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Rosenheimer Zeitungen 1833-1925

rosenheimerzeitungenRosenheimer Wochenblatt: Titelblatt der ersten Ausgabe (06.01.1833) Die erste Rosenheimer Zeitung erschien am 6. Januar 1833. Zuerst als Amtsblatt konzipiert, entwickelte sich das "Rosenheimer Wochenblatt" (ab 1864 als "Rosenheimer Anzeiger", ab 1876 mit täglicher Ausgabe) nach und nach zu einer der wichtigsten bayerischen Provinzzeitungen. In Konkurrenz zu ihr erschien ab 1870 das katholische "Rosenheimer Tagblatt Wendelstein". Die Zeitungen Rosenheims stellen eine wichtige Quelle für die politische, aber auch für die Alltagsgeschichte im südöstlichen oberbayerischen Voralpenland des 19. und frühen 20. Jahrhundert dar.

 

Digitalisierte Zeitungsausgaben

Rosenheimer Wochenblatt (1833-1835; 1839-1863)

1830 1831 1832 1833 1834 1835 1836 1837 1838 1839
1840 1841 1842 1843 1844 1845 1846 1847 1848 1849
1850 1851 1852 1853 1854 1855 1856 1857 1858 1859
1860 1861 1862 1863 1864 1865 1866 1867 1868

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Rosenheimer Anzeiger (1864-1945)

1860 1861 1862 1863 1864 1865 1866 1867 1868 1869
1870 1871 1872 1873 1874 1875 1876 1877 1878 1879
1880 1881 1882 1883 1884 1885 1886 1887 1888 1889
1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 1898 1899
1900 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 1908 1909
1910 1911 1912 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919
1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928

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Rosenheimer Tagblatt Wendelstein (1870-1937; 1949-1951)

1870 1871 1872 1873 1874 1875 1876 1877 1878 1879
1880 1881 1882 1883 1884 1885 1886 1887 1888 1889
1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 1898 1899
1900 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 1908 1909
1910 1911 1912 1913 1914 1915 1916 1917 1918

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Zeitungsgeschichte Rosenheims

Die erste in Rosenheim erstellte Zeitung war das "Rosenheimer Wochenblatt" mit amtlichen Bekanntmachungen, gemeinnützigen Abhandlungen, wöchentlichen Neuigkeiten und Schrannenberichten, das 1833 bis 1834 vom Landgerichtspraktikanten Franz Holzner verlegt und redigiert wurde. Diese kurze Episode der Rosenheimer Zeitungsgeschichte endete mit Holzers Versetzung nach München. 1839 startete das vom Tierarzt Dr. Kreutzer herausgegebene "Wochenblatt der Stadt Wasserburg", später "Wochenblatt für die Landgerichtsbezirke Wasserburg und Rosenheim" genannt.

Ab 1854 erschien bei Erasmus Huber in Wasserburg unter dem Titel "Rosenheimer Wochenblatt" dann wieder ein eigenes Rosenheimer Amtsblatt. Nach dem Erwerb der Druckerei Bensegger in Rosenheim 1860 verlegte Erasmus Huber den Druck- und Verlagsort des Wochenblatts dorthin. Diese Zeitung wurde 1864 in "Rosenheimer Anzeiger" umbenannt; die Ausgliederung des Amtsblattes erfolgte 1866. Als Verleger und Redakteur war ab 1868 Ludwig Gaßner verantwortlich.
Nach dem Verkauf von Druckerei und Verlagshandlung an Michael Niedermayr wandelte sich der "Rosenheimer Anzeiger" 1876 von einer Wochen- zu einer Tageszeitung. Bis zum Ende der Weimarer Republik entwickelte sich der Rosenheimer Anzeiger "zur auflagenstärksten bayerischen Provinzzeitung" (Miesbeck, S.373) mit einer Auflagenstärke von 8.000 Exemplaren (1930).

In der Kulturkampfzeit 1870 trat in Konkurrenz zu dem nationalliberal ausgerichteten "Rosenheimer Anzeiger" als katholisches Kampfblatt der „Wendelstein“ hinzu. Bereits nach einer Dekade erreichte der Wendelstein einen festen Leserkreis von 2.800 Abonnenten, der sich bis Mitte der 1880er Jahre auf rund 4.500 ausweitete. Der Verlag wurde von Männern der katholischen Kasino-Gesellschaft gegründet. Nachdem das Kasino-Consortium zurücktrat, übernahm 1873 der Benefiziat Benno Gasteiger Verlag und Redaktion des Blattes. Er war einige Jahre Hauskaplan bei König Ludwig II. (1845-1886) auf Schloss Herrenchiemsee und Kriegsteilnehmer von 1870. Nach seinem Tod 1881 kam das Geschäft in den Besitz seines Bruders, des Verlegers Georg Gasteiger, der es zu einer Tageszeitung ausbaute. Sitz von Verlag und Redaktion war Gasteigers Anwesen in der Rathausstraße 4, das 1900 durch einen Neubau ersetzt wurde.

In den 1920er Jahren war der Verlag besonders erfolgreich, insbesondere durch das Wirken des Redakteurs und seit 1926 Verlagsteilhabers Heinrich Bergmann. Der große Erfolg war vor allem auf die "Illustrierte Sonntagszeitung" mit zwölf lokal eingestellten Kirchenzeitungsausgaben zurückzuführen. Sie war die auflagenstärkste Zeitung des Oberlandes und hatte bereits zwei Jahre nach der Gründung im Jahr 1925 über 15.000 Bezieher. Die Gesamtauflage der Blätter des Verlages betrug zu Beginn der 1930er Jahre 36.000. Mit der Expansion der Verlagsprodukte war auch eine deutliche Steigerung des Personalstands verbunden, der sich im Zeitraum 1925-1927 verdoppelte. Ebenso ging damit eine Modernisierung der technischen Ausstattung der Druckerei einher: 1926 wurden zwei moderne Schnellpressen angeschafft und 1928 ein Maschinensaal angebaut. Das Bildarchiv des "Wendelstein" mit rund 20.000 Aufnahmen im Jahr 1930 dürfte die größte Presse-Photosammlung der Region gewesen sein. Zu Anfang der 1930er Jahre dienten das "Rosenheimer Tagblatt Wendelstein" und die "Illustrierte Sonntagszeitung" als publizistisches Bollwerk gegen den Nationalsozialismus.

Eine Episode blieb die "Rosenheimer Volkszeitung" der USPD, von der nur wenige Dutzend Exemplare im Jahr 1922 erschienen.

Der "Wendelstein" musste sein Erscheinen Mitte Juni 1937 einstellen, eine Neugründung der Zeitung bestand von 1949-1951; der Rosenheimer Anzeiger erschien durchgehend bis zum 1. Mai 1945. Seine Nachfolge trat ab dem 26. Oktober 1949 das Oberbayerische Volksblatt an, das bis heute in Rosenheim erscheint.

 

Weiterführende Literatur

  • Peter Miesbeck, Bürgertum und Nationalsozialismus. Studien zur politischen Tradition, Rosenheim (Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Roenheim; 13), 1994
  • Michael Pilz, Bibliographie zur Rosenheimer Stadtgeschichte. Ein systematisches Verzeichnis der publizierten Quellen und Darstellungen. Rosenheim, 2007

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Hinweise zur Benutzung

Die Digitalisate liegen als Blätterversionen vor. Sie sind durch Inhaltsverzeichnisse erschlossen, die jede einzelne Ausgabe ausweisen.

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Angaben zum Projekt

Das Projekt der Rosenheimer Zeitungen 1833-1924 entsteht in Kooperation zwischen dem Stadtarchiv Rosenheim und der Bayerischen Landesbibliothek Online, dem zentralen kulturwissenschaftlichen Informationsportal zu Bayern.

Die Digitalisate der hier präsentierten Zeitungsbände wurden seit 2010 anhand von Mikroverfilmungen des Bestands im Stadtarchiv Rosenheim angefertigt. Ihre Bereitstellung und Langzeitarchivierung erfolgt über das Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ) der Bayerischen Staatsbibliothek München. Sie werden seit September 2012 in der Bayerischen Landesbibliothek Online präsentiert.

Eine Übertragung der Digitalisate nach digiPress, der im Aufbau befindlichen Plattform für die Präsentation digitalisierter Zeitungen an der Bayerischen Staatsbibliothek München, befindet sich in Vorbereitung. Eine Ergänzung der Lücken durch die Digitalisierung entsprechender Zeitungsausgaben aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek ist geplant.

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