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Porträtsammlung des Münchner Stadtmuseums

Bertolt Brecht, 1927Konrad Reßler, Bertolt Brecht, 1927.
© Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie.
Das Münchner Stadtmuseum besitzt eine Sammlung von rund 30.000 Porträts. Der umfangreiche Bestand an Zeichnungen, Werken der Druckgraphik und Fotografien reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Der Schwerpunkt liegt auf Personen aus der Münchner Stadtgeschichte und der Geschichte Bayerns.

 

 

 

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Bedeutung

Im Münchner Stadtmuseum befinden sich rund 30.000 Porträts aus dem 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, darunter Handzeichnungen, Druckgraphik, Gemälde und Fotografien, ergänzt durch eine Reihe von Porträtbüsten und Skulpturen. Wie kaum eine andere stadthistorische Sammlung in Deutschland dokumentiert dieser Bestand das städtische Leben in seinen unterschiedlichen Facetten. So zeigen die Bildnisse nicht nur prominente Münchner aus Kunst, Politik, Wirtschaft oder Kirche, sondern auch Vertreter verschiedener Berufsgruppen und gesellschaftlicher Kreise, die das Gesicht der Stadt zum Teil bis heute prägen.

Neben Persönlichkeiten aus der Geschichte Bayerns finden sich ebenso Größen aus der deutschen Politik und Kultur sowie eine Reihe internationaler Berühmtheiten des 20. Jahrhunderts, darunter Marlene Dietrich (1901-1992), Pablo Picasso (1881-1973) und Paul Bowles (1910-1999). Ihre Porträts sind Zeugnisse des breiten Spektrums des Sammelns am Münchner Stadtmuseum. Zugleich steht eine große Zahl der Werke für die hohe Qualität, welche die in München ausgeübte Porträtkunst mit Kupferstechern wie der um 1600 tätigen Familie Sadeler, mit Malern wie Franz von Lenbach (1836-1904) oder auch mit Fotografen wie Herbert List (1903-1975) im Lauf der Jahrhunderte immer wieder erreichte.

 

Die Sammlungen

Die Porträts, die für die Online-Präsentation aus den Beständen des Münchner Stadtmuseums ausgewählt wurden, sind vorwiegend der Sammlung Graphik / Plakat / Gemälde sowie der Sammlung Fotografie entnommen.

Im Bereich der Graphik stammt der Großteil der Porträts aus der einstigen Sammlung des Kunsthändlers Joseph Maillinger (1831-1884). Diese „Bilder-Chronik“ Münchens kam 1879 an die Stadt und gehörte 1888 bei der Gründung des „Historischen Museums der Stadt München“ - dem Vorläufer des heutigen Hauses - zum Grundstock. Die „Maillinger-Sammlung“ diente bereits dem „Allgemeinen Bildniskatalog“ von Hans Wolfgang Singer (Leipzig 1930 ff.) als Referenzquelle.

Bei den fotografischen Porträts können drei Schwerpunkte genannt werden: Zum einen bietet der Nachlass des Fotografen Franz Hanfstaengl (1804-1877) mit seinen zahlreichen Originalaufnahmen einen einzigartigen Überblick zu den Kunstschaffenden und Gelehrten unter Ludwig I. (1786-1886, reg. 1825-1848). Weitere große Konvolute bilden die Arbeiten von Frank Eugene (1865-1936), Theodor Hilsdorf (1868-1944) und Philipp Kester (1873-1958), die Persönlichkeiten der Prinzregentenzeit und der Zeit zwischen den Weltkriegen fotografierten. Bei den Porträtstudien Bertolt Brechts (1898-1956) handelt es sich schließlich um eine zahlenmäßig geringere, aber dennoch nicht weniger bedeutende Werkgruppe. Die Aufnahmen des jungen Brecht entstanden 1927 im Atelier des Augsburger Fotografen Konrad Reßler (1875-1960) und gehören heute zu den bekanntesten Bildmotiven der Sammlung.

 

Literatur

Einführung:

  • Ernst von Destouches, Geschichte des Historischen Museums und der Maillinger Sammlung der Stadt München, München 1894.
  • Martha Dreesbach, Das Münchner Stadtmuseum. Eine Chronik (Schriften des Münchner Stadtmuseums 6), München 1977.
  • Wolfgang Till und Thomas Weidner (Hrsg.), Typisch München! Das Jubiläumsbuch des Münchner Stadtmuseums, München 2008.

Sammlung Maillinger:

  • Josef von Maillinger, Bilder-Chronik der königlichen Haupt- und Residenzstadt München. Verzeichnis einer Sammlung von Erzeugnissen der graphischen Künste zur Orts-, Cultur- und Kunst-Geschichte der bayerischen Capitale vom 15. bis in das 19. Jahrhundert, 3 Bde., München 1876 (Suppl. 1886).
  • Hans Wolfgang Singer, Allgemeiner Bildniskatalog, 14. Bde., Leipzig 1930-36.

Fotografie:

  • Heinz Gebhardt, Franz Hanfstaengl. Von der Lithographie zur Photographie, Kat. Ausst. Münchner Stadtmuseum, München 1984.
  • Bertolt Brecht beim Photographen. Porträtstudien von Konrad Reßler, hrsg. und mit einem Nachwort versehen von Michael Koetzle, Siegen 1987.
  • Ulrich Pohlmann (Hrsg.), Frank Eugene. The Dream of Beauty (dt./engl. Ausg.), Kat. Ausst. Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, München 1995.
  • Max Scheler und Matthias Harder (Hrsg.), Herbert List. Die Monographie, Kat. Ausst. Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, München 2000.
  • Dirk Halfbrodt und Ulrich Pohlmann (Hrsg.), Philipp Kester. Fotojournalist. New York, Berlin, München. 1903-1935, Kat. Ausst. Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, Berlin 2003.
  • Hans-Michael Koetzle und Ulrich Pohlmann (Hrsg.), Münchner Kreise. Der Fotograf Theodor Hilsdorf. 1868-1944, Kat. Ausst. Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, Bielefeld 2007.

 

Hinweise zur Benutzung

Über die Namen der Porträtierten und der Porträtisten können die Bildnisse einfach recherchiert werden. Neben den knapp gehaltenen Angaben zu Person und Werken befindet sich jeweils eine Bilddatei, die durch Anklicken zur Bildschirmansicht vergrößert wird.

Qualitativ hochwertige, zu Reproduktionszwecken geeignete Bilddateien können im Zentralen Bildarchiv des Münchner Stadtmuseums unter der E-Mail-Adresse bestellt werden: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.


Angaben zum Projekt

Die "Porträtsammlung des Münchner Stadtmuseums" ist ein Kooperationsprojekt des Münchner Stadtmuseums und der Bayerischen Staatsbibliothek im Rahmen des kulturwissenschaftlichen Informationsportals Bayerische Landesbibliothek Online (BLO).

Das Projekt ist seit Dezember 2009 online. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Auswahl von rund 1.800 Porträts aus den weit umfangreicheren Beständen des Münchner Stadtmuseums digitalisiert. So entstand zwar noch kein vollständiger, aber ein bereits repräsentativer Überblick. Die Porträtgalerie wird kontinuierlich erweitert.

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