Freisinger Traditionen
Als Traditionsbuch wird ein vorwiegend im süddeutsch-alpenländischen Raum verbreitetes Amtsbuch eines Klosters oder Bistums (Hochstifts) bezeichnet, in das die Übereignungen an diese Institution in Form von Traditionsnotizen eingetragen wurden. Traditionsbücher dokumentieren Eigentumsverhältnisse und Gütergeschäfte, aber auch die Übereignung von Personen an die geistlichen Einrichtungen (sog. liber censualium).
Seit dem Frühmittelalter sind große abschriftliche Sammlungen von Urkunden bekannt, z.B. die Traditionsbücher der Bischöfe von Freising, neben die dann später weitere Amtsbücher (Kopialbücher, Urbare) treten.
Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv befinden sich zahlreiche wertvolle mittelalterliche Traditionsbücher. Sie sind überwiegend während der Säkularisierung im 19. Jahrhundert in staatlichen Besitz gelangt und zählen heute zweifellos zu den wichtigsten Quellen der früh- und hochmittelalterlichen Geschichte Altbayerns und des Alpenraums.
Traditionsbuch des Cozroh, angelegt um 824
Signatur: HL Freising 3a
Traditionsbuch ("Codex traditionum et commutationum")
Signatur: HL Freising 3b
Laufzeit: ca. 849-1147
Beschreibung: Pergament, neuer Einband, 306 Bl.
Inhalt: Traditionsbuch.
Traditionsbuch des Conradus sacrista
Signatur: HL Freising 3c
Laufzeit: (ca. 744-855) 1187
Beschreibung: Pergament, neuer Einband, 44 x 29 cm; 125 Bl.
Inhalt: Erweiterte Abschrift des Cozroh-Codex, mit chronikalischen Notizen und Urkundenabschriften; für letztere diente HL Freising 4 als Vorlage.
Zensualen-Traditionsbuch des Domkapitels Freising
Signatur: HL Freising 6
Laufzeit: 11.-13.Jh
Beschreibung: Pergament, lederbezogener Einband, 49 Bl.
Inhalt: Traditionsbuch.
Codex traditionum ecclesiae Frisingensis a tempore Tassilonis ducis usque ad annum 1651
Signatur: HL Freising 1
Laufzeit: 748-1651
Inhalt: Traditionsbuch. Angelegt Ende des 14. Jh., teilweise Abschrift des Traditions- und Kopialbuchs des Conradus sacrista.
Traditionen und Statuten der Kirche zu Freising
Signatur: HL Freising 3
Laufzeit: 14. Jh.
Beschreibung: Pergament, mit geprägtem weißem Leder bezogener Holzdeckeleinband, 127 Bl.
Inhalt: Traditionen der Kirche Freising (fol. 1-52 Abschrift des Cozroh-Codex bzw. des Conradus sacrista von 1354), älteste Statuten des Freisinger Domkapitel, Geschichte Alexanders des Großen und Brief des Priesters Johannes.
Kopialbuch und Urbar des Hochstifts Freising
Signatur: HL Freising 4
Laufzeit: 800-1277
Beschreibung: Pergament, lederbezogener Pappeinband, 68 Bl.
Inhalt: Kopialbuch des 12. Jh. (fol. 1-48’, zurückgehend bis 816) und des 13. Jh. (fol. 59’-68, bes. zu den niederösterreichischen Besitzungen des Hochstifts) mit einem eingebunden Urbar um 1160 (fol. 49-58).
Salbuch des Hochstiftes Freising
Signatur: HL Freising 7
Laufzeit: 1305
Beschreibung: Pergament, lederbezogener Holzdeckeleinband, 30 x 15,5 cm; 82 Bl.
Inhalt: Enthält die bayerischen Besitzungen vollständig, die österreichischen nur zum Teil (älteres Gesamturbar siehe Nr. 541).
Alphabetisches Namensregister zu HL Freising 7 (nach Ämtern und nach Orten)
Signatur: HL Freising 7a
Laufzeit: 1812
Beschreibung: 8 Bl. (Folioformat)
Inhalt: Alphabetisches Namensregister zu HL Freising 7 (nach Ämtern und nach Orten), angelegt vom Reichsarchiv.
Abrechnungsbuch der Freisinger Beamten in Österreich und Kärnten
Signatur: HL Freising 69
Laufzeit: 1395-1401
Beschreibung: Pergamenteinband mit Lederrücken, 22 x 29 x 4,5cm, 152 Bl.
Inhalt: Enthalten sind die Ämter Oberwölz, Lack, Waidhofen, Innichen, Klingenfels, Ulmerfeld, Enzersdorf, Hollenburg, Wachau und Gries.
Urbar des Hochstifts Freising über seinen Besitz in Österreich
Signatur: HL Freising 541
Laufzeit: 1291-1308
Beschreibung: Pergament mit Ledereinband, 104 Bl.
Inhalt: Urbar des Hochstifts Freising über die Besitzungen in Österreich.
Bitteraufs Ortsidentifikationen wurden vielfach kritisiert. Wichtige Richtigstellungen lieferten:
Die Handschriften liegen in einer Blätterversion vor.
Die "Freisinger Handschriften (Traditionsbücher, Kopialbücher, Urbare und Rechnungsbücher)" sind ein Angebot des Bayerischen Hauptstaatsarchivs und der Bayerischen Landesbibliothek Online, des zentralen kulturwissenschaftlichen Informationsportals zu Bayern, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien.
Im Jahr 2006 wurde mit der Digitalisierung der Traditionsbücher begonnen. Eine Auswahl der bedeutendsten Exemplare wird an dieser Stelle in digitaler Form bereitgestellt. Sie werden durch einige wichtige Editionen ergänzt.
![]() |
Zuletzt aktualisiert: 09. Mai 2012