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Protagonisten der Räterepublik

Gustav Landauer (Fotoarchiv Hoffmann) Gustav Landauer (Fotoarchiv Hoffmann)

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Intellektuelle und Literaten prägten entscheidend die bayerische Revolution von 1918/19. Dies gilt sowohl für die Anfangsphase mit Kurt Eisner als auch für Zeit der Räterepublik. Wichtige Protagonisten der Räterepublik, wie Gustav Landauer (1870-1919), Erich Mühsam (1878-1934) und Ernst Toller (1893-1939) haben daher auch literarische, programmatische und darstellende Werke hinterlassen.

 

Inhaltsverzeichnis


Gustav Landauer

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Der Anarchist und Sozialist Gustav Landauer (1870-1919) wurde von Kurt Eisner im November 1918 nach München gerufen. Er war dann ein Protagonist der Rätebewegung und maßgeblich an der ersten Münchner Räterepublik vom 6./7. bis 13. April beteiligt. Am 2. Mai 1919 wurde er in München-Stadelheim ermordet.

Landauer publizierte bereits 1911 seine theoretische Schrift „Aufruf zum Sozialismus“. Eine 2. Auflage folgte 1919; im damals verfassten Vorwort (München, 3. Januar 1919) fordert er, nach der politischen Revolution nun zum Aufbau des Sozialismus zu schreiten.


Erich Mühsam

Der Anarchist Erich Mühsam (1878-1934) war zusammen mit Gustav Landauer einer der Protagonisten der 1. Räterepublik vom 6./7. bis 13. April 1919. Aus diesem Grunde zu Festungshaft verurteilt, war er zwischen 1919 und 1924 in den Gefängnissen Ebrach, Ansbach und Niederschönenfeld inhaftiert.

Mühsam: Revolution. Kampf-, Marsch- und Spottlieder

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Mühsam publizierte diese Sammlung kurze Zeit nach seiner Entlassung aus bayerischer Festungshaft. Die in ihr enthaltenen Gedichte und Lieder entstanden seit 1909, schwerpunktmäßig aber während Mühsams Haftzeit. Inhaltlich reicht das Spektrum von Arbeiterliedern bis Gedichten, die sich mit tagespolitischen Geschehnissen (Weltkrieg, Revolution und Räterepublik, Entwicklung der SPD, Ordnungszelle Bayern) befassen. Gewidmet ist die Sammlung dem Arbeiterführer Max Hölz (1889-1933), der 1920/21 vom Vogtland aus mit einer „Roten Armee“ an kommunistischen Aufständen in Thüringen und Sachsen beteiligt war.

Mühsam: Von Eisner bis Leviné

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Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums der Räterepublik veröffentlichte Mühsam 1929 einen Rechenschaftsbericht über die Revolutions- und Rätezeit in Bayern, der bereits im September 1920 in der Festungshaftanstalt Ansbach entstanden war. Der Bericht richtet sich nicht gegen Angriffe von rechts oder aus der SPD, sondern gegen Kritiker innerhalb der sozialistisch-kommunistischen Bewegung, welche die erste Räterepublik als „Scheinräterepublik“ diskreditierten und nur die kommunistisch geführte, zweite Räterepublik ernst nahmen. Mühsam bezieht sich vor allem auf die Schrift „Die Bayrische Räterepublik“ (Leipzig ca. 1919), die der KPD-Politiker Paul Frölich (1884-1953) unter dem Pseudonym P. Werner veröffentlichte.


Ernst Toller

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Der Dramatiker Ernst Toller (1893-1939) gehörte seit 1917 zum engeren Kreis um Kurt Eisner. Ab November 1918 war er Mitglied verschiedener Rätegremien und spielte eine zentrale Rolle in beiden Räterepubliken im April 1919, u. a. in der Roten Armee. Infolge dieser Aktivitäten wurde er 1919 zu einer fünfjährigen Festungshaftstrafe verurteilt. In seiner Haft in Niederschönenfeld verfasste Toller das Drama „Masse Mensch“, in dem er sich kritisch mit den Revolutionsereignissen auseinandersetzt und Gewaltanwendung eine klare Absage erteilt.

Literatur:

 

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