Bayerische Landesbibliothek Online
Das Portal zu Geschichte und Kultur des Freistaats

Spuren des Märchenkönigs - Verzeichnis der Exponate

→ Geschenke König Ludwig II. an die heutige Bayerische Staatsbibliothek

Expo_port-006215

→ Separataufführungen für Ludwig II.

Expo_BA_81.84775_003

→ Geschenke aus der Bibliothek König Ottos von Griechenland

Expo_port-006191

→ Geschenke aus der Bibliothek von Eugène Beauharnais und Auguste Amalie

Expo_port-010297

→ Verlobungsgeschenke für Ludwig II. und Herzogin Sophie Charlotte in Bayern

Expo_td21310_00001

→ Korrespondenzen aus dem Umfeld Ludwig II.

Expo_bsb00057165_00155

→ Nachlässe aus dem Umfeld Ludwig II.

Expo_bsb00008285_00173

 

 

 

Expog_port-006215
König Ludwig II. von Bayern
Heliogravur, 1864.
BSB-Bildarchiv, Imagenummer port-006215

Geschenke König Ludwig II. an die heutige Bayerische Staatsbibliothek


Um König Ludwig II. (1845-1886) ranken sich mehr Mythen, als um jeden anderen Herrscher Bayerns. Obwohl, oder vielleicht gerade, weil er sich immer stärker aus der Öffentlichkeit zurückzog, die Einsamkeit der Berge suchte und in die Welt des Mittelalters und der Bourbonen eintauchte. Erschlossen wurde ihm diese Welt durch seine Bücher, denn Ludwig war von Kindheit an ein begeisterter Leser, der von sich selber sagte, dass er mehr in seinen geliebten Büchern lebe als in der verhaßten Gegenwart.

Ludwig II. hatte sehr großes Interesse an historischen Abhandlungen und Quellen, ebenso aber auch an Deutscher und Französischer Literatur. Mit den Werken Goethes, Schillers und Lessings war er so vertraut, dass er daraus lange Passagen auswendig rezitierten konnte. Der Geburtstag Friedrich von Schillers am 10. November galt ihm stets als "heiliger Tag". Die französische Literatur las Ludwig selbstverständlich in der Originalsprache. Der König sammelte und studierte Werke über die barocke Architektur Frankreichs, wodurch sein fundiertes Wissen zu erklären ist, das er bei der Planung und Ausstattung der Schlösser Linderhof und Herrenchiemsee einbrachte.

Ludwig II. war Benutzer der Hof- und Staatsbibliothek in der Ludwigstraße, die durch seinen Großvater erbaut wurde. Allerdings musste sich der jeweilige Kabinettssekretär um die Erledigung der königlichen Bücherwünsche kümmern. Im Laufe der Jahre wurden hier an die tausend Publikationen für ihn entliehen, seltene französische Werke bezog er oftmals direkt aus Paris.

Die Ausstellung "Spuren des Märchenkönigs" zeigt Geschenke, die König Ludwig II. der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek gemacht hat. Dazu gehören Handschriften und Bücher aus seinem persönlichen Besitz, Werke aus der Bibliothek seines Onkels Otto von Griechenland (1815-1867) und Bücher aus der Bibliothek von Eugène de Beauharnais. Dazu werden ausgesuchte Stücke gezeigt, die zum reichen Material der Bayerischen Staatsbibliothek gehören und Ludwig II. und sein persönliches Umfeld behandeln. Mitglieder der königlichen Familie zählen ebenso dazu wie Personen aus seinem Hofstaat.

 

Vitrine 1 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog
Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten an die Hof- und Staatsbibliothek München

Kanzleischrift mit zwei Unterschriften,
München 1. April 1871
Papier, 34 x 20,5 cm
A Reg. B VII München, Kultusministerium Nr. 2454

S. 28-29
(I. Rückert)

William Penn
(1644-1718)

Permission to Philip K Lehmaine
[sic], 1 mo 28, 1683

Eigenhändige Einleitung von William Penn und eigenhändiger Kaufvertrag von Philipp Lohnmann,

Pennsylvania 1 mo 28, 1683 [= 28. März 1683]
Papier, 17 x 19,5 cm

Autogr. Cim. Penn, William

S. 30-31  
(I. Rückert)

Benjamin Franklin (1706-1790)

Benjamin Franklin an Peter Collinson

Eigenhändiger Brief

[Philadelphia] 1. Juni 1750
Papier, 19,1 x 15,8 cm

Autogr. Cim. Franklin, Benjamin S. 31       
(I. Rückert)
George Washington (1732-1799)

Eigenhändige Order

Morristown 10. April 1780
Papier, 28,7 x 20 cm

Autogr. Cim. Washington, George S. 32       
(I. Rückert)
Joseph von Fraunhofer
(1787-1826)

Versuche über die Ursachen des Anlaufens und Mattwerdens des Glases und die Mittel denselben zuvor zu kommen

Eigenhändiges Manuskript,
München 1817-1819
11 und ein halbes Bl., 24,5 x 20 cm

Cgm 5202 S.33-34   
(I. Rückert)

Verzeichnis der Geschenke Ludwigs II.

12. April 1866

BSB A Reg. B. VIII, König Ludwig II. S. 14     
(C. Jahn)
Wilhelm von Branca (1844-1928)

Reise der koeniglichen Edelknaben durch Tyrol nach Verona

München, 1856
Papier, 264 Bl., 26 x 21 cm

Cgm 5156 (12 S.34-36 
(B. Gullath)

Nach oben


Vitrine 2 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog
Karl von Spruner (1803-1892)

Die Wandbilder des Bayerischen National-Museums

München, 1868

 

→ Mehr zu diesem Objekt

Rar. 106-1 bis 4

S. 37-39
(F. U.
Röhrer-Ertl)

Leofrid Adelmann
[Herausgeber]
(1819-1884)

Bayerische Trachten.
Bd. 1: Unterfranken

Würzburg, 1856

 

→ Mehr zu diesem Objekt

Res./2 Bavar. 17t S. 39-40
(F. U. Röhrer-Ertl)
Papst Leo XIII.
(1810-1903)

Sanctissimi Domini nostri Leonis divina providentia Papae XIII . Epistola encyclica ad patriarchas primates archiepiscopos et episcopos universos catholici orbis gratiam et communionem cum apostolica sede habentes.
[Enzyklika Inscrutabili Dei consilio]

Rom, 1878

Rotes Saffianleder auf Pappe, Steh- und
Innenkantenvergoldung, Goldschnitt,
38 x 28 x 1,3 cm

Gebunden in Rom, nach dem 21. April 1878

Mit eigenhändiger Widmung Papst Leo XIII. an Ludwig II.

Rar. 105 S. 41-43
(C. Bubenik)
Anton-Francesco Frisi (1733-1817)

Memorie storiche di Monza e sua corte.
Bd. 1

Mailand, 1794

Rotes Schafsleder auf Pappe, 5 Bünde, Steh- und Innenkantenvergoldung, Goldschnitt,
26,5 x 20,5 x 3,5 cm

Gebunden in Norditalien, um 1794

Res. 4 Ital. 186, 1 S. 41-43
(C. Bubenik)
Johann Nepomuk von Ringseis
(1785-1880)

Über die Nothwendigkeit der Autorität in den höchsten Gebieten der Wissenschaft.

München, 1856

Rotes Saffianleder auf Pappe,Goldschnitt,
27,5 x 21,5 x 0,8 cm

Gebunden in München, 1856

ESlg/4 H.lit.u. 45 h S. 41-43
(C. Bubenik)
Papst Pius IX. (1792-1878)

Sanctissimi Domini nostri PII divina providentia Papae IX. Epistola Encyclica
ad omnes patriarchas, primates archiepiscopos, et episcopos.
[Enzyklika Qui pluribus]

Rom, 1846

Rotes Ziegenleder auf Pappe       
37,5 x 25,5 x 0,8 cm

Gebunden in Rom, nach dem 9. November 1846

ESlg 2 J.can.F. 144 om S. 41-43
(C. Bubenik)

Nach oben

 

Vitrine 3 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog
Maximilian Georg Löwenstamm (1814-1881)

Seltene Synagogengesänge.
miroth le-el chaj. Synagogen-Gesänge für Solo, Soli und Chor mit Orgelbegleitung (ad libitum)

Wien, 1882.

Hellblauer, mit einer aufgesetzen Silberkrone verzierter Samteinband, Goldschnitt, weiß-blaues Kapitälchen, Moiré-Vorsatz
39,5 x 31,5 x 3,5 cm

2 Mus.pr. 3463-1
2 Mus.pr. 3463-3/4

S. 44          
(S. Kurth)


Choralbuch aus dem Kloster Fürstenfeld

Kloster Fürstenfeld, 1793

Papier; 2 + 135 Seiten; 43,5 x 31
farbige Rahmungen und Zierinitialen

Clm 27264 b S. 45     
(E. Wunderle)

Nach oben

 

 

Expog_BA_81.84775_003
Das Hof- und Nationaltheater. Zwischen Theater und Königsbau der Wintergarten Maximilians II.
BSB-Bildarchiv, Imagenummer 81.84775

Separataufführungen für Ludwig II.

Die zunehmende Abneigung Ludwigs II. gegen öffentliche Auftritte bezog sich auch auf Theater- und Opernvorstellungen. Daher begann er, Generalproben zu besuchen, woraus sich die berühmten Separatvorstellungen entwickelten. Zwischen 1872 und 1885 fanden insgesamt 209 dieser Aufführungen statt. Zunächst handelte es sich um Schauspiele und Ballette, die im Rokokorahmen des Residenztheaters aufgeführt wurden. Ab 1878 kamen auch Opern auf den Spielplan, den der König selbst bestimmte. Wenn ein großes Orchester notwendig war, wurden sie im Hof- und Nationaltheater gespielt. Bei den mehr als 40 Opernaufführungen griff Ludwig auf Werke aus dem regulären Spielplan zurück, allerdings meistens in zeitlichem Abstand zu den öffentlichen Vorstellungen.
Von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), dessen Werk auch Richard Wagner (1813-1883) sehr schätzte und teilweise neu bearbeitete, kamen "Iphigenie in Aulis", "Armide" und "Iphigenie auf Tauris" zur Aufführung. Dazu haben sich umfangreiche Quellen im historischen Aufführungsmaterial der Bayerischen Staatsoper erhalten. So finden sich bei verschiedenen Orchesterstimmen der "Iphigenie in Aulis" Vermerke zum Datum der Aufführung und dem Spielort sowie die Namen der Dirigenten und einzelner Istrumentalisten. Am wichtigsten ist aber der Hinweis "Königsvorstellung" oder "für Seine Majestät den König".

Bei vielen Separatvorstellungen kam nicht die Ausstattung aus dem Repertoire zum Einsatz, sondern extra angefertigte Kostüme und Bühnenbilder. Als Arbeitsgrundlage für Regisseure und Inspizienten dienten zu dieser Zeit  vollständige Textbücher. Darin wurden alle technischen und szenischen Anmerkungen verzeichnet, wie "Versenkung", "Donner" oder die Auftritte. Eine besondere Bedeutung für die Aufführungsgeschichte der Werke haben die oft einschneidenden Textänderungen. Im Fall der zwischen 1868 und 1890 in München viermal einstudierten Oper "Armide" haben sie zu einer Vielzahl von Varianten geführt, wie die zahlreichen handschriftlichen Eintragungen und Streichungen im Inspizientenbuch zeigen.

Vitrine 4 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog

(1714-1787)

Richard Wagner
(1813-1883)
[Bearb.]

Iphigenia in Aulis.

2 Instrumentalstimmen: Klarinette 1 / 2 und Horn 4.

München, ca. 1869.

Kopistenabschriften.
Historisches Aufführungsmaterial der Bayerischen Staatsoper
31 x 25 cm

St.th. 298-9,31

St.th. 298-9,25

S. 47-49
(S. Kurth)

(1714-1787)

Armide.
Grosse heroische Oper in fünf Acten.    
Aus dem Französischen des Quinault übersetzt von J. v. Voss. Musik von Ritter v. Gluck

[Inspizientenbuch]

München, ca. 1868.

Kopistenabschrift, durchschossen.
Historisches Aufführungsmaterial der Bayerischen Staatsoper,                              113 Bl., 20 x 16,5 cm

St.th. 294-16 S. 47-49
(S. Kurth)
Angelo Quaglio (1829-1890)

Bühnenbildentwurf zu "Armide"

[München], 1884

Feder, Aquarell, 36,8 x 54,8 cm
Deutsches Theatermuseum München

Leihgabe Deutsches Theatermuseum, Inv. Nr. IV 157
S. 47-49
(S. Kurth)

Albert Emil Brachvogel (1824-1878)

Max Erdmannsdörfer
(1848-1905)

Vorspiel zu Brachvogels’s Trauerspiel Narziss.
Für Orchester, op. 17

[Partitur]

Leipzig, [ca. 1870]

4 Mus.pr. 65090 S. 50-54
(M. Schreiber)
Angelo Quaglio (1829-1890)

Bühnenbildentwurf zu "Théodora"

I. Akt, 1. Bild: Große Halle im Palast des Justinian.

[München], 1885

Feder, Aquarell, 42,2 x 62,0 cm

Leihgabe Deutsches Theatermuseum, Inv. Nr. IV 154b
S. 50-54
(M. Schreiber)
Ludwig Malyoth
(1860-1939)

Notizen zur Separataufführung
von Narziss

[München, 1. Drittel 20. Jh.]

Malyothiana 39
(Bl. 3 mit Aufführungsdaten)
S. 50-54
(M. Schreiber)

Nach oben

 

Vitrine 5 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog
Victorien Sardou (1831-1908)

Théodora

In: L‘Illustration théatrale, Nr. 66

Paris, 7. September 1907

4 P.o.gall. 77 c-66

S. 50-54
(M. Schreiber)

Georg Dehn

Bühnenbildentwurf zu "Théodora"

IV. Akt, 8. Szene: Loge im Zirkus

[o.O., o.J.]

Aquarell, 48 x 66 cm


S. 50-53
(M. Schreiber)
Joseph Flüggen (1842-1906)

Kostümzeichnungen zu
"Théodora"

[München], 1885

Feder, aquarelliert, 40 x 25,5 cm

Leihgabe Deutsches Theatermuseum, Inv. Nr. II 1808 S. 50-54
(M. Schreiber)
Ludwig Malyoth
(1860-1939)

Notizen zur Separataufführung
von Théodora

[München, 1. Drittel 20.Jh.]

Malyothiana 39
(Bl. 49 mit Aufführungsdaten)
S. 50-54
(M. Schreiber)
Richard Wagner (1813-1883)

Brief  Richard Wagners an Franz Seraph von Pfistermeister (1820-1912)

Eigenhändige Briefe

Starnberg, 1. Juli 1864 und 19. August 1864

Autogr.Cim., Wagner, Richard Nr. 61 und 62 S. 54-57
(C. Jahn)
Ludwig II. von Bayern
(1845-1886)

Geldanweisung zu Gunsten Richard Wagners

Hohenschwangau, 26. November 1865

Autogr.Cim. Ludwig II. Nr. 94
S. 54-57
(C. Jahn)
Ludwig II. von Bayern
(1845-1886)

Ludwig II. an Hans von Bülow (1830-1894)

Eigenhändiger Brief

München, 18. März 1868

und

Geldzuweisung zu Gunsten von Hans von Bülow

Schloss Berg, 12. September 1869

Autogr.Cim. Ludwig II.
Nr. 6 und Nr. 101
S. 54-57
(C. Jahn)
Ludwig II. von Bayern
(1845-1886)

Ludwig II. an Josefine Schefsky (1843-1912)

Eigenhändiger Brief

Halbammer, 27. August 1872

Autogr.Cim. Ludwig II. Nr. 86 S. 54-57
(C. Jahn)
Ludwig II. von Bayern
(1845-1886)

Ludwig II. an Friedrich Brandt (1854-1895)

Eigenhändiger Brief

[München], 2. April 1883

Autogr.cim. Ludwig II. Nr. 64 und 64a S. 54-57
(C. Jahn)

Nach oben

 

 

Expog_port-006191
König Otto von Griechenland. Lithographie um 1835.
BSB-Bildarchiv, Imagenummer port-006191

Geschenke aus der Bibliothek König Ottos von Griechenland

Mailand, Athen, St. Petersburg und Paris sind die Erscheinungsorte der hier gezeigten Werke aus der Bibliothek König Ottos von Griechenland (1815-1867: König seit 1832). Ebenso weitgefächert sind auch die Entstehungsorte ihrer Einbände. Im Herbst 1862 mußte der König nach 30-jähriger Herrschaft Griechenland wegen eines drohenden Staatsstreichs fluchtartig verlassen. Er kehrte nach Bayern zurück und lebte die knapp fünf Jahre bis zu seinem Tod in der Residenz in Bamberg. Trotz seiner überstürzten Abreise auf einer englischen Fregatte konnte er Bilder, Möbel, und - seine vorwiegend in Athen aufgebaute - Büchersammlung retten. Die ausgestellten Werke aus den Jahren 1835 bis 1856 dokumentieren die Interessen und die Mehrsprachigkeit des Königs ebenso, wie seine weit gespannten persönlichen Kontakte.

"Nach seinem und seiner Gemahlin Ableben kam der ganze Nachlass des Königspaares nach München und wurde im Wittelsbacher Palast untergebracht. Er füllte drei Säle und bestand u.a. aus einer schönen Bibliothek, einer Menge anatomischer Sachen, einem Service für Chirurgie, den Sporen und dem Gebiß des Königs und einer Reihe von Bildern . …. Seine Bibliothek enthielt außerdem zahlreiche kostbare und seltene Werke. Ich sorgte dafür, daß die Staatsbibliothek in München eine reiche Zuwendung daraus empfing".

Mit diesen Sätzen beschreibt Hyacinth Holland (1827-1918) in seinen Lebenserinnerungen die Situation im Jahr 1879 und sein Engagement für die Belange der Hof- und Staatsbibliothek. Der Gelehrte und Berater König Ludwigs II. bemühte sich intensiv darum, der Bibliothek wichtige Texthandschriften, Musikalien und wertvolle Drucke mit hervorragenden Einbänden zu sichern, die sich im Nachlass des griechischen Königspaares befanden. Da Otto von Griechenland keine leiblichen Nachkommen hatte, war die Bibliothek nach dem Tod seiner Witwe Amalie 1875 unter die Verwaltung des Hauses Wittelsbach gekommen. Vier Jahre später erhielt die Hof- und Staatsbibliothek von König Ludwigs II. eine große Anzahl von bedeutenden Werken aus diesem Bestand geschenkt.

Vitrine 6 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog

Tetraevangeliar

Byzantinisches Reich, Ende des 10. Jhd.

Pergament, 305 Bl.
22,4 x 17 cm

 

→ Mehr zu diesem Objekt

Cod. graec. 594

S. 58-60
(F. Berger)


Verfassung von Griechenland

Athen, 1844

Papier, I, 18, Ι´ Bl.
39,0 x 26,0 cm

 

→ Mehr zu diesem Objekt

Cod. graec. 595 S. 61-64
(F. Berger)
Rigas Palamidis
(1794-1872)
[Transkription]

Aktenstücke der Filiki Eteria
(Griechische Widerstandskämpfer)

[Konstantinopel/Istanbul] 1819–1832

Papier, I, 33 Bl., 32,5 x 20,0 cm

Cod. graec. 596

S. 61-64
(F. Berger)

Nach oben

 

Vitrine 7 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog

Auguste Hilarion Touret
(1797-1858)

Lettre d’un Philhellene sur la Capitulation

Methana, 7. Juli 1827

Cod. gall. 849

S. 61-64
(F. Berger)

Michael A. Mayrhofer

Huldigungsgedichte für Otto I. und Amalie von Griechenland

Würzburg, 1839

Papier, 116 S., 24,5 x 20 cm
Hellblauer Seideneinband, Goldschnitt,
25,5 x 20,5 x 1 cm

Cgm 5372 S. 65-66
(B. Gullath)

Übersicht über die bayerische Armee

Eintheilung der Königlich Bayerischen Armee im Jahre 1850

1850 – 1851

Papier, 87 S., 17 x 10,5 cm

Cgm 5375

S. 67     
(B. Gullath)
D. Luth

Das Vaterunser für die Leidenszeit des Herrn

Athen, 1843
Papier, 8 Bl., 21,5 x 16 cm

Cgm 5367 S. 65-66
(B. Gullath)
Gaetano Brey

Memoria sull’origine dei mezzi fino ad ora impiegati al perforamento della terra

Mailand, 1845

Dunkelgrüner Lederband mit Vergoldung, auf Vorderdeckel österreichisches Wappen (gekrönter Doppeladler des Königreichs Lombardo-Venetien) und Widmung an König Otto I. von Griechenland.

Vorsatz aus hellblauem Moirépapier.
30 x 21,5 x 1 cm

Cod.it. 637 S. 68-70
(B. Wagner)
Auguste Jourdier

Le matériel agricole ou description et examen des instruments, des machines, des appareils et des outils

Paris, 1856

Roter Ziegenlederband mit Vergoldung, auf Vorderdeckel Majestätswappen von König Otto I. von Griechenland.

Goldschnitt. Vorsatz aus weißer Moiréseide
Exlibris von Otto I.
17 x 11,5 x 3,5 cm

Eslg. Oecon. 939p S. 68-70
(B. Wagner)
Domenico Biorci

La pace di Adrianopoli ossia la Grecia liberata. Canti epico-lirici

Mailand, 1835

Heller Schaflederband mit roten und blauen Lederintarsien und Vergoldung, auf Vorderdeckel gemaltes Bildnis des Homer, auf dem Rückdeckel des Sokrates. Goldschnitt farbig übermalt (Einzug von Reitern mit bayerischer Fahne, wohl in Nauplia). Spiegel aus hellrotem Leder mit goldgeprägter Fassade eines antiken Tempels

Vorsatz aus weißer Moiréseide und Buntpapier
Exlibris von Otto I.
23 x 15 x 3,5 cm

Eslg. P.o.it. 139g S. 68-70
(B. Wagner)
Ch. Lawton

Études sur quelques institutions de la Russie. Établissement et mécanisme du gouvernement depuis Jean III jusqu’à Paul I (1462-1796)

St. Petersburg/London, 1850

Roter Samtband. Auf Vorderdeckel, Eckbeschläge, Rückdeckel aus graviertem Metall, hinterlegt mit geschliffenen grünen Malachitscheiben, und gleichartiges Metallsupralibros mit bekröntem Monogramm 'O R' von König Otto I. von Griechenland

Goldschnitt
Vorsatz aus weißer Moiréseide
Exlibris von Otto I.
23 x 16 x 2,5 cm

Eslg. Russ. 83h S. 68-70
(B. Wagner)
S. Antoniades

Ta de-motika e-toi biblion periechon ton de-motikon nomon exegemenon, metaphrasin te-s theorias tu de-motiku dikaiu.

Athen, 1842

Dunkelgrüner Lederband mit Vergoldung, auf Vorderdeckel bekröntes Monogramm 'O' von König Otto I. von Griechenland.

Goldschnitt. Vorsatz aus dunkelgrüner Moiréseide
Exlibris von Otto I.
20,5 x 12,5 x 2,5 cm

Eslg. J.rel. 1645 S. 68-70
(B. Wagner)

Nach oben

 

Vitrine 8 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog
Spyridon Xyndas (1812-1896)

Asmata Hellenika
(Griechische Lieder, vertont von Musikmeister Spyridon Xindas und respektvoll gewidmet seiner Majestät König Otto von Griechenland)

Kopistenabschrift. 1-3 Singstimmen und Klavier, Partitur. 26 Bl.

[1856-1862]

Grün-brauner Halbledereinband mit golden eingeprägtem Wappen Ottos I. von Griechenland
23,5 x 32 cm

 

→ Mehr zu diesem Objekt in der virtuellen Ausstellung

Mus.ms. 3539

S. 70-73
(S. Kurth)

Laurenz Weiss (1810-1888)

Liturgia componirt von Laurenz Weiss, Director der Sängerkapelle an der griechischen n. u. Kirche zur heilg: Dreifaltigkeit in Wien, […]

Kopistenabschrift. 4stimmiger Chor, Partitur. 30 Bl.

[19. Jh.]

Hellgrüner Samteinband mit Silberprägung und Silberschnitt, Moiré-Vorsatz
32,5 x 26,5 cm

 

→ Mehr zu diesem Objekt in der virtuellen Ausstellung

Mus.ms. 3538 S. 70-73
(S. Kurth)

Nach oben

 

 

Expog_port-010297
Eugène de Beauharnais.
Lithographie nach einem Gemälde.

BSB-Bildarchiv, Imagenummer port-010297

Geschenke aus der Bibliothek von Eugène Beauharnais und Auguste Amalie

"Ich bin in München angekommen, ich habe Ihre Heirat mit der Prinzessin Auguste abgemacht; sie ist veröffentlicht worden. Heute morgen hat mir die Prinzessin einen Besuch gemacht, und ich habe mich ziemlich lange mit ihr unterhalten. Sie ist sehr hübsch. Ihr Bildnis finden Sie auf beifolgender Tasse, sie sieht aber besser aus".

Mit diesem Schreiben informierte Napoléon Bonaparte (1769-1821) seinem Stiefsohn Eugène de Beauharnais (1781-1824) Anfang Januar 1806 darüber, dass er zu Heiraten habe. Bereits zwei Tage später kam der Befehl, sich inkognito nach München zu begeben. Hier fand am 13. und 14. Januar seine Trauung mit der 17-jährigen bayerischen Prinzessin Auguste Amalie (1788-1851) statt. Kaum zwei Wochen zuvor war der Vater der Braut als Maximilian I. Joseph (1756-1825) König von Bayern geworden. Napoleon hatte die Heirat zur Bedingung für die Erhebung Bayerns zum Königreich gemacht, mit der auch große Gebietserweiterungen verbunden waren. Durch Eheschließungen mit Angehörigen europäischer Dynastien wollte er eine Rangerhöhung seiner eigenen Familie erreichen.

Anfänglich empfand Auguste die aus Staatsräson erzwungene Ehe als "Schande", aber bald entwickelte sie sich zu einer glücklichen Liebesbeziehung. Eugène de Beauharnais war der Sohn von Napoleons erster Frau Joséphine (1763-1814) und beteiligte sich als Adjutant seines Stiefvaters an den Feldzügen nach Italien und Ägypten.1805 machte Napoleon ihn zum Prinzen und Staatskanzler von Frankreich. Im Zuge seiner Krönung zum König von Italien setzte er den treu ergebenen Eugène zum Vizekönig ein und sicherte ihm die Krone zu, falls er selber keine Nachkommen habe.

Die Zukunftsaussichten des Vizekönigs von Italien änderten sich schlagartig durch die Scheidung seines Stiefvaters Napoleons und dessen Heirat mit der österreichischen Kaisertochter Marie-Louise (1791-1847). Die Geburt des Sohnes und Erben Napoléon Franz Bonaparte (1812-1832), dem er den Titel König von Rom verlieh, zerstörten alle Hoffnungen Eugènes auf die italienische Krone. Trotzdem war er dem Kaiser weiterhin treu ergeben und nahm mit seinen Truppen 1812 am Rußlandfeldzug teil. Als Napoleon nach den verheerenden Niederlagen das Land überstürzt verlies, übernahm Eugène das Oberkommando und regelte den Rückzug der geschlagenen "Grande Armée".

Den größten Umbruch gab es für das Ehepaar Beauharnais im Herbst 1813, als Bayern die Fronten wechselte und sich auf die Seite Österreichs schlug. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig und seiner Abdankung verließ Eugène mit seiner Familie Italien und kam im Mai 1814 nach München.

König Maximilian I. von Bayern verlieh seinem Schwiegersohn Eugène de Beauharnais im November 1817 den Titel Herzog von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt. Nur eine Woche nach seiner Erhebung zum Herzog liess Eugène den Grundstein zum Bau des Palais Leuchtenberg legen. Es befand sich am Beginn der neuen Münchner Prachtstrasse, die vor dem Schwabinger Tor entstand. Bei seiner Fertigstellung nach vierjähriger Bauzeit umfasste es 253 Zimmer, ein Theater, eine Bibliothek und eine Gemäldegalerie.

Eugène de Beauharnais zählte zu den großen Bibliophilen seiner Zeit. Es gelang ihm eine rund 1.200 Bände umfassende Bibliothek aufzubauen, deren Bestand vom 12. bis zum 19. Jahrhundert reichte. Sie galt als eine der wertvollsten Privatbibliotheken in Bayern.

Aber auch seine Gemahlin, Herzogin Auguste Amalie verfügte über eine Büchersammlung von mehr als 900 Bänden, die überwiegend belletristisch und historisch ausgerichtet war.
Bereits am 21. Februar 1824 starb Eugène Vicomte de Beauharnais, im Alter von 42 Jahren. Auguste Amalie bewohnte weiterhin das Palais mit ihren Kindern, die Zug um Zug in regierende Häuser einheirateten. Da der letzte der drei Söhne des Herzogspaares seine Mutter nur um ein Jahr überlebte, verkaufte die Witwe, Großfürstin Maria Nicolajewna (1819-1876), das Palais 1854 an das bayerische Königshaus. Der neue Bewohner war Prinz Luitpold (1821-1912), der spätere Prinzregent. Der Verkauf umfasste das gesamte Inventar, mit Ausnahme der Gemäldegalerie und der Bibliothek. Die Bilder kamen nach Rußland, die Bücher nach Kloster Seeon im Chiemgau. Diesen Besitz hatte die in Russland lebende Großfürstin behalten, hier fanden die Leuchtenbergs nach der Russischen Revolution eine neue Heimat.

Einige Stücke der berühmten Büchersammlung des Herzogs von Leuchtenberg blieben beim Verkauf des Palais vermutlich in München und gelangten so in wittelsbacher Besitz. Aus diesen Beständen schenkte König Ludwig II. ausgewählte Bücher an die Hof- und Staatsbibliothek.

Fortsetzung Vitrine 8 (Schatzkammer)

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog

Prospetto delle Iscrizioni pervenute alla Direzione Generale della Stampa e Libreria

[Mailand], 1811

Papier, I 30 Bl., II 20 Bl., III 18 Bl., IV 16 Bl., V 16 Bl.
39 x 25 cm

Cod.ital. 490 (I-V

S. 75    
(W. Jahn)

Joseph-François Dusaulchoy de Bergemont
(1761-1835)

Le Causeur. Ambigu littéraire, critique, moral et philosophique, par une société de gens de lettres

Paris, 1817

Grüner Halblederband (Ziegenleder) mit Marmorpapier, vergoldete Initialen, 17 x 10 cm.

Gebunden in Frankreich, um 1817

ESlg /P.og.gall. 673 xk-1.2 S. 76-77 (C. Jahn)
Marco A. Vogli

De’diritti naturale, pubblico e delle genti

Bologna, 1807

Rotes Schafsleder auf Pappe, Franzband mit Vergoldung und Goldschnitt
22 x 14 cm

Gebunden in Norditalien, um 1807

ES Ph-pr. 1247f S. 76-77 (C. Jahn)
Giuseppe Colli

Osservazioni su i bagni minerali di Trescove nell’estate 1809

Mailand, [1809]

Rotes Ziegenleder auf Pappe, Franzband mitVergoldung und Goldschnitt
22 x 15 cm

Gebunden in Italien, 1. Viertel 19. Jh.

ES 4 M.med. 54 w S. 76-77 (C. Jahn)

Nach oben

 

 

Expog_td21310_00001

Verlobungsgeschenke für Ludwig II. und Herzogin Sophie Charlotte in Bayern, 1867

"…wenn Du mir mein Wort zurückgibst und wir voneinander scheiden, so bitte ich Dich, tun wir es ohne Groll und Bitterkeit; behalte - ich ersuche Dich herzlich darum - die Andenken, die Du von mir in Händen hast, und gestatte mir, daß auch ich die von Dir erhaltenen behalte; sie werden mich stets an die Zeit erinnern, die nie aufhören wird, mir teuer zu sein, und an eine liebe Freundin und Verwandte, für deren Glück, das mir sehr am Herzen liegt, ich täglich Gott bitten werde“.

Mit einem Brief aus Hohenschwangau löste Ludwig II. am 7. Oktober 1867 seine Verlobung mit Sophie Charlotte (1847-1897), Herzogin in Bayern. Erst am 22. Januar desselben Jahres hatte er in seinem Werbungsbrief gefragt:

"Willst Du meine Gattin werden? Genossin meines Thrones? Königin von Bayern?"

Zu den Verlobungsgeschenken, die das Paar erhalten hatte oder sich gegenseitig zukommen ließ, gehört diese prachtvolle, illustrierte Bibel. Der historisierende Einband aus königsblauem Samt zeigt auf dem Vorderdeckel einen aufgesetzten Rahmen aus Silber, dessen durchbrochene Eckstücke gotisierende Ornamente aufweisen. Im Mittelfeld befinden sich unter der Königskrone die ineinander verschränkten Initialen der Verlobten "L und S", die mit hellblauen Steinen besetzt sind. Sie werden von Ranken umkränzt, durch die ein Schriftband mit folgendem Text geschlungen ist: "Daß Du sehest Deiner Kinder Kinder & Frieden über Israel", ein Zitat aus dem Psalm 127. Der Rückdeckel ist mit einem schlichten Silberrahmen  verziert, auf der Schließe befindet sich nochmals ein hellblauer Stein.

Entsprechend dem Einband ist auch der Text aufwendig gestaltet. Es handelt sich um die deutsche Bibelübersetzung von Joseph Franz von Allioli (1793-1873), die mit zwei Titelkupfern, 204 figürlichen Holzschnitten und Vignetten illustriert ist, die u.a. von Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) stammen.

Würfelvitrine

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog
Joseph Franz von Allioli
(1793-1873)
[Übersetzung und Erläuterungen]

Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments.
Aus der Vulgata mit Bezug auf den Grundtext neu übersetzt und mit kurzen Anmerkungen erläutert von Joseph Franz von Allioli. Mit Approbation des apostolischen Stuhles. Mit Holzschnitten
nach Zeichnungen der ersten Künstler
Deutschlands. Illustrierte Handausgabe.

Landshut und München, 1851

Blauer Samtband auf Holz, Metallbeschläge, Silberschließe mit hellblauen Steinen, punzierter Goldschnitt mit Blüten, 29,5 x 22,5 x 8,5 cm.

Gebunden in München, vor dem 22. Januar 1867

ESlg/4 B.g.cath. 150 g

S. 79-80
(C. Bubenik / K.G. Pfändtner)

Nach oben

 

Aus Privatbesitz wird außerdem in der Ausstellung ein Kaffee- und Teeservice präsentiert, das möglicherweise ein Geschenk Ludwig II. an seine Braut war.

Regalvitrine

Titel BSB-Signatur Im Katalog

Kaffee- und Teeservice mit Motiven aus dem bayerischen Voralpenland

Bayern, vor 1868

 

Zusammensetzung des Geschirrs und dazugehörige Motive:

Kaffeekanne:     Königs- und Obersee
Teekanne:    Kochel- und Walchensee
Milchkanne:    Berchtesgaden
Zuckerdose:    Herren- und Frauenchiemsee
1 Tasse:    Egern und Tegernsee
1 Tasse:    Schliersee
1 Tasse:    Tegernsee
1 Tasse:    Garmisch
1 Tasse:    Hintersee
1 Tasse:    Hohen- und Niederaschau
1 Tasse:    Frauenchiemsee
1 Teller:    Kochelsee
1 Teller:    Starnberg
1 Teller:    Königssee
1 Teller:    Partenkirchen
1 Teller:    Tegernsee
1 Teller:    Eibsee
1 Teller:    Berchtesgaden
1 Teller:    Hohenschwangau
7 Unterteller mit Goldrand

Leihgabe aus Privatbesitz

(außer Katalog)

Nach oben

 

 

Expog_bsb00057165_00155
Königin Marie von Bayern (1825-1889)

Korrespondenzen aus dem Umfeld Ludwig II.

Zu Leben und Wirken Ludwig II. ist in verschiedenen Institutionen in Bayern umfangreiches Quellenmaterial überliefert. Neben dem Nachlass des Königs, der in der Abteilung III des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, dem Geheimen Hausarchiv, aufbewahrt wird, verfügen die Abteilung II des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF) und die Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen über umfangreiches Quellenmaterial.

Auch in der Bayerischen Staatsbibliothek finden sich über die zahlreiche gedruckte Literatur über den König und seine Regierung hinaus, umfangreiche, handschriftliche Quellenbestände zu ihm und zu Persönlichkeiten seines engeren Umfeldes.

Zunächst sind die Briefe des Königs zu nennen, die dieser eigenhändig verfasst hat oder in seinem Auftrag geschrieben wurden. Allein in der Autographensammlung der Bibliothek lassen sich unter der Signatur "Autogr.Cim." 106 zumeist eigenhändig geschriebene Briefe Ludwigs II. nachweisen. Diese umfassen seine gesamte Regierungszeit. Der früheste datiert vom 10. Mai 1864; er beinhaltet eine Geldanweisung an Richard Wagner (1813-1883), den der König schon kurz nach seinem Regierungsantritt nach München hatte holen lassen. Der letzte Brief in dieser Reihe wurde am 3. Mai 1886 verfasst und ist an seinen Stallmeister Richard Hornig (1841-1911) adressiert.

Insgesamt sind diese Briefe an mehr als 30 verschiedene Korrespondenzpartner gerichtet, wobei die Korrespondenz mit dem Bühnentechniker Friedrich Brandt (1854-1895), dem Flügeladjutanten Alfred von Dürckheim-Montmartin (1850-1912), mit seinem Bruder Otto (1848-1916) und mit der Sängerin Josefine Schefzky (1843-1912) gewisse Schwerpunkte bilden.

Dieser Bestand, der nach und nach aufgebaut wurde, wird seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts konsequent weiter ausgebaut. 2005 und 2009 gelang es der Bayerischen Staatsbibliothek, umfangreichere Konvolute mit zumeist eigenhändig geschriebenen Briefen Ludwig II. zu erwerben. Sie wurden unter der Signatur "Ana 680" zu einer Sammlung zusammengefasst. Dabei handelt es sich um 24 Briefe des Königs an den Juristen und Besitzer des Hotels Rigi-Kulm in der Zentralschweiz, Friedrich Schreiber (+ 1912). Diesen liegen weitere Schreiben der Sekretäre Max Walter und Richard Hornig an den Adressaten bei. Hinzu kommen acht eigenhändige Briefe Ludwigs II. an Karl Hesselschwerdt (1840-1902), die ebenfalls in diese Sammlung eingereiht wurden. Noch 2010 gelang es, einen weiteren Brief des Königs aus Privatbesitz zu erwerben.

Besondere Bedeutung kommt der Korrespondenz des Königs mit verschiedenen Künstlern zu. Hier ist an erster Stelle der Briefwechsel mit Richard Wagner (1813-1883) zu nennen, der sich im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek mit 17 Briefen des Komponisten an den Hofsekretär Lorenz von Düfflipp (1820-1886; Cgm 9425 und Autogr.Cim.20 Wagner, Richard) und vier Schreiben an Franz Seraph von Pfistermeister (1820-1912) niederschlägt. Dies verweist auf die hohe Bedeutung, die den Sekretären des Königs zukommt. Auch Briefe an Hans von Bülow (1830-1894) und Joseph Kainz (1858-1910) finden sich in der Bibliothek.

Aus dem unmittelbaren familären Umfeld Ludwigs II. verwahrt die Bayerische Staatsbibliothek Briefe seiner Mutter, der Königin Marie Friedrike (1825-1889), seines Vaters König Maximilian II. (1811-1864), seines Bruders Otto und seiner Cousine, der Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837-1898). Sie sind größtenteils in die mehr als 35.000 Stücke umfassende Autographensammlung der Bibliothek eingereiht.

Vitrine 9

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog
Ludwig II. von Bayern
(1845-1886)

Ludwig II. an Prinzessin Sophie in Bayern (1847-1897)

Eigenhändiger Brief

München, 10. Januar 1867

Autogr.Cim. Ludwig II. Nr. 19

S. 83-85
(C. Jahn)

Elisabeth von Österreich-Ungarn
(1837-1898)

Kaiserin Elisabeth an ihren Vater Herzog
Maximilian in Bayern (1808-1888)

Zwei eigenhändige Briefe

Wien, 13. (o.M., o.J.),
Wien 21. 7. (o.J.)

Autogr. Elisabeth, Kaiserin von Österreich S. 83-85
(C. Jahn)
Marie Friedrieke von Preußen
(1825-1889)

Königin Marie an Bernhard von Gudden (1824-1886)

Zwei eigenhändige Briefe

Hohenschwangau, 16. Mai 1873 und 28. August 1873

Autogr. Marie, Königin von Bayern Nr. 1 und Nr. 4 S. 83-85
(C. Jahn)
Ludwig II. von Bayern
(1845-1886)

Ludwig II . an seinen Stallmeister Richard Hornig (1841-1911)

Zwei eigenhändige Briefe

[Hohenschwangau 23. Juni 1884] und o.O. o.D.

Ana 680 A. Nr. 11 und Nr. 22 S. 83-85
(C. Jahn)
Ludwig II. von Bayern
(1845-1886)

Ludwig II . an Friedrich Schreiber (+ 1912)

Hohenschwangau 15. Januar 1879

Ana 680 A Nr. 13 S. 83-85
(C. Jahn)

Nach oben

 

 

Expog_bsb00008285_00173
Franz Seraph von Pfistermeister (1820-1912)

Nachlässe aus dem Umfeld Ludwig II. in der BSB


Wichtige Quellen zu Ludwig II. finden sich in den Nachlässen der Sekretäre Ludwigs II. Ludwig von Bürkel (1841-1903) und Franz Seraph von Pfistermeister (1820-1912), die an der Bayerischen Staatsbibliothek verwahrt werden.

Gerade dem Nachlass Bürkels, der von 1876 bis 1884 Hofsekretär Ludwigs II. war, kommt dabei große Bedeutung zu, als sich aus diesen Quellen "ein geschlossenes Bild der kulturellen Bestrebungen Ludwigs II. aus seiner späteren Zeit gewinnen lässt" (Karl Dachs, Gutachten vom 18. Juni 1964. – Erwerbungsakt zu Bürkeliana). In die Amtszeit Bürkels fallen die Erbauung von Schloss Herrenchiemsee, der Ausbau der Burg Neuschwanstein, die Uraufführung des Parsifal in Bayreuth und die zahlreichen Separatvorstellungen in München. Sein Wert liegt – so Karl Dachs 1964 – in der "überraschend neue(n) Erkenntnis (…), dass der König in allen Fragen der Gesamtplanung auch des Details bestimmend und gestaltend eingegriffen hat, d.h. die Schlösser sind vielmehr das persönliche Werk des Königs, als man bisher annahm."

1964 gelang es, diesen Nachlass aus dem Besitz der Familie Bürkel zu erwerben. Damit wurden diese wichtigen Quellen für Bayern gesichert und ein Verkauf ins Ausland abgewandt. 1977 und 1987 vermachte die Erbin der Bayerischen Staatsbibliothek weitere wichtige Stücke als Geschenk. Seither konnten auf verschiedenen Auktionen weitere Briefe Ludwigs II. an Ludwig von Bürkel erworben werden, der Nachlass wird somit nach Möglichkeit weiter ergänzt.

 

 

Vitrine 10

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog

Nachlass Gottfried von Neureuther (1811-1887)


Glückwunschadresse des Architektenvereins zum 70. Geburtstag

München, 22. Januar 1881

Pergamenturkunde, 33,6 x 45 cm

Ana 428. III,2,1

S. 86-91
(C. Jahn)


Festprogramm des Architektenvereins zum 70. Geburtstag

München, 22. Januar 1881

Ana 428, III,2,2
S. 86-91 
(C. Jahn)

Glückwunschtelegramm im Auftrag Ludwigs II.

Hohenschwangau, 22. Januar 1881

Ana 428, II,2, Bayern, Ludwig II.
S. 86-91
(C. Jahn)

Foto Gottfried von Neureuthers
Hollandiana
S. 86-91
(C. Jahn)

Nachlass Franz Seraph von Pfistermeister (1820-1912)

Jacob Grimm (1785-1863)

Jacob Grimm an Franz Seraph von Pfistermeister

Eigenhändiger Brief

Berlin, 9. Juni 1861

Pfistermeisteriana III, Grimm, Jacob
S. 86-91
(C. Jahn)
Lorenz von Düfflipp (1821-1886)

Lorenz von Düfflipp an Franz Seraph Pfistermeister

Eigenhändiger Brief

München, 29. März 1868

Pfistermeisteriana III, Düfflipp, Lorenz von S. 86-91
(C. Jahn)
Gottfried Semper (1803-1879) Brief Gottfried Sempers an Pfistermeister (außer Katalog)

Nachlass Ludwig von Bürkel (1841-1903)

Zwei Fotos von Bürkel

Bürkeliana Suppl. III S. 86-91
(C. Jahn)

Freifahrtkarte für die Eisenbahn

München, 1. Januar 1882

Bürkeliana Nr. 13 S. 86-91
(C. Jahn)

Beförderungsdekret: Ernennung Ludwig von Bürkels zum Ministerialrat

Schloß Berg, 30. August 1880

Bürkeliana Nr. 6 S. 86-91
(C. Jahn)
Ordenskette Bürkeliana Suppl. S. 86-91
(C. Jahn)
Lorenz von Düfflipp (1821-1886)

Promemoria: Die Verhältnisse der königlichen Kabinettskasse betr. (Verf. Düfflipp). Beilage: Aufstellung der Ausgaben für Schloss Linderhof 1869-1878.

München, 10. Dezember 1876

Bürkeliana Nr. 18 S. 86-91
(C. Jahn)

Nach oben

 

Vitrine11

Verfasser Titel BSB-Signatur Im Katalog

Nachlass Georg Friedrich Ziebland (1800-1873)


Zeichnungen zum Umbau von Hohenschwangau
3. Entwurf 1851

(außer Katalog)

Georg Friedrich Ziebland
(1800-1873)
Bl. 14: Deckblatt mit Informationen           
41,8 x 28,5 cm
Nachlass Ziebland Cod.icon. 210g (2.20 (außer Katalog)
Georg Friedrich Ziebland
(1800-1873)
Bl. 15: Situationsplan           
32,5 x 43,8 cm
Nachlass Ziebland Cod.icon. 210g (2.20 (außer Katalog)
Georg Friedrich Ziebland
(1800-1873)
Bl. 17: Grundrisse der Etagen           
43,8 x 32,5 cm
Nachlass Ziebland Cod.icon. 210g (2.20 (außer Katalog)
Georg Friedrich Ziebland
(1800-1873)
Bl. 19: Fassade des Fürstenbaus          
43,8 x 32,5 cm
Nachlass Ziebland Cod.icon. 210g (2.20 (außer Katalog)
Georg Friedrich Ziebland
(1800-1873)
Bl. 20: Ansicht Hohenschwangau            
43,8 x 32,5 cm
Nachlass Ziebland Cod.icon. 210g (2.20 (außer Katalog)

Nach oben

 

Alle Texte wurden dem Katalog und dem Audioguide zur Ausstellung entnommen.