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Würzburger Diözesanblatt

wuerzdb Würzburger Diözesanblatt: Titelblatt des ersten Jahrgangs 1855

Das Würzburger Diözesanblatt erscheint seit 1855. Es enthält alle Anweisungen und Gesetze des Bistums Würzburg, aber auch Hirtenbriefe, Personalnachrichten sowie weitere Nachrichten und Hinweise zum kirchlichen Leben der Diözese. Dokumentiert sind die organisatorisch-rechtliche Entwicklung im Bistum ebenso, wie das Verhältnis der Würzburger Ortskirche zu gesamtkirchlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Zeit.


Herausgeber und Inhalt

Das Würzburger Diözesanblatt ist, wie es auch der Untertitel ausweist, „Amtliches Verordnungsblatt der Diözese Würzburg“. Es wird unter der Verantwortung des Generalvikars  vom Bischöflichen Ordinariat, der zentralen Verwaltungsbehörde der Diözese, herausgegeben.

Seit 1855 werden hier kirchliche Gesetze und Weisungen für die Diözese Würzburg in Kraft gesetzt. In seiner Gesamtheit bildet das Diözesanblatt somit eine Sammlung des Würzburger Partikularkirchenrechtes, das neben dem allgemeinen kirchlichen Recht des Codex iuris canonici besteht. Daneben dient das Diözesanblatt der Veröffentlichung von Hirtenbriefen sowie von Informationen über kirchliche Veranstaltungen und personelle Veränderungen.

Wissenschaftliche Bedeutung

Die Digitalisierung des Würzburger Diözesanblatts stellt eine für den deutschen Bereich typische partikulare Rechtssammlung für Recherchen zur Verfügung. Neben aktuellen Fragestellungen ist es vor allem für die historische Forschung eine wichtige Quelle, nicht nur für Rechtsfragen, sondern vor allem auch für die Frage nach offiziellen kirchlichen Stellungnahmen zu den jeweiligen Zeitfragen.

Beispiele dafür sind die Hirtenbriefe des Würzburger Bischofs Matthias Ehrenfried (1871-1948, reg. 1924-1948) in der Zeit des "Dritten Reiches" oder die Umsetzung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils auf der Ebene der Ortskirche. Ein andere Auswertungsmöglichkeit bietet sich etwa im Hinblick auf die Entwicklung der territorialen Strukturen und der Verwaltungsorganistion in der Diözese.

Die historischen Forschung erkennt zunehmend an, dass die christlichen Kirchen im 19. und 20. Jahrhundert eine bedeutende Größe im politischen und gesellschaftlichen Leben darstellen und eine angemessene Beschäftigung damit die Bereitstellung der maßgeblichen Dokumente erfordert. Die Online-Version des Würzburger Diözesanblatts trägt dieser Entwicklung Rechnung.

Literatur (Beispiele für die Auswertung des Diözesanblatts)

  • Wolfgang Altgeld/Johannes Merz/Wolfgang Weiß (Hg.), Josef Stangl 1907-1979, Bischof von Würzburg. Lebensstationen in Dokumenten, Würzburg 2007 [hier bes. die Beiträge von Wolfgang Weiß zur Konzilsrezeption und von Thomas Wehner zur Verwaltung der Diözese].
  • Karl Hillenbrand (Hg.), Dem Herrn ein bereites Volk. Das geistliche Profil von Bischof Josef Stangl, Würzburg 2007 [Edition und Auswertung von Hirtenbriefen].
  • Klaus Wittstadt, Bischof Matthias Ehrenfried im Spiegel seiner Hirtenbriefe, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 41, 1979, 203-216.

Johannes Merz, Würzburg


Hinweise zur Nutzung

Die Bände stehen als Blätterversion zur Verfügung. Sie sind jeweils über Inhaltsverzeichnisse erschlossen.

Personenbezogene Daten (v.a. Adressen Telefon) in jüngeren Jahrgängen seit 1977 wurden bei der Digitalisierung entfernt.

Angaben zum Projekt

Die Digitalisierung des Würzburger Diözesanblatts ist ein Gemeinschaftsprojekt der Diözese Würzburg mit  der Bayerischen Landesbibliothek Online. Das Angebot wurde im November 2009 freigeschaltet.

Die Volltexterschließung der Register ist in Vorbereitung.

Bistum Würzburg