Bayerische Landesbibliothek Online
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Museen am Mainlimes

Mainlimes Gesichtshelm für Reiterfestspiele aus
Stockstadt
© Archäologische Staatssammlung
München

Unter Kaiser Domitian (reg. 81-96) begann das Römische Reich mit der systematischen Befestigung seiner Außengrenzen zwischen Rhein und Donau. Mit der Errichtung der ausgedehnten Grenzanlagen sollte sichtbar der Anfang des römischen Herrschaftsbereichs angezeigt werden, wohl weniger im Sinne einer reinen Verteidigungsanlage, denn als (wehrhafte) Zoll- und Wirtschaftsgrenze. Bis zur schrittweisen Aufgabe der Anlagen im 3. Jahrhundert wurden sie systematisch ausgebaut, auf frühe Holzbefestigungen folgten Stein- und Erdanlagen.

Mit rund 550 km bildet der nach den ehemals angrenzenden römischen Provinzen benannte obergermanisch-raetische Limes heute das der Fläche nach größte Bodendenkmal Europas. Seine Bedeutung wird nicht zuletzt durch die 2005 erfolgte Aufnahme in das Unesco-Welterbe (als Teil der grenzüberschreitenden Welterbestätte Grenzen des Römischen Imperiums) noch einmal unterstrichen.

Der Abschnitt des obergermanischen Mainlimes gehört dabei zu jenen Teilen der ehemaligen Befestigungslinie, von der vor Ort nur noch wenige sichtbare Spuren vorhanden sind. Seine Überreste finden sich - von Nord nach Süd - auf dem Gebiet der heutigen Gemeinden Hanau, Großkrotzenburg, Seligenstadt in Hessen sowie Stockstadt am Main, Aschaffenburg, Niedernberg, Obernburg am Main, Wörth am Main, Klingenberg, Bürgstadt und Miltenberg am Main in Bayern (Regierungsbezirk Unterfranken). Entscheidend für das Wissen über diesen Bereich des Limes ist hier die Vermittlungsfunktion der regionalen Museen, denen es zukommt, anhand vieler kleinerer und größerer Funde Einblicke in das römische Leben an den Grenzen des Reiches zu geben.

Das Webangebot Museen am Mainlimes sowie die zugehörige App dienen der Verknüpfung der manchmal verstreuten Fundstücke mit ihrem Ursprungsort; sie wollen zur Entdeckungsreise an den Limes einladen.

 

Hinweise zur Benutzung

Die Webseite bietet verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. So können die verschiedenen Teile des Angebots über eine Karte, eine Liste der beteiligten Gemeinden und Museen oder einen Themenbaum aufgefunden werden. Eine Sammlung von Videos und Publikationen im PDF-Format ergänzt und vertieft die Text- und Bildmaterialien.

Zusätzlich bietet die Seite Informationen zur kostenlosen Mainlimes Mobil iPhone App, die mit zahlreichen Video-, Audio- und Text-/Bildinformationen den perfekten Reisebegleiter zur Entdeckung des Limes am bayerischen Untermain bildet.

 

Angaben zum Projekt

Das Webangebot "Museen am Mainlimes" entstand als Ergebnis des von der Bayerischen Sparkassenstiftung geförderten Projekts "Archäologische Museen Vernetzt",  das die teilweise auf mehrere Museen verstreuten Funde einzelner Fundorte mit den Welterbestätten am Mainlimes verbindet. Das Angebot ist seit 2010 online; die ergänzende App "Mainlimes Mobil" entstand 2011.

Die Präsentation im Rahmen der Bayerischen Landesbibliothek Online erfolgt seit Dezember 2011.

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