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Das Oktoberfest im Porträt

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Mit rund 30 000 Porträts - vornehmlich zur Geschichte Münchens und Bayerns - besitzt das Münchner Stadtmuseum eine der umfangreichsten Sammlungen dieser Art im Freistaat. Der Bestand, dessen älteste Exemplare bis in das 16. Jahrhundert zurückreichen, umfasst vor allem Zeichnungen, Druckgraphik und Fotografien, aber auch Gemälde und Büsten sowie Medaillen mit Porträtdarstellungen. Diese Sammlung wird schrittweise online präsentiert.

In der Sammlung sind bereits Porträts von Personen online gestellt, die in verschiedenster Art und Weise in Beziehung zum Münchner Oktoberfest stehen. Die hier veröffentlichten Vorschaubilder bilden den Einstieg zum eigentlichen Angebot der Porträtsammlung mit größeren Abbildungen und Angaben zu Entstehungszeit und Künstlern. Die Datenbank enthält darüber hinaus zu den meisten Persönlichkeiten weitere Porträts.

Inhalt


Die Wittelsbacher

Bereits das erste "Oktoberfest" - das Pferderennen, das die Münchener National-Garde III. Klasse anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig (1786 - 1868) und Kronprinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (1792 - 1854) ausrichtete, feierte nicht nur die Bürgerschaft der Hauptstadt, sondern vor allem auch sein Herrscherhaus. Bis zum letzten Oktoberfest während der Monarchie im Jahre 1913 war die "Wiesn" daher immer auch eine Repräsentationsplattform für die Wittelsbacher. Diese wussten zahlreiche dynastische Ereignisse mit dem Oktoberfest zu verknüpfen, wie z.B. die Huldigung König Ottos I. von Griechenland (1815 - 1867) durch eine hochrangige griechische Delegation im Jahre 1832, die aufwändig gefeierte Silberhochzeit König Ludwigs I. im Jahre 1835, oder die Hochzeit des späteren Königs Maximilian II. (1811 - 1864) mit Prinzessin Marie von Preußen (1825 - 1889) im Jahre 1842. Selbst der menschenscheue König Ludwig II. (1845 - 1886) besuchte von den sechzehn Festen seiner Regierungszeit (1864 - 1886) zumindest fünf. Und selbst nach dem Sturz der bayerischen Monarchie im Jahre 1918 traten noch Prinzen wie etwa Alfons von Bayern (1862- 1933) auf der Theresienwiese auf, vor allem im Zusammenhang mit den Schützenfesten.

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König Maximilian I. Joseph
(1756 - 1825)

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Königin Caroline
(1776 - 1841)

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König Ludwig I.
(1786 - 1868)

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Königin Therese
(1792 - 1854)

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König Otto von Griechenland
(1815 - 1867)

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Königin Amalie
(1818 - 1875)

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König Maximilian II.
(1811 - 1864)

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Königin Marie
(1825 - 1889)

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König Ludwig II.
(1845 - 1886)

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König Otto I.
(1848 - 1916)

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Prinzregent Luitpold
(1821- 1912)

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König Ludwig III.
(1845 - 1921)

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Prinz Alfons von Bayern
(1862- 1933)

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Kronprinz Rupprecht von Bayern
(1869 - 1955)

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National-Garde und Landwehr

Das Pferderennen zur Kronprinzenhochzeit 1810 war die Idee der bürgerlichen National-Garde III. Klasse. Hierhin hatte sich, da seit dem Gemeindeedikt von 1808 die Stadt München über keinen eigenen Finanzhaushalt mehr verfügte, ein wichtiger Teil der bürgerlichen Selbstrepräsentation verlagert. Zentral organisierte der reiche Bankier und Major der Bürgerkavallerie, Andreas Michael Edler von Dall'Armi (1765 - 1842) die Durchführung dieses ersten Oktoberfestes; mit seinem Engagement sorgte er außerdem für die Wiederholung des Festes 1811 sowie für die Benennung des Festgeländes als Theresens- (heute: Theresien-)Wiese.

Auch nachdem 1818 der Magistrat der Stadt München durch das zweite Gemeindeedikt wieder die Finanzhoheit erhielt und ab dem Folgejahr die Oktoberfeste in Eigenregie ausrichtete, blieb die National-Garde, nun als Bürger- oder Landwehr noch für weitere Jahrzehnte ein Ort bürgerlicher Selbstdarstellung. So ließ sich der wohlhabende Münchener Gastwirt Franz Paul Palmberger (1823 - 1863) auf einer Lithographie als Landwehr-Kavalleriemajor darstellen, wie er die Kutsche des Königspaares auf die Festwiese geleitet. König Maximilian II. (1811 - 1864) und Königin Marie (1825 - 1889) dienen dabei ebenso wie Uniform und Pferd als prächtige Staffage für die Selbstdarstellung eines erfolgreichen Münchener Bürgers.

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Andreas Michael Edler von Dall'Armi
(1765 - 1842)

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Franz Paul Palmberger
(1823 - 1863)

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Vom Pferderennen

Im Zentrum aller Oktoberfeste bis zum Ersten Weltkrieg standen die Pferderennen. Vor allem das Hauptrennen war der unbestrittene Höhepunkt der Festlichkeiten; nicht umsonst wurde es  regelmäßig in Anwesenheit des Herrschers abgehalten.

Der Lohnkutscher und Pferdehändler Franz Xaver Krenkl (1780 - 1860) hatte bereits beim ersten Oktoberfestrennen 1810 als Rennmeister einen überraschenden dritten Platz belegt. Bis 1855 nahmen seine Pferde 55mal an Rennen auf der Theresienwiese teil, wobei sie 31 mal einen Platz unter den ersten Drei einnahmen (davon vierzehnmal den ersten). Dadurch und durch eine große Anzahl oft derber Anekdoten - die zu einem guten Teil erst nach dem Tod Krenkls publiziert (und wahrscheinlich auch erfunden) wurden - wurde er zu einem der bekanntesten Münchener Originale des 19. Jahrhunderts.

Über den Rennmeister und Gastwirt Georg Bader ist dagegen so gut wie nichts bekannt; sein archetypisches Porträt von 1887, als sein Pferd das Flachrennen gewann, zeigt ihn voller Stolz mit Maßkrug, Schärpe, Stiefel und Zylinder und weist damit auf seine beiden Erwerbstätigkeiten hin.

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Franz Xaver Krenkl
(1780 - 1860)

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Georg Bader
(Lebensdaten nicht ermittelt)

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"Wiesn-Barone"

Bereits 1810 verkauften Buden auf der Sendlinger (heute: Schwanthaler-) Höhe Erfrischungen an die Besucher des Pferderennens. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich daraus die großen Bierzelte, die bis heute gemeinsam mit den Fahrgeschäften das Bild des Oktoberfestes prägen.

Anton Gruber (1783 - 1843), der ab 1810 auf der Isarinsel (beim heutigen Deutschen Museum) ein Ausflugslokal „Zum Prater“ betrieb, ist der erste Wiesn-Wirt, von dem ein Porträt erhalten ist. Von 1818 an unterhielt er auf der Anhöhe über der Theresienwiese eine Bierbude sowie Belustigungen wie ein Karussell oder Schaukeln. Zum Urbild des Wiesn-Barons wurde Hans Steyrer (1849 - 1906). Der „Steyrer Hans“, oft als „bayerischer Herkules“ tituliert, verknüpfte geschickt seine Selbstdarstellung als Kraftmensch und Original mit einem ausgeprägten Geschäftssinn. Sein (von der Polizei abgebrochener) Versuch, im Jahre 1879 in festlich geschmückten Wagen auf die Theresienwiese zu ziehen, kann als Vorläufer des heutigen Einzugs der Wiesnwirte gelten.

Der „Krokodilwirth von NürnbergGeorg Lang (1866 - 1904) steht dagegen bereits für den von außerhalb Münchens aus handelnden Geschäftsmann. Lang, der auf Festen in ganz Deutschland tätig war, war einer der ersten Gastwirte, der ab 1898 auf der Theresienwiese ein Großzelt, eine „Bierburg“ errichten ließ. Er machte auf der Wiesn das heute noch populäre „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ des Chemnitzer Chorleiters Bernhard Dietrich (1840-1902) bekannt.

Michael Schottenhamel (1838 - 1912) unterhielt ab 1867 Bierbuden auf dem Oktoberfest. 1886 ließ er das erste Leinwandzelt auf der Theresienwiese errichten, 1896 bezog er eine Bierburg, die der renommierte Architekt Gabriel von Seidl (1848 - 1913) entworfen hatte. Die von ihm begründete „Dynastie“ steht für die heute mit Abstand älteste Wirtstradition auf der Wiesn.

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Anton Gruber
(1783 - 1843)

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Hans Steyrer
"Steyrer Hans"
(1849 - 1906)

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Georg Lang
(1866 - 1904)

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Michael Schottenhamel
(1838 - 1912)

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Schausteller und andere Wiesn-Originale

Carl Gabriel (1857 - 1931) kann als einer der erfolgreichsten Schausteller auf der Theresienwiese gelten. Ab den 1890er Jahren war er mit bis zu fünf Attraktionen gleichzeitig auf dem Oktoberfest vertreten, zu denen neben Fahrgeschäften und Märchenparks auch Abnormitäten- und Völkerschauen zählten.

Als Türsteher der humoristischen Kunstausstellungen, die in den Jahren nach 1900 auf dem Oktoberfest gezeigt wurden, erlangte ein als "Faltenhias von Giesing“ bekanntes Künstlermodell gewisse Bekanntheit. Als Parodie auf eine Statue der Pallas Athene im Glaspalast, in dem die offiziellen Kunstausstellungen Münchens stattfanden, begrüßte er als "Athenerich" mit Stab, Pfeife und manchmal auch mit Bierkrug die Besucher.

Zu den unvergessenen Originalen vom Oktoberfest gehören der "Wurzel Sepp", der in den Jahrzehnten vor dem Zweiten Weltkrieg Kräuterschnäpse verkaufte, ebenso wie das "Waagen-WeiberlJustine Attsperger (1892 - 1972) und der "Vogel-JakobLorenz Tresenreiter (1901 - 1960). Gemeinsam stehen sie für jenen Teil der Wiesn, der abseits von immer neuen, aber nach wenigen Jahren bereits veralteten Attraktionen die Faszination des Festes ausmachte und ausmacht.

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Carl Gabriel
(1857 - 1931)

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August Michael Schichtl
(1851 - 1911)

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"Wurzel Sepp"
(Lebensdaten nicht ermittelt)

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Justine Attsperger
"Waagen-Weiberl"
(1892 - 1972)

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Lorenz Tresenreiter
"Vogel-Jakob"
(1901 - 1960)

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"Athenerich"
(Lebensdaten nicht ermittelt)

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Münchner Stadtmuseum.

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