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Spuren des Märchenkönigs - Ludwig II und die Bayerische Staatsbibliothek

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Welche Spuren hat König Ludwig II. (1845-1886) in der Bayerischen Staatsbibliothek hinterlassen? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die vom 27. September bis 11. Dezember 2011 in der Schatzkammer der Bibliothek zu sehen ist. Sie zeichnet sich durch eine Fülle von unterschiedlichen und bemerkenswerten Quellen und Materialien aus, die vom 10. bis ins 19. Jahrhundert reichen. Im Zuge der Vorbereitung dieser Präsentation kamen unbekannte Stücke zu Tage, die teilweise erstmals öffentlich gezeigt werden. So ist eine deutsche Bibel aus dem Jahr 1851 mit reicher Ausstattung, die anlässlich der Verlobung Ludwigs II. mit der Herzogin Sophie Charlotte in Bayern (1847-1897) prachtvoll gebunden und dem Paar geschenkt wurde, erstmals seit ihrer Erwerbung im Jahr 1986 durch die Bayerische Staatsbibliothek wieder öffentlich zu sehen.



Königliche Geschenke

Zunächst stehen die Geschenke, die König Ludwig II. der Bibliothek übereignet hat, im Vordergrund. Sie umfassen Quellen aus seinem privaten Besitz, wie drei Autographen von William Penn (1644-1708), dem Gründer der Kolonie Pennsylvania, von Benjamin Franklin (1706-1790), einem der Gründungsväter der Vereinigten Staaten, und schließlich von George Washington (1732-1799), ihrem ersten Präsidenten. Auch eine im Verlag des Hoffotografen Joseph Albert (1825-1886) erschienene Prachtausgabe der Wandbilder des Bayerischen Nationalmuseums (heute: Völkerkundemuseum) von Karl von Spruner (1803-1892) verdient hier hervorgehoben zu werden. Unter den zahlreichen Musikalien ragen die seltenen Synagogengesänge von Max Löwenstamm (1814-1881) hervor.

Aus der Bibliothek König Ottos von Griechenland (1815-1867), einem Sohn König Ludwigs I. (1786-1868), der 1832 auf den griechischen Thron berufen worden war und in Athen eine bedeutende Büchersammlung anlegte, vermachte Ludwig II. bedeutende Handschriften, Drucke und Musikalien der Hof- und Staatsbibliothek – wie sie zu dieser Zeit offiziell hieß. Besondere Beachtung verdient das älteste Objekt der Ausstellung, ein griechisches Tetraevangeliar aus dem 10. Jahrhundert mit einer bemerkenswerten Ausstattung. Handschriften zur griechischen Unabhängigkeitsbewegung (darunter das königliche Exemplar der griechischen Verfassung von 1844), seltene Musikalien, z.B. von Laurenz Weiss (1810-1888) oder Spyridon Xyndas (1812-1896), sowie herausragende Einbände runden diesen Teil der Ausstellung ab.

Schließlich vermachte König Ludwig II. auch wenige Bücher aus der Sammlung von Eugène Beauharnais (1781-1824) der Bibliothek. Der Stiefsohn Napoleons (1769-1821) hatte 1806 die bayerische Prinzessin Auguste Amalie (1788-1851) geheiratet und war somit ein Schwiegersohn König Max I. Joseph (1756-1825). Er galt als einer der bedeutendsten Büchersammler seiner Zeit. Da seine herausragende Bibliothek um 1930 versteigert und damit in alle Winde zerstreut wurde, kommt diesen wenigen Bänden besondere Bedeutung zu.

 

Quellen zu König Ludwig II.

Im zweiten Teil der Ausstellung sind verschiedene Quellen zu König Ludwig II. und seinem Umfeld zu sehen, die in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt werden. Hier ragen zunächst die zahlreichen, zumeist vom König eigenhändig verfassten Briefe hervor. Sie sind an mehr als 30 verschiedenen Korrespondenzpartner gerichtet, darunter an seinen Bruder Otto, an seine Verlobte Herzogin Sophie in Bayern, an Künstler und Vertraute aus seinem engsten persönlichen Umfeld.

Wichtige Personen im Umkreis des Königs waren die Hof- und die Kabinettssekretäre. Von zweien, nämlich von Ludwig von Bürkel (1841-1903) und von Franz Seraph von Pfistermeister (1820-1912) verwahrt die Bayerische Staatsbibliothek deren persönlichen Dokumente, von denen eine Auswahl zu sehen ist. Eine Kette mit Orden, die dem Hofsekretär Bürkel verliehen wurden, erhielt die Bibliothek von den Erben als Geschenk. Sie wird erstmals öffentlich gezeigt.

Des Königs Interesse an der Musik und am Theater hat in der Bayerischen Staatsbibliothek wichtige Spuren hinterlassen. Die Musikabteilung verwahrt das Aufführungsmaterial zu den Separatvorstellungen des Königs, das in der Ausstellung durch Bühnenbildentwürfe aus dem Deutschen Theatermuseum ergänzt wird.

Die zahlreichen Porträts des Königs und von Personen seines engsten Umkreises stammen aus der Porträtsammlung der Bibliothek, die die Abteilung für Karten und Bilder verwahrt.

Einzelne Objekte der  Ausstellung können über deren offizielles Ende hinaus über das Portal der Bayerischen Landesbibliothek Online weiter betrachtet und von der Forschung genutzt werden. Weitreichende Informationen zu Ludwig II. und seinem Wirken in Bayern vermittelt die von der Bayerischen Staatsbibliothek in Kooperation mit der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Seen und Gärten erstellte App "Ludwig II.", die über den App-Store kostenfrei herunter geladen werden kann.

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Informationen für Besucher

Ort

Bayerische Staatsbibliothek, Schatzkammer

Ludwigstr. 16, 80539 München

U 3/6, Bus 154 (Haltestelle Universität)

Bus 100 (Haltestelle Von-der-Tann-Straße)

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Öffnungszeiten

27. September bis 11. Dezember 2011

Montag bis Freitag 10 – 17 Uhr, Donnerstag 10 – 19 Uhr, Samstag/Sonntag 13 – 17 Uhr

An Feiertagen und am 6. Oktober 2011 geschlossen

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Eintritt frei


Publikationen

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter, broschierter Katalog mit 128 Seiten zum Preis von ca. 17,00 Euro. Eine gebundene Verlagsausgabe ist im Buchhandel erhältlich und unter www.pustet.de


Mit freundlicher Unterstützung durch die

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In der Ausstellung steht ein kostenloser Audioguide zur Verfügung. Die Texte der Audioführung sind zum Preis von 5,00 Euro auf CD erhältlich.

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Kontakt

Fachliche Fragen

Dr. Cornelia Jahn, Tel. +49-89-28638-2287

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.


Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Peter Schnitzlein, Tel. +49-89-28638-2429

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Öffentliche Führungen:


Jeden Donnerstag um 17.00 Uhr sowie zu folgenden Terminen: 22. Oktober, 23. Oktober, 12. November, 13. November, 11. Dezember, jeweils um 14 Uhr.

Die Führungen werden kostenlos angeboten, wir bitten aber um eine kleine Spende.

Dauer ca. 1 Stunde, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Treffpunkt: Schatzkammer der Bayerischen Staatsbibliothek.

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