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Schlösser und Bauten um Ludwig II.

Die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts fühlte sich gezwungen, ihre Stellung stets aufs Neue zu legitimieren. Dies galt genauso für das erstarkte Bürgertum wie für Klerus und Adel. Diese Grundhaltung erklärt, warum sich trotz (oder gerade wegen) der Industrialisierung die Kunstrichtungen des Historismus bilden konnten. Der Rückgriff auf längst vergangene Kunstepochen sollte vor allem eine Legitimationslinie erzeugen und eine politische Willensäußerung darstellen, die je nach Zeit und Ort denselben Stil durchaus unterschiedlich interpretieren konnte. Dabei war der Historismus eigentlich nicht auf plumpe Nachahmung hin ausgerichtet, sondern auf Idealisierung und Perfektion. Der gelungenen Kombination alter Stilelemente maß man dabei auf nahezu allen Feldern der bildenden Künste den Wert einer eigenständigen Schöpfung bei.

Ludwig II., dessen Vater Maximilian II. und Großvater Ludwig I. bereits große Bauherren waren, führte diese Tradition weiter, wobei er - mit Ausnahme des gescheiterten Festspielhausprojekts - zunächst und vor allem allein für sich selbst bauen ließ. Sei es, dass ihn das Schöpferische an seinen Bauten faszinierte oder die Macht, die er wenigstens hier nahezu absolut entfalten konnte; - er verfiel vor allem nach den auch persönlich als Katastrophe empfundenen Kriegen 1866 und 1870/71 sukzessive einer Bauleidenschaft, die schnell den Charakter einer Suchtkrankheit an nahm. Immer neue Projekte und Änderungswünsche zeigen, wie besessen er davon war, zu erschaffen und zu bestimmen, obwohl die Kosten der laufenden Projekte schon bald seine eigenen finanziellen Mittel überstiegen. Diese Schuldenlast sollte schließlich 1886 zur Königskatastrophe führen.

Die heutige Zeit verbindet König Ludwig II. vor allem mit seinen Schöpfungen Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Dabei wird meistens vergessen, dass er sich den größten Teil seines Lebens nicht in diesen Schlössern aufgehalten hat. Tatsächlich bewohnte Ludwig im Jahreslauf regelmäßig eine ganze Reihe von Schlössern, Anwesen und nicht zuletzt Berghütten. Darunter genossen die vom Vater ererbten Schlösser Berg am Starnberger See, der damals noch Würmsee genannt wurde, und Hohenschwangau besondere Wertschätzung. Sein Appartement in der Münchener Residenz bewohnte er jedes Jahr nur so wenige Wochen, um der in der bayerischen Verfassung niedergelegten Residenzpflicht zu genügen, üblicherweise zwischen Dezember und Mai.

 

 

 

Schloss Neuschwanstein

Neuschwanstein war das erste große Schlossbauprojekt König Ludwig II. Sein Vater Maximilian II. hatte noch als Kronprinz 1832 die Ruine des Herrensitzes Schwanstein erworben und als „Schloss Hohenschwangau“ durch den Maler Domenico Quaglio (1787-1837) herrichten lassen. In der Umgebung ließ Maximilian Wege und Aussichtspunkte anlegen, um die Landschaft genießen zu können. Auch die Hohenschwangau gegenüberliegenden Ruinen Vorder- und Hinterhohenschwangau waren häufig das Ziel von Wanderungen der Familie.

1867, nach der Niederlage Bayerns im Deutschen Krieg, entschloss sich Ludwig II., an die Stelle von Vorder- und Hinterhohenschwangau für sich selbst ein Schloss errichten zu lassen. Ganz im Sinne der Zeit begann die "Restauration der alten Burgruine" 1868 mit der Beseitigung der alten Ruinen und der obersten Gesteinsschichten. Die "Neue Burg Hohenschwangau“ - der Name Neuschwanstein wurde erst nach dem Tod Ludwigs geprägt - entstand nach Plänen Eduard von Riedels (1813-1885), dem für die Visualisierung und malerische Details der Bühnenbildner Christian Jank (1833-1888) zur Seite stand. Beide mussten sich aber dabei stets König Ludwigs genauen Vorstellungen und Wünschen unterwerfen.

In Neuschwanstein vereinte Ludwig verschiedene seiner Vorstellungswelten in einem Gebäude. Da war zum einen die Lohengrin-Sage, die bereits sein Vater in Fresken auf Schloss Hohenschwangau verewigen ließ und den „Schwanenritter“ mit den historischen Herren von Schwangau zu einem Themenkomplex verband. Noch prägender war für Ludwig freilich die Oper Richard Wagners, ein Lieblingswerk des Königs. Hinzu kamen Elemente aus Wagners Tannhäuser mit dem Sängerkrieg auf der Wartburg, letztlich unausgeführte Wunschbilder aus dem maurischen Spanien und schließlich die Idee einer Gralsburg, die stark von Wagners letztem Bühnenwerk "Parsifal" beeinflusst war. Nicht zuletzt übten die Abbildungswerke des französischen Architekten Eugène Viollet-le-Duc (1814-1879) einen großen Einfluss aus; Ludwig selbst hatte 1867 Schloss Pierrefonds besucht, das Viollet-le-Duc im Auftrage Kaiser Napoleon III. wiederrichtet hatte.

Wie bei allen anderen Unternehmungen des Königs mussten auch auf Neuschwanstein ständig Änderungen an den Bauplanungen vorgenommen werden, welche die Fertigstellung immer weiter verzögerten und die Baukosten in die Höhe trieben. Dabei entwickelte sich vor allem das Innenleben des Schlosses konsequent weiter: War am Anfang noch daran gedacht, einen Bau zu errichten, der auch einem traditionellen Hofleben Platz bieten konnte, so war am Ende alles rein auf den Menschen Ludwig allein hin ausgerichtet. 1873 war als erster Abschnitt der Torbau fertig gestellt, dessen Obergeschoss dem König jahrelang als Wohnung diente; erst 1880 war der Hauptbau im Rohbau vollendet. Vor allem der nachträgliche, technisch anspruchsvolle Einbau des Thronsaales führte zu Problemen, in deren Verlauf sich Ludwig mit seinem Architekten Riedel überwarf; an dessen Stelle trat Julius Hofmann (1840-1896).

Ludwig selbst hat sein Schloss nie vollendet gesehen, auch wenn er ab 1884 zumindest seine Gemächer beziehen konnte. Nach seinem Tod 1886 wurden die Arbeiten zwar zuerst fortgeführt, 1892 nach vereinfachter Vollendung von Kemenate und Vierecksturm aber eingestellt. Der zentrale Bergfried mit der Schlosskapelle sowie zahlreiche geplante Innenräume wurden nie errichtet.

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Schloss Linderhof

Von den Bauten, die König Ludwig II. in Auftrag gegeben hat, ist die Königliche Villa Linderhof, die heute meistens als Schloss bezeichnet wird, sein intimster Bau und der einzige, den er über längere Zeiträume hinweg bewohnt hat.

Das idyllische Graswangtal begeisterte bereits Ludwigs Vater, König Maximilian II. Er kaufte das Forsthaus beim dort gelegenen „Linderhof“, benannt entweder nach der Besitzerfamilie oder einer bis heute im Schlossgarten stehenden Linde. Nach einer Erweiterung diente der Besitz als Jagdhütte und Ausflugsziel. Ludwig kannte den Besitz also bereits seit seiner Kindheit.

1869 erwarb Ludwig das umliegende Gelände des Tales; nach Plänen des Architekten Georg von Dollmann (1830-1895) wurde zunächst bis 1872 in zwei Phasen ein nach außen hin schlichter, innen aber prächtiger Anbau an das Königshäuschen errichtet. Er bestand aus einem Holzbau auf einem verputzten Sockelgeschoss. Allerdings genügte dieser Anbau den Bedürfnissen des Königs bald nicht mehr, denn nur zwei Jahre später entschloss er sich zu einer deutlichen Erweiterung des Baus. Dazu wurde 1874 das originale Königshäuschen sorgfältig abgebaut und an einen anderen Standort im Graswangtal versetzt. Auf dem freigewordenen Bauplatz wurde nun bis 1878 der originale Anbau durch einen weiteren Flügel und einen Mittelbau ergänzt und dem Gesamtbau eine reiche steinerne Fassade vorgeblendet. 1885 befahl König Ludwig noch die Erweiterung und Neuausstattung seines Schlafzimmers, die erst nach seinem Tode vereinfacht fertig gestellt wurde. In einer ganz eigenen Interpretation widmet sich das ganze Gebäude der Verherrlichung des höfischen Frankreich des 18. Jahrhunderts.

Neben dem eigentlichen Schlossbau dienten das Graswangtal und die umliegende Berggegend aber auch als Projektionsfläche vieler weiterer Phantasien des Königs. Hier sollte sein Erinnerungsschloss and den französischen König Ludwig XIV. (reg. 1643-1715) entstehen, das später als Schloss Herrenchiemsee in Angriff genommen wurde; auch ein byzantinischer Palast sollte hier gebaut werden und ein Theater. Verwirklicht wurden die berühmte Venusgrotte, die zu ihrer Zeit eine technische Meisterleistung war. Außerdem ließ Ludwig II. hier zwei Gebäude von Weltausstellungen neu aufstellen und ausstattetn: den Maurischen Kiosk und das Marokkanische Haus. Ursprünglich schon außerhalb des Schlossgartens wurden nach Motiven aus den Opern Richard Wagners die Hundinghütte und die Einsiedelei des Gurnemanz errichtet, deren Rekonstruktionen heute in Schlossnähe sind. Ein letzter Bau, der Hubertuspavillon, war beim Tod des Königs nahezu vollendet, wurde danach aber abgerissen.

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→ Gartenanlagen

Die gärtnerischen Anlagen von Linderhof wurden zwischen 1872 und 1880 von Carl von Effner (1831-1884) entworfen. Sie zählen zu den qualitätvollsten Parkanlagen, die sich aus dem späten 19. Jahrhundert erhalten haben. Wie Schloss Linderhof, das mehr dem Ideal einer großbürgerlichen Villa verpflichtet ist, denn einem Schlossbau, so steht auch sein Garten in einer Entwicklungslinie mit der bürgerlichen Gartenkultur des Historismus. Lediglich die deutlich größeren finanziellen Spielräume des Königs erlaubten jeweils eine deutlich aufwändigere Gestaltung, als dies den meisten Bürgern möglich gewesen wäre.

Ganz im Sinne des Historismus kombinieren die Gartenanlagen Stilelemente unterschiedlichster Herkunft zu einer neuen Einheit. So sind Teile des Gartens an den französischen Schlosspark von Marly le Roi angelehnt, andere Elemente verweisen auf die Anlagen des spanischen Sommerpalastes von La Granja, Teile des Skulpturenprogramms und der Wasserspiele auf Versailles. Hinzu kommen gärtnerische Elemente aus der italienischen, französischen und schließlich englischen Gartenkunst.

Typisch für die Persönlichkeit Ludwigs II. ist die Abgrenzung der dem Schloss unmittelbar vorgelagerten Gartenbereiche als in sich geschlossene, von hohen Hecken umgebene Anlagen. Sie dienten als „Gartenbilder“, die es dem König erlaubten, seine eigene Wunschwelt zu erleben, ohne von der realen Landschaft abgelenkt zu werden.

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Neues Schloss Herrenchiemsee

Ludwig II., der selbst ein konstitutioneller Monarch war, verehrte das absolutistische Frankreich König Ludwig XIV. (reg. 1643-1715), den er auch über eine Taufpatenschaft als einen direkten Vorfahren sah. Schließlich war 1786 der französische König Ludwig XVI. (reg. 1774-1792, hingerichtet 1793), ein direkter Nachkomme des Sonnenkönigs, Taufpate den späteren bayerischen König Ludwig I., ganz so wie dieser seinerseits 1845 Ludwig II. bei dessen Taufe.

Als Ergebnis seiner Begeisterung Für Ludwig XIV., aber sicher auch aus der Enttäuschung über seine eigene vergleichsweise geringe Machtfülle hatte Ludwig II. bereits 1868 seinem Architekten Georg von Dollmann den Auftrag für das Geheimprojekt „Tmeicos Ettal“ gegeben, der Erstellung eines Gedächtnisschlosses für Ludwig XIV. Das Anagramm „Tmeicos Ettal“, oder manchmal auch „Meicost Ettal“ stand dabei für die angebliche Devise des französischen Königs „L’État, c’est moi“ - Der Staat bin ich. Geplant war ursprünglich nur ein kleiner Bau im Graswangtal bei Schloss Linderhof, der Nachschöpfungen weniger Versailler Räume enthalten sollte, die für Ludwig II. das Wesen seines Vorbilds verkörperten. Als Vorbilder dienten vor allem Abbildungen und Beschreibungen, da sich das originale Schloss Versailles seit den Tagen des Sonnenkönigs stark verändert hatte. Ludwig II. selbst sollte es erst 1874 besuchen, als die Planungen für sein eigenes Schloss schon weitgehend abgeschlossen waren.

Bis 1873 legte Dollmann insgesamt 13 Projekte für „Tmeicos Ettal“ vor, die sich, den Wünschen des Königs entsprechend, immer mehr von einem kleinen Gedächtnisbau zu einer vollständigen Nachschöpfung des Schlosses Versailles entwickelten. Ganz im Sinne des Historismus sollten Räume aus Versailles - darunter auch im Original längst verschwundene wie die legendäre Gesandtentreppe - hinter einer perfektionierten Idealfassade zusammengefasst und um Neuschöpfungen als eigentliche Wohnräume für König Ludwig ergänzt werden. Für eine solche Anlage bot das schmale Graswangtal jedoch keinen Platz.

1873 machten Bürger König Ludwig II. auf die Herreninsel im Chiemsee - Jahrhunderte lang Standort eines der ältesten Klöster Bayerns - aufmerksam, deren reiche Baumbestände zu dieser Zeit abgeholzt werden sollten. Kurzentschlossen kaufte der König die Insel und bestimmte sie zum Standort seines Versailles-Projekts. 1878 wurde der Grundstein zur Anlage gelegt. Bis 1881 war der Rohbau des Hauptflügels vollendet sowie die Nachschöpfungen der Räume Ludwig XIV. Nachdem es zwischen Ludwig II. und Dollmann zu einem Zerwürfnis gekommen war, übernahm ab 1884 Julius Hofmann auch die Bauleitung auf der Herreninsel und führte den Bau bis zum Tode des Königs fort.

Anders als auf Neuschwanstein oder in Linderhof wurden die Arbeiten seit 1886 nicht mehr aufgenommen, ein bereits im Rohbau befindlicher Seitenflügel wurde 1907 abgetragen. Lediglich Teile der von Carl von Effner entworfenen Gartenanlagen wurden noch bis 1890 stark vereinfacht zur Ausführung gebracht. Seit August 1886 ist das Schloss zur Besichtigung freigegeben.

Das Neue Schloss Herrenchiemsee sollte der teuerste Bau Ludwig II. werden, das Paradeschlafzimmer gilt gar als der teuerste Raum des 19. Jahrhunderts überhaupt. Für den König, der befohlen hatte, im Schloss auf alle Hinweise auf sein Königreich Bayern zu verzichten, war der Bau vor allem eine Kulisse, in der er sich in die Welt des Absolutismus flüchten konnte.

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→ Gartenanlagen

Die Gartenanlagen von Schloss Herrenchiemsee entwarf 1875 der königliche Hofgärtendirektor Carl von Effner. Sie sind wie der Bau selbst keine direkte Kopie der Anlagen des legendären französischen Gartenkünstlers André Le Nôtre (1613-1700) in Versailles. Stattdessen kombinierte Effner einzelne Gartenelemente des Versailler Vorbilds mit allgemeinen neobarocken Elementen und bereicherte das Ergebnis um Brunnen, die teils nach Anlagen in Versailles, teils nach der spanischen Schlossanlage in La Granja gestaltet sind.

Wesentlich war dabei auch die Vorstellung vom Garten als Schaubild, das weniger dem Spaziergang dienen, als von den Fenstern der Prunkräume des Schlosses aus wirken sollte. Entsprechend erstreckt sich die Hauptanlage des Parks axial zu den beiden Hauptfronten des Schlosses.

Ebenfalls typisch für einen Garten Ludwig II. war die völlige Abschottung der Anlage zu der sie umgebenden Landschaft hin. Hecken und Bäume unterbinden mit Absicht den Blick auf den Chiemsee und die Voralpen und halfen so mit, jene perfekte Traumwelt eines idealen Schlosses König Ludwig XIV. zu schaffen, das sich Ludwig II. wünschte. Nach dem Tod König Ludwig II. 1886 brachte Effners Nachfolger Jakob Möhl (1846-1916) den Schlossgarten in einer vereinfachten Form zum Abschluss, wobei er den Umfang der Anlage stark eingrenzte und Teile wieder aufforsten ließ.

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Schloss Hohenschwangau

Im Süden des Allgäus errichteten die Herren von Schwangau im Hoch- und Spätmittelalter vier Burgen: Vorder- und Hinterschwangau, Schwanstein und Frauenstein. Kurz bevor ihre Linie ausstarb, verkaufte die Familie 1535 ihren Besitz an eine Augsburger Patrizierfamilie. Nach mehreren Besitzerwechseln und Vernachlässigung bis zum 19. Jahrhundert war die Burg Schwanstein zur Ruine verkommen.

Der spätere König Maximilian II. entdeckte 1820 die Ruine des Schwansteins auf einer Wanderung und verliebte sich sofort in die pittoreske Lage des Baus. Er kaufte nach zähen Verhandlungen den Besitz und beauftragte den Münchener Maler Domenico Quaglio (1787-1837), gemeinsam mit dem Architekten Georg Friedrich Ziebland (1800-1873) den Schwanstein als romantisches Gesamtkunstwerk auf- und ausbauen. Nach dem Tod Quaglios, der vorher auf der Baustelle zusammengebrochen war, vollendete Joseph Daniel Ohlmüller (1791-1839) den Bau, der nun Hohenschwangau genannt wurde. Die Innenräume wurden mit einem umfangreichen Freskenzyklus nach Entwürfen des Malers Moritz von Schwind (1804-1871) ausgestattet. Sie zeigen neben historischen Ereignissen auch sagenhafte Gestalten wie den Ritter Lohengrin, dessen Geschichten wegen seines Wappentiers (dem Schwan) in den Schwangau versetzt wurden. Bis 1855 entstanden weitere Ergänzungen am Schlossgebäude, vor allem um den größeren Hofstaat Maximilians unterzubringen, als dieser 1848 seinem Vater als König nachfolgte. Rund um das Bauwerk wurde ein weitläufiger Park nach Entwürfen Quaglios, Carl August Sckells (1793-1840) und Peter Joseph Lennés (1789-1866) angelegt.

König Ludwig II. verbrachte seit frühester Kindheit Teile des Sommers auf Hohenschwangau, dessen Fresken und Lage ihn tief beeindruckten und prägten. Nach dem Tod seines Vaters 1864 übernahm er dessen Wohnräume im Schloss, von denen er lediglich das Schlafzimmer mit Pflanzen, einem funktionierenden Wasserfall und einem künstlich beleuchteten Sternenhimmel neu ausstatten ließ. Trotz seiner eigenen Schlossbauten ist Hohenschwangau gemeinsam mit Schloss Berg der Wohnsitz Ludwigs, an dem er die meiste Zeit verbrachte. Dabei achtete er allerdings darauf, möglichst selten mit seiner Mutter, Königin Marie (1825-1889) zusammenzutreffen, die Hohenschwangau ebenfalls im Sommer als Wohnsitz nutzte. An Stelle der Ruinen Vorder- und Hinterhohenschwangau, die dem Schloss gegenüber lagen, begann Ludwig schließlich ab 1869 die "Neue Burg Hohenschwangau" errichten zu lassen. Dies wirkt so, als wollte er dem Bau seines Vaters seine eigene Architekturvision entgegensetzen.

Auf Schloss Hohenschwangau unterzeichnete Ludwig am 30.November 1870 auch den Kaiserbrief, mit dem er dem späteren Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) nach dem deutsch-französischen Krieg die deutsche Kaiserkrone antrug.

Nach dem Tod Ludwigs II. 1886 blieb das Schloss weiterhin Sommersitz der Königinmutter, die hier 1889 starb. Auch Prinzregent Luitpold hielt sich häufig auf Hohenschwangau auf. Nach dem Ende der Monarchie 1918 verblieb das Schloss im Familienbesitz. Es ist zur Besichtigung freigegeben.

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Schloss Berg

1676 erwarb der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria (1636-1679) die Hofmark Berg am Würmsee (heute: Starnberger See). Sie war gemeinsam mit ihrem kleinen, 1640 errichteten Schloß den Schauplatz für zahlreiche wittelsbachische See- und Jagdgesellschaften.

Im 19. Jahrhundert fiel das Schloss zunächst in eine Art Dornröschenschlaf. Die beiden ersten Könige Maximilian I. Joseph (1756-1825) und Ludwig I. ließen zwar den Bau innen neu ausstatten und den Schlosspark umgestalten, hielten sich hier aber nur selten auf. Erst König Maximilian II. wählte Berg wieder zu einem seiner bevorzugten Sommersitze. Er vergrößerte den Schlosspark und ließ 1849-1851 durch Eduard von Riedel den Schlossbau neugotisch umbauen, wobei unter anderem ein Zinnenkranz und vier Ecktürme hinzugefügt wurden. Durch die Nähe zur Roseninsel und zu Possenhofen, dem Wohnsitz der Herzöge in Bayern, entstand so rund um den Starnberger See ein Netz wittelsbachischer Residenzen, was den Zuzug vieler weiterer Adeliger und reicher Bürger mit sich brachte.

Ludwig II., der bereits seit seiner Kindheit im Sommer viel Zeit auf Schloss Berg verbracht hatte, erbte das Schloss nach dem Tod seines Vaters 1864. Bis zu seinem Tod blieb Berg ein Fixpunkt in seinem Leben; er verbrachte hier jedes Jahr etliche Wochen. Am Baubestand des Schlosses änderte Ludwig bis auf die Errichtung eines fünften Turmes und einer kleinen Schlosskapelle kaum etwas. Er stattete aber seine schlichte Wohnung im zweiten Stock (die ehemaligen Wohnräume seines Vaters) mit zahlreichen Kunstwerken und Erinnerungsstücken aus. Der neue Turm wurde von Ludwig nach Wagners Operngestalt "Isolde" genannt, was zum königlichen Dampfschiff passte, das der König "Tristan" taufen ließ.

Im Juni 1886 wurde von der Regierung und Prinzregent Luitpold Schloss Berg zur Unterbringung des für geisteskrank erklärten Königs ausgewählt; Am 13. Juni 1886 kamen Ludwig II. und sein Arzt hier zu Tode.

Bereits zum ersten August 1886 wurde Schloss Berg wie die anderen "Königsschlösser" Ludwigs für Besucher geöffnet. Zwischen 1896 und 1900 errichtete man im Park oberhalb der Todesstelle eine Votivkapelle zum Gedenken an König Ludwig II.

1945 erlitt das Schloss durch einquartierte amerikanische Soldaten starke Schäden. 1949-1951 wurde der Bau deswegen purifizierend restauriert, wobei unter anderem die Türme beseitigt wurden. Schloss Berg dient dem Oberhaupt des Hauses Wittelsbach als Sommersitz und ist nicht für Besucher zugänglich.

→ Todesstelle

Nach seiner Entmündigung am 11. Juni 1886 hatte die so genannte Fangkommission unter Leitung von Bernhard von Gudden (1824-1886) König Ludwig II. nach Schloss Berg verbracht, das als künftiger Aufenthaltsort des Monarchen vorgesehen war. Man war hier am 12. Juni gegen Mittag angekommen. Am nächsten Tag, den 13. Juni (Pfingstsonntag) zeigte sich Ludwig erheblich friedlicher und kooperativer, als Gudden und die anderen anwesenden Ärzte vermutet hatten. Deswegen entschloss sich der Arzt, zum Abendspaziergang mit dem König gegen 18:30 Uhr auf die Begleitung weiterer Pfleger zu verzichten.

Was nun folgte ist aufgrund der schlechten Quellenlage nicht eindeutig zu klären. Sicher ist, dass Ludwig und Gudden von ihrem Spaziergang nicht zurückkehrten; eilig ausgesandte Suchtrupps fanden gegen 22:30 Uhr die leblosen Körper der beiden Männer. Wiederbelebungsversuche, die wider besseren Wissens vorgenommen wurden, blieben erfolglos. Um Mitternacht erklärte Franz Carl Müller (1860-1913), Guddens Assistenzarzt, den Tod König Ludwigs II. nach dem Glockenschlag der Starnberger Kirche.

1886/1887 ließ Ludwigs Mutter, Königin Marie, am Ufer des Sees eine neugotische Totenleuchte zum Gedenken an ihren Sohn errichten. Die Säule mit dem Totenlicht steht ungefähr auf der Höhe der Stelle, an der Gudden und der König ins Wasser gegangen sein sollen. Die Fundstelle des Leichnams im flachen Wasser des Uferbereichs wurde durch ein im Wasser liegendes schlichtes Holzkreuz kenntlich gemacht. 1919 wurde das liegende durch ein aus dem Wasser emporragendes Kreuz ersetzt, das seitdem mehrfach erneuert wurde. Das jetzige Holzkreuz stammt aus dem Jahr 1961.

Bei der Errichtung der Votivkapelle zwischen 1896 und 1900 wurde die Totenleuchte in das Ensemble einbezogen.

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→ Votivkapelle

Am 13. Juni 1896 - auf den Tag genau zehn Jahre nach der Königskatastrophe von 1886 - legte Prinzregent Luitpold den Grundstein für eine Gedächtniskirche oberhalb der Unglücksstelle. Der hoch gestreckte neoromanische Sakralraum, der heutzutage in der Regel Votivkapelle genannt wird, entstand nach Plänen von Julius Hofmann (1840-1896); nach dessen Tod wurde der Bau von seinem Sohn Rudolf Hofmann (1867-1951) ausgeführt, der schließlich auch die Detailgestaltung des Innenraums übernahm. Dieser ist reich mit Fresken des Malers August Spieß (1841-1923) geschmückt. Am 13. Juni 1900 wurde die Votivkapelle durch den Stiftsprobst von St. Kajetan in München eingeweiht.

Der Bau, vom letzten Baudirektor der Schlossbauten Ludwigs II. entworfen und von einem der von ihm beschäftigten Maler ausgeschmückt, entspricht in seiner Gestaltung noch ganz dem Geschmack des verstorbenen Königs. Die achteckige Form des Zentralbaus erinnert an Ludwigs Vorstellung vom erlösenden Gralstempel, wie er ihn auch in der ursprünglichen Kirche des Klosters Ettal gesehen hatte. Die Fresken des Raumes verbinden dynastische mit religiösen Motiven, neben einer Mariendarstellung als Patrona Bavariae finden sich Wappen und Schutzpatrone der damals acht bayerischen Diözesen, Darstellungen der bayerischen Hof- und Ordensheiligen, des Namenspatrons des Königs sowie, in der Hauptapsis, Christus als Weltenherrscher. Die Finanzierung erfolgte aus dem Vermögen des nicht regierungsfähigen Königs Otto von Bayern.

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→ Roseninsel

Bereits als Kronprinz hatte König Maximilian II. die idyllische Landschaft rund um den Starnberger See für sich entdeckt. Um sich eine weitläufige Sommerresidenz zu schaffen, kaufte er 1850 unter anderem die Insel Wörth vor dem Westufer des Würmsees (heute: Starnberger See) bei Feldafing. Der Architekt Franz Jakob Kreuter (1813-1899) erbaute hier bis 1853 ein originelles Casino, das stilistische Elemente alpenländischer Bauten mit pompejanischer Dekorationskunst vereint. Die gärtnerische Gestaltung der Insel, in deren Zentrum das namensgebende Rondell mit seltenen Rosenarten steht, entwickelte Kreuter nach einer Vorlage des bedeutenden Gartenkünstlers Peter Joseph Lennés (1789-1866).

Die Königsfamilie, darunter auch Kronprinz Ludwig, pflegte in den Sommermonaten vom nahe gelegenen Schloss Berg häufig auf die Roseninsel über zu setzen.

Nach dem Tod seines Vaters erwarb König Ludwig II. 1865 Insel und Casino aus dem Familienvermögen, um sie als eigenen Privatbesitz zu nutzen. In den ersten Regierungsjahren war die Roseninsel ein wichtiger Zufluchtsort für den König, an dem er gerne alleine war, aber manchmal auch Gäste wie Richard Wagner (1813-1883), seine Cousinen Elisabeth (1837-1898, "Sissi") und Sophie Charlotte in Bayern (1847-1897) oder die von ihm sehr verehrte Zarin Marija Alexandrowna (1824-1880) empfing.

1871 kam es auf der Roseninsel anlässlich eines Diners zum Eklat zwischen Ludwig II. und dem späteren Kaiser Friedrich III. (1831-1888). Ludwig hatte Friedrich nach den Gepflogenheiten der Zeit ein bayerisches Regiment verleihen wollen, worauf dieser jedoch nur ausweichend antwortete. Friedrichs überlieferte Aussage, dass er nicht wisse, ob seine Beleibtheit zur schlanken Kavallerieuniform passe, demütigte Ludwig zutiefst. Er sah in der Geste des Kronprinzens die Zuweisung einer neuen, untergeordneten Stellung für Bayern. Ludwig II. war so erzürnt, dass er zum für den Abend angesetzten Bankett nicht erschien.

Ab den 1870er Jahren besuchte Ludwig die Roseninsel nicht mehr regelmäßig. Umgekehrt setzte seine Cousine, Kaiserin Elisabeth von Österreich in den Sommermonaten häufig von ihrem Hotel in Feldafing zur Insel über. Es kam aber nur noch selten zu Begegnungen zwischen Ludwig und Elisabeth.

Die Roseninsel verblieb lange Zeit im Besitz des Hauses Wittelsbach, wurde aber seit etwa 1912 kaum noch gepflegt. 1970 kaufte sie der Freistaat Bayern, der seit 1997 die Wiederherstellung des Casinos und die Rekonstruktion der Gartenanlagen betreibt. Seit 2003 ist die Insel für Besucher geöffnet.

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Übergreifende Werke

Obwohl die Geringschätzung des Historismus in der Stilkritik erst einige Zeit nach dem Tod Ludwigs II. einsetzte, haben nur wenige Autoren des 19. Jahrhunderts versucht, die Kunstbestrebungen Ludwig II. in einem größeren Zusammenhang zu betrachten.

Wahrscheinlich die erste groß angelegten Publikationen über die Schlösser König Ludwig II. sind die reichausgestatteten "Königsphantasien" die 1888-1890 in 19 Lieferungen erschienen. Der Autor des Werkes, Arthur Mennell (eigentlich Otto Arthur Männell) wurde 1855 in Weißenfels geboren. Ohne eine eigentliche Ausbildung wirkte er mäßig erfolgreich als Kolportageschriftsteller und Sensationsautor. Die "Königsphantasien" sind wahrscheinlich sein größter eigener publizistischer Erfolg, der jedoch vor allem auf den Fotografien Joseph Alberts (1825-1886) beruhte, von denen die allermeisten hier erstmals in Druck erschienen. Albert hatte unter Ludwig II. das alleinige Privileg, Innenaufnahmen der Königsschlösser anzufertigen, die jedoch bis zur Königskatastrophe 1886 nur in Ausnahmefällen veröffentlicht werden durften.

Auffällig, selbst für das ausgehende 19. Jahrhundert, ist der fast unerträgliche Pathos des Werks, der schon Zeitgenossen unangenehm aufgefallen sein dürfte. Mennell selbst versuchte sich nach den "Königsphantasien" an ein groß angelegtes Lieferungswerk über Otto von Bismarck (1815-1898), dem "Bismarck-Denkmal für das Deutsche Volk" (1895ff.). Er wurde vom Verleger jedoch bald durch einen anderen Autor, Bruno Garlepp (1845-1916), ersetzt. Seine Spuren verlieren sich 1899, nachdem er eine unrühmliche Rolle als Zeuge im Paparazzi-Prozess gegen zwei Fotografen gespielt hatte, die nach dem Tod Bismarcks in Schloss Friedrichsruh eingebrochen und ein Foto des toten Fürsten gemacht hatten. Mennell war enttäuscht darüber, dass die beiden ihn nicht an einem Verkaufsgeschäft beteiligten wollten, und hatte Anzeige gegen sie erstattet.

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Arthur Mennell (Männell)
Joseph Albert
Peter Kraemer

Die Königsphantasien. Eine Wanderung zu den Schlössern König Ludwigs II. von Bayern.
Mit der erstmaligen privilegierten Abbildung der innern Schloßräume in Buchform: Naturgetreu nach den photographischen Aufnahmen Josef Albert's. In Arrangements von Peter Kraemer in München.

Leipzig, 1888.

 

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Luise von Kobell (1828-1901) war die Ehefrau August von Eisenharts (1826-1905), der von 1869 bis 1876 Kabinettssekretär König Ludwigs gewesen war. Während dieser Zeit gehörte sie zum weiteren Umfeld des Königs, was ihr Einblicke in die Hofgesellschaft gab. Unter ihrem Mädchennamen veröffentlichte sie in späteren Jahren Kurzgeschichten, biographische Skizzen und kunsthistorische Essays. Neben ihrem Erinnerungsband "Unter den ersten vier Königen Bayerns" (1894) erlangte sie vor allem mit dem vorliegenden Buch über die Kunst und die Schlösser Ludwig II. Bekanntheit.

Ähnlich wie Mennells Werk, zehrt auch Kobells Monographie vor allem von den Innenaufnahmen des Fotografen Joseph Albert, ergänzt sie aber um eigene, weitgehend fundierte Betrachtungen. Interessant ist auch der Aufbau des Werks, der nach einem Einleitungsteil streng getrennt die einzelnen Schlösser Linderhof, Herrenchiemsee, Hohenschwangau, Neuschwanstein und Berg behandelt. Der Grund für dieses starre Schema liegt in der Tatsache, dass die Abschnitte auch einzeln gedruckt und als "Monographien der bayerischen Königsschlösser" vertrieben wurden.

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Luise von Kobell

König Ludwig II. von Bayern und die Kunst

München, 1898

 

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Einflüsse und Vorbilder

Die Vorstellungswelt Ludwigs fußte stets auf konkreten Vorbildern. Sei es das Versailles der französischen Könige, das Mittelalter, wie er es aus den Fresken auf Schloss Hohenschwangau kennengelernt hatte, oder der Dichtungen Richard Wagners - König Ludwig II. erarbeitete sich die Welt seiner Schlösser durch eigene Lektüre oder in Zusammenarbeit mit einzelnen Beratern (wie etwa Hyazinth Holland 1827-1918). Dabei waren ihm historische Werke und Memoiren ebenso wichtig wie zeitgenössische oder "moderne" Theaterstücke. Weniger "erfindend" als exzerpierend bestand seine eigene Schöpfungsleistung in der minutiösen Zusammenstellung auch noch der kleinsten Details seiner Schlösser und Theaterwelten.

 

Bewusst oder unbewusst haben alle Bauvorhaben Ludwigs stets Bezug zu Vorhaben seines Vaters, König Maximilian II. Der erste Plan einer Prachtstraße mit Festspielhaus über der Isar war bewusst parallel und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Maximilianstraße und zum Maximilianeum konzipiert. Schloss Neuschwanstein ist sichtbar ein Gegenpol zum väterlichen Hohenschwangau gestellt wird und Linderhof, das aus einer Hütte des Vaters heraus entstand (die später abgerissen und wiederum sichtbar in Nähe zum Schloss wiedererrichtet wurde). Die meisten Vorhaben Ludwigs waren Gegenentwürfe oder Perfektionierungen zu den väterlichen Bauten.

In diesem Sinne gehört hierher der folgende Band. Der gebürtige Tiroler Joseph Freiherr von Hormayr-Hortenburg (1782-1848) war österreichischer Staatsbeamter und Historiker. Er gehörte zu den Organisatoren und Anführern des Aufstands gegen die bayerische Herrschaft 1809. Noch vor Ende der napoleonischen Kriege geriet er in politische Gegensätze zu Fürst Clemens von Metternich, als deren Konsequenz er schließlich 1827 - einem Ruf Ludwig I. folgend - nach Bayern emigrierte. In bayerischem Staatsdienst erfüllte er eine Reihe von Aufgaben, unter anderem im bayerischen Reichsarchiv; nebenher widmete er sich vornehmlich der Geschichtsforschung.

Seine Chronik von Hohenschwangau erschien 1842, einige Jahre, nachdem der Wiederaufbau der verfallenen Anlage 1837 einen gewissen Abschluss erhalten hatte und dem späteren König Maximilian II. und seiner Familie als bevorzugter Sommersitz diente. Obwohl sich Hormayr um Korrektheit bemüht, entspricht sein Werk in einer Vermengung aus (unkritisch ausgewerteten) Sekundär- und Primärquellen und einem sehr ausschweifenden Stil mehr dem romantischen Stil der auch im Umfeld Maximilians und später bei Ludwig II. vorherrschte. Die bereits hier auftretende Schwanensymbolik wird zu einem entscheidenden Moment in der mittelalterlichen Vorstellungswelt Ludwigs. Nicht zuletzt diente das Buch als "Quelle" für Karl August von Heigel (1835-1905), der im Auftrag Ludwigs drei Theaterstücke zur Schwangauer Geschichte verfasste.

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Joseph von Hormayr-Hortenburg

Die goldene Chronik von Hohenschwangau,
der Burg der Welfen, der Hohenstauffen und der Scheyren

München 1842

 

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Ab 1844 veröffentlichte Carl August Lebschée (1800-1877) eine Reihe von Lithographien "malerischer Burgen", die auf Zeichnungen Domenico Quaglios basierten. In ihrer romantischen Auffassung entsprachen sie auch noch dem Geschmack König Ludwig II., der ein Exemplar der Sammlung besaß. Nachweislich diente ihm die Darstellung der Burgruine Falkenstein als Anregung; er ließ Berg und Ruine 1884 kaufen und dort seinen letzten Schlossbau planen. Der berühmte wildromantische Entwurf des Bühnenbildners Christian Jank wurde von diesem nur anhand der überhöhten Zeichnung Quaglios entworfen.

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Domenico Quaglio
Carl August Lebschée

Sammlung malerischer Burgen und anderer geschichtlich merkwürdiger Baudenkmale der Bayerischen Vorzeit.
Im Auftrage Seiner königlichen Hoheit des Kronprinzen Maximilian von Bayern nach der Natur gezeichnet von Dominik Quaglio. Lithographiert von Karl August Lebschée.

München, 1844 - 1846

 

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Vom 20. bis zum 29. August 1867 reiste Ludwig II. nach Frankreich, um die Pariser Weltausstellung zu besuchen, ein kulturelles Großereignis jener Jahre. In Paris waren er und sein Großvater, Ludwig I., Gäste des französischen Kaisers Napoleon III. (1808-1873) - eine dezidiert politische Geste nach der Niederlage Bayerns im Deutschen Krieg 1866. Unabhängig von der Politik müssen Ludwig vor allem die Schauwerke der Ausstellung fasziniert und angeregt haben.

Der "Maurische Kiosk", der dort als Beitrag Preußens zu sehen war, hatte es dem bayerischen König besonders angetan. Allerdings konnte er ihn erst im Nachhinein 1876 erwerben und im Park von Schloss Linderhof aufstellen lassen.

Stellvertretend für das, was König Ludwig auf der Ausstellung gesehen hat, wird an dieser Stelle die reich illustrierte offizielle Weltausstellungszeitung präsentiert.

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François Ducuing (Rédacteur en Chef)
E. Dentu
Pierre Petit (Édd.)

L'exposition universelle de 1867 illustrée
Publication internationale autorisée par la commission impériale

Paris, 1867

 

Premier volume

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Deuxième volume

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Während der Reise nach Frankreich 1867 besichtigte Ludwig am 24. Juli auf Einladung von Kaiser Napoleon III. auch Schloss Pierrefonds, das der Architekt Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc seit 1857 "stilgerecht" rekonstruierte. Auch wenn das Schloss selbst Ludwig nicht als Vorbild für seine eigenen Bauten diente, so beeindruckte ihn das Projekt an sich sehr. Die Forschung sieht daher in Pierrefonds einen wesentlichen Anstoß für die Bauleidenschaft des Königs.

Die digitalisierten Bände vereinigen Viollet-le-Ducs eigene Darstellung der Geschichte Pierrefonds' mit einem Tafelband, der das Schloss nach dem endgültigen Abbruch der Arbeiten 1885 zeigt.

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Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc

Description et histoire du Château de Pierrefonds
Treizième Édition

Paris, 1891

 

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Les Monuments historiques de la France: Château de Pierrefonds
Album renfermant 22 Vues photographiques avec une Préface par E. Viollet-le-Duc

Paris, 1895

 

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Obwohl Ludwig II. am 25. August 1874, seinem Geburtstag, Schloss Versailles besichtigte, waren für seine Vorstellungswelt weniger das Schloss in seiner überkommenen Form, als seine Kenntnisse aus Büchern entscheidend. Der König las zahlreiche Werke über das Leben am Hofe Ludwig XIV. und XV. oder ließ sie sich von seinen Hofsekretären zusammenfassen. Die entsprechenden Bücher dazu wurden über die Hof- und Staatsbibliothek, die französischen Gesandten in München oder die bayerischen Gesandten in Paris bezogen. Zeitgenossen und auch zahlreiche Briefe bezeugen Ludwigs erstaunliche Detailkenntnis über diese Bereiche der französischen (Kultur- und Kunst-)Geschichte. Sowohl Schloss Linderhof als auch Schloss Herrenchiemsee (ursprünglich als "T'meicos Ettal" oder "Meicost Ettal" im Graswangtal geplant) sind Ergebnis dieser lebenslangen Leidenschaft für das absolutistische Frankreich.

Das hier präsentierte Werk - erst nach dem Tod Ludwigs erschienen - vereinigt einen Teil der Daten und Abbildungen, die auch Ludwig II. kannte und bei seinen Planungen für "T'meicos Ettal" rezipierte, aus dem schließlich Schloss Herrenchiemsee werden sollte.

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Pierre de Nolhac

Histoire du Chateau de Versailles
l'architecture, la décoration, les oeuvres d'art, les parcs et les jardins, le grand et le petit Trianon d'après les sources inédites, papiers de Colbert, de Louvois, de Mansart, dessins, comptes et correspondances de l'administration des batiments du Roi au XVIIe et au XVIIIe siècle

Paris, 1899

 

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Begeistert von Richard Wagners 1845 uraufgeführte Oper "Tannhäuser" plante Ludwig II. von Anfang an, in seinem Schloss Neuschwanstein Kopien von Fest- und Sängersaal der thüringischen Wartburg zu integrieren (verwirklicht als Kombination). Seit 1842 hatte der Thronfolger (später Großherzog) Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach (1818-1901) begonnen, die Stammburg der Landgrafen von Thüringen historisierend wieder aufzubauen. Mitte der 1860er Jahre war dewr Wiederaufbau bereits weit fortgeschritten. Ludwig kannte - ähnllich wie bei Schloss Versailles - schon früh das Aussehen der Burg und ihrer wiederhergestellten Kernräume von verschiedenen Abbildungswerken und den realitätsnahen aufwändigen Bühnenbildern seines Hof- und Nationaltheaters.

Vom 1. bis 3. Juni 1867 reisten Ludwig II. und sein Bruder Otto inkognito nach Eisenach. Noch am ersten Tag besichtigten sie - nach dem Aufdecken des Inkognitos ungestört - die Räume der Wartburg, bestiegen einen Tag später den Hörselberg (Schauplatz von Wagners Venusgrotte) und kehrten nach Bayern zurück, bevor sie eine Aufwartung bei Großherzog Carl Alexander machen mussten.

Nach Abschluss der Bauarbeiten auf der Wartburg erschien 1906 ein umfangreiches großformatiges Prachtwerk zur Wartburg, dessen Herausgabe der Kunsthistoriker und Verleger Max Baumgärtel (1852-1925) besorgt hatte. Sie dokumentieren - abgesehen von verschiedenen Raumausstattungen, die erst nach 1867 entstanden - das Aussehen der Wartburg zur Zeit Ludwig II. und vor den teilweise deutlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts.

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Großherzog Carl Alexander von Sachsen
Max Baumgärtel (Hrsg.)

Die Wartburg
Ein Denkmal deutscher Geschichte und Kunst
Dem deutschen Volke gewidmet von Grossherzog Carl Alexander von Sachsen
Dargestellt in Monographien von Carl Alexander Grossherzog von Sachsen=Weimar=Eisenach, Richard Voß, Karl Wenck, Paul Weber, Ernst Martin, Wilhelm Oncken, Max Baumgärtel, Otto von Ritgen, August Trinius
und in 706 authentischen Abbildungen im Text und auf 54 Tafeln, bearbeitet vom Herausgeber Max Baumgärtel

Berlin, 1907

 

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Tafelwerke

Die hier präsentierten Tafelwerke dienten in der Regel mehreren Zwecken. Sie sollten für Liebhaber und Forschung das Aussehen von Kunstwerken und Räumen dokumentieren, die oft genug nicht öffentlich zugänglich waren; gleichzeitig sollten sie aber auch Künstlern und Auftraggebern als Vorbild für eigene Aufträge und Werke dienen, also "stilbildend" wirken.

Bis in die 1880er Jahre hinein wurden derartige Werke fast durchgehend mit Lithographien oder im teureren Kupferstich illustriert. Später traten an ihre Stelle im Vergleich  preiswertere fotografische Reproduktionen.

 

Zur Vollendung der ab 1826 errichteten Allerheiligen-Hofkirche der Münchener Residenz erschien 1837 der vorliegende Band, der in Lithographien den Freskenschmuck der Kirche dokumentiert. Die nach Entwürfen von Heinrich von Hess (1798-1863) von ihm und seinen Schülernauf Goldgrund gemalten Fresken zeigen ein kompliziertes Programm aus Gestalten und Szenen des Alten wie des Neuen Testaments, der Kirchenväter und Sinnbilder der sieben Sakramente. Sie gingen bis auf geringe Reste durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und die nachfolgende Verwahrlosung der Ruine der Hofkirche zugrunde.

Die Hofkirche und ihre Fresken dienten Ludwig als Vorbild für verschiedene Raumplanungen in seinen Schlössern. Insbesondere der Thronsaal von Neuschwanstein ist ohne dieses Muster nicht denkbar.

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Johann Georg Schreiner [Hrsg.]
Heinrich von Hess [Leitung]
Johann von Schraudolph
Carl Koch
Johann Baptist Müller [Künstler]

Die Fresco-Gemälde der Königlichen Allerheiligen Hofkapelle zu München

München, 1837

 

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Die von Herzog (später Kurfürst) Maximilian I. (1873-1651) als sein Privatoratorium eingerichtete Reiche Kapelle (geweiht 1607) zählt zu den kostbarsten Räumen der Münchener Residenz. Bis 1918 diente sie als Privatkapelle der bayerischen Herrscher und barg in ihren Schränken einen reichen Schatz an religiösen Kunstgegenständen.

Das hier wiedergegebene großformatige, 1874-76 herausgegebene Tafelwerk vereint eine repräsentative Auswahl an Schatzstücken aus der Reichen Kapelle, die einen Bogen vom Frühmittelalter (Ciborium Kaiser Arnulfs von Kärnten) bis in den Barock hinein schlagen. Die aufwändigen Chromolithographien besorgte der Gründer der Königlich Bayerischen Hofglasmalerei, Franz Xaver Zettler (1841-1916), die Beschreibungen stammen vom Kunsthistoriker Jacob Stockbauer. Der zuständige Kustos der Reichen Kapelle, Dekan Leonhard Enzler, steuerte eine historische Einführung bei. Die kostbare Publikation entstand mit Förderung König Ludwig II.

Viele der hier abgebildeten Kunstwerke werden heute in einem Nebenraum der Reichen Kapelle gezeigt; die kostbarsten haben ihren Platz in den Räumen der Schatzkammer gefunden. Zum Zeitpunkt der Publikation waren sie nicht öffentlich zugänglich.

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Franz Xaver Zettler
Leonhard Enzler
Jacob Stockbauer

Ausgewählte Kunstwerke aus dem Schatze der Reichen Capelle in der Königlichen Residenz zu München.
Mit Genehmigung Seiner Majestät des Königs Ludwig II. von Bayern.

München, 1874-1876

 

Band I

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Band II

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Zu den ersten Umgestaltungen, die der neue König Ludwig II. an seinem Appartement vornahm, das im zweiten Obergeschoss des nordwestlichen Eckpavillions des Königsbaus der Residenz lag, gehörte 1864 Umbau des parallel zur Residenzstraße verlaufenden Gangs - dem "Theatiner-Neu". Auf Kosten der ehemals dort vorhandenen Wohnräume wurde der Gang verbreitert und mit 30 Fresken des Malers Michael Echter (1812-1879) ausgestattet. Diese zeigen Szenen aus der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner, deren Text seit 1853 vorlag, während die Vertonung erst 1879 vollendet wurde. Mit den Fresken des nunmehr "Nibelungengang" genannten Raumes bekannte sich der junge Ludwig mit Nachdruck zum Gesamtkunstwerk Wagners, das ohne seine Förderung vielleicht nie einen Abschluss gefunden hätte.

Der Freskenzyklus - die erste bekannte umfangreiche künstlerische Auseinandersetzung mit Wagners Dichtung - gehört zu den wenigen privaten Schöpfungen Ludwigs, die schon zu Lebzeiten des Königs eine größere Verbreitung fand. 1876 brachte der Verlag des Photographen Joseph Albert in München eine Mappe mit postkartengroßen Reproduktionen der Fresken heraus, denen eine Erläuterung von Hyazinth Holland beigegeben war.

Der Nibelungengang wurde wie die gesamte Wohnung König Ludwig II. im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder hergerichtet.

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Joseph Albert [Hrsg.]

Der Ring des Nibelungen.
Photographien nach den im Allerhöchsten Auftrage seiner Majestät König Ludwig II. von Bayern in der Residenz zu München ausgeführten Fresco-Gemälden von Professor M[ichael] Echter. Mit erläuterndem Text von H[yazinth] Holland

München, [1876]

 

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Zu den frühen Bildwerken über die Residenz gehört dieser noch im Kupferstichverfahren hergestellte, vom Architekten Georg Friedrich Seidel (1823-1895) betreute  Band. Die Stiche zeigen vor allem Deckengestaltungen und Wandaufrisse aus den Steinzimmern, den Päpstlichen Zimmern und den Reichen Zimmern.

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Georg Friedrich Seidel

Die königliche Residenz in München
in zwei und dreissig Kupferstichen von Eduard Obermayer in München und drei Farbendrucken von Winckelmann & Söhne in Berlin
Bd. [1]

Leipzig, 1880

 

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Prägend für die Vorstellungswelt Ludwigs waren die Fresken, die die Räume von Schloss Hohenschwangau schmückten. Die Gemälde, die Szenen aus Sagen, Legenden und der Geschichte zeigen, waren nach Entwürfen des Malers Moritz von Schwind (1804-1871) hauptsächlich von dessen Schülern gemalt worden. Die vorliegende Publikation, die Kupferstiche nach den Aquarellentwürfen Schwinds präsentiert, legt damit das Augenmerk nicht auf die farbenreiche Ausführung auf Hohenschwangau, sondern auf die Figurenkomposition des Meisters. Damit steht sie ganz in der Tradition des 19. Jahrhunderts, die in der Freskomalerei oft genug der "Erfindung" eines Motivs in Zeichnung oder Karton eine gleichwertige oder sogar höhere Qualität beimaß als der eigentlichen Ausführung.

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Moritz von Schwind [Entwürfe]
Julius Naue
Hermann Walde

Moritz von Schwinds Wandgemälde im Schloss Hohenschwangau
Sechsundvierzig Kompositionen nach den Aquarell-Entwürfen in Kupfer gestochen von Julius Naue und Hermann Walde. Mit erläuterndem Text.

Leipzig, [1886]

 

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Nach dem Tod Ludwig II. nutzte die Firma der Münchener Fotografenfamilie Albert den umfangreichen, größtenteils im Auftrag des Königs erstellten, Fundus an Innen- und Detailaufnahmen aus den Schlössern der Wittelsbacher, um einerseits diverse Publikationen mit Bildmaterial zu versorgen, andererseits aber auch eigene Bildbände damit herauszubringen. Der vorliegende Band vereint zahlreiche Detailaufnahmen aus der Münchener Residenz und den Schlössern Herrenchiemsee, Linderhof und Neuschwanstein und war hauptsächlich als Vorlagenwerk für Handwerker und Künstler gedacht.

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Joseph Albert
Leopold Gmelin

Details, Wanddekorationen, Möbel, Geräthe etc. aus den Königlich Bayerischen Schlössern Neuschwanstein, Linderhof und Herren-Chiemsee sowie aus der Königlichen Residenz in München
Aufgenommen und herausgegeben von Jos[eph] Albert. Gesichtet und mit einleitendem Text versehen von L[eopold] Gmelin

München, [1891]

 

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Zu den alten Raumfolgen der Residenz, die Ludwig II. persönlich nutzte, gehörten die sog. Reichen Zimmer des Kurfürsten Karl Albrecht (1697-1745; ab 1742 Kaiser Karl VII.). Sie dienten ihm gelegentlich für Empfänge und bei vielen Details in Linderhof und Herrenchiemsee zum Vorbild. Aber auch die frühklassizistisch gestalteten sogenannten Hofgartenzimmer gehörten zur Lebenswelt Ludwigs, der hier unter anderem als Kronprinz ein Zimmer bewohnte und 1867 einige der Räume für seine Braut, Herzogin Sophie in Bayern, umgestalten ließ.

Der Architekt und Fotograf Otto Aufleger (1849-1920) veröffentlichte zahlreiche Werke mit kunsthistorischen Aufnahmen. Die hier digitalisiert vorliegenden Werke zu den Reichen Zimmern und den Räumen des späten 18. Jahrhunderts in der Residenz gehören zu den frühesten systematischen Bildwerken über diese Raumfluchten, die zu diesem Zeitpunkt für die Öffentlichkeit nicht zugänglich waren. Ihnen kommt ein besonderer Wert zu, da sich die Räume heute, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, in anderer Form präsentieren: die Reichen Zimmer wurden nur vereinfacht wieder hergerichtet, die Hofgartenzimmer treten dem Besucher heute sogar nur noch an anderer Stelle in komprimierter Form - vor allem im sogenannten Puille-Kabinett - entgegen.

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Otto Aufleger
Karl Trautmann

Die Reichen Zimmer der königlichen Residenz in München.
Photographische Aufnahmen von Otto Aufleger, Architekt. Mit geschichtlicher Einleitung von K[arl] Trautmann.

Süddeutsche Architektur und Ornamentik im XVIII. Jahrhundert.
VII. und VIII. Band.

München, 1893

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Otto Aufleger

Louis XVI und Empire.
Innen-Decorationen und Einrichtungs-Gegenstände in der Kgl. Residenz zu München aus der Spätzeit des XVIII. Jahrhunderts.
Photographisch aufgenommen von Otto Aufleger, Architekt.

München, 1895

 

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Der Münchener Fotograf Georg Böttger (1821-1901) legte 1895 eine umfangreiche Bilddokumentation zu den Innenräumen der Residenz vor. Ähnlich wie Aufleger beschränkt er sich dabei auf die ältesten und kunsthistorisch wertvollsten Raumfolgen - Antiquarium, Steinzimmer, Päpstliche Zimmer, Trierzimmer und Reiche Zimmer. Die meisten dieser Räume präsentieren sich heute - nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau - in veränderter Form.

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Georg Böttger

Die Innen-Räume der königlichen alten Residenz in München.

München, 1895

 

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Die Bände mit Aufnahmen nach Kunstwerken von Julius Hofmann und Philipp Perron stellen in der hier präsentierten Reihe eine Ausnahme dar. Während ersterer möglicherweise eine Art "Gedächtnisband" für den im August des Erscheinungsjahrs verstorbenen Architekten darstellt, dienten letztere sicherlich auch als Werbung für den zu diesem Zeitpunkt weiterhin florierenden Betrieb des Bildhauers Perron.

Julius Hofmann (1840-1896), der letzte Hofarchitekt Ludwigs, war auch noch nach dessen Tod für die stark vereinfachte Fertigstellung der laufenden Bauarbeiten in Linderhof und Neuschwanstein zuständig. Der gebürtige Triester war zunächst ab 1858 mit seinem Vater für Erzherzog Maximilian (1832-1867), den späteren Kaiser von Mexiko, an der Ausstattung von Schloss Miramare tätg, bevor er 1864 Maximilian als Hofarchitekt nach Amerika begleitete. Kurz vor der Hinrichtung des Kaisers kehrte er nach Europa zurück, wo er als Mitarbeiter der Zettler'schen Hofglasanstalt Georg von Dollmann, damals Hofarchitekt Ludwig II., auffiel. Dollmann holte Hofmann zu sich und übertrug ihn die Leitung der Innenausstattung von Schloss Neuschwanstein. Später arbeitete Hofmann an allen Schlossprojekten Ludwigs mit. Nachdem Dollmann 1884 beim König in Ungnade gefallen war, wurde Julius Hofmann zum Hofarchitekten ernannt.

Hofmann galt seinen Zeitgenossen vor allem als kongenialer Innenarchitekt und Experte für Ornamente. Seine Raumschöpfungen für Ludwig II., vor allem das "kleine Appartement" im Neuen Schloss Herrenchiemsee, nehmen in der Kunstgeschichte des Historismus einen besonderen Platz ein. Aber auch seine Eingriffe in die Außengestaltung von Schloss Neuschwanstein sind bemerkenswert. Der vorliegende Band widmet sich der ornamentalen Wandgestaltung im Palas von Schloss Neuschwanstein, deren schier überbordender Formenreichtum Zeugnis für die Begabung Hofmanns abgibt.

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Julius Hofmann

Romanische Wandmalereien der Königl. bayer. Burg Neuschwanstein nach den Entwürfen von Julius Hofmann, kgl. Ober-Hofbaurat.
Vierzig Tafeln in Lichtdruck nach photographischen Originalaufnahmen [von Joseph Albert]

Leipzig, (1896)

 

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Philipp Perron (1840-1907) stammte aus Frankenthal in der damals zu Bayern gehörenden Pfalz. Nach einer Ausbildung in Paris und an der Münchener Akademie der Bildenden Künste arbeitete er als freier Bildhauer. Unter den ausführenden Kunsthandwerkern, die an den Schlossbauten Ludwig II. beteiligt waren, war Perron einer der wichtigsten. Mit seiner Werkstatt, in der er 20-30 Handwerker beschäftigte, schuf er einen großen Teil der Steinmetzarbeiten und Holzschnitzereien für Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Dabei zeigte sich Perron als virtuoser Kunsthandwerker, der sich den gewünschten Stilrichtungen - wenn auch in einer dezidiert historischen Behandlung, etwa bei den Gesichtern - mühelos anpassen konnte.

Auch nach dem Tod Ludwigs 1886 und der Einstellung der letzten Bauarbeiten an Neuschwanstein 1892 blieb die Werkstatt von Perron vielbeschäftigt. Die beiden 1897 erschienenen Tafelbände sind auch Werbung in eigener Sache.

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Philipp Perron

Die figurale Plastik des königlichen Schlosses Herrenchiemsee.
Ausgeführt von Professor Ph[ilipp] Perron.
20 Tafeln. Photographie und Lichtdruck von Jos[eph] Albert

München, 1897


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Philipp Perron

Die dekorative Ornamentik des königlichen Schlosses Herrenchiemsee.
Ausgeführt von Professor Ph[ilipp] Perron.
60 Tafeln. Photographie und Lichtdruck von Jos[eph] Albert

München, 1897


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Fotodrucke

Wie kein anderer bayerischer Monarch vor ihm nutzte der öffentlichkeitsscheue Ludwig das neue Medium der Fotografie für sich. Neben zahlreichen Porträtaufnahmen, die sein Bild überall in Bayern verbreiteten, ließ er auch systematisch den Bau und die Ausstattung seiner Schlösser dokumentieren. Das alleinige Privileg, solche Aufnahmen anzufertigen, vergab Ludwig an den Münchener Fotografen Joseph Albert (1825-1886) und seine Firma. Albert, der schon unter Ludwigs Vater Maximilian II. Hoffotograf war, leistete wichtige Beiträge zur Vervielfältigungstechnik jener Tage (unter anderem durch Erfindung der sog. Albertotypie und des Farblichtdrucks). Außerdem betrieb er einen gut gehenden Verlag, in dem er erstmals die Technik der Fotografie zur Reproduktion von Kunstwerken einsetzte.

Solange Ludwig lebte, waren die Aufnahmen aus seinen Bauten - vor allem die Innenaufnahmen - nur selten zur Verbreitung bestimmt. Sie dienten dem König vor allem als Gedächtnisstütze und Planungshilfe bei seinem Bauvorhaben. Dies änderte sich rasch, als nach dem Tod Ludwig II. seine Schlösser Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee und Berg geöffnet wurden. Die Aufnahmen aus den populären Schlössern boten nun eine lukrative Einnahmequelle. Sie wurden entweder zur Verwendung in Büchern, Führern und Periodika verwendet oder als Einzeldrucke verkauft. Daneben bestand aber auch in der Regel die Möglichkeit, zusammengestellte Bildbände zu erwerben.

Die Firma Albert setzte dabei insbesondere auch auf die Zusammenarbeit mit Autoren. So entstanden reich bebilderte Werke, wie die "Königsphantasien" (1888) oder "König Ludwig II. und die Kunst" (1898), aber auch kunsthistorische Bildbände, die als Vorlagenwerke bzw. zu Werbezwecken der verschiedenen Künstler dienten. Die vorliegende Zusammenstellung von Aufnahmen aus Schloss Linderhof entstand dagegen erst sekundär. Es handelt sich dabei um Aufnahmen aus der Zeit um 1880, also noch zu Lebzeiten König Ludwigs. Ihre Provenienz ist nicht mehr ermittelbar.

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Joseph Albert

[Album von Linderhof]

[München], s.a. [ca. 1880]

 

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Als nach dem Tod Ludwigs seine Schlösser für das Publikum geöffnet wurden; bot sich auch anderen Fotografen die Möglichkeit, die Bauten auf Aufnahmen festzuhalten. Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee, aber auch Berg oder das weiterhin vom Königshaus genutzte Hohenschwangau gehörten bald zum Portfolio der meisten einschlägigen Fotografen.

Die von Franz Seraph Hanfstaengl (1804-1877) begründete Firma Hanfstaengl in München bot dabei im Pigmentdruckverfahren besonders aufwändig hergestellte Reproduktionen an, die man auch in Sammelbänden wie den hier präsentierten erwerben konnte.

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Collection Hanfstaengl München

Pigment-Drucke der kgl. Schlösser zu Neuschwanstein, Hohenschwangau

München, [ca. 1890]

 

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Collection Hanfstaengl München

Pigment-Drucke der königl. Schlösser zu Chiemsee, Linderhof

München, [ca. 1890]

 

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1873 hatte Bernhard Johannes (1846-1899) in Partenkirchen ein Fotostudio gegründet, das, nachdem er 1883 nach Meran verzogen war, von Max Beckert (1860-1919) fortgeführt wurde. Das 2003 und 2006 von der Bayerischen Staatsbibliothek erworbene Archiv enthält auch fünf gebundene Bände mit Aufnahmen der Schlösser Ludwigs II. Sie verdeutlichen, wie sehr die Bauten bereits wenige Jahre nach dem Tod des Königs zum "Standardrepertoire" fotografischer Betriebe gehörten.

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Bayerische Königsschlösser im Besitze weiland S.M. Ludwig's II.
Berg

München, [ca. 1890]

 

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Bayerische Königsschlösser im Besitze weiland S.M. Ludwig's II.
Herrenchiemsee

München, [ca. 1890]

 

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Bayerische Königsschlösser im Besitze weiland S.M. Ludwig's II.
Linderhof[, Königshaus am Schachen]

München, [ca. 1890]

 

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Bayerische Königsschlösser im Besitze weiland S.M. Ludwig's II.
Neuschwanstein

München, [ca. 1890]

 

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Bayerische Königsschlösser im Besitze weiland S.M. Ludwig's II.
Berg, Hohenschwangau, Linderhof

München, [ca. 1890]

 

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Offizielle Schlossführer

Wahrscheinlich schon zur Öffnung der königlichen Schlösser Neuschwanstein (offiziell noch "Neue (oder königliche) Burg Hohenschwangau"), Linderhof, Herrenchiemsee und Berg im August 1886 erschienen erstmalig einfach gestaltete Besucherführer für die drei erstgenannten Bauten. Herausgeber und Verfasser der Schriften sind unbekannt, doch dürfte die Initiative auf die Verwaltung des königlichen Kronguts und damit das Herrscherhaus der Wittelsbacher zurückgehen. Ähnlich wie bei der Öffnung selbst ist die genaue Absicht hinter diesen Schriften nicht ganz klar; wahrscheinlich wollte man den Besuchern, die die Schlösser wohl vor allem als Orte der Kunstförderung erleben sollten, Hinweise auf die verschiedenen Künstler geben, die an Bau und Ausstattung der Schlösser beschäftigt waren. Führungen, wie sie heute angesichts der Besuchermassen allgegenwärtig sind, gab es damals offenbar nicht, man konnte sich relativ frei in den Gebäuden bewegen und auch Räume betreten, die heutzutage aus konservatorischen Gründen nicht mehr von Führungsgruppen betreten werden können.

Auffällig sind Hinweise in den Texten, die zeigen, dass man sich noch nicht sicher war, wie mit dem Weiterbau der Schlösser verfahren werden sollte. So wird der (am Ende nie errichtete) Bergfried von Neuschwanstein als im Bau befindlich gekennzeichnet und auch die unfertigen und geplanten Bauteile von Schloss Herrenchiemsee, wo alle Bauarbeiten bereits seit 1885 ruhten, werden beschrieben, als wäre ihre Errichtung bzw. Fertigstellung weiterhin vorgesehen.

Die drei Publikationen von 1886 sind die einzigen "offiziellen" Führer geblieben, die bis zum Ende der Monarchie 1918 erschienen sind. Für die Münchener Residenz etwa erschien erst während der Weimarer Republik eine solche Publikation, nachdem die Gesamtanlage für Besucher zugänglich geworden war. Gemäß der Kunstauffassung der Zeit, die den Historismus entschieden ablehnte, nehmen die Raumschöpfungen Ludwigs darin nur einen sehr geringen Raum ein.

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Führer durch die Königliche Burg Hohenschwangau
(Neuschwanstein)

München, 1886

 

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Führer durch das Königliche Schloss Linderhof

München, 1886

 

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Das Königliche Schloss Herren-Chiemsee

München, 1886

 

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Direktion der Museen und Kunstsammlungen des ehemaligen Kronguts [Hrsg.]

Kleiner Führer durch das Residenzmuseum in München

2. Auflage

München, 1920

 

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Reise- und Touristenführer

Mit dem Tod König Ludwig II. und der Öffnung seiner Bauten setzte eine kaum überschaubare Flut an Publikationen ein, um das reisewillige Publikum mit allerlei nützlichen Informationen zu den Schlössern und der zugehörigen touristischen Infrastruktur zu versorgen. Neben Ergänzungsheften zu den großen Reiseführern der Zeit (z.B. für die von Theodor Trautwein (1833-1894) herausgegebenen Führer durch München und das Oberland) erschienen vor allem regional hergestellte Spezialführer, die mal sachlich, mal romantisierend die unterschiedlichsten Geschmäcker ansprachen.

Anders als die offiziellen Führer von 1886, von denen freilich oft genug die Daten übernommen wurden, sind alle diese Publikationen mehr oder weniger reich illustriert. Zur Bebilderung verwendete man manchmal eigene Aufnahmen in Umzeichnung oder Fotodruck; noch häufiger benutzte man aber bereits vorhandene Klischees von Firmen wie denen Joseph Alberts. Auffällig ist auch die Möglichkeit der Aufspaltung, die manche Autoren geschickt nutzten. Sowohl die Monographie von Luise von Kobell von 1898 als auch die von Hans Steigenberger 1903 konnten gleichermaßen als übergreifendes Buch wie auch einzeln für jedes Schloss erworben werden.

Außerdem erschienen Spezialpublikationen wie die Beschreibung der 1900 eingeweihten Votivkapelle oberhalb der Todesstelle bei Schloss Berg. Der dezidiert religiös gehaltene Text wurde vom langjährigen Hofprediger Corbinian Ettmayr (1840-1904) verfasst. Eine Trauerrede auf ihn, die dem Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek beigebunden war, wird dem Zusammenhang entsprechend ebenfalls hier präsentiert.

Parallel zur deutschen Fassung wurde eine Reihe dieser Publikationen auch in andere Sprachen, vor allem in das Englische, übertragen. Beispielhaft wird hier der von Ludwig Sailer verfasste Führer präsentiert, der auch in seiner englischen Fassung zahlreiche Auflagen erlebte.

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Johann Nepomuk Zwickh

Herrenchiemsee, Neuschwanstein und Linderhof.
Die Lieblingsschlösser weiland Königs Ludwig II. nebst den Reiserouten dahin

Augsburg, 1886

 

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Joseph Ludwig Craemer

Schloß Herrenwörth das bayerische Versailles in Wort und Bild.
Eine gedrängte Geschichte des Königsschlosses mit sehr genauem Führer, Abbildungen, Entwurf und Plänen des ganzen Schloßbaues
dann 17 Portraits nebst den Biographien von hervorragenden Männern aus der Umgebung König Ludwig II.

II. Auflage

München, 1887

 

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Adolph Graf von Westarp

Die Königsschlösser Ludwig II.
Heft 2: Die Burg auf dem Schwanenstein

Berlin, 1887

 

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Ludwig Sailer
J. R. Morell [Übers.]

The Art Monuments of His Late Majesty King Ludwig II. of Bavaria.
A Guide and Souvenir for Visitors to the Royal Palaces of Herrenchiemsee, Neuschwanstein, Linderhof, Hohenschwangau, Berg and the Hunting Seat at the Schachen

Third Enlarged Edition

Munich, 1887

 

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Corbinian Ettmayer

Die Gedächtnis-Kapelle für König Ludwig II. und die Königs-Kapelle im Parke des Schlosses Berg

München, 1901

 

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Josef Hecher

Trauer-Rede.
Gehalten am Grabe des Hochwürdigen, Hochwohlgebornen Herrn Dr. theol. Corbinian Ettmayr, Stadtpfarrer und Schulinspektor, Kgl. geistlicher Rat, Ehrenkanonikus bei St. Cajetan, Kreisscholarch für Oberbayern, Ritter hoher Orden
am 15. November 1904

München, 1904

 

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Hans Steinberger

Die bayerischen Königsschlösser

 

Der Chiemsee und das Königsschloss Herrenchiemsee
Kaufbeuren, 1903

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Illustrierter Führer durch die Burg Neuschwanstein
Kaufbeuren, 1903

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Schloss Linderhof
Kaufbeuren, 1903

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Illustrierter Führer durch das Schloß Hohenschwangau
Kaufbeuren, 1903

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IIllustrierter Führer durch das königliche Schloss Berg am Starnbergersee
Prien am Chiemsee und München 1903

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Ferdinand Bächle

Füssen, Hohenschwangau und Umgebung
Offizieller Führer

Vierte Auflage

München, (1908)

 

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Max Koch von Berneck

König Ludwig II. von Bayern und Schloß Berg am Starnberger See. Eine Erinnerung an Schloß Berg

Berlin, Leipzig, Wien, 1913

 

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Carl Ritter von Lama
Georg Roggenhofer
Hans Ernst Müller [Bearb.]

Führer durch Füssen, Hohenschwangau, Neuschwanstein, Linderhof, Reutte, Plansee und Umgegend.

12. Auflage
Neubearbeitet von H. E. Müller, Studiendirektor der Städt. Realschule Füssen

Füssen, 1929

 

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