sie betreffen die Orte und Gerichte: Aicholding, Amberg, Aschau, Auerburg b. Oberaudorf, Augsburg, Reichenhall, Bad Tölz, Bayerisch Eisenstein, Benediktbeuern, Berchtesgaden, Bergen, Böbrach, Bodenmais, Bodenwöhr, Breitenstein, Burglengenfeld, Donaustauf, Ebnath, Erbendorf, Eisenärzt, Ehrenfels (Oberpfalz), Engelsdorf, Ettal, Fichtelberg, Fischbach, Fischbachau, Fronreut b. Berchtesgaden, Gleisenfels, Gottesgab am Fichtelberg, Hall i. Tirol, Hallein (Salzburger Land), Hoher Staufen, Kitzbühel (Tirol), Kufstein (Tirol), Kressenberg, Laufen, Lam, Landsberg, Landshut, Leuchtenberg, Marktschellenberg, Marquatstein, Mehlmeißel, Memmingen, Mühldorf, München, Murnau, Neuötting, Nußdorf, Oberammergau und Unterammergau, Oberlind, Pähl, Passau, Pillersee (Tirol), Rachel b. Grafenau, Rattenberg (Tirol), Rauschenberg b. Inzell, Regensburg, Rendlmoos b. Grafenau, Rosenheim, Rothmühl bei Königsdorf, Rottenbuch, Schliersee, Siegsdorf, Sulzbach, Steingaden, Tegernsee, Traidendorf, Traunstein, Vorder- oder Hinterglemm (Tirol), Unterlind, Unterried, Weilheim, Werdenfels, Zwiesel.

Geschichte des Lechrains, 1765

In der Geschichte des Lechrains widmet sich Lori seiner eigenen Heimat. Das Werk blieb unvollendet. Erschienen ist nur der zweite, die Quellen enthaltende Band, während der erste Band mit der Darstellung nie vollendet wurde. Der Quellenband enthält 520 Urkunden aus der Zeit von 1030 bis 1765, wobei nur wenige Stücke aus der Zeit vor der Mitte des 13. Jahrhunderts stammen. Die meisten jüngeren Stücke sind bis heute ungedruckt. Die Bezeichnung Lechrain ist insofern irreführend, als heute dieser Landschaftsname vor allem auf den Landkreis Landsberg am Lech bezogen wird. Demgegenüber behandelt Lori die die Geschichte des gesamten bayerischen Grenzgebiets gegen Schwaben, vom Raum Füssen im Süden bis Donauwörth. Das inhaltliche Spektrum der abgedruckten Dokumente ist sehr breit. Sie betreffen:

  • Herrschaftsrechte, u.a. auch das Konradinische Erbe.
  • Grenzfragen und Grenzbeschreibungen (sowohl einzelner Hofmarken und Gericht als auch zwischen dem Herzog-/Kurfürstentum Bayern und dem Hochstift Augsburg
  • Wasserbauten am Lech.
  • Privilegien für Klöster, Städte, Märkte und Dörfer,
  • Jagd- und Wildbannfragen.
  • Waldnutzungs- und Weiderechte.
  • Handel und Transportwesen (Geleit, Niederlagsrechte, Rottfuhrwesen, Zölle, Steuern und Umgeld).
Behandelte Orte

In der Geschichte des Lechrains sind Dokumente u.a. zu folgenden Orten abgedruckt:

Städte und Märkte:

Aichach, Augsburg, Dießen, Donauwörth, Friedberg, Füssen, Kaufbeuren, Kühlbach, Landsberg, Mindelheim, Pöttmes, Rain, Schongau, Tussenhausen, Waal, Wertingen

Dörfer:

Affing, Altenstadt, Bayerdilling, Bayermünching (=Merching), Berg (Schwabegg), Burggen, Denklingen, Druisheim, Donnsberg, Echelsbach, Ellgau, Emmenhausen, Epfach, Ettringen, Genderkingen, Geratshofen, Haltenberg, Haunstetten, Hiltenfingen, Hohenfurch, Honsolgen, Hurlach, Igling, Kaufering, Lechhausen, Leeder, Lengenfeld, Mering, Münster, Nordendorf, Oberammergau, Oberdießen und Unterdießen, Ostendorf, Peiting, Römerkessel, Siebnach, Schwabegg, Schwabsoien, Scherstetten, Trauchgau, Türkheim, Unterpinswang (Tirol), Waltenhofen, Waltershofen, Weicht, Wiedergeltingen

Klöster:

Altomünster, Augsburg St.Moritz, Blumenthal (Deutschordenkommende), Dießen, Ettal, St. Mang in Füssen, Holzen, Kaisheim, Kempten, Kühbach, Niederschönenfeld, Rottenbuch, Steingaden, Thierhaupten, Ursberg

Herrschaften und Gerichte:

Ammergau, Angelberg, Ehrenberg (Tirol), Hohenschwangau, Mindelheim, Schongau, Schwabegg

Sammlung des baierischen Münzrechts, 1768

Wie beim Bergrecht ist auch Loris Sammlung des baierischen Münzrechts unmittelbar aus seiner Tätigkeit als Hofrat im Münz- und Bergkollegium entwachsen. Die noch heute unentbehrliche Quellensammlung umfasst drei Bände. Band 1 enthält mit 234 Urkundenbeilagen vom Frühmittelalter bis 1564, in Band 2 folgen 194 Quellen aus den Jahren 1564 bis 1664, und Band 3 deckt mit 252 Dokumenten die Zeit von 1665 bis 1765 ab. Enthält der Band 1 vor allem Regelungen, die auf das Herzogtum Bayern bezogen sind, so finden sich in den Bänden 2 und 3 Dokumente, die aus der gemeinschaftlichen Tätigkeit des bayerischen, fränkischen und schwäbischen Reichskreises hervorgingen.

Literatur:

  • Hans-Jörg Kellner, Münze und Geld in Bayern 1648-1873. Ein Überblick. Mit einer Tabelle und 3 Abbildungen, in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 64 (2001), 337-377.

Abhandlung von Ludwig dem Reichen, 1772

Die Abhandlung stammt aus dem Jahr 1772, als Lori nochmals Direktor der Historischen Klasse bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften war. Die Abhandlung ist eigentlich eine Festrede auf den Stifter der Universität Ingolstadt, Herzog Ludwig den Reichen von Bayern-Landshut (1450-1479). Sie entstand zum 300jährigen Jubiläum der 1472 gegründeten Universität und wurde am 45. Geburtstag des regierenden Kurfürsten Max III. Joseph, also am 23. März 1772, verlesen. Die Festrede ist eine der wenigen historiographischen Arbeiten Loris und überraschenderweise die einzige, die in den Abhandlungen der von ihm begründeten Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurde.

Chronologischer Auszug der Geschichte von Baiern, 1782/1816

Der "Chronologische Auszug aus der Geschichte von Baiern" entstand in der Zeit von Loris Verbannung nach Neuburg an der Donau. Auch dieses Werk blieb Fragment. Von den ursprünglich drei Manuskriptbänden gelangte nur einer zur Veröffentlichung, die übrigen sind verschollen. Eine Ergänzung auf neuer Grundlage unter dem Titel "Baierische Jahrbücher von 1179-1294" erschien 1816, herausgegeben vom ehemaligen Direktor des Bayerischen Reichsarchivs, Karl Heinrich von Lang (1764-1835). Der "Chronologische Auszug" ist ein Nachschlagewerk. Die Kapitel bestehen aus einem kurzen Einführungstext, gefolgt von Regesten und Regententabellen. "Besondere Anmerkungen" beschreiben sehr ausführlich rechtliche, kulturelle und religiöse Sachverhalte, die in der chronologischen Darstellung keinen Platz fanden. Lori geht von der heute wissenschaftlich überholten Boier-These aus, gemäß der die Baiern Nachfahren des keltischen Volkes der Boier seien. Daher beginnt seine Darstellung bereits 591 v. Christus und behandelt zunächst das Schicksal der Boier.

Inventar der Bücher und Handschriften im Nachlass Loris

Die Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek verwahrt unter der Signatur Cbm.Cat. 605 das Inventar der Bücher und Handschriften im Nachlass Loris. Dieses Inventar bietet einen wertvollen Überblick über Loris Privatbibliothek, vor allem über die von ihm angefertigten und nicht zum Druck gelangten Manuskripte.

Weitere Werke Johann Georg von Loris

Johann Georg von Lori hat noch weitere Schriften und Dokumente hinterlassen, die bis jetzt nur teilweise digital vorliegen. Der Vollständigkeit halber seien sie hier jedoch noch erwähnt.

Repertorium über die Deutschland und Bayern betreffenden Bände der Palatina in Rom

Nach der Eroberung Heidelbergs durch Truppen der katholischen Liga wurde die reiche Bücher- und Handschriftensammlung der Pfälzischen Kurfürsten 1622/23 durch Kurfürst Maximilian I. von Bayern (1598-1651) an Papst Gregor XV. (1621-1623) geschenkt und nach Rom verbracht. 1750/51 unternahm Lori eine Reise nach Italien, wo er unter anderem Rom besucht und erhielt als einer der ersten Deutschen Zutritt zur "Bibliotheca Palatina" im Vatikan. Mit dem - nicht erreichten - Ziel, ein Gesamtverzeichnis der deutschen Handschriften der Palatina zu veröffentlichen, fertigte Lori entsprechenden handschriftlichen Katalog an, der in der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek unter der Signatur Cgm 5272 verwahrt wird.

Literatur:

  • Ludwig Hammermayer, Zur Geschichte der "Bibliotheca Palatina" in der Vatikanischen Bibliothek. Brief Johann Georg Loris aus Rom an Andreas Felix Oefele in München (1750/51), in: Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte 55 (1960), 1-42.

Epigramme auf die bayerischen Herzöge und Kurfürsten

Um 1770 ließ Kurfürst Max III. Joseph nach Vorbild des pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor 18 Gedenkmedaillen anfertigen, die die Serie der bayerischen Herzöge und Kurfürsten aus dem Hause Wittelsbach seit Herzog Otto I. (1180-1183) darstellten. Die Porträts für diese Medaillen fertigte der Münchner Medailleur Franz Andreas Schega (1711-1787), die auf der Rückseite angebrachten Epigramme verfasste Johann Georg von Lori.

Literatur:

Sammlung des bayerischen Kirchenrechts

Loris umfangreiche Sammlung zum bayerischen Kirchenrecht entstand im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Hofrat und Geheimer Rat. Zwar ordnete der Kurfürst 1773 an, die Sammlung im Druck erscheinen zu lassen. Dies unterblieb aber. Überliefert ist die 15bändige Sammlung im Bayerischen Hauptstaatsarchiv (Staatsverwaltung 2752-2769). Die Sammlung ist eine Zusammenstellung des bayerischen Kirchenrechts auf historischer Grundlage. Sie diente gleichzeitig zur Durchsetzung staatskirchlicher Ziele. Zu der Sammlung sind im Bayerischen Hauptstaatsarchiv mehrere Register überliefert. Ein weiteres Register verwahrt die Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek unter der Signatur Cgm 2181. Wegen ihres Einbands ist diese Handschrift, eine in Neuburg a.d. Donau entstanden Abschrift, auch als "Blaues Buch" bekannt.

Literatur:


Vorstellung des P. Provinzialen der oberdeutschen Provinz S. J.

Das kurbayerische Klostermandat vom 30. Dezember 1769 forderte unter anderem die Errichtung eigener bayerischer Provinzen von Orden mit mehr als drei Niederlassungen in Bayern und die Reduzierung des Ausländeranteils an den Konventualen auf maximal 1/6. Außerdem verbot das Mandat, Klosterämter mit Ausländern zu besetzen. Der Erlass richtete sich vornehmlich gegen den Jesuitenorden mit seiner ausgedehnten Oberdeutschen Provinz mit Sitz in München und dem zentralen Noviziat in Landsberg. Noch am 30. Dezember 1769 reichte der oberdeutsche Provinzial, P. Joseph Erhard SJ (1716-1784) eine Protestschrift gegen das Mandat an, die vom verantwortlichen Leiter der bayerischen Kirchenpolitk, Peter von Osterwald (1718-1778) zerpflückt wurde. Beide Schreiben - Eingabe und Antwort - erschienen in einem anonymen Druck. Dem Herausgeber waren die Schriften angeblich zufällig in die Hände gefallen. In Baader, Lexikon verstorbener Baierischer Schriftsteller, S. 237, wird Lori als Herausgeber angegeben. Diese Zuschreibung kann aber nicht als gesichert gelten.

Literatur:

Sonstiges

  • Der Vom Apollo Abgedanckte Stall-Knecht, ca. 1750 [Verfasser ermittelt].
  • Lied eines Lechrainer Bauern bey der Ankunft des Churfürsten zu Rain den 8. Oct. 1778, Regensburg 1778 [Verfasser ermittelt].
  • Lied eines Straubinger Bauern, Regensburg 1778 [Verfasser ermittelt].
  • Lied eines Ammergauers auf die Russische Erklärung, Regensburg 1779 [Verfasser ermittelt].

Literatur zu Johann Georg von Lori

 

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Hinweise zur Benutzung

Die einzelnen Digitalisate stehen als Blätterversion zur Verfügung, erschlossen durch Inhaltsverzeicnisse.

Angaben zum Projekt

Loris Geschichte des Lechrains war bereits Bestandteil der ersten Version der Bayerischen Landesbibliothek Online, die 2002 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Die übrigen Werke Loris sind seit Mai 2007 online. Eine behutsame Aktualisierung erfolgte 2013.